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Rentenversicherung: Desaster verschlingt jeden dritten Steuer-Euro

Jeder dritte Steuer-Euro wird ab 2026 für den Bundeszuschuss für die Rentenversicherung draufgehen. Ein Blick auf das Desaster.

Grafik: vitalii_petrushenko-Freepik.com

Es gibt reihenweise Verfechter der Rentenversicherung, die viele Gründe anführen, warum doch alles in Ordnung ist, dass man das Rentensystem nur besser aufstellen müsse usw. Auch wird immer wieder angeführt, dass die Rentenkasse viele Zusatzleistungen für die Bundesregierung auszahlen muss. Das stimmt. Aber auch abzüglich dieser Sonderposten ändert es nichts am Fakt: Die Rente ist strukturell längst pleite, und kann nur mit dem jährlichen Bundeszuschuss künstlich am Leben gehalten werden!


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Jeder dritte Steuer-Euro als Zuschuss in die kaputte Rentenversicherung

Jedes Jahr zahlt die Rentenversicherung deutlich mehr an die aktuellen Rentner aus, als die Arbeitnehmer in den Topf einzahlen. Angelegt oder angespart wird bei der Rentenkasse gar nichts. Alles was reinkommt, wird sofort an die Rentner ausgeschüttet. Das klassische Schneeballsystem. Es bricht zusammen, wenn nicht mehr genug Einzahler da sind, um die Auszahlungswilligen zu befriedigen. Aber dies ist eben kein privates Schneeballsystem. Der deutsche Steuerzahler erhält dieses System über den Bundeszuschuss jedes Jahr aufs Neue am Leben – also über Steuergelder, die in die Rentenkasse umgeleitet werden, um das Defizit auszugleichen.

Die Dimension wird immer gewaltiger! Heute gemeldete Analysedaten des ifo-Instituts basierend auf dem Bundeshaushalt 2026 zeigen: Im nächsten Bundeshaushalt wird ein Drittel aller veranschlagten Steuereinnahmen (33,3%) in die Rentenversicherung fließen. Insgesamt sei der Bundeszuschuss zur gesetzlichen Rentenversicherung mit 127,8 Milliarden Euro veranschlagt. Ohne strukturelle Reformen werde der Bund dauerhaft noch mehr Geld für die gesetzliche Rente bereitstellen. Das verengt den Spielraum für zukunftsgerichtete Ausgaben im regulären Haushalt, so die ifo-Aussage.


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Insgesamt machen die Zahlungen für die Rentenversicherung laut ifo knapp ein Viertel des Bundeshaushalts aus. Strukturell sind dem Bundesministerium für Soziales und Arbeit die meisten Mittel zugewiesen, in dessen Bereich auch die Zahlungen für die Renten fallen. Die jährliche Wachstumsrate dieses Ressorts lag vor der Pandemie zwischen 2016 und 2019 bei durchschnittlich 1,37% (inflationsbereinigt). Zwischen 2024 und 2026 liegt sie bei 2,27%.

Bundeshaushalt immer desaströser

Dass das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen (Sonderschulden) nicht für zusätzliche Investitionen ins Leben gerufen wurde, sondern um damit zu großen Teilen Lücken im Bundeshaushalt zu stopfen, wird immer offensichtlicher. Viele Ausgaben aus dem Kernhaushalt werden nämlich in das Sondervermögen umgebucht, um im Kernhaushalt Luft zu schaffen. Eine klare Zweckentfremdung, wie es auch zahlreiche Ökonomen die letzten Wochen bestätigt haben! Der Staat möchte sich für immer mehr Aufgaben zuständig fühlen, immer mehr Geld ausgeben, und scheut jegliche strukturelle Reform bei Rente, Arbeit, Bürokratie etc. Und so wachsen die Kosten immer weiter. Da sind Milliarden aus dem Sondervermögen zum Stopfen von Haushaltslöchern bei Bund, Ländern und Kommunen genau das richtige Vehikel, um weiter über die Runden zu kommen. Nur ein Mehrwert für die Bürger entsteht kaum, im Gegenteil. Der Schuldenberg wächst, die Zinslast auch!

Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, haut seit Tagen „auf den Putz“. Sie hatte jüngst eine schockierende Zahl veröffentlicht. Demnach wird der Bundeshaushalt ab dem Jahr 2029 komplett drauf gehen für Zinszahlungen auf Staatsschulden, Verteidigung und den Sozialetat (wo der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung inkludiert ist). Alle anderen Ausgaben muss der Bund ab 2029 folglich über Neuverschuldung finanzieren. Ein Debakel mit Ansage! Da kann man fast schon sagen: Ein weiteres Sondervermögen, für das man sich in der Bundespolitik sicherlich schöne neue Gründe ausdenken wird, dürfte in den nächsten Jahren anstehen, wenn das jetzige Paket verkonsumiert wurde. Die Quittung zahlen am Ende die Steuerzahler. Höhere Schuldenlast, immer mehr Zinslast, und langfristig immer schlechtere staatliche Leistungen.



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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22 Kommentare

  1. Zu der desaströsen Lange der Rentenversicherung kommt die fortgesetzte Umverteilung des deutschen Industrievermögens in das Ausland, die Wertschöpfung in Deutschland sinkt und dadurch sinken in kürze die Steuereinnahmen. Der von Ministerin Reiche geplante Industriestrompreis ist eine Mogelpackung. Nur 50 % des Stromverbrauchs wird subventioniert auf 5c/ kw, diese Subventionen müssen aber vorwiegend in grüne Irrsinsprojekte wie grüner Wasserstoff ect. reinvestiert werden. Die Deindustrialisierung wird nicht gebremst.

  2. Das ist ein alter Hut… Clemens Fuest (Ifo) hat vor 5 Jahren in einem Vortrag aufgezeigt, dass der Bundeszuschuss bis 2050 auf 300 Mrd EUR p.a. ansteigen wird, wenn die „doppelte Haltelinie“ weiterhin Bestand hat. Das ist gut die Hälfte des derzeitigen Bundeshaushalts!
    Die Politiker sind seit Jahrzehnten in puncto Rentenreform beratungsresistent, weshalb die Entscheidungs- und Kontrollfunktion auf ein unabhängiges Expertengremium verlagert werden sollte!
    Die Alternative ist die Unfinanzierbarkeit des Rentensystems, schöne Grüße auch an die SPD…..

  3. Die Politik wird das Thema nicht lösen, weil die Wähler an der Stelle absolut stur sind. Kaum einer will sich selbst darum kümmern, die Linie ist etwa: „ich habe Rechte, sorgt dafür, dass das funktioniert“. Schon Kohl wußte, dass er abgewählt wird, wenn er das anpackt.
    Dabei hätte man in den 70ern leicht die Bestandsrenten in den Haushalt nehmen können und den Arbeitnehmern hätte man gesagt, dass sie nicht mehr einzahlen müssen, aber auch keine Rente kriegen. „Kümmert Euch“. Die sich gekümmert hätten, wären alle Millionäre geworden. Und statt die Beamten zu hassen, würden sie heute Wohltätigkeitsveranstaltungen auch für die Beamten ihrer Kommunalverwaltung organisieren.

    Wenn sich das nicht grundhaft ändert, wird es dazu führen müssen, dass das System erneut implodiert. Auf welchem Wege hängt natürlich von vielen verschiedenen Faktoren ab, aber am Ende wird für niemanden genug da sein. Es ist durchaus möglich, dass das Unverständnis jede Lösung unmöglich macht und Deutschland zu einem sehr armen Land voller alter Menschen wird.

  4. Das war mir seit 1986 (mit 34 Jahren) bekannt.
    Ich habe dementsprechend gehandelt.
    Hat alles sehr gut geklappt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  5. Warum nur immer Thema Renten. 96,33 Milliarden Euro für Pensionen, Hinterblieben…. ist auch nicht schlecht. Thema ist, wer hat das sagen, wer darf murren..

  6. Die Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt hatte die letzten 20 Jahre eine Rentenerhöhung von 16,7% , also nicht einzeln zusammengerechnet, sondern schon mit Zinseszins. So sieht es ohne Zuschüsse aus.
    Die Beitragsbemessungsgrenze lag damals (2005) bei 57 000€, heute bei 96 600€. Also fast verdoppelte Einzahlung, bei 16,7% Erhöhung!
    Und Zwangsmitgliedschaft oder man geht in DRV, was besser ist, durch die Zuschüsse!

    1. @Micky
      Das sind die gleichen Zahlen wie in der Bayrischen Ärzteversorgung. Der Vorteil ist, dass die BÄV milliardenschwere Rücklagen hat, ca 25% in Immobilien. Die Staatsanleihen dürften das Problem werden.

