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Rentenversicherung: Warum das große Problem nicht gelöst wird

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Bevor wir zum großen Desaster rund um das deutsche Rentensystem und somit für die Rentenversicherung kommen, wollen wir erst einmal kurz besprechen, was denn gestern zwischen CDU und SPD vereinbart wurde. Es ging um das Thema Grundrente, welches schon seit Monaten zu heftigem Streit in der GroKo beiträgt. Die CDU bestand auf eine strikte Prüfung der Bedürftigkeit, die SPD war dagegen. Jetzt hat man sich auf einen Kompromiss geeinigt.

Laut aktueller Vereinbarung zwischen den Koalitionären wird es die Grundrente ab dem Jahr 2021 geben, was eine weitere finanzielle Belastung für die gesetzliche Rentenversicherung darstellen wird. Natürlich sei es jedem Geringverdiener gegönnt ein wenig mehr Geld in der Tasche zu haben nach einem langen Arbeitsleben. Aber aus finanzieller Sicht bedeutet es eine Mehrbelastung für die derzeitigen Arbeitnehmer. Die Grundrente wird auch für Menschen gelten, die jetzt bereits in Rente sind. Sie wird ein Zuschlag sein auf die Rentenansprüche von Geringverdienern, die mindestens 35 Jahre durch Arbeit, Pflege oder Erziehung von Kindern etwas geleistet haben. Die Grundrente wird für sie real bedeuten, dass sie durch die Rentenversicherung so gestellt werden, als hätten sie 35 Jahre lang für 80% des durchschnittliches Lohns gearbeitet. Bis zu 1,5 Millionen Menschen soll davon profitieren. Die Grundrente wird bis zu einem Monatseinkommen von 1.250 Euro für Alleinstehende, und bis zu 1.950 Euro für Paare in voller Höhe gezahlt. Damit geklärt wird, ob noch andere Einkommen vorhanden sind, wird es einen automatisierten Einkommensabgleich zwischen den Finanzämtern und der Rentenversicherung geben.

Wer bezahlt für die Grundrente?

So, und jetzt noch mal kurz zu den Kosten. Die Rentenversicherung wird neben der normalen Rentenzahlung und diversen versicherungsfremden Leistungen also auch noch die Grundrente zu stemmen haben. Neben der Grundrente wurden jetzt auch noch Beschlüsse zu Freibeträgen in der Grundsicherung und zum Wohngeld gefasst. Diese Mehrkosten, welche laut CSU-Chef Söder bei bis zu 1,5 Milliarden Euro pro Jahr liegen werden, sollen nicht durch höhere Beiträge der Arbeitnehmer finanziert werden. Nein, sie sollen laut aktuellen Berichten aus dem Steuerhaushalt finanziert werden. Im Klartext: Der ohnehin schon stetig wachsende Berg der Quersubventionierung der Rentenversicherung durch den Steuerhaushalt wird noch schneller wachsen!

Das große Desaster rund um die gesetzliche Rentenversicherung

Was ist das große Desaster rund um die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland? Dass das System schon längst pleite ist. Wie wir zuletzt schon berichteten. Auch ohne die ganzen versicherungsfremden Leistungen ist die Rentenkasse defizitär. Ohne die gigantischen jährlichen Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt (Steuereinnahmen) wäre die Rentenversicherung längst zahlungsunfähig. Die Steuerzuschüsse des Bundeshaushalts in die Rentenkasse lagen 2018 bei 69,5 Milliarden Euro, Tendenz Jahr für Jahr klar steigend! Gestern war die Grundrente das Hauptthema bei Anne Will in der ARD. Beim Klick an dieser Stelle können Sie sich die Sendung anschauen. Spulen Sie das Video auf Minute 22:40 vor, können Sie dort nach unserer Meinung den mit Abstand wichtigsten Kommentar in der Sendung finden. Hier brachte es nämlich die Chefredakteurin der „WELT“ Dagmar Rosenfeld kurz und knapp auf den Punkt.

Rosenfeld spricht von 100 Milliarden Euro, mit denen der Bundeshaushalt die Rentenversicherung schon jetzt jährlich bezuschusse. Wir möchten dazu anmerken, dass es wie gesagt letztes Jahr 69,5 Milliarden Euro waren. Aber ohne die immer noch sprudelnden Beitragseinnahmen dank annähernd Vollbeschäftigung wäre wohl schon längst ein viel höherer Zuschuss von Nöten. Aber das Grundproblem beschreibt Rosenfeld genau richtig. Denn sie sagte, dass die Phantasie fehle die „Große Rentenfrage“ überhaupt lösen zu können, wenn die Politik unter großen Streitereien ganze neun Monate brauche um sich auf die Grundrente zu einigen – und dieses Thema sei eher eine kleine Stellschraube im Rentensystem, so Rosenfeld.

Und ja, so wichtig die Grundrente für den einzelnen Rentner auch ist – für das gesamte System ist sie eher eine winzig kleine Stellschraube. Dagmar Rosenfeld sprach als einzige das große Problem an, nämlich wie das gesamte Rentensystem überhaupt neu aufgestellt werden soll. Es bedarf hierzu (so unsere Anmerkung) einer großen gesellschaftlichen und politischen Diskussion, und auch einer großen klaren Lösung. Denn so wie es jetzt weiter geht, wird das defizitäre System Jahr für Jahr lediglich durch immer höhere Quersubventionen aus Steuereinnahmen gestützt. Damit wird dem Bürger nach außen hin suggeriert, dass die Rentenkasse ja immer genug Geld hat, und dass das System ja doch „irgendwie“ läuft.

