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Rezession – heute das Signal vom US-Anleihemarkt!

Wann kommt eine Rezession – und kann man sie vorhersagen? Blickt man auf die Geschichte der Finanzmärkte, lautet die Antwort: ja!

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Wann kommt eine Rezession – und kann man sie vorhersagen? Blickt man auf die Geschichte der Finanzmärkte, lautet die Antwort: ja, man kann sie vorhersagen. Genauer: die Anleihemärkte sagen regelmäßig korrekt das Eintreten einer Rezession voraus! Mithin sind also die US-Anleihemärkte ein viel besserer Prognostiker als jeder Volkswirt..

Bekanntlich ist die Zinskurve in den USA weitgehend invertiert, sprich: für Anleihen mit kürzerer Laufzeit erhalten Käufer mehr Rendite als beim Kauf von Anleiihen mit längerer Laufzeit. So lag heute morgen die Rendite für eine 3-Monate laufende US-Anleihe derzeit bei 2,01%, die Rendite der 10-jährigen US-Anleihe jedoch nur bei 1,65%. Und das ist schon deshalb ungewöhnlich, weil naturgemäß die Risiken bei längeren Laufzeiten für den Investor eigentloch höher ist, schlicht weil der Zeitraum länger ist, in dem etwas „schiefgehen“ kann.

Wenn die Zinskurve so eindeutig invertiert ist wie derzeit, dann kann das eigentlich nur zweierlei bedeuten: die Märkte erwarten einen Zinssenkungszyklus, weswegen die kürzer laufenden Anleihen höher rentieren als länger laufende Anleihen, weil letztere von diesem Zinssenkungszyklus stärker betroffen sind. Oder es bedeutet: es kommt eine Rezession!

Nun gibt es zwei maßgebliche Zinskurven, auf die US-Investoren besonders achten wenn es um das Thema Rezession geht: erstens die 3-momatige und die 10-jährige US-Anleihe (deren Renditen schon viele Wochen invertiert sind), und zweitens die 2-jährige und die 10-jährige US-Anleihe. Letztere steht derzeit besonders im Fokus, weil auch sie nun kurz davor ist, zu invertieren, sprich die 2-jährige US-Staatsanleihe mehr Rendite bringt als die 10-jährige. Gestern lag der Spread, also die Renditedifferenz der beiden Anleihen, nur noch minimal über Null, nämlich bei acht Basispunkten (0,08%).

Womit wir wider beim Thema Rezession wären. Denn sämtlichen der letzten sieben Rezessionen in den USA in den letzten 50 Jahren ging eine Invertierung der Zinskurve der 2-jährigen und der 10-jährigen Anleiherendite voraus:

Der spread der 2-jährigen und der 10-jährigen gibt zuverlässig Aufschluß über das Eintreten einer Rezession
(Chart: https://www.gurufocus.com/yield_curve.php)

Daher blicken die US-Finanzmedien nun mit Argusaugen auf die Zinskurve gerade dieser beiden Anleihen. Und wahrscheinlich blickt gerade auch die mit ehemaligen Goldman Sachs-Mitarbeitern gesprickte Trump-Administration (vor allem US-Finanzminister Mnuchin) auf diese drohende Invertierung und hat daher gestern das Signal gegeben, dass man vor einer Eskalation des Handelskriegs doch zurück schreckt mit der Aufschiebung von Zöllen für zentrale Produktgruppen wie Smartphones, die besonders wichtig sind im Weihnachtsgeschäft. Denn es macht schon ein Unterschied für die ohnehin hoch verschuldeten US-Konsumenten, ob sie ein iPhone für 1000 Dollar verschenken oder eines für durch Zölle im Preis auf 1100 hochgesetzte iPhones.

Und: wenn eine Rezession kommt, wird es für Trump schwer, wieder gewählt zu werden – „it´s the economy, stupid“, wußte schon Bill Clinton wenn es um die Chancen ging, eine Wahl zu gewinnen.

