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Anleihen

Rentenmärkte: Manipulationen immer skurriler – Griechenland und die USA auf gleicher Stufe

Absurdistan an den Rentenmärkten: Sind griechische Staatsanleihen wirklich so sicher wie US-Staatsanleihen?

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Die Rentenmärkte spielen verrückt, die Verwerfungen werden immer absurder! Die US-Staatsanleihen gelten als die sichersten der Welt und dennoch gibt es für die 10-jährige US-Treasury eine ähnliche Rendite (Risikoprämie) wie für die vergleichbaren griechischen Staatspapiere. Die USA haben ihren Dollar als Weltleitwährung mit 60 % Anteil und sie hatten in ihrer Geschichte noch nie einen Staatsbankrott.

Anders als europäische Staaten, wie Deutschland, Italien, Österreich, Spanien – und vor allem Griechenland. Die meisten waren seit dem Jahr 1800 mehr als ein Dutzend Mal von Staatspleiten betroffen.

Eine Nation, die ohne Eingreifen der Troika schon gar nicht mehr am Kapitalmarkt wäre.

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Rentenmärkte: Verrückte Zinswelt

Obwohl die großen Ratingagenturen Moodyˋs, S&P und Fitch die griechischen Staatsanleihen immer noch auf Ramschstatus bewerten, nähern sich deren Rendite zur Triple A US-Anleihe immer näher an: Rund 2,10 Prozent (GR) zu 2,06 Prozent (USA) für die international mit Abstand wichtigste Staatsanleihe.

Diese minimale Renditedifferenz zwischen den USA und Griechenland ist der sichtbare Beweis und Ausdruck dafür, dass der Rendite – Risiko – Zusammenhang in Europa pervertiert wurde. Wir haben eine beispiellose Anleihe-Rally, quer über alle Anleiheklassen hinweg. Auf der Suche nach Rendite gehen die Investoren immer mehr ins Risiko, mit möglicherweise unkalkulierbaren Folgen für die Kapitalmärkte. Im gesamten Norden Europas sind die Renditen bis in den 10-jährigen Bereich negativ.

Dabei kauft wohl kaum einer im gegenwärtigen Umfeld Anleihen, um sie bis zur Endfälligkeit zu halten. Vielmehr spekuliert die Rentenmärkte auf weiter fallende Zinsen und damit auf Kursgewinne durch steigende Kurse. Ein immer gefährlicher werdende Wette.

 

Die Nöte der konservativen Kapitalanleger

Ich habe erst vor Kurzem auf die Nöte der Vermögensverwalter hingewiesen („TINA oder das Zinsleck“). Die neuesten Zahlen bestätigen die Zwangslage der Kapitalsammelstellen, die oft gezwungen sind Anleihen zu kaufen. Deshalb beschränkt sich die Anleihe-Rally nicht nur auf Staatspapiere. Der wichtigste Anleiheindex für europäische Unternehmensbonds mit Qualitätspapieren hat seit Januar um mehr als sechs Prozent zugelegt, mit einer durchschnittlichen Rendite von nur noch 0,45 Prozent. Der niedrigste Wert seit der Finanzkrise trotz stark gestiegener Verschuldung der Unternehmen.

Selbst die Kurse für Hochzinsanleihen, gesammelt im Bank of America Merrill Lynch Euro High Yield Index, sind seit Jahresbeginn um mehr als acht Prozent gestiegen – das ist für die Rentenmärkte ein Tsunami!.

 

Die Folgen des Zinsnotstandes

Auf der Suche nach Rendite müssen sich selbst sehr konservative Anleger wie Pensionskassen und Stiftungen mit High Yield Bonds beschäftigen. Diese Anleger sind aber wesentlich risikoaverser und werden bei Verlusten schneller die Reißleine ziehen.

Unternehmen verschulden sich wesentlich stärker, Stichwort Zombiefizierung. Die Zahlen darüber wurden schon auf FMW dargelegt.

