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Quantitative Easing: Warum die Notenbanken das Problem nicht erkennen

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

EZB, Fed und Bank of Japan verstehen nicht, warum ihre Volkswirtschaften nicht in Gang kommen trotz gigantischer Geldüberflutung durch das „Quantitative Easing„. Sie erkennen das Problem einfach nicht…

EZB-Rat verantwortlich für da Quantitative Easing in der Eurozone
Verantwortlich für das Quantitative Easing in der Eurozone: Der EZB-Rat.
Foto: Europäische Zentralbank

Die Intention der Notenbanken

Warum macht eine Notenbank Quantitative Easing überhaupt? Die US-Notenbank Federal Reserve z.B. hat es ganz aktiv als Instrument gesehen die Wirtschaftsleistung zu unterstützen. Die EZB in Frankfurt hat den eng gefassten Auftrag für Preisstabilität zu sorgen und musste daher schräg (aber noch nachvollziehbar) argumentieren, dass man Angst vor Deflation hatte und mit dem Quantitative Easing die Wirtschaftsleistung anregen wollte, um die Deflation zu bekämpfen, was ja auch eine Art Kampf für die Preisstabilität ist.

Die Notenbanken drucken virtuell neues Geld aus dem Nichts, also zusätzliches Geld, womit sie den Geschäftsbanken z.B. Staatsanleihen abkaufen, die sie in ihren Büchern haben. Als Notenbank kauft man den Markt für Staatsanleihen derart leer, dass man davon ausgeht, dass die Geschäftsbanken mangels Alternativen das Geld in die Realwirtschaft pumpen, also Konsumenten und Unternehmen Kredite geben. Soweit die Theorie.

Die USA führten 3 x Quantitative Easing-Programme zwischen 2009 und 2014 durch. Die Bank of Japan tat dies seit 2001, aber in größerem Umfang auch erst seit der Finanzkrise. Die EZB gibt seit März 2015 so richtig Gas mit 60 Milliarden Euro pro Monat. Anleihe-Guru Bill Gross bezifferte das Gesamtvolumen der QE´s der großen drei Notenbanken auf round about 7 Billionen US-Dollar.

Sie sind Theoretiker

Notenbanker sind größtenteils Theoretiker. Einige stammen aus einer politischen Laufbahn, viele andere aus Verwaltungslaufbahnen, andere wiederum sind Akademiker, die in der Notenbank zum ersten Mal mit der Finanzpraxis konfrontiert werden. EZB-Präsident Mario Draghi hingegen war schon beim heiligen Gral der Investmentbranche (Goldman Sachs) tätig.

Der typische Notenbanker glaubt an seine Abläufe, an die Konstrukte, die sein Apparat für die Volkswirtschaft drum herum erschafft. Man kann mit Geldmengen und Zinssätzen spielen und so Inflation und Deflation regeln. Und wenn man hunderte von Milliarden Euro an Geschäftsbanken überweist, damit diese das Geld in die Realwirtschaft pumpen, erwartet man natürlich, dass dies auch geschieht.

Sie erkennen das Problem beim Quantitative Easing nicht

Die Konstruktion des Quantitative Easing an sich enthält einen Fehler, den man nicht beheben oder „ausbessern“ kann. Man müsste das QE schon grundsätzlich neu entwerfen. Denn hier kauft die Notenbank nicht direkt bei der Ausgabe der Staatsanleihen diese dem ausgebendem Staat ab (Primärmarkt), sondern sie kauft die Staatsanleihen im Sekundärmarkt (frei gehandelte Anleihen an Börsen und im Interbankenmarkt). D.h. Banken haben die Anleihen im Primärmarkt gekauft und sind ihre Inhaber. Die Notenbank kauft ihnen ihre Anleihen ab – die Hoffnung dahinter ist, dass die Bank mit dem erhaltenen Cash und mangels Investitionsalternative (da die Notenbank ja alles leerkauft) das macht, wofür sie eigentlich geschaffen wurde: Kredite an Konsumenten und Unternehmen vergeben, damit diese den Konsum und die Investitionstätigkeit anregen, was neue Arbeitsplätze und mehr Steueraufkommen generieren soll.

Das ist der mustergültige Vorgang, den man sich in den Chefetagen der Notenbanken vorstellt. Was die Damen und Herren Notenbanker aber nicht verstehen können oder wollen ist: die Banken investieren das Geld nicht wie gewünscht in Konsumenten und Unternehmen über die Kreditvergabe – nein, sie wählen den leichten, den bequemen Weg, und spekulieren mit dem neu erlangten Cash an der Börse – in Aktien, in Fonds, in Hedgefonds, in Hochzinsanleihen und und und.

Die Natur der Geschäftsbanken

Die Notenbanken erkennen nicht die eigentliche Natur der Banken, nämlich im eigenen Interesse möglichst schnell viel Geld zu verdienen. Und wenn die Notenbank einem dafür noch zinslos Geld in gigantischem Ausmaß zur Verfügung stellt, greift man doch gerne zu. Wie will die EZB oder eine nationale Notenbank im Eurosystem im Alltagsgeschäft einer einzelnen Bank vorschreiben, ob sie die oder die Milliarde für einen bestimmten potenziellen Kreditnehmer bereitstellt? Verbietet sie ihr etwa diese bestimmte Milliarde an der Börse arbeiten zu lassen? Nein, es wird nicht kontrolliert – es regiert das Prinzip Hoffnung, und das geht selten gut.

