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Rette uns, Janet Yellen!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wenn man böse wäre, könnte man sagen: wie weit ist es schon gekommen, dass sich die Märkte die Rettung erhoffen müssen von einer Oma aus Brooklyn, die spricht, als hätte sie eine heiße Kartoffel im Mund?

Janet-Yellen
Steht heute vor einem Drahtseilakt: Fed-Chefin Janet Yellen
Foto: Federal Reserve

Aber wir sind natürlich nicht böse, deswegen würden wir so etwas natürlich nie behaupten! Vor 52 Tagen hat die Oma, pardon, Frau Yellen, das letzte Mal gesprochen. Das war ihre Pressekonferenz zur Entscheidung, erstmals seit fast zehn Jahren wieder die Zinsen anzuheben. Und seitdem hat der globale Leitindex S&P500 knapp 11% verloren, und die Rendite für die 10-jährige US-Staatsanleihen ist um fast ein halbes Prozent gefallen – am Anleihemarkt ist das gewissermaßen eine Weltreise. Normalerweise müßten die Renditen von US-Staatsanleihen eigentlich steigen, wenn die Leitzinsen steigen – aber diesmal ist es anders.

Die Märkte jedenfalls haben ihren Glauben an das Mantra der Fed verloren, dass die Notenbank in 2016 die Zinsen noch vier Mal anheben wird. Die Fed Fund Futures preisen die Wahrscheinlichkeit eines nächsten Zins-Schrittes schon im März bei fast 0% ein – vor dem Sommer 2017, glaubt man den Fund Fund Futres, wird das erstmal nix mehr. So preist der Fed Fund Future mit Laufzeit Dezember 2016 (Börsenkürzel FFZ6) ein, dass der Zinssatz Ende 2016 bei 0,43% liegen wird – also etwas weniger als noch einen Zinsschritt. Ähnlich der Eurodollar-Future mit Laufzeit Ende 2018 (Börsenkürzel EDZ8): Ende 2018, so die darin zum Ausdruck kommende Erwartung, wird der Leitzins bei 1% liegen (Mitte Dezember waren es immerhin noch 1,8%). Zum Vergleich: geht man nach den Projektionen der Fed selbst, erwartet die amerikanische Notenbank ein Zinsniveau von 3,3%.

Es besteht also eine immer heftigere Differenz zwischen den Erwartungen der Fed selbst und den an den Finanzmärkten eingepreisten Zinserwartungen. Und das bedeutet: wenn Janet Yellen heute bei ihrer Anhörung vor dem US-Kongreß die Märkte nicht schockieren will, muß sie sich ganz erheblich auf die Erwartung der Märkte zubewegen. Tut sie das nicht, macht es bums! Tut sie es, ist das gewissermaßen das Eingeständnis einer Notenbank, dass man die Dinge falsch eingeschätzt hat.

Die Mindesterwartung der Märkte ist, dass Yellen heute praktisch eine Zinsanhebung im März ausschließt. Aber allein das dürfte nicht reichen. Sie muß, zur Begründung, warum im März die Zinsen nicht angehoben werden, auf den Zustand der Weltwirtschaft verweisen, darf aber für die US-Konjunktur nicht zu pessimistisch sein, um nicht die Märkte zu erschrecken. Eine schwierige, eine kaum zu bewerkstellende Gratwanderung.

Und klar, die Rohstoffpreise sind Schuld an der geringen Inflation, aber diese tiefen Preise sind natürlich vorübergehend. Würde sie sagen, dass die Rohstoffpreise dauerhaft niedrig bleiben könnten, wäre das ebenfalls ein Schock für die Märkte (obwohl das alle wissen!). Denn das würde bedeuten, dass die Fed ihren Glauben auch an die US-Wirtschaft zu verlieren beginnt und ihr Inflationsziel in die Tonne werfen kann.

