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Rentenkasse Pleitekasse – Steuerzahler werden Hauptstütze des Schneeballs

Rentenempfänger erhalten noch halbwegs anständig Geld aus der Rentenkasse

Wir haben schon mehrmals in den letzten Jahren anhand von konkreten Zahlen der Deutschen Rentenversicherung aufgezeigt, wie pleite die Rentenkasse schon längst ist. Hin und wieder hört man, dass das deutsche Rentensystem das größte Schneeballsystem der Welt sei. Und ja, so kann man es auch bezeichnen. Denn die Deutsche Rentenversicherung spart das eingezahlte Geld der Arbeitnehmer nicht etwa für ihre Altersansprüche an. Nein, ihre Einzahlungen werden sofort an die aktuellen Rentner ausgeschüttet. Die Rentenkasse hat lediglich eine kleine Cash-Reserve, die ohne ständig frische Geldzufuhr gerade mal für etwas mehr als 1 Monat ausreichen würde für die aktuellen Rentenzahlungen.

So pleite ist die Rentenkasse schon heute

Bevor wir zu einer aktuellen Projektion kommen, wie stark der Steuerzahler quasi zur Hauptstütze dieses Schneeballsystems werden wird, schauen wir auf die aktuellsten Zahlen für 2020. Der breiten Öffentlichkeit wird kaum bewusst sein, dass die Rentenversicherung schon jetzt dramatisch defizitär ist, also pleite. Aber wenn jemand ständig Geld dazu schießt, kann man eben weiterhin behaupten alles liefe bestens. Es gibt schon seit Jahren deutlich weniger Beitragseinnahmen als gleichzeitig auszuzahlende Renten. Die Beitragseinnahmen beliefen sich in 2020 auf 224 Milliarden Euro. Die Ausgaben beliefen sich auf 298,8 Milliarden Euro. Dennoch hört man offiziell von einer stabilen Rentenkasse. Warum? Nun, weil der deutsche Staat über den Steuerhaushalt die Differenz (in diesem Fall ein Defizit von 74,8 Milliarden Euro) in die Rentenkasse pumpt. So ist der Saldo stets ausgeglichen. In den Vorjahren sah es kaum besser aus, und das Defizit dürfte Jahr für Jahr schlimmer werden. Also müssen zum Beispiel auch Selbständige ohne Rentenanspruch die Lücke in der Rentenkasse über ihre Steuerzahlungen mit finanzieren. Nicht gerade gerecht, oder?

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Aber das ist nur der Ist-Zustand. Wie schlimm die Zukunft werden wird, dazu hat das ifo-Institut eine Projektion veröffentlicht. Man appelliert regelrecht – die künftige Bundesregierung solle von zusätzlichen Leistungen der Rentenkasse absehen, welche die ohnehin wachsenden Ausgaben für die Alterssicherung nach oben treiben würden. Für stabile Rentenfinanzen sei eine Erhöhung des Rentenalters langfristig nicht zu umgehen. Sie müsse an die Lebenserwartung oder an Lebensjahre mit guter Gesundheit gekoppelt werden.

ifo-Institut mit Projektion für die Rentenversicherung

Würden die bereits jetzt absehbaren Zusatzkosten der Rentenversicherung nur über die Mehrwertsteuer finanziert, müsste der Steuersatz laut ifo-Institut schon bis zum Jahr 2030 von 19 Prozent auf 23 Prozent steigen – bis 2050 müsse der volle Mehrwertsteuersatz sogar auf 27 Prozent steigen. Der demografische Wandel sei für drei Viertel dieser Zusatzkosten für die Rentenversicherung verantwortlich. Ein Viertel der Zusatzkosten gehe zurück auf die Rentenpakete von 2014 bis 2020.

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4 Kommentare

  1. Das Problem ist nicht lösbar. Diejenigen die Einkommen generieren, müssen immer diejenigen mitschleifen, die kein Einkommen generieren. Im wesentlichen wird das durch drei Lebensphasen bestimmt. Randerscheinungen wie Krankheits- und Arbeitslosenphasen können wir erst mal vernachlässigen.

    Phase1: Aufwachsen (0-25), Phase 2: (26-67) Einkommen generieren, Phase 3: Rente (68-80).