In den USA z.B. flossen die Gelder der Quantitative Easing-Programme auch zu großen Teilen in die Kapitalmärkte – es gab indirekte „Abstrahleffekte“. Durch die steigenden Börsenkurse haben auch viele Privatzocker viel Geld gemacht in den letzten 5 Jahren – und konnten dadurch mehr konsumieren, Autos kaufen, Häuser kaufen usw – und in der Tat landeten auch Gelder der Notenbank über das Quantitative Easing tatsächlich bei Unternehmen, die von ihren Banken Kredite zu traumhaft günstigen Konditionen erhielten. Nur was taten viele dieser Unternehmen mit dem Geld, wenn sie börsengelistet waren? Sie kauften keine neuen Maschinen, stellten keine neuen Mitarbeiter ein. Nein, sie kauften mit diesen Krediten ihre eigenen Aktien an der Börse auf, um durch das dann geringere Aktienangebot am Markt die Kurse hochzutreiben – hiervon profitierten natürlich vor allem die Vorstände der Konzerne, die satte Boni bekommen, wenn die Aktienkurse kräftig steigen.

Aber die Ziele des Quantitative Easing, so schön und honorig sie auch sein mögen, wurden und werden nicht erreicht. Die Banken erhöhen ihre Kreditvergaben an Verbraucher und Unternehmen nur in sehr geringem Maße – das meiste Geld landet in den Kapitalmärkten, wo es bisher leicht vermehrt wurde. Die strukturellen Krisen, die Wachstumsprobleme der Volkswirtschaften wurden nicht gelöst. Die QE´s der Notenbanken müssen ganz neu erfunden werden – ein anderes Konstrukt muss her, ein anderer Ablauf – denn die Privatbanken sind nicht das ideale ausführende Organ zur Ankurbelung der Realwirtschaft, wie es sich die Notenbanken in ihren Theorien immer erträumen. Denn sie erkennen die wahre Natur der Privatbanken eben nicht!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Andreas

    25. August 2015 11:04 at 11:04

    Wenn das Geld im Realmarkt ankommen soll, dann muss die EZB das Geld direkt an die Verbraucher überweisen.
    Zum 01.11 jählich ein Staatliches Wehnachtsgeld von 500€ pro Person.
    Das Geld kommt direkt am Mart an. Werden zum grösten Teil für den Konsum ausgegeben. 19% kommen dann den Staat als MwSt zu gute. Eine echte Win Win Situation. Nur für die Superreichen nicht. Die bekommen auch nur die 500€ und nicht Millionen wie nach den derzeitigen System.

  2. Avatar

    Frank Meier

    25. August 2015 11:06 at 11:06

    Werter Herr Kummerfeld, es ist ein glatter Irrglaube anzunehmen, dass die FED Verantwortlichen nicht wüssten, was sie da anstellen und tun. Die wissen das sehr genau und die Annahme dies seien reine Theoretiker grenzt leider schon an naiv. Solange nicht klar seitens der Finanzjournalie herausgearbeitet wird wem die FED wirklich gehört und wie eine Geldsystem heute funtioniert wird man niemals an die Schlüsselerkenntnis gelangen können oder auch wollen. Fakt ist, die FED kann nur die Nachschuldner ermuntern weiter zu machen, weiter und weiter. Dies damit das Schuldgeldsystem eben weiter Teilnehmer, weitere Schuldkontrakte zeichnen kann, denn exakt diese braucht es, damit der Ball weiter i Spiel bleibt. Es gibt genügend VWL Literatur um diesen Umstand endlich zu erkennen und das Kind enmlich beim Namen zu nennen. Es wir dimmer so getan, als die Notenbanken für das Wohl der Menschen aktiv wäre. Dies ist so nicht korrekt, würde man das System endlich mal wahrhaftig beleuchten. Notenbanken sind nur dazu da, um das System an sich am Leben zu erhalten. Lesen sie mal die Schriftstücke eines Herrn Volkers durch, eines Herrn Greenspan etc. und Sie werden erkennen, dass diese Herren sehr wohl wissen wie und warum. Und QE wird ja nicht nur von der FED betrieben sondern auch von der EZB, oder die BoJ, die BoE, nur betitelt man dies eben nur anders. Umgekehrt wird eine Frage – was wäre, wenn die Notenbanken dieses QE nicht machen würden… dann wäre ziemlich schnell ein Ende der ganzen Geschichte, ein Scherbenhaufen. Dieser wird so oder so kommen, systemisch bedingt. Deflation ist unser Problem, die Kontraktion der möglichen Kreditschöpfungsmöglichkeiten – und diese Damen und Herren der Notenbanken wissen das alle – nur will es keiner verkünden. Kein Notenbanker, kein Politker. Die Antwort des `warum` erspare ich mir. Sie wird die Geschichtsbücher noch lange beschäftigen, dann wenn dieser Spuk im Chaos gelandet ist und die Scherben aufgeräumt werden müssen.