Das Siganl nun für die Rezession ist soeben eingetreten: erstmals seit 2007 invertieren die 2-jährige und die 10-jährige US-Anleihe – good luck, Donald:

 

 

Die Wall Street fürchtet eine Rezession und blickt daher gebannnt auf die Anleihemärkte

13 Kommentare

13 Comments

  1. Marcus

    14. August 2019 12:29 at 12:29

    Das ist jetzt vielleicht eine reichlich dumme Frage, aber besteht bei einer negativen Zinsstrukturkurve eigentlich auch eine Invertierung oder wie liest man das genau ? Weil der Chart für die deutsche Kurve sieht eigentlich nicht invertiert aus.

    • BrettonWood

      14. August 2019 15:28 at 15:28

      Sobald es ein – vor der Zahl hat muss man Spiegelverkehrt denken, damit man die Inverierung erkennt.

      Grösser oder positiver ist in dem Falle näher bei 0.00

      Wenn eine 10 Jährige -0.1 gibt und eine 2 Jährigen -1% dann gibts keine Invertierung, da die 10 Jährige ‚besser‘ rentiert (oder besser gesagt weniger kostet) als die 2 Jährige.

      Umso länger die Laufzeit umso tiefer der Negativzins dann ist keine Invertierung gegeben, also genau das umgekehrte wie bei positiven Zinsen da sollte bei der längsten Laufzeit auch die grösste Zahl stehen.

      Wenn wir aber (wie jetzt aktuell)
      -.01 % auf die 2 Jährige
      -1 % auf die 10 Jährige haben dann ist das ebenfalls eine invertierte Zinskurve….

      • Marcus

        14. August 2019 16:27 at 16:27

        Liegt das Geheimnis quasi darin sich das alles spiegelverkehrt vorzustellen ? Die Erklärung ist logisch, danke @BrettonWood.

    • Robert Schröder

      14. August 2019 15:52 at 15:52

      @ Marcus

      Wo kann man denn vergleichbare Grafik zu Deutschland einsehen?

      • Marcus

        14. August 2019 16:25 at 16:25

        Auf investing.com unter Bonds finde ich ist das ganz gut dargestellt.

  2. Pingback: Aktuelles und Interessantes vom 14. August 2019 | das-bewegt-die-welt.de

  3. BrettonWood

    14. August 2019 15:19 at 15:19

    Die 10 Jährige Bundespbligation CHF macht aktuell täglich neue Rekordtiefsstände wir sind nun ganz knapp vor -1% auf eine 10 Jährige, ich denke -1% wird noch diese Woche durchbrochen. Invertierungen der Zinskurven gibts in der Schweiz auch schon für Retailkunden, eine 5 Jährige Festhypothek ist günstiger als die Liborhypo. Die 10 Jährige ist noch 0.02% über dem Liborsatz & die 2 Jährige und 3 Jährige Festlaufzeit ist auch bereits invertiert.

    Bald gehts auf in den ruinösen Preiskampf bzw da sind wir schon bald wird es auch in der Schweiz negative Zinsen auf Hypotheken geben die ersten Institutionellen konnten solche Geschäfte schon schliessen:
    https://www.handelszeitung.ch/invest/erste-kantonalbanken-gewahren-kredite-mit-negativzinsen

    Es brechen alle Dämme…

  4. Diesel

    14. August 2019 17:27 at 17:27

    Danke @Markus! Eine sehr gute Quelle

  5. Diesel

    14. August 2019 17:40 at 17:40

    @BrettonWood Der Stein scheint ins Rollen gebracht worden! Bin auf das Ergebnis gespannt…

  6. barthez72

    14. August 2019 19:52 at 19:52

    ochh , solange man die 0 Achse nach Belieben verschieben kann läuft et doch. :-))
    Und liebe Leute biite vergesst nicht ,dass der Interbanken total gestört ist und von den ZB´s übernommen wurde.
    mfg

  7. barthez72

    14. August 2019 19:58 at 19:58

    ups, Interbankenmarkt natürlich.sorry,aber hier geht am Meereshorizont gerade der Vollmond hoch,immer diese Magnetfelder……… tststs

  8. Marko

    14. August 2019 22:34 at 22:34

    Also sind somit die Anleihemärkte „gottgleich“ …
    ? Das ist doch die Aussage ?

