Allgemein

Rente marode – Bundesbank über die Kopplung von Renteneintritt und Lebenserwartung

Die Rente ist marode und ohne Bundeszuschüsse längst pleite. Jetzt macht die Bundesbank einen Vorschlag zur Entlastung des Systems.

Älteres Ehepaar

Die gesetzliche Rente ist schon längst pleite, nur bemerkt es die breite Öffentlichkeit nicht so richtig. Wir haben dies in den letzten Jahren mehrfach thematisiert. Ohne jährliche Milliardenzuschüsse aus dem Steuerhaushalt könnte die Rentenversicherung die Ansprüche der Rentner schon lange nicht mehr bezahlen – denn die Beitragseinnahmen sind bereits seit Jahren deutlich geringer als die Ausgaben. Jetzt bringt die Bundesbank – um das Rentensystem zu entlasten – eine Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung ins Spiel.

Demografische Probleme – und der aktuelle Deckel der Rente

Die demografische Entwicklung setzt die Finanzen der gesetzlichen Rentenversicherung laut heutiger Analyse der Bundesbank perspektivisch unter Druck. Zum einen erreichen bis Mitte der 2030er Jahre zunehmend geburtenstarke Jahrgänge ihr Rentenalter – zum anderen steige die Lebenserwartung. Man weist darauf hin, dass bis einschließlich 2025 für den Beitragssatz und das Versorgungsniveau noch sogenannte Haltelinien gelten. Demnach darf der Beitragssatz 20 Prozent nicht übersteigen (aktuell: 18,6 Prozent). Das Versorgungsniveau darf 48 Prozent nicht unterschreiten. Da es bereits bei 48 Prozent liegt, wachsen die Renten bis 2025 vorerst in etwa im Gleichschritt mit den Löhnen. Aber was kommt dann nach dem Jahr 2025?

Probleme ab 2026

Die Bundesbank weist darauf hin: Ab dem Jahr 2026 sieht das geltende Recht derzeit jedoch keine Haltelinien mehr vor. Der demografische Druck würde sich demnach dann relativ breit über die verschiedenen Stellgrößen verteilen: Das Versorgungsniveau würde sinken, der Beitragssatz steigen und der Milliardenzuschuss aus dem Steuerhaushalt des Bundes weiter zunehmen. Das Renteneintrittsalter steigt noch bis Anfang der 2030er Jahre auf dann 67 Jahre. Die Bundesregierung beabsichtige nun das Versorgungsniveau langfristig stabil zu halten. Es soll auch nach 2025 bei 48 Prozent bleiben. Außerdem soll das Rentenalter nach dem Jahr 2031 nicht weiter steigen. Demnach sollen zwei Stellgrößen von Anpassungen ausgenommen werden. Das bedeutet dann aber laut der Bundesbank, dass der Beitragssatz für die Rente und die steuerfinanzierten Bundeszuschüsse entsprechend stärker steigen müssten.

Bundesbank bespricht die Idee einer Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung

Die Bundesbank bespricht als Idee eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung – denn wenn man dieses Rentensystem eh nicht mehr retten kann, dann muss man zumindest das tun, was den Absturz zumindest in gewissen Teilen abmildert? Diese Kopplung könne das System der gesetzlichen Rente langfristig stabilisieren, so die Bundesbanker. Man verhindere damit, dass die Rentenjahre im Verhältnis zu den Beitragsjahren immer weiter steigen. In dem simulierten Szenario der Bundesbank steigt das Renteneintrittsalter zwischen Anfang der 2030er Jahr und 2070 von 67 auf gut 69 Jahre, dabei nimmt aber auch die Rentenphase um ein Jahr zu, weil die Lebenserwartung steigt. Die Kopplung an die Lebenserwartung werde den Druck auf Beitragssatz und Bundeshaushalt deutlich dämpfen. So liege der Beitragssatz bei einer Haltelinie von 48 Prozent für das Versorgungsniveau bei etwa 27 Prozent (statt 29 Prozent ohne höheres Rentenalter).

Mit der längeren Erwerbsphase steigt neben den individuellen Renten zudem die Beschäftigung. Dies erhöhe Wirtschaftsleistung und Steuereinnahmen. Es erscheint laut Aussage der Bundesbank insgesamt gut nachvollziehbar, dass etliche nationale und internationale Beratungsgremien Deutschland eine solche Ausgestaltung empfehlen. Die Unsicherheit bei solchen langfristigen Vorausberechnungen sei naturgemäß hoch. Schlussendlich sei es eine politische Entscheidung, wie die demografischen Lasten auf Erwerbstätige, Steuerzahlende und Rentenbeziehende verteilt würden.

Aktuelle Lage der Rente laut Bundesbank

Szenario für Indexierung des Renteneintrittsalters



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

13 Kommentare

  1. Meine private Altersabsicherung in Gold ist auch an die Lebenserwartung gekoppelt.
    Nochnichteinmal nur an die statistische, sondern sogar an die tatsächliche Lebenserwartung.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Warum, Gold vergammelt doch nicht 😅

      1. Hallo Helix 52,
        das ist richtig, aber wer 100 Jahre wird, benötigt mehr Unzen, als wenn es mit 70 schon zu Ende ist.