Grundsatzdiskussion über Reform der Rentenversicherung Fehlanzeige

Wer sich das Video anschaut und nach Rosenfelds Kommentar die folgenden Aussagen von AKK anschaut, dem wird klar: Es wird keine Lösungen geben, sondern wie in den letzten Jahre auch ein weiteres Verschieben des Grundproblems in die Zukunft. Für die jetzigen politischen Protagonisten ist das natürlich die cleverste Lösung. Einfach das Problem rund um die Rentenversicherung so lange in die Zukunft verlagern (aktuell mit der „Stabilisierung“ bis 2025), bis man selbst nicht mehr im Amt ist. Dann müssen sich die Nachfolger mit dem Problem rumschlagen.

Aber wo ist das Problem im großen Bild? Denn man könnte ja sagen „was soll´s, dann kommt das Geld für die Rente eben aus dem Steuerhaushalt“. Aber: Selbst wenn die Steuereinnahmen wie in den letzten Jahren weiter steigen sollten, müssten die Mehreinnahmen Jahr für Jahr zu guten Teilen aufgewendet werden um das Loch in der Rentenkasse zu stopfen. Steuersenkungen sind also quasi gar nicht möglich, weil immer größere Geldsummen für die Stützungs des jetzigen Rentensystems benötigt werden. Und bei stagnierenden oder gar rückläufigen Steuereinnahmen? Auch dann bliebe es ja bei den immer weiter steigenden Steuerzuschüssen für die Rente – dann müssten andere Budgets im Bundeshaushalt Kürzungen hinnehmen.

Man sieht also: Das Desaster im aktuell vorhandenen Rentensystem wird mehr und mehr auf alle Bereiche der Bundespolitik und der einzelnen Ressorts Auswirkungen haben. Warum wird das große Desaster nicht gelöst, beziehungsweise warum kann es nicht gelöst werden? Man sieht es ja, wie Dagmar Rosenfeld es gestern sagte. Wenn die Politik sich schon am Thema Grundrente fast schon bis zum Koalitionsbruch zerstreitet… wie soll das erst bei einer ernsthaften großen Diskussion aussehen, wenn es um eine komplette Neuaufstellung des Rentensystems geht? Wie viele Jahrzehnte will man sich über dieses Thema streiten? Eine Reform scheint kaum möglich zu sein bei diesem politischen Klein Klein, Hin und Her, und bei diesem ängstlichen Manövrieren vor jeder neuen Wahl. Wer diskutiert in Berlin derzeit überhaupt über eine grundsätzliche Reform des kaputten Rentensystems? Anscheinend niemand. Denn niemand traut sich über das strukturelle Problem zu reden. Und so wird es wohl weiterhin nur ein Stopfen des stetig wachsenden Lochs geben.

Beispielbild ältere Menschen - Rentenversicherung mit grundlegendem Problem
Foto: pixabay / anaterate

40 Kommentare

40 Comments

  1. Avatar

    Übelkeit

    11. November 2019 11:04 at 11:04

    Das Hauptproblem bleibt der demografische Wandel. Das Rentensystem ist nicht das Problem, sondern die Politik, welche es nicht schafft genug Anreize zu schaffen damit genug neue Steuerzahler in die Welt gesetzt werden.

    China hat mit der 1 Kind Politik ein viel größeres Problem geschaffen.

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      Eugen

      11. November 2019 12:50 at 12:50

      Nein, das Hauptproblem ist (noch) nicht der demografische Wandel, das holt uns später noch ein.
      Hauptproblem sind die Politiker, die seit Jahrzehnten verhindern, dass das Rentensystem auf eine andere Grundlage gestellt wird, bei der alle einzahlen. Das werden die Politiker auch weiter verhindern, denn es betrifft auch ihren eigenen Geldbeutel – und sie werden immer wieder gewählt.

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      Egon Scherzer

      6. Dezember 2019 16:45 at 16:45

      Unsinn!

      Österreich ist genauso überaltert, zahlen die Leute etwa den gleichen Beitrag, gehen Jahre vor uns in Rente und erhalten 50-70% mehr Rente als in D.

      Also finden Sie den Unterschied!

      ich helfe..in D werden die Kassen seit Jahren für ‚andere Sachen zweckentfremdet‘, zahlt der Staat seit Jahren nix für ÖH und Beamte ein, …,…,…

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    H.J. Weber

    11. November 2019 11:21 at 11:21

    Vergesst nicht die Millionen DDR Rentner, die alle Rente erhalten haben, und auch heute noch erhalten, obwohl sie nie oder nur wenig in die Rentenkasse eingezahlt haben.

    • Avatar

      ollifred

      11. November 2019 11:56 at 11:56

      „…in die Rentenkasse eingezahlt haben.“
      kleiner Irrtum: Die Rentenkasse spart nicht an, sondern verteilt nach Solidaritätsprinzip.
      Deshalb wird im Bescheid auch nur von bereits eingezahlten Leistungen geschrieben und nicht von angesparten. Dafür bekommen Sie dann Ihre Punkte. Aus diesem Grund können Sie auch nicht verlangen das das eingezahlte Geld auf Ihr Konto überwiesen wird wenn Sie auf die Rente verzichten wollten.

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        asisi1

        11. November 2019 12:55 at 12:55

        Den größten Überschuss den die Rentenkassen jemals hatten, hat ein gewisser Herr Brandt verprasst! Um früher seine Wiederwahl zu sichern , hat er Rentenerhöhungen in zweistelligen Prozenten gemacht. Dieses war unnötig, aber die Rentner waren happy! So wurden unnötig ca. 400 Milliarden DM vergurkt! Heute fehlt es! Statt den Lumpen zum Teufel zu jagen, haben sie ihn gewählt! SPD war schon immer mit fremdem Geld großzügig, aber nie mit dem eigenen!

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          Guru

          11. November 2019 17:36 at 17:36

          Assi glauben sie diesen Haarstreubenden Unsinn eigentlich selber den Sie da schreiben?

          • Avatar

            Claudia

            11. November 2019 18:13 at 18:13

            👍👍👍

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      Riki

      11. November 2019 19:10 at 19:10

      Na wunderbar, sind es wieder mal die DDR – Rentner. Alle die die vom Fremdrentengesetz profitieren und die Migranten und… kosten wohl kein Geld? Herr Weber hat sicher vom Marschallplan profitiert, die DDR-Bürger haben Reparationszahlungen getätigt. Wir können gern für so einen Bürger mal wieder die Ost-Westschere herausholen. Wann hört das endlich mal auf!

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    Tom

    11. November 2019 11:45 at 11:45

    Wie lange gibt es das große Problem schon ? Unsere Politiker sollten doch soviel im Voraus denken können, das jetzt „ganz plötzlich“ das Problem erkannt wird. Schon vor zwanzig Jahren hätte man erkennen können, das die schwächeren Geburtenzahlen in den 90 igern eine Auswirkung auf den „Generationenvertrag“ hat. Ganz einfacher Dreisatz ! Die „Babyboomer“ ab Mitte der 50 er Jahre wollen jetzt dann in den kommenden Jahren Ihre Rente.
    Mich persönlich betrifft das eigentlich nicht, ich habe nur minimale Rentenansprüche und die habe ich vor über 20 Jahren schon „im Kopf abgehackt“.
    Tja was machen?…das mit in die Zukunft verschieben, ist wohl die beste Entscheidung, es gibt ja noch so viele anderen Baustellen !
    Die Idee mit Zuwanderern ist auch nicht wirklich gut gewesen. Die Meisten sind schlecht ausgebildet oder dürfen noch nicht arbeiten. Davon sollen die „hohen Rentenansprüche“ der Babyboomer bezahlt werden? Dann kommt noch der teilweise Familiennachzug der Eltern von Immigranten. Die Lebenszeit bzw. die Dauer der Rentenzahlung erhöht sich auch noch mit den Jahren, so wird das Gesundheitssystem auch noch etwas mehr belastet.
    Da müssen einfach mal klare Worte gesprochen werden, auch wenn sie unangenehm sind und sicher Wählerstimmen kosten. Viele Menschen beschäftigt das ja noch nicht, erst wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist“ wird es aktuell. Ich denke es wäre besser wenn man die Bürger und zukünftigen Rentner gleich darüber informiert das es zu einer massiven Änderung kommen muss.
    Welche?….vielleicht Einheitsrente?….oder eine Art „Renten- Solidaritätszuschlag“ von Rentenempfängern mit Doppelrentenempfängern ohne Kinder oder einfach den Höchstsatz deckeln/kürzen ?…und natürlich gleich noch das Rentenalter auf besser 72-75 Jahre hoch setzen !
    Das wird nicht so einfach! …
    Wenn ich mir dann die Zahlen von Resteuropa ansehe, wann die Bürger der anderen Staaten in Renten gehen, könnte das nochmal eine Diskussion entfachen.

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    Friederike

    11. November 2019 12:30 at 12:30

    Nur soviel, es werden wieder diejenigen bestraft, die arbeiten und vorsorgen, damit sie den Staat nicht brauchen. Wenn ich in Rente gehe, dann hab ich 50,8 Jahre gearbeitet und einbezahlt. Hauptsache unsere Politiker haben dicke Diäten.

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      asisi1

      11. November 2019 12:57 at 12:57

      Denke noch das du vielleicht etwas angespart hast! Hier werden dir auch noch die Zinsen gestohlen! Also wirst du noch einmal bestraft!

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      TINA

      11. November 2019 18:08 at 18:08

      Die Bestands-Erwerbsminderungs-Rentner erhalten nicht einmal die Erhöhungen aus den Jahren 2014 + 2019!
      Ebenso werden die Abschläge von bis zu 10,8 % nicht abgeschafft. Die Gruppe hat nicht die Wahl zwischen „Arbeiten“ + „Rente“.

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    foxxly

    11. November 2019 12:32 at 12:32

    alle sprechen von den hohen zuschüssen zur rente. warum spricht niemand von den versicherungsfremden leistungen, welche von den rentenkassen gestemmt werden? diese könnten durchaus höher sein, als der zuschuss. und die rentner bezahlen bereits runde 35 bis 40 milliarden euro an steuern. aus der rentenkasse wird gott und die welt finanziert!
    warum hält frau bentele (vdk-präsidentin) in der gleichen sendung dazu den mund??
    ich möchte hieru gerne die nettobilanz sehen!
    hier wird eine menge verschwiegen!

  6. Avatar

    Übelkeit

    11. November 2019 12:45 at 12:45

    Die andern Länder haben aber auch ganz andere Geburtenraten. Die Babyboomer hatten zudem auch Jahre mit geringerer Belastung (mehr Beitragszahler als Rentner).

    Jahrzehnte hatte man Zeit auf das Problem zu reagieren. Ist ja nicht so als wüsste man nicht, dass einem die Steuerzahler ausgehen.

    Man stelle sich mal vor keiner hätte noch Bock auf Nachwuchs und es gäbe ein Verhältnis von 10/1. 10 Renter auf 1 Erwerbstätigen. Egal welches System man sich ausdenken würde, der Wohlstand wäre nicht zu halten.

  7. Avatar

    asisi1

    11. November 2019 13:02 at 13:02

    An die hier Lesenden noch einen Rat. Bereitet euch schon auf das nächste Fiasko vor! Die Krankenkassen Beiträge. Das wird auf kleiner Flamme gehalten, da keiner der etablierten Parteien hier richtig ran wollen. Jeder der letzten angeblichen Gesundheitsminister hat versagt hier etwas richtiges zu tun.

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    I. Ott

    11. November 2019 13:06 at 13:06

    Es sind nicht nur die DDR-Rentner, sondern auch die vielen Aussiedler (Nachkommen der Kriegsgeneration), die massiv unser Rentensystem belasten. Hier werden oft ca. 20 Jahre bei der deutschen Rentenversicherung angerechnet, in denen keine Beiträge eingezahlt wurden. Das Fremdrentengesetz ist Betrug an uns Beitragszahlern, die von der Lehre bis zur Rente in die Rentenkasse einzahlen. Das Renteneintrittsalter wird erhöht und nach 45 Beitragsjahren müssen wir erhebliche Abschläge in Kauf nehmen, wenn wir nicht mehr länger arbeiten können. Wir zahlen ein Leben lang ein und die Aussiedler bekommen viele Jahre Zeiten angerechnet, wo sie hier nicht gearbeitet und eingezahlt haben. Das ist Sache der Herkunftsländer und nicht durch den langjährigen deutschen Beitragszahler durch Erhöhungen des Renteneintrittsalters mitzufinanzieren. Hier muss in der Politik endlich einmal für Gerechtigkeit gesorgt werden, anstatt immer nur das demografische Problem vorzuschieben. So kann es nicht weitergehen !!!

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      Alfred Decker

      11. November 2019 14:24 at 14:24

      “ die von der Lehre bis zur Rente in die Rentenkasse einzahlen“
      Niemand „zahlt“ in einem Umlageverfahren – und dabei handelt sich bei dem gesetzlichen Rentensystem – in eine Kasse „ein“

  9. Avatar

    Maik

    11. November 2019 13:28 at 13:28

    … und auch die ganze Besteuerung… Man soll selbst vorsorgen und dann wird das alles nochmal besteuert. Was für ein Anreiz nicht mehr zu tun als gerade nötig. Denn bei dem Angebot der Grundrente kommt man ja nach 35 Jahren auf mehr als ich nach 45 Jahren. Das ganze System ist der totale Pflegefall

  10. Avatar

    Siegfried Helbig

    11. November 2019 14:01 at 14:01

    Haben sie schon einmal die Probleme der Ostdeutschen erfahren oder sich schon einmal warum bemüht sie zu verstehen

  11. Avatar

    Bernhard

    11. November 2019 18:50 at 18:50

    Alle sprechen was uns die Rente kostet. Keiner spricht was uns die Flüchtlinge Kosten.
    Und wenn ich dann sehe , bis die jungen Leute von heute das Arbeiten anfangen . Da muss sich erst die Welt angeschaut werden oder manch einer muss erst sein eigenes ich finden ……..u.s.w
    Sorry, ich gehe mit 63 und 8 Monaten in die Rente für besonders langjährige Versicherte und das wohlverdient und mit guten Gewissen.Übrigens sind das nicht 45 Jahre sondern 48 Jahre bei mir.

    Schönen Abend noch !

  12. Avatar

    Roberto

    11. November 2019 19:14 at 19:14

    @Bernhard, wenn Du Dich fragst wieviel uns die Flüchtlinge kosten, dann weißt Du sicherlich auch wieviel die deutschen Flüchtlinge die USA, die Schweiz und andere Länder damals gekostet haben. Da Du ja Dein Alter hier freiwillig gepostet hast, kann ich es umso weniger verstehen wie einer wie Du der die „alten“ Zeiten ja mitbekommen hat so engstirnig denken kann und vor allem alles vergisst was auf dieser Welt auch Dir noch geschehen kann.
    Wenn Du irgendwann in der Zukunft aus welchen Gründen auch immer aus Deutschland flüchten musst, dann wirst Du mit Sicherheit sehr gut verstehen das es einem völlig egal ist wieviel das kostet wenn es um das eigene Leben geht. Gehst Du wirklich davon aus, das DU der auserwählte bist der das Recht gepachtet hat auf diesem Planeten in Sicherheit zu leben ?????

    • Avatar

      Bernhard

      12. November 2019 08:59 at 08:59

      @Roberto,es gibt noch das Recht auf freie Meinungsäußerung in Deutschland. Schiebst Du alle in eine besondere Schublade die nicht Deiner Meinung nach sind ?

      • Avatar

        Roberto

        12. November 2019 09:14 at 09:14

        @Bernhard, das war eine Feststellung und keine Meinung. Das was Du geschrieben hast ist eine glasklare Botschaft gewesen. Es sollte die Diskussion von der Rente ablenken um Deine verkorkste Denkweise zu verbreiten. Oder meinst Du die Nazis haben damals das Recht dazu gehabt soviele Menschen aufgrund Ihrer Rasse oder Nationalität zu ermorden ? War das auch ein recht auf Meinung ???? Die Diskussion mit Dir erübrigt sich. Wenn jemand aufgrund von „Kosten“ menschenleben nicht retten will, dann ist das für mich genau das gleiche. Nämlich niedere Motive. Und Tschüß….

        • Avatar

          Bernhard

          12. November 2019 18:28 at 18:28

          Wahrscheinlich bist Du Beamter und zahlst keine Steuern!

          Außerdem habe ich nix gegen Flüchtlinge aber es sollte sich doch in Grenzen halten.Für diese Meinung stellst Du mich mit einem Nazi gleich!
          Du bist schon ein lustiger Typ!

          Hiermit beende die Diskussion !

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            leftutti

            12. November 2019 22:12 at 22:12

            @Bernhard, sogar Beamte bezahlen Steuern, soweit ich informiert bin.

  13. Avatar

    foxxly

    11. November 2019 19:54 at 19:54

    …… bitteschön: die kosten sind doch kein problem! …. die verteilung der beitragskosten ist das problem. dass es beitragsbemessungsgrenzen gibt, dass das hohe einkommen keine beiträge leistet, aber zb. mütterrente doch bekommt. dass die wiedervereinigung zu einem beachtlichen teil durch die Rv bezahlt wird; dass rehas während dem arbeitsleben von der Rv bezahlt werden, dass früher zuwanderer von osteuropa, massig zeiten angerechnet bekammen, u.a.
    solange der bürger dieses alles klaglos hinnimmt kann man ihn noch weiter ausbeuten, zugunsten der asozialen hochverdiener. das ist fakt!

  14. Avatar

    foxxly

    12. November 2019 09:32 at 09:32

    @roberto, es sind mehr als 95% wirtschaftsflüchtlinge; – da darf man wohl einen unterschied machen, zu den echten verfolgten. dann bitte beachten, dass eine integration von über 10% fremden insbes. von kulturfremden praktisch zum erliegen kommt; – so auch wissenschaftliche studien.
    ja, es besteht eine pflicht und notwendigkeit den armen menschen zu helfen, – aber nicht bei uns sondern in deren ländern.
    leider haben bei uns die „gutmenschen“ nicht erkannt, dass ihre einstellung und die flüchtlinge selbst, mittel zum zwecke des gewinnwachstums des investiv-kapitals ist.
    diejenige, welche das kapital gerne verteufelt haben, leisten heute dem entfesselden wachstum, vorschub, auf kosten einer zerstörung unserer gesellschaft. einfach irre!
    die gutmenschen/pro-einwanderung sollen doch selber und alleine die kosten für die wirtschaftsflüchtlinge aufbringen. man kann leicht ein gutmensch sein, wenn die allgemenheit alles bezahlt. gehts noch?

    • Avatar

      leftutti

      12. November 2019 14:47 at 14:47

      @foxxly, aus welchen Quellen beziehen Sie denn Ihre sensationellen Zahlen? Was die Mär von den 95% „Wirtschaftsflüchtlinge“ angeht, ist die einzig mir bekannte Quelle eine Dresdner Pegida-Demonstration.

      Wussten Sie schon, dass ein Großteil syrischer und afrikanischer Flüchtlinge in Nachbarstaaten auf dem eigenen Kontinent flüchtet? Dass also DE nur eine verschwindend geringe Anzahl dieser Flüchtlinge aufnimmt? Dass sich fast die Hälfte der 2013 noch 22 Millionen Einwohner Syriens inzwischen auf der Flucht befindet? Alles Wirtschaftsflüchtlinge?
      Oder dass inzwischen Flüchtlinge aus der repressiv-diktatorisch regierten Türkei des Menschenrechtsverletzers Erdogan einen bedeutenden Anteil in DE stellen? Oder dass in allen der größten Herkunftsländer von Flüchtlingen Krieg, Bürgerkrieg, Terror oder ethnische Verfolgung herrscht?
      Wussten Sie auch, dass ein großer Teil der Flüchtlinge ein Abitur oder einen Hochschulabschluss aufweisen kann? Der Anteil ist höher als bei der deutschen Bevölkerung. Oder dass Ende 2018 bereits jede*r dritte seit 2015 nach Deutschland gekommene Schutzsuchende einer bezahlten Arbeit nachging und somit einen wertvollen Beitrag zu den Sozialkassen leistet?

      Ich bin mir sicher, Sie wissen das. Ob Sie es auch wahrhaben wollen, ist eine andere Frage.

      • Avatar

        Roberto

        12. November 2019 16:45 at 16:45

        @leftitti, vielen Dank für diesen Beitrag. Sie sprechen ( schreiben) mir aus der Seele.

        • Avatar

          leftutti

          12. November 2019 17:05 at 17:05

          @Roberto, auch wenn du mich nicht sonderlich magst, sind wir doch schon länger beim „Du“ angekommen 😉 Und bemühe dich, meinen Namen richtig zu schreiben (nur ein gut gemeinter Scherz). Die herablassenden Verunstaltungen von Namen sind nämlich die Spezialität eines anderen hier auf FMW 🙂

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            Roberto

            12. November 2019 17:56 at 17:56

            @Leftutti, sorry war ein Versehen. Sollte nicht nochmal vorkommen. Davon abgesehen, kann ich jemanden nur mögen oder nicht wenn ich jemanden persönlich kennengelernt habe. Ich kann gegen Dich nichts negatives haben. Du hast Deine Meinung und ich habe meine. Und die Meinungsverschiedenheiten die wir haben beruhen fast allesamt auf den täglichen Börsenspiel. Und da Börse auch sehr viel Emotionen beinhaltet ( auch wenn man es nicht zulassen sollte ) führen schon Kleinigkeiten zu großen Streitereien. Ich nehme solche Themen nie persönlich und bin auch niemals nachtragend. Denn ich weiß das es an der Börse immer heftig zugeht. Aber solche grundlegenden Themen wie jetzt, wo wir einer Meinung sind, zeigen mir wie ein Mensch wirklich tickt oder eben nicht. Und hier finde ich Dich höchst symphatisch. Das zeigt Charakter. Börse ist NUR Nebensache, da können wir ruhig gegensätzlicher Meinung sein, das ist nicht schlimm.

  15. Avatar

    Roberto

    12. November 2019 10:37 at 10:37

    @foxxly, Erstens : standest Du daneben und hast gezählt wieviele Wirtschaftsflüchtlinge es genau sind ????
    Zweitens: Wenn ein Krieg ausbricht und man nichts zu Essen und zu Trinken hat, soll man dann darauf warten, dass einem in dem Kriegsland geholfen wird ??? Der Krieg in Syrien dauert nun schon ca 7 Jahre….wären also nach Deiner Theorie die Menschen die dort dioe Hilfe dringend benötigen schon längst tot.
    Driitens: Menschen zu helfen ist eine reine Charaktersache und keine bezeichnung für einen „Gutmenschen“. Das Wort allein soll die Menshen die helfen, abstempeln und ins lächerliche ziehen.
    Viertens: ich zahle aufgrund meines Einkommens den höchsten prozentualen Anteil den man hier in deutschland zahlen kann für die Allgemeinheit. Aber mein Charakter erlaubt es mir nicht mich darüber zu ärgern, weil ich weiß, das ich gerne auch hilfe hätte wenn es mir so schlecht gehen würde, wie diesen Menschen die zu uns fliehen.
    Fünftens: BASTA

  16. Avatar

    Übelkeit

    12. November 2019 10:59 at 10:59

    Ich bin definitiv kein Freund des Flüchtlingszustroms, aber man sollte auch einmal folgendes berücksichtigen: Der Westen hat maßgeblich dazu beigetragen diese Länder zu destabilisieren. Afrika wurde durch unsere Agrar-Subventionen in wenigen Jahren kaputt gewirtschaftet. Vom Selbstversorger in Sachen Landwirtschaft zum Importeur. Ich möchte mal sehen wie manche hochnäsige Besserwisser dort über die Runden kämen. Mit einem Holzboot auf offenen Meer gegen modernste Trawler.

    Und dann diese Naivität nur weil man das System immer noch nicht verstanden hat. Deutschland verzeichnet seit dem WW2 massive zuströme. Die paar Hansel können also nicht für den Wohlstandsverlust und sinkende Reallohne verantwortlich sein. So lange sind die nämlich noch gar nicht da wie die Reallohne fallen. Doof.

    Zum Mitschreiben. Der Finanzsozialismus ist in seiner Endphase. Mit der Aufhebung der Goldbindung fand eine ungedeckte Kreditexpansion statt. Diese hatte mit der dotcomblase ihren Höhepunkt und bis dahin einen positiven Effekt. Ab diesem Zeitpunkt waren die Zinsen bereits so tief und ohne Effekt. Seit diesem Hochpunkt des Papiergeldes mit dotcom findet die Flucht in Gold und andere Sachwerte statt.

    Das Ergebnis des Finanzsozialismus ist die größte Vermogenskonzentration der Geschichte der Menschheit. 1% besitzen soviel wie 99%. Kommen Sie in dem System etwa nicht mehr mit oder warum jammern Sie so über den Zustrom? Da beschwert sich ein Abgehängter bei einem noch Abgehängteren. Doof.

    Lieber mal Hinterfragen weshalb der Hochfrequenzhandel nicht besteuert wird.

  17. Avatar

    Michael

    12. November 2019 11:09 at 11:09

    Wie nicht anders zu erwarten, wurde eine umfangreiche Liste an Schuldzuweisungen und Bösewichten erstellt: Ostdeutsche, Aussiedler, Willy Brandt und natürlich Flüchtlinge. Das ist sehr produktiv, zielführend, problemlösend und konstruktiv. 😉

    Das Problem wurde bereits vor mehreren Jahrzehnten erkannt und diskutiert. Nur passiert ist natürlich gar nichts, wie in der Politik so üblich.

    Ein paar Ideen, wären doch z.B.
    – Beamte und Politiker müssen ebenfalls Beiträge in die Solidargemeinschaft zahlen
    – Gleiches gilt für hohe Einkommen
    – Private zusätzliche Altersvorsorge steuerfrei (zumindest bis zu einer gewissen Obergrenze)
    – Gesetzliche Rente steuerfrei (zumindest bis zu einer gewissen Obergrenze)
    – Versicherungsfremde Leistungen sind vollständig einzustellen

    Alternative: Mit den gesamten Rentenbeiträgen All-in-Long an den Aktienmärkten, da diese ja nur steigen können 😉

  18. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 12. November 2019 | das-bewegt-die-welt.de

  19. Avatar

    foxxly

    12. November 2019 13:33 at 13:33

    @ roberto. ja, es geht um hilfen für wirklich notleidende, nicht um wirtschaftsflüchtlinge: in syrien gab es während des ganzen krieges, viele gebiete wo kein krieg war und statt fand.
    und mit 1 euro kann man vor ort sehr viel mehr ausrichten, als hier mit 10 euro

    ein bedeutender deutscher politiker sagte: „es geht nie um humanität! es geht immer um interessen!“

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      leftutti

      12. November 2019 15:01 at 15:01

      Genau genommen, sagte Egon Bahr eigentlich: In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Was das genau mit der nationalen Asylthematik zu tun haben soll, müssen Sie schon erläutern. Falsch zitierte Aussagen und aus dem Zusammenhang gerissene Zitate sind wenig hilfreich.

  20. Avatar

    md

    13. November 2019 00:31 at 00:31

    also leftutti, kannst du es mal lassen den erdogan als diktator zu bezeichnen. der mann macht gute politik. vor allem für die in der türkei lebenden menschen.
    und mit deinem zuvor geschriebenen gibst du mir ja recht oder.
    Genau genommen, sagte Egon Bahr eigentlich: In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten.

    ich war jetzt wieder drüben. wirklich herrlich die blühenden städte. da ist leben, die cafes, retaurants usw alles gerammelte voll und leben bis tief in die nacht. und das in einer mittelgrossen stadt.
    und soviel an lebenserfreulichem, den menschen gehts gut, das ist fakt.
    ein freund hat mich eingeladen zum schafskopf essen. morgens um 7 uhr abgeholt und zum schafskopfrestaurant, gerammelte voll war es( schafskopf gibts nur von 7-10 uhr ). im steinbackofen gebacken und dann in der mitte getrennt. sieht nicht gerade wie ein gourment aus aber es schmeckt gut ( mit geschlossenen augen ) gehirn zunge backenmuskeln augen habe ich essen müssen 🤣
    aber zurück zum thema, es ist gesellschaftlich gesehen nicht gut wenn man jetzt schuldige sucht und dabei ostdeutsche, asylanten, einsiedler, politiker usw als schuldige erklärt die das rentensystem zum kollabieren bringen würden. und sogar hierbei bilden sich wieder zwei lager rechts und links und das ist fatal.
    bei diesen niedrigen renten im vergleich gegen andere eu staaten ( jetzt nicht gerade rumänien und bulgarien aussuchen als vergleich ) sollten wir mal ordentliche erhöhungen ansetzen.
    eine grundrente zum beispiel von 1000 oder 1200 euro oder höher müssen her. das sind beträge die eh wieder ins system gepumpt werden. oder haben die politiker angst das diese rentner sich noch reich sparen könnten vor dem ableben. 😁 und geld genug ist da.
    wir reden über helikopter geld und vielen anderen dingen und wenns drauf ankommt zieht jeder den schwanz ein. so nicht meine herren.
    von den politikern würde ich mir wünschen das sie auch einen solidaritätsbeitrag leisten in die rentenkasse, das wäre mal lobenswert. die grünen bezahlen freiwillig mehr.😅 es gab mal ne partei die waren bevor sie gewählt waren gegen diäten bzw diätenerhöhungen. welche partei war das nochmal. die müssten für ihre lügenpolitik auch mehr zahlen.
    vg

    • Avatar

      leftutti

      13. November 2019 12:15 at 12:15

      @md, wenn nicht, werde ich dann auch gefoltert und eingesperrt, wie es Erdogan gewöhnlich mit oppositionellen Meinungsabweichlern zu tun pflegt? Alles natürlich im Rahmen und Namen der Terrorbekämpfung 😉
      Lieber md, man nennt so etwas Meinungsfreiheit. So, wie du keine Gelegenheit auslässt, über die Grünen herzuziehen, was ja ebenfalls dein gutes Recht ist.

      Und noch einmal zum Zitat von Egon Bahr: Irgendwie scheint das seltsamerweise etwas schwer verständlich zu sein, weil es bereits zum zweiten Mal fehlgedeutet und für eigene Propaganda uminterpretiert wird. International bedeutet, zwischen zwei oder mehreren Staaten. So etwas wie Außenpolitik, Handelspolitik, militärische oder strategische Bündnisse etc. Und eben nicht national, innenpolitisch.

      Mit dem innenpolitischen Eigeninteresse von Diktatoren, der Unterdrückung von Meinungs- und Pressefreiheit im eigenen Land, der Missachtung und Aufweichung der eigenen Verfassung, wie aktuell in der Türkei unter Erdogan, hat das gar nichts zu tun. Auch nicht mit Erdogans persönlichen Vorlieben, wie Verschwendungssucht, Prunk, Protz, Hochmut, Großmannssucht, Luxus, Korruption und Diskriminierung.
      Eher mit Zweckbündnissen (z.B. zwischen Erdogan und Putin), die den beiden Autokraten Vorteile verschaffen. Es sind wirtschaftliche Interessen ebenso wie politische und geostrategische.

      Erdogan bekommt sein riesiges Freiluftgefängnis für Flüchtlinge, eingekeilt zwischen der Türkei im Norden und Assads Truppen im Süden. Gleichzeitig verdrängt er die verhassten Kurden von der Grenze. Putin kann seine Waffen verscherbeln und andere machtpolitische Interessen, wie die Spaltung der NATO, ausleben. Dem geht es um Erdgas und Waffenlieferungen. Und um geostrategische Belange.

      Gleichzeitig unterstützt der eine die syrische Armee, der andere deren Gegner. Eigentlich pervers, aber ein gutes Beispiel dafür, was Egon Bahr gemeint hat.

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Dubai mit Absturz am Immobilienmarkt – Einkaufsmanagerindex Crash für VAE

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Dubai Innenstadt - der Bauboom geht weiter?

Gut 1/3 der Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) lebt im Emirat Dubai. Was die „harte Wirtschaft“ (Öl) angeht, ist das flächenmäßig viel größere Emirat Abu Dhabi viel bedeutender. Dort sitzt auch das Machtzentrum der VAE. Aber wer an die Emirate denkt, hat zuerst immer nur Dubai im Kopf. Dort läuft seit mehr als zwanzig Jahren eine riesige Sause. Es wird Geld rausgehauen für aufgeschüttete Inseln, Flughäfen, hunderte Wolkenkratzer, Einkaufszentren, Ski-Anlagen, und und und. Die Touristen kommen, aber rechnet sich das alles? Und wohnt überhaupt jemand in all diesen Hochglanztürmen? Öl hat Dubai nicht mehr. Schon im Zuge der letzten Finanzkrise musste der Herrscher von Dubai sich Geld beim eigentlich bestimmenden Emirat Abu Dhabi leihen. Sozusagen Nachbarschaftshilfe innerhalb einer Staatengemeinschaft, fast vergleichbar wie die Griechenland-Rettung innerhalb der EU? 20 Milliarden Dollar Schulden wurden erst dieses Jahr wieder umgeschuldet in die Zukunft.

Jede Menge Schulden in Dubai

Aber in Dubai als Gesamtkonstrukt steckt ein viel größeres systemisches Risiko. Gut 60 Milliarden Dollar Schulden (50% der Wirtschaftsleistung von Dubai) sollen mit der Regierung (dem Herrscher) verbundene Vehikel aufgenommen haben. Dies können zum Beispiel Immobilienentwickler sein, die sich am Markt finanzieren. Viele dieser Schulden sind in den nächsten Jahren fällig. Und nun geschieht folgendes. Der Immobilienmarkt in Dubai ist gerade jetzt so richtig am Crashen. Das wird gerade für kreditfinanzierte Immobilienentwickler zum Problem, und somit für die ganze Volkswirtschaft vor Ort.

Laut den aktuellsten Daten von „Cavendish Maxwell“ für das 3. Quartal sind die Wohnungspreise in Dubai gegenüber dem 3. Quartal 2018 um 16,5% gefallen! Hauspreise sind um 15% rückläufig! In Abu Dhabi sehen die Rückgänge kaum besser aus. Fast schon lustig: Die Bau-Orgie in Dubai scheint immer weiter zu gehen, obwohl schon der gesunde Menschenverstand sagen müsste, dass die Nachfrage nicht immer weiter in exorbitantem Tempo weiter steigen kann.

Preise für Immobilien in Dubai fallen deutlich

Vor Ort scheint man die brutale Krise vor zehn Jahren schon völlig vergessen zu haben. Damals waren die Immobilien-Spekulationen so schlimm ausgeufert, dass Wohnungen in neuen Wohntürmen schon mehrmals verkauft wurden, bevor der Bau überhaupt fertiggestellt war. Tja, nur der letzte Spekulant, der bekam keinen Stuhl mehr ab, als die Musik aufhörte zu spielen. Das Angebot ist das Problem, so auch die Experten von Cavendish Maxwell. Das viel zu große Angebot sei der Auslöser für den Preisverfall in Dubai. Viel zu lange wurde auch viel zu stark auf den Bau von Luxusimmobilien Wert gelegt. Immobilien-Entwickler würden jetzt versuchen potenzielle Käufer mit attraktiven Konditionen zu locken. Einer der größten Player vor Ort appelliert sogar, dass man in Dubai den Bau neuer Immobilien für ein oder zwei Jahre komplett aussetzen sollte, um eine Katastrophe durch das viel zu große Überangebot zu verhindern.

Wer soll den ganzen Spaß bezahlen, wenn der Herrscher des Emirats sich schon Kohle nebenan leihen musste, und wenn die großen staatseigenen Entwickler auch volle Kanne auf Risiko fahren, bei stark sinkenden Immobilienpreisen? Da gibt es nur einen Ausweg. Mann kann es einfach wie in Europa machen. Immer weiter umschulden in die Zukunft. Eine Art Dauerumschuldung, die zum Normalzustand wird. So wird der Vermögensgegenstand des Gläubigers (die Forderung) buchhalterisch auch nie wertlos, wenn der Kredit ständig durch neue Kredite abgelöst wird, mit denen die alten Schulden bedient werden können. Dann kann die Party in Dubai auch endlos weitergehen. Wenn der Gläubiger denn mitspielt. Ansonsten…

Einkaufsmanagerindex fällt deutlich

Das die gesamtwirtschaftliche Lage in den Vereinigten Arabischen Emiraten (also vor allem Dubai und Abu Dhabi) wenig rosig bis sehr kritisch aussieht, belegt auch der gestern veröffentlichte Einkaufsmangerindex für die VAE von IHS Markit. Der Chart reicht bis 2010 zurück. Man sieht den extrem starken Einbruch der letzten Monate von fast 60 bis jetzt auf 50,3 Indexpunkte. Die Schwelle von 50 Punkten ist immer exakt die Trennlinie zwischen einem Wirtschaftswachstum und einer rückläufigen Wirtschaftsleistung. Die VAE rauschen also volle Pulle in die Problemzone. Aber gut. Wie gesagt. Letztlich kann Abu Dhabi den Laden zusammenhalten, wenn man es denn will. Die Weltausstellung 2020 wird in Dubai stattfinden. Bringt dieses Ereignis mehr Touristen, Investoren und einen Wirtschaftsaufschwung? Laut IHS Markit kann dieses Ereignis helfen. Aber wir meinen: Das ist nur ein kurzfristiger Sondereffekt!

VAE PMI von IHS Markit

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Indien gerät in den globalen Abwärtsstrudel

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Das Taj Mahal ist eines der Symbole für Indien

Die nach Kaufkraftparität drittgrößte Volkswirtschaft der Welt Indien erlebt eine deutliche Wachstumsverlangsamung. Die Expansionsrate des indischen BIP fällt auf das niedrigste Niveau seit über 6 Jahren zurück. Ein Alarmsignal für die Weltwirtschaft.

Indien bleibt weit hinter seinen Wachstumsambitionen zurück

Mit 2,7 Billionen US-Dollar ist das Bruttoinlandsprodukt des südasiatischen Landes fast gleichauf mit dem Frankreichs. Bereinigt um die Kaufkraft liegt das Land sogar an dritter Stelle der größten Volkswirtschaften weltweit – noch vor Japan und Deutschland. Daher ist der Einbruch des indischen BIP-Wachstums im dritten Quartal für die Weltwirtschaft durchaus relevant.

Kaufkraftbereinigtes BIP - Indien auf Platz 3

Die Expansionsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichte im dritten Quartal 2019 mit annualisiert nur noch 4,5 Prozent das tiefste Niveau seit dem zweiten Quartal 2013. Der im Vorfeld mehrfach nach unten revidierte Konsens der Ökonomen lag um 0,2 Prozent höher bei 4,7 Prozent.

Damit befindet sich das Land zwar weit jenseits einer Rezession aber dennoch unter seinem langjährigen Durchschnitt: Die jährliche Wachstumsrate des BIP in Indien betrug von 1951 bis 2019 durchschnittlich 6,18 Prozent und erreichte im ersten Quartal 2010 ein Allzeithoch von 11,40 Prozent und im vierten Quartal 1979 ein Rekordtief von -5,20 Prozent. Für ein Entwicklungsland ist allein der starke Verlust an Wachstumsdynamik schon problematisch und sorgt für soziale und politische Spannungen. Zumal die Versprechen der indischen Regierung in den letzten Jahren sehr vollmundig klangen: Indien sollte China überflügeln und die am schnellsten wachsende Wirtschaftsmacht der Welt werden.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Aktuell – Larry Kudlow: Trump nicht bereit für Deal mit China

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Soeben hat sich Larry Kudlow in einem TV-Interview

– Trump empfindet die China-Gespräche positiv

– Trump wird finalen Deal machen

– China muß sich in den schwierigsten Punkten weiter bewegen

– Trump nicht bereit, einen Deal mit China zu unterschreiben

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