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Rechtliche Unterstützung für Finanzfragen: Betrugsmaschen von Anlagebetrügern erkennen

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Foto: Unsplash.com © @markuswinkler (CC0 Public Domain)

Digitalisierung ist in fast allen Lebensbereichen anzutreffen. Alles funktioniert über das Internet: online einkaufen, online einen Arzttermin vereinbaren, online daten, online Bankgeschäfte erledigen. Da liegt es nahe, auch Geldanlagen mit ein paar Klicks einzurichten und Geld zu investieren. Potenzielle Anleger finden im Internet viele Anbieter mit scheinbar sehr lukrativen Geldanlagen und Investitionsmöglichkeiten. Sie versprechen außerordentlich hohe Gewinne in kurzer Zeit. Häufig verbergen sich hinter solchen Angeboten Betrüger, die den Anlegern das Geld aus der Tasche ziehen wollen, um dann damit zu verschwinden.

Dubiose Geldanlagen – zu traumhaft, um wahr zu sein

Wenn die Traumrenditen geplatzt sind, kommt das böse Erwachen. Das Geld ist erst einmal weg. Immer wieder warnen die Landeskriminalämter und das Bundeskriminalamt vor bedenklichen Geldanlagen im Netz. Dubiose Trading-Maschinen, betrügerische Handelsplattformen für binäre Optionen gehören zu den Betrugsmaschen. Den ahnungslosen Anlegern versprechen sie hohe Gewinne, geringes Risiko und einfache Handhabung. Diese Kombination ist am Kapitalmarkt nicht zu bekommen. Im Jahr 2019 lag der so angerichtete Schaden bei mehr als 15 Millionen Euro. Die Behörden gehen von einer sehr hohen Dunkelziffer aus. Den Betrogenen bleibt dann meist nur der Weg zur Polizei, um Strafanzeige zu erstatten und zu einem guten Anwalt, der rechtliche Unterstützung für Finanzfragen anbietet.

Die Maschen der Betrüger

Die Maschen der Betrüger sind sehr unterschiedlich. Es gibt sogenannte Schneeballsysteme. Dabei sollen die Anleger weitere Anleger werben. Damit verbunden sind hohe Renditeversprechen. Die Anleger sollen in finanzielle Differenzkontrakte oder in binäre Optionen auf Aktien, Indizes, Kryptowährungen, Rohstoffe und Währungen – Stichwort Forex Trading – investieren. Eine App oder eine bestimmte Software soll dabei helfen, das Risiko zu minimieren und wie eine Gelddruckmaschine sein. Die Anlageberater gewinnen geschickt das Vertrauen der Anleger und bauen eine Beziehung zu ihnen auf. Anschließend überreden sie sie zu neuen Investitionen.


Foto: Unsplash.com © @silverhousehd (CC0 Public Domain)

Der Lockvogel der Betrüger

Virtuelle Gewinne dienen als Lockvogel für weitere Investitionen. Auf dem virtuellen Konto der Anleger sind nach der ersten Investition sehr schnell Gewinne ausgewiesen. Doch das Geld ist dann schon längst nicht mehr da. Der vertrauenswürdig wirkende Broker meldet sich bei seinem Kunden mit dem ganz großen Deal. Dazu ist es allerdings notwendig, weiteres Geld zu investieren, je mehr desto besser. Denn mit mehr Geld erhöht sich auch der Gewinn.

Geld fließt ins Ausland

Sobald das Geld des Anlegers auf dessen virtuellem Konto eingegangen ist, fließt es direkt weiter ins Ausland. Häufig haben Broker und Handelsplattformen überhaupt keine Zulassung, die Firmen haben ihren Sitz im Ausland oder sind nicht existent. Doch das merken die Anleger erst, wenn sie ihr Geld brauchen und es auf ein anderes Konto transferieren wollen. Dann bricht plötzlich der Kontakt zum Broker und zur Handelsplattform ab.

Die BaFin warnt

Die BaFin ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Eine ihrer vielen Aufgaben ist der Verbraucherschutz. Die Behörde hat auf ihrer Internetseite ausdrücklich Hinweise veröffentlicht, dass beim Handel mit binären Optionen oder CFDs mit einem sehr hohen Verlustrisiko zu rechnen ist. Bereits seit Juli 2018 sind Vermarktung und Handel mit binären Optionen mit Privatanlegern verboten. Bereits seit Mai 2017 sind Vermarktung und Verkauf von CFDs an Privatanleger eingeschränkt.