Die Unternehmen sowie die Staaten verschulden sich langfristiger. Italien versucht es mit 50-jährigen Bonds, Österreich hat sogar schon eine hundertjährige Staatsanleihe aufgelegt. Damit wird die durchschnittliche Laufzeit in den Indizes immer länger und die Gefahren immer größer. Der Fachausdruck lautet Duration und beschreibt das Kursänderungsrisiko bei Zinsänderungen. Vereinfacht ausgedrückt: 10 Prozent Kursrückgang bei einer 10-jährige Anleihe, bereits bei einem Zinsanstieg von nur einem Prozent, entsprechend höher bei den ganz langen Laufzeiten.
Die Notenbanken halten viele Anleihen bis zur Endfälligkeit, damit entziehen sie dem Markt Liquidität, was im Krisenfall den Ausverkauf verstärken könnte.

Alles in allem generiert dieser Zinsverfall eine gefährliche Gemengelage. Die Kurse der Papiere am Anschlag, mit der Hoffnung der Anleger, dass die Zinsen weiter fallen mögen. Wenn es aber mal nicht mehr weiter geht? Wie verhalten sich die Risikoaversen? Wenn plötzlich alle hinauswollen, durch die enge Tür?

 

Fazit: Gibt es ein Entkommen aus der Zwickmühle für die Rentenmärkte?

Die Nullzinspolitik der EZB hält zwar den Euro zusammen, verhindert das Ausscheiden von überschuldeten Staaten und bekämpft „scheinbar“ die Deflation. Aber zu welchem Preis? Eine Zombifizierung der Unternehmenslandschaft, extremer Stress für die Vorsorgesysteme und für die Kapitalsammelstellen, die immer größere Zinsrisiken eingehen müssen, um Rendite zu bekommen. Daraus bildet sich eine gewaltige Sackgasse für die Zentralbank mit dem Zwang die Zinsen niedrig halten zu müssen, „whatever it takes“!

Ich habe nicht die geringste Vorstellung, wie die Rentenmärkte aus dieser Zwickmühle ohne heftigen Anleihecrash entkommen können!

 

Spielen die Rentenmärkte verrückt?

By Open Grid Scheduler / Grid Engine – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38358531

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Aktien

Milliardengrab Kapitalexport – die dummen deutschen Auslandsinvestitionen

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Friedhof als Symbol - grottige Rendite auf den deutschen Kapitalexport

Das ifo-Institut ist auch nach dem Ausscheiden von Hans-Werner Sinn bekannt für seine klaren Worte in Sachen Ökonomie. Aktuell äußert man sich zum „Milliardengrab Kapitalexport“. Wie man ja weiß – Deutschland als Volkswirtschaft produziert Jahr für Jahr gigantische Milliardenüberschüsse im Außenhandel. Man exportiert also viel mehr, als dass man importiert. Netto fließt daher ständig Geld aus dem Ausland nach Deutschland. Was macht man in Deutschland? Fließt das Geld etwas in Dax- und MDax-Werte? Nein, da sind ausländische Eigentümer zu großen Teilen die Halter der Aktien. Deutschland schickt seine Überschüsse lieber raus in die Welt, und lässt sie dort arbeiten.

Kapitalexport grottig schlecht angelegt

Gewinnbringend? Ja, mag sein. Aber die Renditen sind doch ziemlich mau. Nicht nur, dass Deutschland (als Ganzes betrachtet) mit seinen Geldanlagen daheim schlechter fährt als ausländische Anleger in ihren Heimatländern. Laut aktueller Aussage des ifo-Instituts (siehe folgendes Video) sind auch die gigantischen Auslandsinvestitionen der deutschen Handelsbilanzüberschüsse ziemlich erfolglos angelegtes Geld! Deutschland als Land mit Demografieproblemen lege zum Beispiel sein Geld vor allem in Ländern an, die ebenfalls ein Demografieproblem hätten. Nur 12% seien in Schwellenländern (mit Bevölkerungswachstum) investiert.