Es ist also ein echter Drahtseilakt für Yellen heute. Und die Absturzhöhe ist erheblich bei diesem Drahtseilakt – dessen sollten sich die Märkte besser bewußt sein..

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Ich

    10. Februar 2016 12:17 at 12:17

    Ich liebe diese bissigen Kommentare :)

  2. Avatar

    Juke

    10. Februar 2016 12:20 at 12:20

    Als weibliche Leserin verstehe ich nicht, warum es notwenig ist, Frau Yellen etwas abschätzig als „Oma“ zu bezeichnen.
    Schreiben Sie doch bitte auch bei Stanley Fisher demnächst „Opa“, da er sogar noch knapp 3 Jahre älter als Janet Yellen ist. Vielen Dank.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      10. Februar 2016 12:22 at 12:22

      @Juke, Sie haben Recht! Wir werden den Fed-Vize Fischer ab jetzt nur noch als „Opa“ oder „Opa Fischer“ titulieren!

      • Avatar

        Juke

        10. Februar 2016 12:31 at 12:31

        Sehr gut! ;-)
        Bitte machen Sie trotzdem weiter so, ich lese Ihre Seite sehr gerne.
        Grüße aus Ottensen,
        Juke

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          10. Februar 2016 12:33 at 12:33

          Machen wir @Juke! Und Grüsse nach Ottensen, wo ich viele Jahre meines Lebens verbracht habe. Davon ca. 2 Jahre alleine im Familieneck..

  3. Avatar

    klack

    10. Februar 2016 13:05 at 13:05

    Eine durchgeknallte Pfarrerstochter wandert nicht mehr ins Kloster ,sondern ins Kanzleramt
    Eine Omi ,die einfach keine Kartoffel mehr kauen kann,landet nicht betreut im Altersheim,sondern sieht sich noch in der Lage eigenverantwortlich Finanzentscheidungen zu treffen.
    Die Welt ist aus den Fugen geraten bei all diesen verantwortlichen Personen.

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Warum ich keine Lieblingsaktien habe! – Werbung

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Lieber Börsianer,

was ist Ihre Lieblingsaktie? Welchem Titel halten Sie unbedingt die Treue und gehen quasi mit ihm durch dick und dünn? Hier verzeihen Sie auch einmal schlechte Nachrichten, weil Sie von dem Unternehmen wirklich überzeugt sind. Das Phänomen der Lieblingsaktie kann auch gleich für eine ganze Branche gelten. So schworen viele Privatanleger vor einigen Jahren auf Unternehmen aus der Edelmetall-Branche. In fester Erwartung eines Euro-Untergangs wurde diese Branche für viele Privatanleger zum bevorzugten Ort der Investition.

Typisch für eine solche Situation ist, dass wir die Nachrichtenlage dann nur noch sehr eingeschränkt wahrnehmen. Schlechte Nachrichten zu unserer Lieblingsaktie blenden wir aus. Gute Nachrichten hingegen bewerten wir in ihrer Bedeutung für die Kursentwicklung über. Mehr noch: Oftmals bilden wir in unseren Lieblingsaktien deutliche Übergewichtungen in unseren Depots, weil wir hier gerne mehrfach kaufen. Plötzlich steht Ihre Lieblingsaktie dann für 10 oder 20 % Ihres Gesamtdepots. Wenn Ihre Lieblingsaktie dann einmal schwächelt, ist Ihr Depot aufgrund der Übergewichtung chancenlos.

Aber wie entsteht eigentlich so eine Lieblingsaktie in unserem Depot? In aller Regel steht am Anfang zunächst eine starke Performance. Folglich mögen wir diese Aktie, weil sie uns eben zunächst viel Rendite beschert hat. Am besten können wir die Produkte unseres Lieblingsunternehmens im Alltag auch noch erfahren und quasi anfassen. Tatsächlich schätzten in der Vergangenheit viele deutsche Privatanleger die Aktien von BMW oder Daimler, weil sie privat ein…..

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Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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