Darüber hinaus warnt die BaFin immer öfter vor unseriösen, dubiosen Unternehmen. Sie betreiben Bankgeschäfte und erbringen Finanzdienstleistungen ohne eine entsprechende Erlaubnis der Finanzdienstleistungsaufsicht. Aber mit genau einer solchen Erlaubnis machen sie Werbung. Die BaFin führt eine Liste mit allen zugelassenen Finanzdienstleistungsinstituten, die jeder im Internet einsehen kann. Dort können Verbraucher prüfen, ob der Broker bei der BaFin überhaupt registriert ist und eine entsprechende Zulassung hat.

Dreiste Abzocker langen oft zweimal zu

Die Betrüger sind meistens sehr dreist. Nach einiger Zeit kontaktieren sie ihre Opfer erneut, wieder telefonisch. Sie geben sich häufig als Behörde, Ermittler oder Hilfsorganisation aus und versprechen, das verlorene Geld zum Teil zurückzuholen. Teilweise rufen die Betrüger sogar bei den Kunden an und geben sich als Mitarbeiter der BaFin aus. Sie stellen Entschädigungszahlungen in Aussicht. Viele der Opfer fallen ein zweites Mal darauf herein und lassen sich ein zweites Mal abzocken.

Warnung vor gefährlichen Schneeballsystemen

Immer häufige gibt es in der letzten Zeit sogenannte Schneeballsysteme. Wirklich profitieren davon nur diejenigen, die dieses System eingerichtet haben. Es handelt sich letztlich nur um eine Umverteilung des Geldes. Die Gewinne in diesen Systemen entstehen nicht durch Geld- und Kapitalanlagen. Das eingezahlte Geld von den neuen Teilnehmern wird nur verteilt. Wenn niemand Neues mehr in das System einsteigt, endet es.

Tipps zum Schutz vor dubiosen Geldanlagen im Internet

Da die Betrüger immer wieder mit ähnlichen Maschen vorgehen, können Verbraucher sie erkennen. Dazu müssen sie nur wissen, worauf es ankommt. Folgende Warnsignale sollten Anleger vorsichtig werden lassen:

– Das Angebot verspricht eine sichere Geldanlage, eine garantierte Rendite, hohe Gewinne und das bei sehr geringem Risiko.
– Die Berater zeigen Erfolge und Bonusversprechungen auf einem Demo-Konto.
-Bei Anlageangeboten im Internet sollten Anleger immer verschiedene Suchmaschinen nutzen, um viele Informationen zum Anbieter und dessen Produkten zu bekommen. Hier kann es dennoch zu Manipulationen durch die Täter kommen.
– Bei Angeboten im Internet sollten Interessenten darauf achten, dass die Seite ein Impressum hat und dass dort der potenzielle Vertragspartner mit Firmensitz und Kontaktdaten angegeben ist.
– Wenn es sich um ein Unternehmen handelt, das von der BaFin oder einer anderen Behörde in einem EU-Land lizenziert ist, lässt sich das überprüfen.
– Unaufgeforderte Anrufe im Zusammenhang mit Angeboten zu Geldanlagen sind strikt abzulehnen. Anleger sollten niemals -Beratungsgespräche mit einem Unbekannten führen.
– Mit trügerischen Hilfsangeboten, bei denen sich jemand als Retter in der Not verkauft, wollen die Betrüger meist nur noch mehr Geld abzocken.
– Verbraucher sollten niemals jemandem im Zusammenhang mit Geldanlagen Zugriff aus seine Geräte mit einer Fernwartungssoftware gestatten und auch keinen Zugriff auf die E-Wallet.

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Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

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Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

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Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

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US-Arbeitsmarktdaten im Detail: Extrem schwach! Der Amazon-Effekt in brutaler Klarheit

Claudio Kummerfeld

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USA Flagge und Adler

Die US-Arbeitsmarktdaten wurden um 14:30 Uhr veröffentlicht mit einem Zuwachs von 245.000 Stellen für November, was deutlich schlechter war als erwartet (Prognose 470.000). Bezüglich der Gesamtzahl von 245.000 neuen Stellen gab es einen Abbau von 99.000 Stellen beim Staat. Somit gibt es im November 344.000 neu geschaffene Stellen im Privatsektor. Im Verarbeitenden Gewerbe gab es insgesamt einen Zuwachs von nur 55.000 Stellen. Im Untersektor Bergbau lag die Veränderung bei +1.000. Auf dem Bau waren es +27.000 Stellen, und in der Industrie +27.000. Die folgende Grafik zeigt die gesamten Daten für das Verarbeitende Gewerbe im November.

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

Grafik zeigt US-Arbeitsmarktdaten für November im Detail

Verbleibt bei den neu geschaffenen Stellen im November noch ein Plus von 289.000 Stellen im US-Dienstleistungssektor. Ein sehr schwacher Wert nach +783.000 im Oktober. Der Einzelhandel baute 34.700 Stellen ab. Das ist dramatisch, wo der Sektor doch als einer der Jobmaschinen gilt. Elektronikgeschäfte bauten netto 11.300 Stellen ab, Sport- und Buchgeschäfte 12.100 Stellen, und Kaufhäuser sowie große Supercenter (Walmart etc) verloren netto 20.800 Stellen. Gleichzeitig explodieren die Neueinstellungen bei Amazon und Co (also vor allem Amazon). Alleine im November wurden netto 81.900 neue Kurierfahrer eingestellt, und 36.800 Mitarbeiter in Warenlagern.

Grafik zeigt Details zu Job-Änderungen im US-Einzelhandel

Der Sektor „Professional and Business Services“ konnte 60.000 Stellen hinzugewinnen (sehr schwach), wobei hier alleine fast 70.000 neue Jobs bei Zeitarbeit und Hilfsarbeit entstanden. Andere Teilsegmente in dem Bereich bauten also eher Stellen ab. Der Bereich „Pflege und Bildung“ ist mit nur +54.000 Stellen auch sehr schwach dabei. Wobei der Bereich Bildung 5.700 Stellen abgebaut hat. Die Pflege schuf 59.600 neue Stellen. Der mit Abstand größte Einzelposten, wenn es um das schnelle Schaffen neuer Jobs in den USA geht, ist in der Regel der Bereich „Freizeit und Bewirtung“, also Restaurants, Freizeitparks etc.  Hier ist die Schaffung neuer Stellen im November extrem schwach ausgefallen mit gerade mal +31.000. Innerhalb dieses Segments wurden bei Restaurants und Bars sogar 17.400 Stellen abgebaut. Die zweite Corona-Welle lässt grüßen.

Grafik zeigt Details zu verschiedenen US-Jobdaten

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Coronavirus: Herdenimmunität, ein Geduldsweg, vor allem in Deutschland

Wolfgang Müller

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Die Impfung gegen das Coronavirus nimmt immer mehr Gestalt an, nicht nur in China, in Russland, in der Türkei, ab Montag in Großbritannien, aber bald auch in Deutschland. Endlich die Plage loswerden, immun werden, so die berechtigte Hoffnung Vieler. Eines aber spricht gegen eine rasche Herdenimmunität, auch in Deutschland – die Bereitschaft zur Impfung.

Coronavirus: Aktuelle und künftig Immunisierte

Betrachtet man sich die aktuellen Infektionszahlen, so erkennt man große Unterschiede bei den offiziell registrierten Infizierten mit dem Coronavirus. In den USA ist bereits jeder 23. Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden, in Frankreich jeder 29., in Spanien jeder 27., in Belgien und Tschechien jeder 20. – und in Deutschland? Jeder 76. Einwohner, bei einer Dunkelziffer von vielleicht Faktor drei bis vier, nach Einschätzungen von Virologen. Bleiben also noch über 78 Millionen, die es geschafft haben, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Aber was ist mit den USA, wo selbst der Leiter der nationalen Seuchenschutzbehörde von einer Dunkelziffer mit unglaublichem Faktor 10 sprach? Wenn dies zuträfe, hätten schon unglaublich viele Amerikaner die Sache bereits überstanden. Worüber das deutsche Gesundheitswesen eigentlich sehr stolz sein kann, bringt aus jetziger Sicht einen zusätzlichen Nachteil bei der Herdenimmunität.