Deutsche Auslandsinvestments würden auch nach Anlageklassen sortiert (Aktien, Anleihen) schlechter abschneiden als die Investments andere Anleger. Außenhandelsüberschüsse finden sich auch in Gewinnen deutscher Konzerne wieder, mit denen dann im Ausland Übernahmen finanziert werden. ifo nennt hier zum Beispiel die Übernahmen von Monsanto durch Bayer, oder die von Chrysler durch Daimler als gescheiterte Beispiele von deutschem Kapitalexport. Auch denke man bitte an die Landesbanken-Investitionen in US-Immobilien auf dem absoluten Hoch kurz vor dem Crash im Jahr 2008.

Abschreibungen senken die Gesamtrendite

Nur drei Beispiele, die allesamt zu Wertberichtigungen auf diese Geldanlagen führten. Daher wohl auch unterm Strich eine so schwache Rendite bei deutschen Auslandsinvestitionen. Deutsche Konzerne und große Geldsammelstellen (und auch Landesbanken) haben offenbar ein Talent im Ausland auf dem Höhepunkt von Trends einzusteigen, kurz bevor der Markt einbricht. Und auch hat man offenbar das Talent große Übernahmen zu stemmen, die sich als überteuert oder gleich ganz als Debakel erweisen. Kapitalexport sei vielleicht nicht die beste Idee um die deutschen Überschüsse anzulegen, so ifo im folgenden Video. Es sei vielleicht sinnvoll eine gesellschaftliche Debatte zu starten, ob man die Überschüsse sinnvoller im Inland investiert. Den kompletten hochinteressanten Vortrag über 90 Minuten finden Sie beim Klick an dieser Stelle. Oder schauen Sie kurz zusammengefasst hier das vierminütige Video.

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Anleihen

Anleiherenditen: Deutlicher Move nach oben, aktuelle Emission gut überzeichnet

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Im August fanden die Renditen deutscher Staatsanleihen ihren Tiefpunkt. Die zehn Jahre laufenden Bundesanleihen notierten bei -0,71%, heute sind es -0,24%. Die zwei Jahre laufenden Bundesobligationen notierten im August im Tief bei -0,92, heute sind es -0,63%. Die beiden Charts zeigen die Verläufe der beiden Anleiherenditen in den letzten zwölf Monaten.

Anleiherendite 10 Jahre

Anleiherenditen 2 Jahre

Auch in den aktuellen Emission neuer Anleihen zweigt sich der Aufwärtsdrang bei den Anleiherenditen. Heute hat der Bund frische zwei Jahre laufende Bundesschatzanweisungen herausgegeben. Laut offiziellen Daten liegt die Emissionsrendite bei -0,62%. Noch vor vier Wochen bei der vorigen Emission lag die Rendite bei -0,70%.

Und aktuell bleibt die Nachfrage mehr als robust. Bei einem heutigen Angebot von 5 Milliarden Euro fragten die institutionellen Anleiheinvestoren 7,47 Milliarden Euro nach. Seit 1. November hat die EZB wieder begonnen für 20 Milliarden Euro pro Monat Staatsanleihen aus der Eurozone aufzukaufen. Das sollte vermehrt für Kaufdruck und fallende Renditen sorgen? Aber nein, seit Ende Oktober ist die zehnjährige Rendite von -0,41% auf jetzt wie gesagt -0,24% gefallen.

Bei -0,62% in der zweijährigen Laufzeit ist es für „normale Anleger“ auf institutioneller Basis lohnenswerter -0,50% Strafzins für Kontoguthaben bei der Bank abzudrücken, weil die ja den EZB-Strafzins an große Einleger in der Regel weiterleitet. Also kommen für den Überhang bei der heutigen Emission für zwei Jahre Laufzeit Anleger in Frage, die Kursspekulanten sind. Man kauft heute zum Kurs von 101,29% (Anleihekurse notieren in Prozentpunkten), und hofft auf einen Kursgewinn (fallende Rendite). Aber die Renditen steigen ja seit Wochen. Also? Hoffen die Zocker, dass sie am freien Anleihemarkt jetzt doch noch höhere Kurse bekommen, wenn die EZB als getriebener Käufer auftritt, der Monat für Monat Geld loswerden will/muss?

