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Renault senkt Prognose – Autobauer unter Druck

Der französische Autokonzern Renault SA hat gestern nach Börsenschluss seine Prognose für Umsatz und Gewinn gesenkt – und zieht damit den gesamten Autosektor nach Eröffnung der europäischen Märkte nach unten. So verliert Renault heute morgen satte -11%, die deutschen Autobauer rutschen zwischen -1% (BMW) bis -2,2% (Volkswagen) ab.

Auslöser der Prognosesenkung sei vor allem die Schwäche ausserhalb Europas, so Renaults Interim-CEO Clotilde Delbos. Hinzu kämen noch die steigenden Kosten für die Regularien – es sei schwer, diese Kosten an die Konsumenten weiter zu geben, so die Delbos.

In einer Videobotschaft an die Angestellten des Konzerns sagte Delbos: “We need to make some choices. Unfortunately the situation hasn’t improved during the summer and we need to put Renault back on track.”

Renault hatte in den ersten sechs Monaten einen negativen Cash Flow – und litt auch unter den Turbulenzen um ihren Vorgänger Carlos Ghosn. Delbos, die erst seit einer Woche als CEO fungiert, will nun die Strategie Ghosns auf den Prüfstand stellen, da sich die Lage in der Industrie verändert habe.

Belastend wirkt für Renault auch die Schwäche bei Nissan – Renault hält 43% an dem derzeit unter schwachen Verkäufen in den USA und Europa leidenden japanischen Autokonzern. Branchen-Experten erwarten, dass Renault sich bald von Nissan-Anteilen trennen wird und darüber hinaus die Dividende kürzt.

Im ersten Halbjahr 2019 erzielte Renault SA einen Umsatz von 11,3 Milliarden Euro – und damit weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (11,6 Milliarden Euro).

Damit liegt Renault jedoch im Abwärts-Trend der gesamten Branche: Von Januar bis September 2019 sind die Autoverkäufe in Europa um -1,6% gefallen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie die „European Automobile Manufacturers Association“ am Mittwoch mitgeitelt hatte. Besonders drastisch war der Rückgang in Spanien mit -7,4%  – während das gerade im Autosektor so geplagte Deutschland erstaunlicherweise einen Zuwachs von +2,5% verbuchen konnte. Dagegen verzeichneten die anderen großen europäischen Nationen Großbritannien mit -2,5%, Italien mit -1,6% und Frankreich mit -1,3% Rückgänge bei den Autoverkäufen.

Die gesenkte Prognose von Renault spiegelt die schlechte Lage der Autoindustrie



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