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Rezession – der Abschwung kommt am Arbeitsmarkt an

Hannes Zipfel

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am

Die Bundesagentur für Arbeit rechnet in den kommenden Monaten mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Neben saisonalen Effekten ist nun auch die Rezession der deutschen Industrie am Arbeitsmarkt spürbar.

Rezession und saisonale Effekte

Zwar dürften die am kommenden Mittwoch zur Veröffentlichung anstehenden Zahlen nochmals einen Rückgang der Arbeitslosigkeit anzeigen, spätestens ab November rechnet die Bundesagentur für Arbeit (BA) jedoch bedingt durch jahreszeitliche Effekte mit einem beginnenden Abschwung am deutschen Arbeitsmarkt.

Ein weiterer Grund für die von der Bundesagentur (BA) erwartete Eintrübung rührt aus der konjunkturellen Entwicklung: Das für Oktober ermittelte Arbeitsmarktbarometer der IAB, eine Tochter der BA, zeigt einen sich nach kurzer Erholung wieder fortsetzenden Abwärtstrend bei der Einstellungsneigung in Deutschland:

Rezession kommt am Arbeitsmarkt an

Auch die Einkaufsmanager-Indizes für Deutschland bestätigen eine heraufziehende Rezession. Gemäß IHS Markit waren zuletzt neben dem Auftragseingang und der Produktion auch die Beschäftigung rückläufig. Der Gesamtindex für das deutsche verarbeitende Gewerbe stürzte auf den tiefsten Stand seit 2009:

Einkaufsmanagerindex Chart

Die Sorge vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ist zwar in Deutschland noch gering ausgeprägt, dennoch leiden die Erwartungen für das zukünftige Einkommen bereits spürbar (siehe Tabelle unten). Der Grund dafür liegt darin, dass die Unternehmen ihre Mitarbeiter, vor allem die Hochqualifizierten, halten möchten, aber gleichzeitig wegen des massiven Kostendrucks die Kurzarbeit hochfahren. Für die betroffenen Arbeitnehmer bedeutet dies signifikante Einkommenseinbußen.

Dass die Stimmung beim Konsum langsam kippt, kann man an dem Abwärtstrend beim Konsumklima in Deutschland erkennen, das monatlich von der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg (GfK) gemessen wird und am vergangenen Freitag erneut veröffentlicht wurde:

Konjunktur- und Konsumdaten Tabelle

In den Zahlen sieht man deutlich, wie das Thema Rezession analog zu den Konjunkturerwartungen eine immer größere Rolle spielt. Herrschte im Oktober 2018 noch ausgeprägter Optimismus in Sachen Konjunkturerwartung vor, so ist dieser Wert Ende Oktober auf -13,8 regelrecht abgestürzt.

Zwar wird für Oktober nochmals mit einer rekordniedrigen Arbeitslosenzahl gerechnet, doch das liegt hauptsächlich an dem starken Anstieg der Kurzarbeit, die die Freisetzung von Arbeitskräften noch verhindert. Der Abbau der Arbeitslosigkeit hat sich im Verlauf dieses Jahres bereits spürbar verlangsamt: Der Rückgang schwächte sich im Vergleich zum Vorjahr von Monat zu Monat weiter ab. Im September gab es ca. 22.500 Arbeitslose weniger als ein Jahr davor. Im Vergleich dazu hatte der Abstand im Februar 2019 zum Vorjahresmonat noch 173.200 Stellen betragen.

Fazit und Ausblick

Die bislang als Stütze des deutschen Konsums gefeierte Robustheit des Arbeitsmarktes gerät allmählich in den Strudel des industriellen Abschwungs. Die Stimmung der Arbeitnehmer ist bereits gekippt. Dazu kommt in den nächsten Monaten noch die witterungsbedingt geringere Nachfrage nach Arbeitskräften in saisonabhängigen Branchen. Berücksichtigt man die weiterhin rückläufige Auftragslage in der Industrie, dann sind für die nächsten Monaten weitere Freisetzungen von Arbeitskräften vorprogrammiert.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    daulini

    28. Oktober 2019 17:12 at 17:12

    …und die Börsen steigen weiter

    • Avatar

      Trigo

      28. Oktober 2019 18:13 at 18:13

      Seit wann haben „Börsen“ etwas mit Wirtschaft zutun?

    • Avatar

      Querdenker aus München

      29. Oktober 2019 13:45 at 13:45

      Die Börsenkurse steigen deshalb weiter, weil alles nachgedruckte Geld (Fiatmoney) der EZB wegen Anlagenotstand dorthindrückt. Mit Wirtschaft hat das freilich nichts mehr zu tun.

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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am

„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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