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Rentenkasse Pleitekasse – Steuerzahler werden Hauptstütze des Schneeballs

Geradezu dramatisch würde es sich laut ifo auswirken, wenn die neue Regierung verspreche den Beitragssatz auch über 2025 hinaus unter 20 Prozent zu halten und das Standardniveau der Rente nicht unter 48 Prozent des durchschnittlichen Arbeitseinkommens sinken zu lassen. 60 Prozent des Bundeshaushaltes müssten bei einem solchen Versprechen für die Rente ausgegeben werden. Bereits ohne diese „doppelte Haltelinie“ nehme die Finanzierung der Rentenkassen bis 2050 fast 40 Prozent des Bundeshaushalts in Anspruch. Das ist mal eine Dimension, so möchte man sagen – sie verdeutlicht, wie dramatisch die Steuerzuschüsse in den nächsten Jahren ansteigen werden, um die Lücke in der Rentenkasse zu schließen.

Frage: Wie sollen bei immer mehr Zufuhr vom Steuerhaushalt in die Rentenkasse überhaupt mal spürbare Steuersenkungen möglich sein? Antwort: Wohl gar nicht. Lauf ifo wiege besonders schwer, dass die Renten derzeit stärker steigen als die Löhne der Beschäftigten. Eigentlich hätte der Mechanismus der Rentenanpassung eine solche Entwicklung vermieden, er sei aber bis 2025 ausgesetzt worden. Diese Aussetzung allein trage bereits im Jahr 2030 zu einem Drittel und 2050 zu 46 Prozent des reformbedingten Anstiegs bei. Die starke Wirkung komme dadurch zustande, dass das Rentenniveau dauerhaft erhöht werde. Dies ließe sich jetzt noch rückgängig machen – dazu müsste aber direkt nach der Wahl entsprechend gehandelt werden.

Meine persönliche Meinung: Wer auch immer regiert – man möchte die jetzigen Rentner (die größte Wählergruppe) und die Arbeitnehmer (die Beitragszahler) nicht mit der brutalen Wahrheit konfrontieren. Also werkelt man immer weiter nur behelfsmäßig an der Rentenkasse rum. Die Lösung lautet „Immer mehr Steuergelder in die Rentenkasse pumpen“ – so muss man die Beiträge nicht zu stark erhöhen und die Rentenzahlungen nicht zu stark absenken. Dass die Bürger letztlich doch die volle Rechnung bezahlen, weil die gesamte Steuerlast strukturell immer weiter ansteigen wird – das merkt dann hoffentlich niemand?



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4 Kommentare

  1. Das Problem ist nicht lösbar. Diejenigen die Einkommen generieren, müssen immer diejenigen mitschleifen, die kein Einkommen generieren. Im wesentlichen wird das durch drei Lebensphasen bestimmt. Randerscheinungen wie Krankheits- und Arbeitslosenphasen können wir erst mal vernachlässigen.

    Phase1: Aufwachsen (0-25), Phase 2: (26-67) Einkommen generieren, Phase 3: Rente (68-80).

    In Phase 1 häuft man „Schulden“ bei seinen Eltern auf. In Phase 2 zahlt man die Schulden bei den Eltern ab (Rentenbeiträge oder zu erwirtschaftende Kapitalerträge) und baut gleichzeitig durch Aufzucht eigener Kinder den Kapitalstock für die eigene Rente auf.
    Man kann das jetzt auch auf eine Person beziehen. Das bedeutet, das man in der Hälfte seines Lebens das Einkommen für die gesamte Lebensspanne verdienen muss. Die „Abgaben“ können über alle also nie unter die Hälfte fallen!!

    Das ist übrigens bei einem kapitalgedeckten Rentensystem auch nicht anders. Denn auch die Renditen müssen IMMER von der aktiven Generation erarbeitet werden (das kapitalgedeckte Verfahren hat allerdings den Vorteil das praktisch sämtliche Bürger am Produktivvermögen beteiligt werden und somit weniger einfach zu bescheißen sind. Aber dann werden ja alle kleine Kapitalisten. Und da seien Marx und Lenin vor).

    Zusätzlich läuft immer das gesellschaftliche Spiel wie man mehr aus dem System raus zieht und sich gleichzeitig vor der Zahlung drückt. Die einfachste Methode ist, einfach keine Kinder zu kriegen und sich die Kosten hierfür zu sparen.

    Das Problem lässt sich auch durch eine höhere Produktivität nicht lösen, da dann einfach alle Boote gleichzeitig angehoben werden. Der einzige Weg wäre gewesen andere Deppen für sich zahlen zu lassen, indem man z.B. Produktivvermögen in Ländern mit wachsender Bevölkerung aufbaut und dann die für uns knechten zu lassen. Was übrigens ein weiterer Vorteil eines kapitalgedeckten Verfahrens wäre. Allerdings nur wenn man die Kohle im (richtigen) Ausland investiert und das genug Rendite abwirft.

    Die Rentenkrise kann also nur auf zwei Arten „gelöst“ werden. Die Alten werden ins Elend geschickt oder die Verarmung wird auf mehr Schultern verteilt. Allerdings gibt es eine positive Aussicht. Wenn die überdimensionalen Alterskohorten dereinst die Radieschen von unten betrachten, entspannt sich die Lage ganz von alleine.

  2. Alle Umlagefinanzierten Systeme sind Schneeballsysteme (aber das wäre ja illegal) also nennen wir es lieber Multilevelmarketing.

    Und das sind nun mal eigentlich alle Rentensysteme, wir konsumieren halt lieber heute unsere Zukunft, wers dann bezahlt kann uns ja schnuppe sein…

  3. Wenn man als Staat es zulässt das sich die wirklich starken Schultern aus der Rentenkasse ausklinken und ihre eigene Rentenkasse aufbauen kann das nicht gut gehen. Ärzte, Apotheker, Architekten, Steuerberater usw. zahlen nur noch „gering Verdiener“ in die Rentenkasse ein und dann wird der Rentenkasse auch noch Versicherungsfremde Leistungen aufs Auge gedrückt. Wie schaffen das nur die anderen Länder ihren Rentner *innen ihre Renten auszuzahlen ( bedeutend höhere Renten) ohne eine solch hohe Steuerabgaben / Sozialabgaben zu haben wie Deutschland??
    Wer es sich aber leisten kann 50 Milliarden jedes Jahr an die EU zuzahlen und 50 Milliarden Tendenz steigend an Wirtschaftsflüchtlinge auszuzahlen der muss sich doch um 70-80 Milliarden Zuschüsse in die Rentenkasse keine sorgen machen. Der schenkt der EU sogar noch hunderte Milliarden Coronahilfen.
    Meinte das Ifo Institut mit 40% Zuschuss wirklich die Rentenkasse oder Pensionen??

  4. Darum bin ich ein Klimaleugner, die Schneeballsysteme gedeihen doch prächtig auf allen Ebenen.Auch ärgerlich immer bei Anlehenemissionen des Staates das Hinausposaunen der Millionengewinne wegen den Negativzinsen.Wer vorwärts schaut sieht, dass gerade deswegen in allen Rentensystemen das Hundertfache fehlen wird, wenn nicht eine Zinsnormalisierung kommt.

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