Wer kaufen muss, zahlt natürlich höhere Preise als nicht getriebene Spekulanten. Aber dann würden die Renditen an freien Markt fallen. Noch jedenfalls sieht es nicht nach fallenden Anleiherenditen aus. Grund dafür sind besser als erwartete Konjunkturdaten. Daher sinken die Erwartungen an weitere Zinssenkungen. Auch haben viele Anleiheinvestoren mit weiteren Senkungen gerechnet und waren Long in Anleihen, weil sie glaubten die Renditen würden weiter fallen. Aber damit wurden sie auf dem falschen Fuß erwischt.

By the way… auch heute macht der Bund mit dieser Emission mal wieder einen fetten Gewinn, ohne etwas tun zu müssen. Den Staatshaushalt sanieren auf Kosten der Sparer und Anleger, das geht, einfach so. Da ist es kein Kunststück als Finanzminister die „Schwarze Null“ zu halten. Alleine heute war es per sofort ein Gewinn von 52 Millionen Euro für den Bundeshaushalt.

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Anleihen

Irre oder normal? Anleihemarkt stuft Griechenland solventer ein als Italien

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Akropolis in Athen - Symbolbild für Griechenland

Wie bitte? Griechenland soll finanziell gesünder da stehen als Italien? Kann das sein? Die Rendite für Anleihen ist quasi der Gradmesser dafür, wie hoch alle Teilnehmer am Kapitalmarkt als große „Crowd“ die Wahrscheinlichkeit einschätzen, dass ein Land einen Zahlungsausfall hinlegt – also eine Staatspleite, durch welche die Rückzahlung von Anleihen entfällt. Je höher die Rendite, desto größer die Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsausfall. Denn es ist wie im normalen Leben. Risiko muss bezahlt werden. Soll ein Investor zum Beispiel griechische Anleihen kaufen, und ist der Meinung, dass das Risiko einer Staatspleite gerade steigt, dann wird er nur kaufen, wenn er dafür auch einen Risikoaufschlag erhält in Form einer höheren Rendite auf sein eingesetztes Kapital. Der Kurs der Anleihe fällt, die Rendite steigt.

Griechenland mit geringerer Rendite

Gestern lag die Rendite für griechische Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit nur noch bei 1,18%. Gleichzeitig lag die Rendite für zehn Jahre laufende italienische Staatsanleihen bei 1,20%. Heute Vormittag lag Italien bei 1,30% und Griechenland bei 1,28%. Derzeit schwanken die Renditen hin und her, und Griechenland notiert etwas über Italien. Aber zeitweise stand Griechenland am Anleihemarkt also solventer da als Italien. Vereinfacht kann man derzeit von einem gleich hohen Niveau sprechen.

Der gigantische 86 Milliarden Euro Schuldenberg, mit dem Griechenland durch die Europartner gerettet wurde, ist nicht etwas abbezahlt worden. Nein, er ist noch da, die Staatsschulden Griechenlands sind dadurch noch weiter gestiegen. Es wird nur nicht darüber berichtet. Positiv für die Griechen ist wohl, dass man seit einiger Zeit zurück ist am freien Anleihemarkt, dass man seit geraumer Zeit keine Chaosmeldungen präsentiert, und dass es eine neue konservative Regierung gibt – die nach außen natürlich vertrauensbildender auf den Kapitalmarkt wirkt als die vorige linke Regierung Tsipras. Im folgenden Chart sieht man, wie die griechische Anleiherendite in den letzten vier Jahren dramatisch gesunken ist. Es geht also nicht nur um aktuelle Ereignisse, sondern offenbar um eine grundlegende Beruhigung in der Betrachtung der griechischen Solvenz. Keine schlechten Nachrichten mehr, Rettungsprogramm „erfolgreich verlassen“, also alles gut?