    O.k. gehen wir mal von einer Rezession aus, nur dann würden die Anleihemärkte steigen und die Zinsen fallen. Ins Negative, das da eine noch viel massivere Differenz entstünde, zwischen dem Markt und dem Anleihemarkt ist offenbar egal..

    Das würde bedeuten , das „Giralgeld“, bzw. der Geldumlaufkreis würde besteuert werden..

    Na dann, holla, die Waldfee.. 😀

    Mit Minus-Zinsen beim giralgeld bzw. / plus Zinsen für die Kreditnehmer, müsste man aber dann auch bei den Krediten rechnen müssen/können/dürfen ?

    Jeder nimmt Kredite auf und gut ist.. ! Wer das bezahlt.. ? der Sparer !

    Oder habe ich da etwas falsch verstanden.. ? die Banken geben Ihre zu bezahlenden negativen Einlagezinssätze an die Giralgeldbesitzer weiter, über Minuszinsen und die Menschen , die Kredite zahlen müssen , sei es wegen eine Immobilie , da bleibt alles beim Alten… ?

    Wieso soll „nur“ der deutsche Staat keine Zinsen bezahlen, wieso nicht Plus-Zinsen für Kredite für alle ? 😀

    Wenn die Banken konsequent sind, müssen die Banken auf Kredite 0 % Zinsen anbieten, egal auf was ! (bei sicheren Kunden sogar positiv – Zinsen auf Kredite ! )

    Ob das so schlau wäre, sei mal dahingestellt ? 😉 😀

    • BrettonWood

      15. August 2019 06:47 at 06:47

      Diese Utopien sind ein guter Indikator wo der Markt steht. Warum nicht Minuszinsen für alle? Also diese Antwort sollte man sich selbst geben können. Wenn man negativ Zinsen auf den Konten zahlen muss lassen die Leute eben das Geld nicht mehr auf der Bank, gerade die Deutschen oder Schweizer nicht, den diese sind Nettosparer und nicht Nettoschuldner, das heisst der negative Effekt auf eine Volkswirtschaft die Nettosparer sind ist grösser als der positive das ändert sich dann wenn man Nettoschuldner ist wie die Amis, dann ist der positive Effekt gross, da die Last die alle tragen müssen in Form von Negativzinsen auf den Aktiven geringer ist als die Kreditzinsen die ich erhalte (im Total). Volkswirtschaften die Nettosparer sind würden in der Folge:
      Noch mehr in Sachwerte gehen
      Geld von den Konten abziehen

      Nun haben die Banken ein Problem die kurzfristigen Gelder die Sie mit Negativszinsen belasten schwinden, weg in die Aktien, Immobilien, Edelmetallmärkte und gleichzeitig stehen langfristige Kostenblöcke von Krediten welche Zinskosten auslösen, so funktioniert die Fristentransformation nicht, das Eigenkapital schwindet in 0, nichts in den megativen Bereich (3-5% sind rasch weg) und die Banken müssen mit Staatsgeld unterlegt werden, da sie die langfristigen Pflichten nicht mehr erfüllen können.

      Das grosse Institutionelle mit der digitaliserung neu die Möglichkeit haben, zB Hypothekendarlehen direkt zu vergeben ggf über eine Serviceplattform führt dazu das noch ein Hauptbereich parallel am Wegbrechen ist für die Banken.

