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Puerto Rico: Rettungsplan noch eine „fehlerhafte Behauptung“

FMW-Redaktion

Puerto Rico, die karibische Insel mit gerade mal 3,5 Mio Einwohnern und 72 Milliarden US-Dollar Schulden, ist wie allgemein bekannt pleite. Mit einem undefinierten Zwitter-Status als US-Außengebiet ausgestattet ist man kein eigenes Land, aber auch kein Bundesstaat – man ist an den US-Dollar gebunden und kann daher nicht über eine eigene Währung abwerten.

Es kursiert derzeit in der Finanzszene das Gerücht Puerto Rico verhandele mit dem US-Finanzministerium über einen Plan, wonach die USA zukünftig für Puerto Rico neue Staatsanleihen emittieren würden. Die alten Anleihen Puerto Rico´s würden in die neuen US-Anleihen getauscht, womit dann die USA für die Schulden Puerto Rico´s haften würden. Das genaue rechtliche Konstrukt ist nicht bekannt, aber das soll (wie gesagt noch Gerüchte) der Weg sein um Puerto Rico aus der Schuldenfalle zu helfen.

Dafür soll dann das US-Finanzministerium einen direkten Zugriff auf Teile der Steuereinnahmen der Insel erhalten, damit man in Washington die laufenden Zinszahlungen sicherstellen kann. Dem müssten so ganz nebenbei angemerkt natürlich der US-Kongress und auch das Parlament Puerto Rico´s zustimmen. Bei dem aufkommenden Selbstbewusstsein der Republikaner im US-Kongress dürfte das schwierig werden. Denn ein Donald Trump als aktueller Nr. 1-Trommler der Republikaner ist nicht gerade bekannt als Freund solcher Rettungsaktionen.

Laut US-Finanzministerium handelt es sich bei dem vorher beschriebenen Gerücht um eine fehlerhafte Behauptung. Man sei derzeit lediglich in Gesprächen mit Regierungsvertretern des US-Überseegebiets, damit man dort zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung zurückkehren könne. Wir meinen: Lang und breit darüber zu diskutieren wie man seine Yacht in den nächsten Monaten umbauen will bringt nichts, wenn die ganze Zeit Wasser eindringt und die ganze Yacht gerade dabei ist unterzugehen. Da heißt es das eindringende Wasser aufhalten, Ritzen stopfen usw.

Das noch rein theoretische Konstrukt erinnert stark an Griechenland. Auch dort hat man sich letztendlich damit abgefunden einen Teil seiner staatlichen Souveränität gegen Geld einzutauschen. Besser so als pleite, besser so als Gehälter und Pensionen nicht mehr zahlen zu können, mag das Motto für Griechenland gewesen sein. Und das wäre wohl auch ein machbarer Ausweg für Puerto Rico – oder wartet irgendwo ein Multimilliarden Dollar-Engel, der Geld vom Himmel rieseln lässt und die Insel rettet? Wenn Puerto Rico nicht so eng mit den USA verzahnt wäre, hätte die Inselregierung durchaus China anpumpen können. Denn die PK in Peking flutet gerade Südamerika mit Geld um dort seinen Einfluss vor allem auf die Rohstoffe auszubauen.

Aber wie gesagt, der hier beschriebene Rettungsplan ist ein Gerücht, eine fehlerhafte Behauptung – noch. Aber was wäre die Alternative?




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2 Kommentare

  1. Kubakrise 62 reloaded?China rettet Puerto Rico!Wie wird Präsident Trump reagieren?Zerstäubt er die Schlitzaugen alternativlos?Zeigt endlich der gute Westen den rückständigen Kommunisten wo der Hammer hängt!U.v.d.L.,Mutter aller Amazonen,ob mit oder ohne Doktortitel,ist dafür,ganz egal für was!Jetzt gehts los…Verdammt noch mal,warum erinnert mich das so fatal an den Patriotismus von 1914?

    1. …weil das Geschichtsrad nun mal eben rund ist – Anfang ist gleichermaßen Ende.

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