Italien

Und Italien? Die Rechtspopulisten sind zwar nicht mehr an der Regierung. Aber bei den Wahlumfragen dürfte es womöglich nur bis zur nächsten offiziellen Wahl dauern, bis sich das Chaos in der italienischen Politik wieder erhöht. Bankenkrise und die Rezession in der Industrie sind aktuelle Probleme, aber derzeit nicht wirklich im Fokus der Weltöffentlichkeit. Wie sieht denn der Vergleich zwischen den beiden Ländern aus? Wir schauen hier mal auf die Arbeitslosenquote (die offiziellen Quoten!), und auf die Staatsverschuldung. In Italien ist die Staatsverschuldung (folgende Grafik) auf zuletzt 134,8% in Relation zum BIP angestiegen. Bis kurz vor der Finanzkrise waren es 100%.


source: tradingeconomics.com

In Griechenland liegt die Schuldenquote derzeit bei 181,2%. Kurz vor der Finanzkrise lag man knapp über 100%, grob vergleichbar mit Italien. Also haben sich die griechischen Schulden in Relation zum BIP deutlich stärker entwickelt als in Italien. Trotzdem ist die Lage in Italien in Relation zu dem meisten anderen EU-Ländern dramatisch. Nur ist im Lauf der Jahre ein Gewöhnungseffekt eingetreten. Ist halt so, was sollen wir dagegen schon machen?


source: tradingeconomics.com

In Italien liegt die Arbeitslosenquote (die offizielle!) derzeit bei 9,7%. Vor der Finanzkrise waren es 6%, und auf dem Höhepunkt 2014 waren es 13%. Im Chart sieht man den Verlauf seit 80er-Jahren.


source: tradingeconomics.com

In Griechenland liegt die offizielle Arbeitslosenquote (folgender Chart seit den 90ern) derzeit bei 17,2%. Vor der Finanzkrise waren es unter 10%, und im Höhepunkt 2013 waren es sage und schreibe 27%. Eine Erholung ist eingetreten, zweifellos. Aber 17,2% Arbeitslosigkeit (real tatsächlich wohl weit über 20%?) ist immer noch extrem hoch! Auch die Schuldenquote ist dramatisch höher als in Italien. Bei einer erneuten echten Konjunkturkrise (läuft ja bereits an?) könnten beide Länder ins Straucheln geraten. Die Renditen könnten/sollten dann zügig steigen. Positiv ist zu vermerken: Die Europartner hatten alleine mit dem letzten Rettungspaket 86 Milliarden Euro nach Athen gepumpt. Bei erneuten Problemen wird man wohl kaum auf die buchhalterische Forderung verzichten wollen (Staatspleite abwenden), und dann erneut retten, mit frischen Euros?

Bei Italien würde man wohl einfach alle drei Augen zudrücken. Maastricht mal ein paar Jährchen komplett ausblenden, kräftiges Schuldenmachen zulassen, vielleicht noch mit irgendeiner Art Garantie aus Brüssel? Läuft schon irgendwie alles weiter. Der Kapitalmarkt ist ja bereits tiefenentspannt bei diesen winzigen Renditen. Positiv für Athen und negativ für Rom darf man auch noch folgenden Umstand werten. Der griechische Anleihemarkt ist in Relation betrachtet relativ klein, und ein bedeutender Teil der Schulden liegt in den Händen von Europartnern. Rom muss sich ohne Rettungsprogramme seit Jahren durchgehend am freien Anleihemarkt finanzieren… ach ja, wir vergaßen… die EZB als großer Aufkäufer war ja seit Jahren auch in Rom helfend zur Stelle (das darf man nicht Staatsfinanzierung nennen). Und ja, seit einer Woche hat die EZB ja ihr neues Anleihekaufprogramm gestartet. Wieder neue Nachfrage von diesem gigantisch großen Akteur sorgt natürlich auch für Abwärtsdruck bei den Renditen.


source: tradingeconomics.com

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