      Auch wenn es natürlich nicht wahr ist, hat halt ein Staat immer die bessere Benität als ein Einzelner, auch Griechenland hat die bessere Bonität wie du und ich, daher müssen die auch kaum oder keine Zinsen zahlen und wir bezahlen immer noch mehr oder weniger die gleichen Zinsen.

      Wobei auch dies wird sich ändern, aber nicht aus dem von dir beschriebenen Mechanismus, sondern aus dem Ruinösen Preiskampf heraus, wenn man nur noch, wenn auch wenig Geld zB mit Hypotheken verdienen kann, dann werden die Anbieter den Markt bzw Ihre Marge mit immer tieferen Angeboten zerstören. Es ist ja besser wenn ich eine Hypothek zu 0.01 verleihe als der EZB -0.4 zu zahlen, und da ist es auch noch besser eine Hypothek zu geben für -0.1 als -0.4

      Am Schluss steht immer die Frage was ist die Alternative, das Problem ist das die Banken kaum langfristige Gelder halten und nur wenig EK haben, das ist schon bei positiven Zinsen immer eine Herauaforderung.

      Die Bank hat immer nur 5% des Geldes wirklich verfügbar das Sie allen Leuten schuldet. Desshalb ist ein bankrun auch gefährlich gut von ganzen existierenden Geld (Giral& Bar) sind Weltweit gerade mal ca 3% als Münzen und Noten tatsächlich verfügbar der Rest existiert sowieso nur im Computer, 97% der Geldmenge M0 ist nicht mehr oder weniger als ein Bitcoin, alleine ein digitaler Eintrag. Bargeld ist insofern bereits selten.

      Wenn es jun negative Zinsen gibt für Schulden dann ist dass das sichere Ende, die Verschuldung wird dann auf in Niveau gehoben welche man nie mehr bedienen kann. Stell dir mal vor du müsstest ka nur genügend Kredit aufnehmen und du würdest jedes Jahr soviel Geld bekommen wie du heute Lohn hast….wer soll den noch arbeiten? So Funktioniert das halt einfach nicht….wer soll dieses Geld erwirtschaften? Niemand genau es kann gar niemand mehr erwirtschaften da niemand mehr arbeitet Kredit halten reicht zum Leben….das gibt Hyperinflation den die Geldmenge kann nur Gedruckt werden….

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Anleihen

Fed: Das rollende QE-Programm

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Wer hätte das gedacht?! Die Fed startet noch vor der EZB ein neues QE-Programm. Das Volumen der Geldschöpfung ist ebenso atemberaubend, wie ihr Tempo. Nicht weniger erstaunlich ist die Tatsache, dass die US-Notenbank die Öffentlichkeit über den Charakter ihre Aktivitäten dreist belügt.

Fed: Das QE, das keines sein darf

Im Anschluss an die jüngste Zinssitzung sagte der Fed-Chef Jerome Powell bezüglich eines möglichen QE-Programms: „Wir könnten die Bilanzsumme wieder ausweiten, wenn dies nötig werden sollte“. Wer hätte gedacht, dass dies noch während Mr. Powell sprach, schon geschah?

Im Zuge der Liquiditätsengpässe am US-Geldmarkt hatte die Federal Reserve ihre Bilanz in der vergangenen Woche um 75 Mrd. US-Dollar ausgeweitet. Für diese Woche hat sie eine weitere Aufblähung ihrer Bilanz angekündigt. Am Freitag dieser Woche wird die Bilanzausweitung bereits 165 Mrd. Dollar betragen. Erstaunlich, wenn man bedenkt, wie inbrünstig die Fed die Notwendigkeit weiterer geldpolitischer Lockerungsschritte zuletzt abstritt, weil ja angeblich alles so toll laufe in der US-Wirtschaft. Jetzt hat die US-Notenbank plötzlich sogar die EZB in Sachen QE im Volumen und in der Geschwindigkeit rasant überholt. Mengenmäßig werden die Amerikaner bereits bis Ende dieser Woche so viel Geld gedruckt haben, wie die EZB ab 1. November für siebeneinhalb Monate geplant hat.