    In Phase 1 häuft man „Schulden“ bei seinen Eltern auf. In Phase 2 zahlt man die Schulden bei den Eltern ab (Rentenbeiträge oder zu erwirtschaftende Kapitalerträge) und baut gleichzeitig durch Aufzucht eigener Kinder den Kapitalstock für die eigene Rente auf.
    Man kann das jetzt auch auf eine Person beziehen. Das bedeutet, das man in der Hälfte seines Lebens das Einkommen für die gesamte Lebensspanne verdienen muss. Die „Abgaben“ können über alle also nie unter die Hälfte fallen!!

    Das ist übrigens bei einem kapitalgedeckten Rentensystem auch nicht anders. Denn auch die Renditen müssen IMMER von der aktiven Generation erarbeitet werden (das kapitalgedeckte Verfahren hat allerdings den Vorteil das praktisch sämtliche Bürger am Produktivvermögen beteiligt werden und somit weniger einfach zu bescheißen sind. Aber dann werden ja alle kleine Kapitalisten. Und da seien Marx und Lenin vor).

    Zusätzlich läuft immer das gesellschaftliche Spiel wie man mehr aus dem System raus zieht und sich gleichzeitig vor der Zahlung drückt. Die einfachste Methode ist, einfach keine Kinder zu kriegen und sich die Kosten hierfür zu sparen.

    Das Problem lässt sich auch durch eine höhere Produktivität nicht lösen, da dann einfach alle Boote gleichzeitig angehoben werden. Der einzige Weg wäre gewesen andere Deppen für sich zahlen zu lassen, indem man z.B. Produktivvermögen in Ländern mit wachsender Bevölkerung aufbaut und dann die für uns knechten zu lassen. Was übrigens ein weiterer Vorteil eines kapitalgedeckten Verfahrens wäre. Allerdings nur wenn man die Kohle im (richtigen) Ausland investiert und das genug Rendite abwirft.

    Die Rentenkrise kann also nur auf zwei Arten „gelöst“ werden. Die Alten werden ins Elend geschickt oder die Verarmung wird auf mehr Schultern verteilt. Allerdings gibt es eine positive Aussicht. Wenn die überdimensionalen Alterskohorten dereinst die Radieschen von unten betrachten, entspannt sich die Lage ganz von alleine.

  2. Alle Umlagefinanzierten Systeme sind Schneeballsysteme (aber das wäre ja illegal) also nennen wir es lieber Multilevelmarketing.

    Und das sind nun mal eigentlich alle Rentensysteme, wir konsumieren halt lieber heute unsere Zukunft, wers dann bezahlt kann uns ja schnuppe sein…

  3. Wenn man als Staat es zulässt das sich die wirklich starken Schultern aus der Rentenkasse ausklinken und ihre eigene Rentenkasse aufbauen kann das nicht gut gehen. Ärzte, Apotheker, Architekten, Steuerberater usw. zahlen nur noch „gering Verdiener“ in die Rentenkasse ein und dann wird der Rentenkasse auch noch Versicherungsfremde Leistungen aufs Auge gedrückt. Wie schaffen das nur die anderen Länder ihren Rentner *innen ihre Renten auszuzahlen ( bedeutend höhere Renten) ohne eine solch hohe Steuerabgaben / Sozialabgaben zu haben wie Deutschland??
    Wer es sich aber leisten kann 50 Milliarden jedes Jahr an die EU zuzahlen und 50 Milliarden Tendenz steigend an Wirtschaftsflüchtlinge auszuzahlen der muss sich doch um 70-80 Milliarden Zuschüsse in die Rentenkasse keine sorgen machen. Der schenkt der EU sogar noch hunderte Milliarden Coronahilfen.
    Meinte das Ifo Institut mit 40% Zuschuss wirklich die Rentenkasse oder Pensionen??

  4. Darum bin ich ein Klimaleugner, die Schneeballsysteme gedeihen doch prächtig auf allen Ebenen.Auch ärgerlich immer bei Anlehenemissionen des Staates das Hinausposaunen der Millionengewinne wegen den Negativzinsen.Wer vorwärts schaut sieht, dass gerade deswegen in allen Rentensystemen das Hundertfache fehlen wird, wenn nicht eine Zinsnormalisierung kommt.

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