  3. Avatar

    Raoul

    25. August 2015 11:55 at 11:55

    Die permanente Gelddruckerei nützt einzig der “ Finanzindustrie“ wohin die Milliarde auch fliessen, dies nutzt der Realwirtschaft keinen Deut. Kriselt bei den Papieren, kommt eine neue
    Flucht ins Betongold und lassen die Immobilienpreise weiter ins unendliche steigen. Mieten steigen, Löhne stagnieren, logische Konsequenz, weniger Geld für Konsum, Ferien, Anschaffungen etc.
    Die Finanzindustrie ist ein gefährlicher Ballon, die Geldspritzen sind ein “ Muss“ um dieses System noch auf Kurs zu halten, was nachher kommt, weiss wahrscheinlich niemand so genau ?

  4. Avatar

    Michael

    25. August 2015 15:33 at 15:33

    Die Zentralbanken brauchen NICHTS neu erfinden. Ein Trennbankensystem muss her. Ich denke Draghi wusste genau, dass er überwiegend Banken mit zu wenig Eigenkapital freikaufte. Die Banken habe für die Staatsanleihen kein Eigenkapital hinterlegen müssen. Real bedeutet QE Geldgeschenke für die Banken. Die Finanzmärkte stiegen durch regelrechten Medienterror und Derivate. Die Blasen platzen jetzt. Damit sind die Zentralbanken als Schwindler entzaubert.

    Viele der Unternehmen kauften ihre Aktien nicht mit Gewinnen, sondern nahmen Kredite auf, um die Kurse durch Aktienrückkäufe hochzutreiben. Auch Kredite in Fremdwährungen. Sie wetten auf den Verfall dieser Währungen im Falle einer Baisse gegen den Dollar.

    Dieser Schwindel wird auch auffliegen.

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2012 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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Coronakrise aktuell: Madrid bald unter komplettem Lockdown?

Markus Fugmann

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Die Coronakrise nimmt weiter Fahrt auf – nun könnte die Region Madrid bald wieder unter vollständigem Lockdwn stehen! Soeben hat Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa empfohlen, die ganze Region Madird mit ca. 6,6 Millionen Einwohnern unter vollständigen Lockdwon zu stellen.

Heute hat die Regionalveraltung von Madrid die Bezirke unter Lockdown von 37 auf 45 angehoben – dadurch stehen dann ca. eine Millionen Menschen mehr unter diesem Lockdown als am Tag zuvor. Alleine in der Hauptstadt Madrid sind in der letzten Woche durchschnittlich knapp 500 Menschen pro Tag wegen Corona in Krankenhäuser eingeliefert worden. Spanien meldete heute 10.600 neue Corona-Fälle, in Frankreich waren es über 16.000, in Deutschland mit knapp über 2300 so viele wie seit April nicht mehr (genaue Daten siehe hier)..

An den Aktienmärkten verstärkt die mit Macht wieder auftretende Coronakrise die Risiko-Aversion weiter, die US-Futures wie auch der Dax stehen unter Druck..

 

Madrid als neues Zentrum der Coronakrise in Europa

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Donald Trump und die Deutsche Bank – hochinteressante Doku

Redaktion

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Von

Warum hat Donald Trump von der Deutschen Bank immer wieder Geld bekommen? Das ist vielleicht die interessanteste Frage, die in der folgenden Doku besprochen wird. US-Banken wollten Donald Trump offenbar kein Geld mehr leihen. Aber die Deutsche Bank tat es, und gab immer mehr Geld, für immer mehr Immobilienprojekte des heutigen US-Präsidenten. Und das, obwohl er vorher zahlreiche Projektpleiten hingelegt hatte. Gab es Sicherheiten aus Russland?

Die Doku beleuchtet im Detail die Beziehungen von Donald Trump nicht nur zur Deutschen Bank, sondern auch wie eng tatsächlich seine Verbindungen zu russischen Geschäftskreisen in New York und in Russland selbst waren. Bisher kam der Präsident selbst bei den Mueller-Ermittlungen in den USA ungeschoren davon. Der Schlüssel liegt wohl in den Geschäftsunterlagen der Deutschen Bank. Wer machte mit wem Geschäfte? Wer hat eventuell Geld gewaschen? Auffällig oft haben russische Käufer bei Trump-Projekten Wohnungen gekauft. Beispielhaft beleuchtet wird dieses Lizenz-System an einem Hochhaus in New York, für das er nur seinen Namen gab, und dafür 18 Prozent der Einnahmen kassierte.

Wusste Donald Trump, dass über seinen Namen und seine Projekte womöglich in gigantischem Umfang Geldwäsche zwielichtiger russischer Kreise abgewickelt wurde? Nachweisen lässt sich bis jetzt definitiv nichts, aber die Dokumentation der Geschäftsabläufe, wie es im folgenden Beitrag gezeigt wird, ist doch sehr aufschlussreich.

Donald Trump im Jahr 2020
Donald Trump

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