        1. @Helmut
          Ich bin verwirrt und ehrlich besorgt. Das klingt nach einer furchtbaren neuen Diagnose. Erst vor wenigen Tagen hatten Sie doch die gute Nachricht verkündet, dass Ihre Leukämie völlig unter Kontrolle sei. Die Energie und Hochfrequenz Ihrer Kommentare ließ mich glauben, Sie werden mindestens 100 Jahre alt. Dies bitte ich zu entschuldigen, es tut mir leid.

    2. @Helmut

      Ber der „sicheren“ Rente wird das „Einteilen“, von den „Visionaeren“ und „Koryphaeen“
      am u.g. „Sozial-Spieltisch“ uebernommen. Solange von der Monopoly Bank (EZB) noch „Frisches“ gedruckt wird, wird weiter „aufgeteilt“ und „reformiert“ (heisst faktische Reduzierung der Rente), zur „Rettung“ von ideologischen Utopien, NGO- „Gutmensch“-Projekten, eigentlich schon „toten Patienten“ (Euro),
      und andere wichtige „Klientel“- Bereiche.
      Ihm EU-Rahmen kommt fuer die Deutschen Rentner am Ende eine „Angleichung“ heraus.
      Nach „unten“ versteht sich. So ist das im „betreuten“ Leben.

      Es ja nicht gleich „Bulgarische“ Verhaeltnisse sein.
      Schliesslich gibt es bei uns auch noch die „Tafel“!
      Und die Gruenen haben sich fuer das Flaschenpfand „stark“ gemacht!

      Komischerweise, schaffen andere Laender in der EU, in denen die Rentner bessergestellt sind, sich einer Angleichung nach unten zu erwehren.
      Dazu passt, was die „Eiserne Lady“ mal (ungefaehr) gesagt hat:
      Die EU ist zu Ende, wenn Deutschland pleite ist.

      Gold muss fuer sich selber einteilen und ist selbst verantwortlich!
      Also wird nicht „betreut“ („Die Rennde is sischeeer“).

      Fuer die Rentenkasse, und u.a. „Verschwendung“ und „Missbrauch“ (?) fuer versicherungsfremde Leistungen, ist am Ende niemand verantwortlich.

    3. Ich wäre dafür, weil wir in Deutschland eine SOZIALGEMEINSCHAFT sind, daß alle , ohne Ausnahme , in die gesetzliche Rente einzahlen . Dann wäre auch genug Geld für Rentner da. Andere Staaten machen es auch .

      1. @Woboda

        Da kann man lange warten! Der Vorschlag ist schon fast so alt wie die Rente selbst.
        In diesem Fall wurde immer schon, auch Partei-uebergreifend, Einigkeit demonstriert.

        Die Deutsche „Solidargemeinschaft“, mutiert zu einem eigentlich feudalistischen System, das so eine Art globales „Sozialamt“ unterhaelt.
        Das „betreut“ die Buerger, und alle, fuer die sich sonst eigentlich niemand zustaendig fuehlt.

        Das „Umlageverfahren“, bzw. die „Solidargemeinschaft“ reduziert sich auf eine
        „Teil-Sozial-Gemeinschaft“, die sowieso keine andere Wahl hat, als zu zahlen, oder nicht zu arbeiten.
        Den Rest erledigen alle Steuer- und Abgaben Zahler.

        Das Lustige dabei ist, dass ausgerechnet Diejenigen ueber die Hoehe der Rente aller Anderen abstimmen, und entscheiden, die Nichts einzahlen.
        Ob „Almosen“, gross oder klein (fuer wen auch immer) gewaehrt werden, oder „reformiert“ (gekuerzt) wird
        („Linke Tasche-rechte Tasche“).
        Nicht zu vergessen, wie lange der „Solidar-Gemeinschafts-Michel“ in Zukunft, zu arbeiten hat.

        Selber streicht man nach ein paar Jahren Sessel warmhalten, die hart erarbeitete, aber karge
        „Wellness-Super-Luxus Altersversorgung“ ein,
        waerend man dafuer sorgt, dass das Renteneintrittsalter immer weiter steigt (Time is money!).
        Je frueher man ablebt, um so groesser der Beitrag zur „Solidargemeinschaft“.

        Die naechste Lawine sind die schon bestehenden und weiter auflaufenden Pensions-Anspruche.
        Da sind die Kassen auch schon bald leer (wenn man es denn wissen lassen wollen wuerde).
        So wie das kommende Krankenkassen Desaster, das ja inzwischen,
        nach dem jahrelangen „im Geld schwimmen“ (ja mei, wo isses nur hii?),
        langsam an die Oeffentlichkeit kommt.