  7. Der Zuschüsse aus Steuermitteln sind zum allergrößten Teil für Versicherungsfremde Leistungen. Das sind Leistungen die Politiker beschlossen haben, ohne das dafür Beiträge gezahlt wurden. Bestes Beispiel dafür die neue Mütterrente, Renten für Russlanddeutsche etc. Aber in regelmäßigen Abständen wird diese Sau immer wieder durchs Dorf getrieben ohne genauer nachzudenken.

    1. Hallo Thomas, was erwartest du, es geht darum den Gruppen die sich keine bezahlten Mietmäuler leisten können das Letzte zu nehmen, natürlich ist Fr. Grimm eine furchtbare Lobbyistin, welche einfach superpopulistisch an dieses Thema geht,als Beamtin hat sie noch nie Vorschläge unterbreitet welche Pensionen zu Gunsten des Haushaltes reduziert, oder Privilegierte Schichten beteiligt, dass sie in ihrem Job gut bis 90 arbeiten kann,und dann von sich auf Andere schließt, zeigt ihre soziale Kompetenz

  8. Wenn Millionen von ehemaligen DDR- Bürger so behandelt wurden/werden, als wenn sie während ihrer Berufstätigkeit in das westdeutsche Rentensysten eingezahlt hätten, dann kann das kein Rentensystem aushalten.
    Selbstverständlich stand/ steht den ehemaligen DDR- Bürgern Rente zu.
    Aber das hätte dann aus Steuermitteln bezahlt werden müssen.
    So wurde das aus der Rentenkasse bezahlt, in die nur etwa 28 % der Arbeitnehmer einzahlen.
    Im Extremfall bekam ein ein 64 Jahre alter Mensch, ein Jahr nach der Wiedervereinigung, die volle Rente aus der westdeutschen Rentenversicherung.
    Und das wirkt sich noch bis heute aus.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Diese Renter sind doch alle durch. Jetzt kommen die , welche für Geringstlöhne über Jahre Ost- und Westdeutschland saniert haben – auch Westdeutschland war 1989 in einer ordentlichen Wirtschaftskrise.
      Mein erstes Einkommen als approbierter Arzt an einer ostdeutschen Uniklinik 1995 betrug 660 DM netto. Für eine 60 Stunden-Woche. Das wären 1,32 pro Stunde – so konnte man vieles andere finanzieren. Als Dankeschön bekommen viele meiner Altersgenossen nur Mindestrente.

    2. Das ist natürlich hanebüchener Unsinn, weil ein Umlagesystem. Die DDR Rentner haben ihre gut ausgebildeten Kinder in das System eingebracht, das dann ihre Renten bezahlt haben. Daran ist nichts auszusetzen.

  9. Pensionäre bekommen im Durchschnitt 3.300 Euro monatlich. Das ist das 2 bis 3 fache der Renten. Es werden relativ viel mehr finanzielle Aufwendungen sprich Geld vom Staatshaushalt für Pensionen aufgewendet. Jetzt bekommen Beamte 15 Milliarden nachgezahlt damit der Unterschied zu Bürgergeld bleibt und das für Einkommen über 3000 wahrscheinlich bis 10000 netto. Lehrer und Verwaltungsbeamte müssen meiner Ansicht nach keine Beamte sein. Hier kann man im Arbeits- bzw. Dienstvertrag verpflichten. Jedes Jahr sind Tariferhöhungen bei Beamten von 10 Prozent im Gespräch. Die Ausgaben für Beamte belasten den Haushalt anders als kleine Renten.

  10. Pensionäre bekommen im Durchschnitt 3.300 Euro monatlich. Das ist das 2 bis 3 fache der Renten. Es werden relativ viel mehr finanzielle Aufwendungen sprich Geld vom Staatshaushalt für Pensionen aufgewendet. Jetzt bekommen Beamte 15 Milliarden nachgezahlt damit der Unterschied zu Bürgergeld bleibt und das für Einkommen über 3000 wahrscheinlich bis 10000 netto. Lehrer und Verwaltungsbeamte müssen meiner Ansicht nach keine Beamte sein. Hier kann man im Arbeits- bzw. Dienstvertrag verpflichten. Jedes Jahr sind Tariferhöhungen bei Beamten von 10 Prozent im Gespräch. Die Ausgaben für Beamte belasten den Haushalt anders als kleine Renten.