Erstaunlich ist, dass die Geldpolitiker aus Washington in Person von Loretta J. Mester vehement leugnen, eine mengenmäßige geldpolitische Lockerung durchzuführen, nichts anderes bedeutet ja QE, also Quantitative Easing, übersetzt.

QE-Realitätscheck

Machen wir also den Realitätscheck: Fakt ist, dass die Fed erstmals letzten Dienstag Dollars in den US-Geldmarkt gepumpt hat. Konkret waren es am 17. September 53 Mrd. US-Dollar. Doch woher kam das Geld und warum hat es die Bilanz der Fed aufgebläht? Die Fed hat das Privileg, US-Dollars digital per Mausklick aus dem Nichts zu erschaffen, wie jede andere Notenbank heutzutage auch. Wenn eine Zentralbank dies tut, dann baut sie bilanztechnisch eine Forderung in der Höhe des neu geschaffenen Geldvolumens gegen sich selbst auf. Es entsteht dadurch eine Position auf der Passivseite der Bilanz. Mit diesem, aus dünner Luft erzeugten Geld, kann die Notenbank zum Beispiel Staatsanleihen der eigenen Regierung von Banken aufkaufen oder vorübergehend in Pension nehmen. Diese Wertpapiere würden dann auf der Aktivseite der Notenbankbilanz als Gegenstück zu der Dollarforderung gegen sich selbst gebucht. Die Bilanzsumme hätte sich also durch diese Offenmarkttransaktion erhöht (QE).

Indem die Fed also z. B. heute erneut 75 Mrd. US-Dollar in den Geldmarkt pumpt erhöht sie zunächst die Passivseite der Bilanz. Als Ausgleich erhält sie von den Marktteilnehmern Staatsanleihen als Sicherheit (Wertpapierpensionsgeschäft). Die erzeugten Dollars stehen dem Repo-Markt aber nur über Nacht zur Verfügung. Würde die Fed diese Transaktion also nicht verlängern (rollieren bzw. revolvieren), würde die Bilanzsumme wieder schrumpfen. Nun hat die Fed aber für die kommenden Tage bis einschließlich Montag die Fortführung dieser Marktunterstützung angekündigt. Darüber hinaus hat sie für Montag, Donnerstag und Freitag längerfristige Liquiditätsspritzen mit den Ablaufterminen 08., 10. und 11. Oktober angekündigt. Die dafür hinterlegten Staatsanleihen bleiben also bis mindestens dahin auf der Bilanz der Fed. Solange diese Offenmarktintervention anhält, ist die Bilanz der Fed aufgebläht und es handelt sich ergo um ein QE, wenn auch ein Außerordentliches.

Fazit

Die Fed ist gerade dabei, ihre Reputation im Eilzugtempo zu beschädigen. Man war es ja schon gewohnt, dass die Damen und Herren Gouverneure mit ihrer Verbalakrobatik eher Desinformation als Information betreiben, aber die Art und Weise der jetzigen Lügerei und sinnfreien Dementis grenzt schon an Schizophrenie. Man kann nur hoffen, dass die „Währungshüter“ ihre eigenen Unwahrheiten nicht glauben. Es wird spannend, zu beobachten, wie lange diese Posse noch andauert. Oder glauben die US-Notenbanker tatsächlich, dass sie ihren Spagat zwischen Schönwetter-Rhetorik und der Realität auf ewig durchhalten können? Die Bank of Japan muss ihr schon seit letztem Oktober zur Seite springen, um die Verkaufswelle amerikanischer Staatsanleihen aus den Beständen der Peoples Bank of China aufzufangen. Aber der sich verschärfenden heimischen Liquiditätsklemme muss die Fed in Bälde selbst ein reguläres QE entgegensetzen.