        Vielleicht hilft ja die EZB? Wenn alle Pleite gerettet und entschuldet sind, Deutschland noch nicht ganz pleite ist
        der Euro „gewogen“ wird, haben wir in der BRD vielleicht auch wieder „reichere“ Rentner,
        we alle EU-Rentner arm und gluecklich sind.

      2. Leider nein. Denn wenn mehr Menschen einzahlen, wird das strukturelle Problem nicht durch eine friktionelle Lösung gelöst. Es müsste auf ein kapitalgedecktes umgestellt werden. Dann würde es Sinn machen, wenn alle einzahlen.
        Bei einem Äquivalenzprinzip gibt es einfach keine Rente mehr, wenn keine Kinder mehr einzahlen. Das ist auch im Fußballklub auf dem Dorf so. Eigentlich logisch.
        Auch dieses Renten-System ist in unserem Bananenstaat zum Scheitern verurteilt. Berlin ist nur noch eine einzige Muppet-Show.
        Es wird spannend.
        Der Euro wird aufgelöst. Was bleibt, sind die zusätzlichen Schulden für die Zitronenländer. Über 2 Milliarden und die Anleihekäufe kommen noch dazu.
        Aber der Deutsche war so soooooooooo für die EU, weil es uns dadurch besser geht. Lach. Der Michel glaubt echt alles.
        Wir hatten prozentual vor der EU genau so viel exportiert wie nach der Gründung der EU.
        Bitte nicht falsch verstehen. Ich bin für Gemeinsamkeiten und freien Handel. Aber nicht für dieses schwarze Loch wie Brüssel und die gigantische Geldvernichtungsmaschine der deutschen Sparer.
        Einen noch zum Schluß: Warum bekommen alle Politiker in Brüssel eigentlich dieselbe Vergütung, wenn in den Ländern zum Beispiel das Durchschnittseinkommen nur halb so hoch ist wie in Deutschland? Dann müssten die nur 50% bekommen.

  2. Moin, moin,

    man könnte es auch einfacher sagen, etwas in dieser Form:
    Liebe BRD-Bürger. Die Rentenkassen sind leer, die Steuereinnahmen reichen nicht mehr aus eure verdiente Rente auszuzahlen, wir haben alles verzockt um das Mittelmeer und den Euro zu retten. Wir haben euer Steuergeld in den Rest der Welt für Sozialexperimente, Kindergeld, Entwicklungshilfe etc. gezahlt. Ergo, alles weg.

    Nachdem viele ehemalige Anspruchszeiten auch nicht mehr angerechnet werden (einfach nachträglich gestrichen) und eine Absenkung auf das Niveau von 48% stattgefunden hat, reicht das immer noch nicht die Zahlungen zu tätigen.

    Schuldfrage: Niemand wird offiziell Schuld haben. Alles wird an Corona, Inflation und Putin liegen. Oh Pardon, natürlich auch an den Rechten (das sind die rechts der SPD).

    Solange noch Geld „gedruckt“ werden kann, solange der Schuldendeckel noch etwas hergibt, solange wird der Berliner Unfug weitergehen. Verantwortung trägt ja niemand. Jeder Kassenwart eines Kaninchenzüchtervereins etc. wäre schon vor dem Kadi.

    Fazit: Unsere Politiker sind wie Spieler, sie verlassen den Sozial-Spieltisch nicht freiwillig. Solange die Spielbank (EZB) noch Kredit gibt, solange aus der arbeitenden Bevölkerung noch Geld zu pressen ist, solange wird weiter am Sozial-Spieltisch gezockt, bis alles weg ist.

    Bleibt nur zu hoffen, dass die BRD-Bevölkerung den Schock nicht irgendwann zum Anlass nimmt nach Ross und Reiter zu suchen. Also, es wird langsam spannend.

    1. Moin, moin @asyoulike
      Sie klingen immer so, als wären Sie kein BRD-Bürger. Sind Sie auch ein autonomer Rentner im Ausland, oder ein Reichsbürger im abzuwickelnden Inland? Leiden Sie so schrecklich im Sozialstaat Deutschland, oder sitzen Sie als Reiter irgendwo im Paradies, der den Rössern, die ihn tragen, die Sporen gibt?

  3. Ich bin jetzt 49 Jahre und wenn ich,sagen wir mal bis 70 arbeiten gehen sollte,komme ich gerne mit Rollator auf Arbeit.Wie verblödet ist eigentlich unser Staat.Viele erleben nicht einmal das Renteneintrittsalter.

    1. Wenn in einigen Ländern Europas die Viertagewoche eingeführt wird, dann muss in anderen Ländern eben länger gearbeitet werden.

  4. Vielleicht sollte man
    die Pensionen
    Mal Kurzen, Wir haben doch eine
    Solidargemeinschaft. Und die
    Politiker können auch bei der
    Erhöhung der Gehälter mal nein
    Sagen. Hier hört man nie Etwas.
    Es geht nur nach oben.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage