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Raffinerie-Streik in USA geht weiter

Von Markus Fugmann

Der Streik von 3800 Mitarbeitern in sieben US-Raffinerien (insgesamt neun Werke) geht weiter – die Gewerkschaft United Steelworkers lehnte das Angebot der von Royal Dutch Shell vertretenen Raffineriebetreiber ab, die Verhandlungen sind zunächst unterbrochen. United Steelworkers hatte 6% mehr Lohn gefordert, unter Hinweis auf die durch den gefallenen Ölpreis gestiegenen Gewinne der Raffinerien. Die Betreiber der Raffinerien wiederum verweisen ebenso auf den gefallenen Ölpreis – die meisten von ihnen sind auch Ölförderer. Anders dagegen sieht die Siutation für diejenigen Unternehmen aus, die nicht Öl fördern – ihre Gewinne sind zuletzt stark gestiegen. Ein Beispiel ist Valero Energy:

Valero

Die Gewerkschaft United Steelworkers könnte den Streik auch auf andere Raffinerien ausdehnen – insgesamt hat sie Vertreter in 65 Raffinerien. Bislang aber können die Raffineriebetrieber laut eigenen Angaben den Betrieb ohne Einschränkungen durch nicht gewerkschaftlich organisierte Arbeiter aufrecht erhalten. Sollte sich der größte Streik in der Branche seit 1980 jedoch ausweiten, dürfte dies für die Raffinerie-Betreiber nicht mehr möglich sein.

Der Ölpreis (WTI) bekam durch die Nachricht der Fortsetzung des Streiks eine kurzen Schub. Entscheidend ist nun das Überbieten des gestrigen Tageshochs knapp über der 52er-Marke:

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4 Kommentare

  1. „durch den gefallenen Ölpreis gestiegenen Gewinne der Raffinerien“

    Können Sie kurz diesen Zusammenhang erklären? Wieso steigen die Gewinne bei fallenden Preisen?

    1. ganz einfach,
      ein Ölunternehmen das sowohl fördert als auch verarbeitet verliert an Gewinn bei fallenden Ölpreisen da die Fixkosten für selbige gleich bleiben.Um das etwas zu kompensieren werden die gefallenen Ölpreisen nach der Verarbeitung (Raffinerie) nicht vollständig weitergegeben.
      Ein Unternehmen welches nicht fördert hat die gefallene Margen bei der Förderung nicht zu beklagen gibt aber die gefallenen Beschaffungskosten (die Raffinerie kauft Rohöl auf dem Markt und das ist billig) ebenfalls nicht 100% weiter deswegen profitiert der Raffineriebereich z.Zt.mehr.Allerdings muß man fairerweise sagen das bei hohen Margen bei der Ölförderung (Ölpreis hoch)es die Raffinerien sehr schwer haben Gewinne zu erwirschaften.Man Kann sagen der Raffineriebereich ist so eine Art Gewinnkompensation. Valero ist reiner Raffineriebetreiber.

      1. Ok, danke, jetzt verstehe ichs! :-)

  2. unlogisch ist allerdings das der ölpreis steigt wenn in den Raffinerien gestreikt wird.Es müssten die Produktpreise steigen und der Ölpreis fallen.
    wird ja schließlich nicht verarbeitet und erhöht zusätzlich die Lagerbestände.
    Na ja…. die Märkte halt
    :-))

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