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Rentenversicherung zahlt hunderte Millionen Euro an Zinsen – vermeidbar? Alles kein Problem?

Redaktion

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Beispielbild für älteres Paar - Rentenversicherung zahlt Negativzinsen

Die aktuellsten Zahlen des Rentenversicherungsberichts des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigen (Seite 11), dass die sogenannte „Nachhaltigkeitsrücklage“ der Deutschen Rentenversicherung Ende des Jahres 40,7 Milliarden Euro liegen wird, was 1,8 Monatsausgaben der Rentenversicherung entspricht. Also steht das Rentensystem solide da? Von wegen. Was für ein Zerrbild. Abgesehen von dem was gleich noch in diesem Artikel folgt, hier noch ein Zitat der Rentenversicherung vom 5. Dezember: „Die Nachhaltigkeitsrücklage werde jedoch in den kommenden fünf Jahren bis auf den Bereich ihrer Mindesthöhe zurückgehen. Dies hat vor allem demografische Gründe, denn die geburtenstarken Jahrgänge nähern sich aktuell dem Rentenalter.“

Rentenversicherung zahlt hunderte Millionen an Negativzinsen

Neu-Käufer von Staatsanleihen zahlen derzeit in der Regel Negativzinsen. Da der Zinskupon bei 0,00% liegt, und man beim Kauf der Anleihe mehr als den Nennwert der Anleihe von 100,00% zahlt, entsteht effektiv eine Negativrendite. Der Halter der Anleihe (in dem Fall die Rentenversicherung) zahlt mehr, als sie insgesamt zurück erhält. Auch für den Fall, dass sie ihre großen Reservebeträge einfach auf Bankkonten liegen lässt, zahlt sie Negativzinsen. Denn de facto alle Banken leiten den Negativzins der EZB an Halter von Konten mit großen Cash-Beständen weiter. Auch die BILD hat jüngst über diesen Zustand bei der Rentenversicherung berichtet. Von 2017 bis 2021 soll die Rentenversicherung insgesamt mehr als 300 Millionen Euro an Negativzinsen zahlen, wegen ihrer Nachhaltigkeitsreserve. Also im Klartext: Die Rentenkasse muss Zinsen zahlen statt welche zu erhalten, und zwar als Strafe dafür, dass sie dieses Finanzpolster in Höhe von 40 Milliarden Euro angehäuft hat. Frage: Wäre es nicht sinnvoller diese Reserve für die laufenden Ausgaben auszugeben und dafür den Bundeszuschuss zur Rentenversicherung zu reduzieren?

So hätte man bei der Rentenkasse keine Strafzinsen mehr zu zahlen, weil man keine Rücklagen mehr vorhält. Jetzt könnte man verängstigt sagen: Aber dann sind ja keine Rücklagen mehr da, dann kann die Rentenkasse ja ganz schnell pleite gehen. Liebe Leute… die Rentenkasse ist doch längst pleite. Sie kann nur deswegen noch allen Verpflichtungen nachkommen, weil sie jährlich gigantische Milliardensummen aus dem Steuerhaushalt als Zuschuss bekommt. 2018 war es eine Summe von 68,5 Milliarden Euro bei Gesamteinnahmen von mehr als 300 Milliarden Euro (hier mehr Details zu der Schönfärberei des Rentensystems). Der Bund kann bei Bedarf einfach etwas mehr Steuerzuschuss rüberschieben, und zack, das Problem einer möglichen Pleite der Rentenversicherung ist immer gelöst. Aber das Problem der Negativzinsen wäre für die Rentenkasse abgeschafft. Fazit: Ohne die gigantischen jährlichen Steuerzuschüsse hätte die Rentenversicherung eh gar keine Reserven, sondern wäre schon längst zahlungsunfähig. Es hängt also alles an der Höhe der Zuschüsse aus dem Steuerhaushalt!

Ein Kreislaufsystem?

Aber halt. Besteht hier nicht ein absurdes Kreislaufsystem? Wir meinen dabei nicht die Bundeszuschüsse. Denn das wäre ja der Fall, wenn alle Steuerzahler auch in selber Relation Beitragsberechtigte bei der Rentenversicherung wären. Nein, wir meinen ein Kreislaufsystem bei den Negativzinsen. Die Rentenkasse zahlt auf den ersten Blick drauf. Sie zahlt einerseits Negativzinsen bei Anleihen. Aber da sie ja wohl vor allem deutsche Staatsanleihen kaufen wird, landen diese Negativzinsen als Gewinne bei der Bundesregierung, also im Steuerhaushalt. Und hält die Rentenversicherung ihre Cash-Bestände auf Bankkonten, zahlt sie der Bank die Negativzinsen, und die Bank wiederum entrichtet den Negativzins an die Bundesbank. Die wiederum überweist ein Mal jährlich große Teile ihres Jahresgewinns normalerweise an den Staat, also auch an den Bundeshaushalt. Kann man also leicht vereinfacht sagen, dass diese hunderten von Millionen Euros an Negativzinsen, welche die Deutsche Rentenversicherung zahlt, hinten rum wieder in der Steuerkasse landen? Und die Steuerkasse, die schiebt ja sowieso jährlich gigantische Summen als Lebenserhaltungsmaßnahme ins deutsche Rentensystem. Von daher „Geschenkt“, die Wehklage über die Negativzinsen, welche die Rentenkasse auf ihre „Reserve“ entrichtet?

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Bundesbank veröffentlicht erschreckende Zahl für deutsche Banken

Claudio Kummerfeld

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Banken in Frankfurt

Die Coronakrise trifft die Wirtschaft und auch die Banken, das ist verständlich. Aber bei der folgenden Zahl möchten wir betonen, dass es um das Gesamtjahr 2019 geht, also die Zeit noch vor dem Ausbruch der Coronakrise. Las man die großen Medienpublikationen, dann lief ja noch in 2019 alles total rosig in der Wirtschaft. Gut, hier und da eine „kleine Delle“ bei den Autoherstellern. Aber es gab doch de facto Vollbeschäftigung, die Steuereinnahmen sprudelten. Alles war doch irgendwie in Ordnung?

Nein, einige Kritiker wie zum Beispiel Markus Krall weisen seit Jahren auf eine schwelende Krise hin, und auch speziell auf den sich immer weiter fortsetzenden Niedergang der Banken. Und dieser Niedergang sei eine sehr, sehr ernste Angelegenheit für die ganze Volkswirtschaft. Denn wenn Banken Verluste machen, schrumpft ihr Eigenkapital. Und je weniger Eigenkapital, desto weniger neue Kredite können Banken vergeben. Denn jeder Kredit muss mit einem gewissen Eigenkapital-Anteil als Sicherheit für Kreditausfälle hinterlegt werden.

Bundesbank präsentiert Jahresverlust für deutsche Banken

Und jetzt sehen wir was? Die Bundesbank schreibt ganz frisch in ihrem heute veröffentlichten Monatsbericht September, dass die deutschen Banken in der Gesamtbetrachtung (im Jahr 2019) 2,2 Milliarden Euro Verlust nach Steuern gemacht haben. Und das nach einem Gewinn in 2018 in Höhe von 12,2 Milliarden Euro. Und wie gesagt, in diesen 2,2 Milliarden Euro Verlust im deutschen Bankensystem war die gesamte Coronakrise ja noch überhaupt nicht berücksichtigt. Die kommt erst im folgenden Jahr 2020 noch oben drauf.

Der Chart im folgenden Tweet der Barkow Consulting zeigt, wie die deutschen Banken also zu Ende letzten Jahres insgesamt ins Defizit gerutscht sind, nach jahrelangen Gewinnen. Zuletzt waren sie im Zuge der Finanzkrise 2008 zwei Jahre im Minus gewesen. Zur Ehrenrettung der Bankenbranche darf man erwähnen, dass die Großbanken diesen Verlust im Jahr 2019 verursacht haben. Die große Bundesbank-Tabelle zeigt Finanzdaten nach Bankensektoren. Nur die Großbanken machten Verlust. Sparkassen, Volksbanken etc lagen in der Gewinnzone. Aber abwarten, wie das Gesamtjahr 2020 aussehen wird! Können die Zahlen möglicherweise optisch deutlich besser ausfallen, als sie es tatsächlich sind? Denn bis Ende September gilt eine Sonderregel, nach der Banken wegen Corona gestundete Kredite nicht als Kreditausfall abschreiben müssen. Wird diese Sonderregel bis Jahresende verlängert, könnten die Jahreszahlen der Banken für 2020 rein optisch weniger katastrophal aussehen.

Grafik zeigt Finanzdaten deutscher Banken im Jahr 2019

Hier auszugsweise Aussagen der Bundesbank im Wortlaut:

Die Betrachtung der einzelnen Bankengruppen zeigt, dass die Gesamtentwicklung wesentlich durch die Großbanken getrieben wurde. Vor allem aufgrund eines negativen Sondereffekts infolge des strategischen Umbaus bei einem Institut verringerten sich bei den Großbanken der Zins- und Provisionsüberschuss, wodurch die Großbanken einen starken Rückgang ihrer operativen Erträge um 3,1 Mrd € auf 27,6 Mrd € verzeichneten. Die Sparkassen wiesen 2019 mit 29,7 Mrd € um 0,9 Mrd € geringere operative Erträge aus als noch im Jahr zuvor. Die Kreditgenossenschaften konnten hingegen ihre operativen Erträge im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,2 Mrd € auf 22,1 Mrd € steigern. Den mit 1,6 Mrd € größten Anstieg bei den operativen Erträgen auf 20,8 Mrd € im Jahr 2019 verzeichneten die Regional- und sonstigen Kreditbanken.

Auch die Entwicklung der Eigenkapitalrentabilität wurde wesentlich durch den Sondereffekt bei einem Institut aus der Gruppe der Großbanken getrieben. Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern in dieser Bankengruppe brach von 1,14 % im Vorjahr auf – 16,63 % im aktuellen Berichtsjahr ein.

Die Eigenkapitalrentabilität der Sparkassen sank

leicht um 0,33 Prozentpunkte auf 6,86 %. Dagegen steigerten die Kreditgenossenschaften ihre Eigenkapitalrentabilität um 1,04 Prozentpunkte auf 9,23 % und näherten sich damit anders als die Sparkassen ihrem langfristigen Mittel (10,76 %) an.

Chart zeigt Eigenkapitalrentabilität der Banken

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Warum wir technische Innovationen unterschätzen – Werbung

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Lieber Börsianer,

als damals zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts die ersten Autos über die Straßen rollten, wollte niemand so richtig an die Zukunft dieser Vehikel glauben. Sie waren schmutzig, laut und nicht besonders zuverlässig. Lediglich besonders wohlhabende Menschen und technikaffine Bastler interessierten sich für diese Entwicklung. Der Verkehrsalltag wurde, auch nach der Erfindung des Automobils von Kutschen und Pferdekarren dominiert. Die meisten Menschen glaubten daran, dass sich das wohl nie ändern würde. Kaiser Wilhelm II soll gesagt haben: „Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“

Diese Geschichte lehrt uns, wie falsch die meisten Menschen die Tragweite von technischer Innovation beurteilen. Innerhalb weniger Jahrzehnte sind Autos und Lastkraftwagen zur Normalität geworden. Das Pferd als Transportmittel ist hingegen zu einem Exoten für Liebhaber geworden.

Die technische Innovation schreitet seit Menschheitsbeginn immer schneller voran und keine Branche ist davor geschützt, plötzlich obsolet zu werden. Die Kunst liegt darin, diese Veränderungen frühzeitig vorherzusehen. Allerdings ist das gar nicht so einfach, denn den meisten Menschen fällt es schwer das Potential neuer Technologien zu erkennen.

Während sich viele Unternehmen auf eine spezielle Branche fokussieren, kämpfen andere gleich an zahlreichen Fronten. Ein gutes Beispiel ist Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt. Kaum ein Konzern hat die Entwicklung moderner PCs so maßgeblich beeinflusst wie das Unternehmen aus Cupertino. Seit der Jahrtausendwände dringt Apple regelmäßig in neue Märkte vor. Mit dem iPod hat Apple die Branche für mobile Mediaplayer quasi erfunden. Mit dem iPhone revolutionierte Apple den Handymarkt und drängte die großen Player wie Nokia und Blackberry in die Bedeutungslosigkeit. Auch das iPad war das erste massentaugliche Gerät seiner Klasse.

Vor fünf Jahren hat das Unternehmen mit der Apple Watch einen neuen Markt betreten. Anfangs wurde die Computeruhr von vielen belächelt. Geringe Akkukapazität, geringe Leistung. Jetzt auch noch die Armbanduhr jede Nacht ans Ladegerät hängen zu müssen, war für viele Menschen, die erst kurz zuvor von den alten Handys mit schier ewiger Akkuleistung auf die energiehungrigen Smartphones umgestiegen sind, eine Horrorvorstellung.

Die meisten dachten wohl, die Apple Watch wird ein Nischenprodukt für Technikfreaks. Niemand rechnete damit, dass Apple eine ernsthafte Konkurrenz für die altehrwürdige Luxusuhren oder für die Hersteller auf dem Massenmarkt werden könnte.

Wer so dachte, unterlag dem gleichen Irrtum wie einst Kaiser Wilhelm II. Innerhalb weniger Jahre stieg die Apple Watch zur meistverkauften Uhr der Welt auf. Im Jahr 2019 verkaufte Apple 31 Millionen Stück seiner…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Aktuell: Risk Off treibt US-Dollar – Dax, Goldpreis und Euro fallen

Claudio Kummerfeld

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Da hatten wir gerade erst darüber berichtet, dass man als Gold-Trader genauer auf den US-Dollar schauen sollte, dann bewegt er sich kurz darauf tatsächlich. Nur halt in die falsche Richtung, aus Sicht der Gold-Bullen. Der Dollar-Index (Währungskorb gegen Euro, Pfund, Franken etc) prallte bei 92,80 Indexpunkten zum siebten Mal in zehn Tagen nach oben ab, und steigt die letzten Stunden auf aktuell 93,32 Indexpunkte.

Risk Off beeinflusst US-Dollar

Risk Off nennt man das. Hat der Markt aufgrund bestimmter Umstände plötzlich Angst, flieht man in sichere Häfen. Und heute ist dies der US-Dollar. Euro, Pfund und Franken verlieren heute alle gleichzeitig gegen den US-Dollar. Und wenn er schnell steigt, leidet oft auch der Goldpreis. Manchmal ist beim Risk Off auch Gold als sicherer Hafen der große Gewinner. Aber schon seit Wochen schielt der Goldpreis in erster Linie auf den US-Dollar, und nimmt logischerweise die gegenteilige Positionierung ein. Der Goldpreis verliert daher seit heute früh von 1.954 auf aktuell 1.931 Dollar.

Dax, Euro und Goldpreis fallen gleichzeitig

Der Euro verliert seit heute früh gegen den US-Dollar von 1,1870 auf aktuell 1,1784. Von einem schwächeren Euro profitiert in der Regel der exportlastige Dax. Aber nicht so in einem Corona-Umfeld mit steigenden Infektionen und immer mehr Beschränkungen (ganz aktuell zum Beispiel in Bayern). Sowas macht auch in angelsächsischen Medien die Runde, dass sogar im so „erfolgreichen“ Deutschland nun wieder mehr Corona-Restriktionen um sich greifen! Der Dax verliert im Vergleich zu Freitag Abend gut 450 Punkte. Im Chart sehen wir seit Freitag den heute steigenden US-Dollar gegen den gleichzeitig fallenden Dax und Goldpreis.

Chart zeigt Kursverläufe von US-Dollar, Goldpreis, Dax

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