Beispielfoto eines FOMC-Meetings der Fed

Beispielfoto eines FOMC-Meetings der Fed.

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Anleihen

Risk Off Trade ist sprunghaft wieder da – Rundumflug durch die Charts

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Der Risk Off Trade ist ganz plötzlich wieder sichtbar. Immer wenn große Institutionelle (oft computergesteuert) mehr Risiko eingehen wollen, gehen sie in Schwellenländerwährungen, riskante Anleihen etc (Risk On). Immer wenn man glaubt, dass durch globale Ereignisse das Risiko für die eigene Geldanlage schnell minimiert werden muss, wird der Risk Off Trade aktiviert. Dann schichtet man zügig um in den US-Dollar, in den Schweizer Franken, deutsche Bundesanleihen und Gold. Und durch die vorhin bekannt gewordenen Gedanken von Donald Trump, dass er nur einen großen Handelsdeal mit China will (also kein kleiner Kompromiss möglich), steigt plötzlich wieder die globale Unsicherheit vor einem weniger guten Ausgang im Handelskrieg. Risk Off startet wieder – in welchem Umfang und wie lange, ist natürlich aktuell unklar. Der Dollar-Index steigt (Chart seit Dienstag).

Risk Off Trade - Dollar steigt

Euro und Pfund vs US-Dollar fallen, da wie gesagt tendenziell ganz aktuell der Geldfluss in Richtung US-Dollar läuft (EURUSD und GBPUSD im folgenden Chart übereinander gelegt, Verlauf seit Dienstag).

Risk Off Trade - Euro und Pfund vs USD

Im folgenden Chart haben wir ebenfalls seit Dienstag den US-Dollar-Verlauf dargestellt gegen den südafrikanischen Rand, den ungarischen Forint sowie den polnischen Zloty. Die selbe Bewegung heute Nachmittag. Der Dollar zieht stark an, die vermeintlich riskanten Währungen werten ab.

Im folgenden Chart haben wir USD vs Schweizer Franken und Gold vs USD übereinander gelegt. Da Gold und Franken ebenso als Fluchtziele gelten wie der US-Dollar, fallen die Kursausschläge hier eher uneinheitlich aus. Wohin mit den Kursen, wenn USD und der Gegenpart beide gefragt sind?

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Anleihen

Cash Crunch – was läuft da schief?

Panik am US-Geldmarkt – Hintergründe zu dem, was noch viele Rätsel hinterlässt!

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In den letzten Tagen hat es merkwürdige, geradezu historische Bewegungen mit einem Cash Crunch an den US-Geldmärkten gegeben, genauer gesagt an den Repo-Märkten. „Repo“ steht für „repurchase agreement“, auf deutsch eine „Rückkauf-Vereinbarung“. Dieses „repurchase agreement“ ist ein Vehikel für Investoren, eine (US-Staats-)Anleihe zu kaufen und sich dabei ca. 90% bis 95% des Kaufpreises dieser Anleihe zu leihen, wobei dann die gekaufte Anleihe als Sicherheit für diesen „Kredit“ hinterlegt wird. In der Regel verkauft ein „dealer“ die Staatsanleihe und kauft sie dann am nächsten Tag wieder zurück – daher der Name „repurchase agreement“ („Rückkauf-Vereinbarung“).

Mit anderen Worten: ein Investor kauft eine US-Staatsanleihe und hinterlegt als Sicherheit für den dafür gewährten Kredit die (weitgehend risikolose) US-Staatsanleihe als Sicherheit für das geliehene Geld. Faktisch haben wir es also mit einem Mechanismus zu tun, der den Kauf von Staatsanleihen fördern soll, indem die Investoren gewissermaßen nur wenig Geld investieren müssen, um eine Staatsanleihe zu kaufen! Der durchschnittliche Zinssatz, zu dem dieser aufgenommene und durch die gekaufte Staatsanleihe besicherte Kredit aufgenommen wird, ist die repo rate.