  11. ICapablanca

    Diesen Unsinn hat Kohl auch den Naiven erzählt.

    Dann ist es also gut für das Rentensystem, wenn der in Deutschland zugewanderte wirkliche Facharbeiter seine kurz vor der Rente stehenden Eltern mitbringt, damit diese dann auch so behandelt werden, als wenn sie immer in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt hätten?

    Man muss nur die richtigen Einzahler haben, die das wirklich glauben. Dann sind sie sehr leicht auszunehmen.
    Dann mal weiter so.

    Viele Grüße aus Andalusien

    Helmut

  12. So ein Umlagesystem, wie die Deutsche Rente, könnte einigermaßen fuktionieren, wenn alle, die Rente bekommen und die, die einmal Rente bekommen wollen, auch Rentenbeiträge zahlen, bzw. bezahlt haben.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Und die Rente wird nur an Rentner mit überwiegend em Aufenthalt in Deutschland ausgezahlt. Die europäische Rentenkassen tauschen die Informationen aus und wer in einem anderen EU-Land Rente bezieht, bekommt eine der beiden gestrichen.

  13. Blühm
    Du erzählst Unsinn.
    Wer in Spanien Anrecht auf eine gesetzliche Rente hat, muss nur in Spanien einen Rentenantrag stellen.
    Die Spanier regeln das auch mit der Deutschen Rentenversicherung.
    Wir bekommen daher im Jahr etwa 10.000 Euro im Jahr von 2 Renten aus Deutschland und etwa 16.000 Euro Renten aus der spanischen Rentenversicherung.
    Rentner in Spanien müssen keine Krankenkassenbeiträge zahlen.
    Es gibt noch weitere Vorteile.
    Wenn Dich das interessiert, dann schreibe ich Dir das.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      dachte ichs mir doch. Sobald es an deine eigene Tasche geht, sperrst du dich. In Wahrheit geht es dir nicht um das Rentensystem, sondern nur um deinen Vorteil. Wie immer: Das System soll für mich Sorgen, aber wehe, wenn das System was von dir will.
      Ach ja, und deine deine üblichen Strohmänner: Wo habe ich etwas über dich geschrieben? Ich habe lediglich deine Forderungen erweitert. Also kann ich keinen Unsinn erzählen.
      Danke, dass du wieder einmal beweist, was für ein Narzist und Egoist du bist.

  14. @Helmut
    Ich gebe Ihrer Einstellung zu den Sozialsystemen recht. Sozial war und ist immer mit Betrug gleichzusetzen.
    Wer ins gesetzliche Rentensystem oder Krankenversicherung einzahlt wird betrogen. Hinter die finanziellen Machenschaften des BRK oder Arbeiterwohlfahrt darf man nicht hinsehen, wer als Sanitäter oder Arzt dort arbeitet, arbeitet für fürstliche Gehälter und Dienstwagen von Politikern und wird…. Es muss sozial aussehen, das ist der entscheidende Punkt. Über das Andere wird die Decke gezogen.

  15. @ Blühm
    Das hattest Du geschrieben:
    …Die europäische Rentenkassen tauschen die Informationen aus und wer in einem anderen EU-Land Rente bezieht, bekommt eine der beiden gestrichen…
    Und das ist dummes Zeug.
    Wenn Du nur einen Funken von Verstand hättest, dann wüsstest Du auch warun
    Ich erkläre es Dir aber gerne.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  16. Hallo Dagoberti
    Ein Merkmal eines Schneeballsystems ist:
    Sobald die Einzahlungen ausbleiben, bricht das ganze System augenblicklich zusammen.
    Auch werden gerade im deutschen Gesundheitssystem vollkommen sinnlos zig Milliarden verbrannt.
    Die Medikamentenkosten sind in Spanien etwa nur halb so hoch.
    Mein Leukämie-Medikament Asciminib kostet in Deutschland etwa 5.200 Euro für die Monatsration, aber in Spanien nur 2.520 Euro.
    Und diese Medikamente (vorher Glivek und Sprysel) nehme ich nun schon seit etwa 17 Jahren.
    Sie kosteten immer die Hälfte.
    In Spanien gibt es nur eine Krankenkasse und die verhandelt mit den Herstellern.
    Dafür müssen Rentner in Spanien keine Krankenkassenbeiträge zahlen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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