Die derzeitige Abneigung der Bundesbürger gegen die Impfung

Auch wenn es bereits einen gewaltigen Aufbau für die über 400 Impfzentren in Deutschland gibt, von denen kürzlich die Rede war und die ab 15. Dezember funktionsfähig sein sollen, wird das Thema Massenimpfung eine große Aufgabe werden. Es leben bereits über 83 Millionen Menschen in diesem Lande und bis die so oft zitierte 60 Prozent-Rate erreicht ist, könnte es doch eine Zeit dauern. Zumal mit der Entwicklung der Impfstoffe die Zahl der Impfwilligen sogar abgenommen hat. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass derzeit nur 53 Prozent der Bundesbürger zu einer Impfung gegen das Coronavirus bereit sind.

Man bräuchte aber selbst bei einem 100-prozentigen Schutz 60 Prozent der Bevölkerung, die bei der Impfung mitmachen. Bei der bisher verkündeten Wirksamkeit von 95 Prozent sogar noch einige Prozent mehr.

Sicherlich gibt es viele Skeptiker, die sich berechtigt Sorgen um die Nebenwirkungen machen, die man derzeit bei der geringen Probandenzahl gewiss noch nicht ausschließen kann. Die Anzahl sollte aber abnehmen, wenn die Impfungen gut funktionieren. Ein paar Sonderfälle aber, in den Medien verbreitet, schon könnte die Bereitschaft abnehmen. Aber es gibt auch die radikalen Impfgegner, auch Gentechnikgegner, die bis zu einer Herdenimmunität immer noch eine Gefahr darstellen, als mögliche Spreader des Coronavirus.

Die Impfung ist ein gewaltiger Schritt – aber kein Wundermittel, welches in kurzer Zeit die Normalität versprechen kann. Man weiß heute noch nicht, wie lange ein Schutz wirksam sein wird und ob man als Geimpfter nicht doch noch als Virenspreader in Frage kommt. Es wird bei aller Freude über die Impfung noch einiges an Geduld brauchen, denn es werden bestimmt in kurzer Zeit Meldungen entstehen, die contra Impfung verwendet werden können. Zum Beispiel von Menschen, die plötzlich nach der Impfung schwer erkranken, weil sie vor der Impfung noch keine Symptome verspürt haben. Das allgemeine Gesundheitsrisiko bleibt, ebenso das „Fake News-Risiko“ in den sozialen Medien.

Die kommende natürliche Spaltung der Gesellschaft

Es ist sicherlich nicht an der Zeit, um sich allzu viel Gedanken über ein mögliches Zukunftsproblem im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise zu machen. Aber die Fragestellungen könnten schneller kommen, als man jetzt glaubt. Was passiert mit den Millionen, die es bald geben wird, die geimpft sind und immunisiert: sollen diese weiter Maske tragen und die vielen Sonderregeln beachten? Wird anfangs sicherlich aus Solidarität funktionieren, aber es werden ja täglich mehr. Gar nicht zu reden von den vielen Branchen, die von dem Zusammentreffen vieler Menschen profitieren, wie Tourismus, Kultur, Festveranstalter, diese werden sicherlich die Rückkehr zur Normalität fordern. Es werden sich Gruppen bilden, aber was passiert mit den Verweigerern einer Impfung?

Viele Fragen, nicht nur für den Ethikrat.

Fazit

Die letzten Monate haben gezeigt, wie lange es dauern würde, bis eine natürliche Herdenimmunisierung dem Coronavirus den Garaus machen könnte. Vor allem in Deutschland. Selbst bei 10.000 kontrollierten Fällen pro Tag (3,6 Mio/Jahr) wären es viele Jahre, bis man eine Herdenimmunität erreicht hätte. Ein Kollaps nicht nur für die Wirtschaft und viele Branchen, sondern auch eine unerträgliche Lage für die Menschen und dem Leben in ständiger Angst.

Es geht nicht um die Jugend – in Deutschland gibt es bereits über 21 Millionen Rentner und viele Risikogruppen unterhalb dieser Altersgruppe. Klar gibt es die berechtigten Bedenken über Nebenwirkungen, aber bei einer Impfquote von gut 50 Prozent würde man in Deutschland noch sehr lange mit SARS-CoV-2 leben müssen. Ohne wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus hätte aber gerade Deutschland ein längeres Problem. Es sollte sich eigentlich jeder über den medizinischen Fortschritt freuen, auf die Wirksamkeit der Impfung hoffen und sich auf eine baldige Rückkehr zu sozialen Gewohnheiten des Miteinanders innerlich einstellen. Es dürfte allerdings noch ein gerüttelt Maß an Geduld erfordern.

Über das Coronavirus und Herdenimmunität

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