Große Institutionen, die mehr als die von der Fed festgelegten Geldreserven bei der Notenbank geparkt haben, leihen in der Regel diese überschüssige Liqudidität an andere Banken oder Geld-Instituionen zu einem Zinssatz, den die Fed festgesetzt hat als „effective federal funds rate“. Mit dem Anstieg der repo rate sind ist aber auch die effective federal funds rate (der Zinssatz, zu dem sich US-Banken untereinander über Nacht Geld leihen) deutlich gestiegen, und zwar über den eigentlich von der Fed mit einer Obergrenze versehenen Zinssatz! Das zeigt einen Kontrollverlust der mächtigsten Notenbank der Welt!

 

Die Fed und der Cash Crunch

Normalerweise hält sich die US-Notenbank Fed aus diesem Markt heraus – aber die Ereignisse der letzten Tage mit einem gewaltigen Cash Crunch haben die Fed (in Gestalt der New York Fed) gezwungen, einzugreifen, nachdem die repo rate am Montag bis knapp unter 10% nach oben geschossen war. In den letzten drei Tagen hat die New York Fed nun ca. 200 Milliarden an Liqudität in den Repomarkt gepumpt, um die Liquiditätsknappheit, die in dem massiven Anstieg der repo rate zum Ausdruck kam, zu lindern. Gestern etwa bot sie 75 Milliarden Dollar an – aber die Nachfrage war mit 84 Milliarden Dollar größer als das Angebot. Daher wird die Fed heute erneut zur Tat schreiten – und es stellt sich die Frage, was da faul ist am Geldmarkt, dass dieser Schritt erneut nötig ist:

Aufgrund der Regularien (z.B. Dodd–Frank Act) sind viele Finanzinstutionen gezwungen, einen bestimmmten Bestand an Anleihen in ihrem Portfolio zu halten – sie müssen daher solche Anleihen regelmäßig kaufen. Nun war aber offenkundig bei den „dealern“ zu wenig Dollar-Liquidtät vorhanden, um die Nachfrage nach diesen Repo-Geschäften bedienen zu können – Geld war also knapp, daher stiegen die Kosten für das Geld respektive die Kosten für den gegebenen Kredit, den die Dealer von den Käufern der Staatsanleihe forderten. Da die Invstoren aber aufgrund der Regularien eben kaufen müssen, sind diese Käufe für diese Investoren zu extrem ungünstigen Konditionen passiert, als die repo rate in Richtung 10% schoss. Faktisch machen also diese Investoren riesige Verluste in diesem Cash Crunch!

Warum diese Knappheit entstanden ist – und offenkundig nach wie vor anhält – ist nach wie vor nicht ganz klar (massive Emmission neuer Staatsanleihen durch die US-Administration und Steuerzahlungen von Banken sind zwei mögliche Gründe). Faktisch dürften die Geldreserven, die die Banken bei der Fed hinterlegt haben, zurück gegangen sein, weil die Bilanzsumme der Fed mit ihrem QT (quantitative tightening) kleiner geworden ist:

„The most popular narrative is that of dwindling bank reserves at the Fed. These are reserves often made available to other financial institutions for overnight borrowing and they are now at their lowest level since 2011 as the Fed winds down its balance sheet.“

So oder so: die Vermutung liegt nahe, dass da etwas faul ist im System, das seinen Ausgangspunkt in unbewältigen Mechanismen der Finanzkrise hat:

„There is something potentially really rotten in the financial system that probably may not have been fixed since the 2008-09 crisis and that is the most worrying part.“

Abschließend noch interessante Aussagen von Bond-King Jeff Gundlach zum Cash Crunch – er sieht darin ein klares Warnsignal, dass etwas nicht stimmt:

 

Der Cash Crunch ist Ausdruck von Panik am US-Geldmarkt

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