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Rezession – warum US-Aktienmärkte besonders leiden dürften

Die Folgeerscheinungen einer US-Rezession sind furchteinfößend. Die Marktkapitalisierung aller US-Börsen seit 2009 von 10 auf fast 40 Billionen Dollar gestiegen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Eine Rezession, also die Schrumpfung der Wirtschaft, ist Teil eines marktwirtschaftlichen Konjunkturzyklus. Sie treten im Schnitt alle zehn Jahre auf – in den USA gab es in den vergangenen 100 Jahren bereits elf mal einen solchen Schrumpfungsprozess. Und sie sind nicht zu verhindern, auch wenn man dies in Australien nach mittlerweile 27 Jahren weiterhin versucht.

Eine Rezession ist schmerzhaft für Unternehmen, für den Konsumenten sowie besonders für den Staat, der im Zusammenspiel mit der Notenbank diese immer wieder – zumeist vergeblich – hinauszuschieben versucht. Es ist die Angst vor Steuerausfällen und Wählerverlusten. Die Nation, die es in der nächsten Rezession mit am stärksten treffen könnte, ist ausgerechnet diejenige, die über Jahre hinweg das Wirtschaftsgeschehen dominiert hat – die Vereinigten Staaten von Amerika. Dazu ein paar Gründe!

Die wirtschaftliche Dominanz der USA und ihre Gefahren im Falle einer Rezession

Die USA mit ihrem Bruttoinlandsprodukt von zuletzt 20,5 Billionen Dollar haben einen überaus dominanten Aktienmarkt. Seine Marktkapitalisierung entspricht bereits inzwischen circa 50 Prozent der gesamten Weltbörsen –  und das bei einer Bevölkerung von gerade mal 327 Millionen Menschen, also nicht einmal 5 Prozent der gesamten Menschheit. Wenn es zu einer Rezession kommt, leiden darunter ganz besonders die Aktienmärkte und dies mit einem zeitlichen Vorlauf von 6-12 Monaten zu dem Ereignis. Für die USA bedeuteten diese Wirtschaftseinbrüche in der Vergangenheit Verluste am Aktienmarkt zwischen milden 20 und heftigen 57 Prozent, infolge der letzten Finanzkrise.

Bei seinem letzten Tief im März 2009 lag der S&P 500 gerade mal bei 666 Punkten, am letzen Wochenende hatte er bei 2923 Punkten geschlossen, die Performance entspricht mehr als einer Vervierfachung. Die Marktkapitalisierung aller US-Börsen ist in dieser Zeit von unter 10 auf fast 40 Billionen Dollar gestiegen. Zum Vergleich:  der numerische Wert der deutschen Aktienmärkte beträgt lediglich  2,2 Billionen Euro.

In den USA haben sehr viele Menschen Aktien und Aktienfonds in ihren Portfolios und sind in ihrer Altersvorsorge von den „pension funds“ des Staates abhängig. Man spricht von einem Anteil der Bürger mit Aktienbesitz von deutlich über 50 Prozent, während dies in Deutschland gerade mal 15 Prozent ausmacht.

 

Der gigantische Vermögensverlust bei einer Rezession

Geht man von einer moderaten Rezession mit nur 30 Prozent Aktienrückgang aus, so entspräche dies bereits einer Summe, die dem gesamten Bruttoinlandsprodukt des chinesischen Staates eines ganzen Jahres entspricht. Natürlich beträfe diese Summe nicht nur die Amerikaner, sondern auch viele ausländische Investoren, aber kann man in der nächsten Rezession tatsächlich einen so moderaten Kursrutsch erwarten, angesichts der großen Schuldenorgie der Amerikaner?

Die Folge eines auch nur moderaten Aktiencrashs wäre ein unweigerlicher Einbruch des US-Konsums, der für 70 Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts verantwortlich ist. Bereits ohne den Verlust des Arbeitsplatzes müsste der Durchschnittsamerikaner seine Konsumgewohnheiten gewaltig einschränken. Bei einem Einbruch der Aktienmärkte um 50 % wäre bei diesen riesigen Vermögenseinbußen in den USA erst einmal „Land unter“!

Wobei wir bei der Achilles-Ferse der US Gesellschaft angekommen sind.

 

Fazit

Auch wenn eine US Rezession unbedingt notwendig wäre, um Teilbereiche der Wirtschaft wie die zahlreichen zombiefizierten Unternehmen im Sinne der Schumpeterschen Zerstörung zu bereinigen (von anderen manipulierten Märkten erst gar nicht zu reden), sind die Folgeerscheinungen doch ganz schön furchteinfößend – zumindest für die Amerikaner, die sich an diesen Wohlstand gewöhnt haben.

Aus den oben genannten Zusammenhängen wird deutlich, warum sich US-Regierung und Federal Reserve vermutlich mit aller Macht gegen eine kommende Rezession stemmen werden. Aber ganz besonders US Präsident Trump, der in den letzten Monaten nicht müde wurde, von der besten US-Wirtschaft seit Menschengedenken zu sprechen. Ein Aktieneinbruch in der Phase des Wahlkampfes würde nicht nur seinen bisherigen Slogan „Make America great again“ konterkarieren, sondern gleichzeitig seinen nächsten „Keep America great“ ins Lächerliche hieven.

Womit wir wieder beim Wechselspiel Handelskrieg und Aktienmärkte wären..

 

Eine Rezession würden den Amerikanern einen gigantischen Vermögensverlust bescheren

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    4. September 2019 10:35 at 10:35

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      4. September 2019 11:00 at 11:00

      @Columbo, was an Max Otte merkwürdig ist: er spricht die ganze Zeit von Crash, ist aber in seinen Depots long only – tut also nicht, was er sagt..

      • Avatar

        Columbo

        4. September 2019 11:19 at 11:19

        @Markus
        aber 40% Cash sind nicht besonders bullisch, oder?

        • Avatar

          Wolfgang M.

          4. September 2019 11:54 at 11:54

          @Columbo. Hallo. Ja, es gehört für mich zu den rätselhaften Phänomenen, warum es aktiven Fondsmanagern immer noch gelingt für ihre Produkte so erfolgreich zu werben. Immer wieder wird veröffentlicht, wie wenigen es gelingt, die großen Indizes zu schlagen. Auf Jahresfrist 20 zu 80 %, vielleicht Pi mal Daumen, auf Sicht von fünf oder zehn Jahren sind es nur noch eine Handvoll. Man braucht sich nur die Musterdepots in Zeitschriften wie Euro am Sonntag oder sogar dem Handelsblatt anzusehen. In der Werbung erscheinen immer nur die Gewinnerfonds des Vorjahres, die 80 % Verlierer bleiben ein Geheimnis. Wie lange noch? Der Siegeszug der ETFs (in großen Indizes, nicht in allen Splitterkategorien) ist vermutlich unaufhaltsam, aus Performance- und Kostengründen. Aber es gibt in jedem Jahr die Glückstreffer, manchmal auch über mehrere Jahre hinweg, wenn es einem gelingt, einen „Tenbagger“ abzufischen. Wer im letzten Jahrzehnt in seinem Fonds eine FAAG-Aktie übergewichtet hatte (zum Beispiel Amazon), der konnte auch mehrere Krücken dazugepackt haben, ohne dass er groß abfiel? Aber was bedeutet das für die Zukunft? Kurzum: Fondsmanager müssen in den Medien wie entrückt für Ihre Produkte werben. Der beste und vielleicht zugleich dümmste Spruch ist der, dass man in der Baisse einfach die richtigen Aktien im Depot haben muss. Wenn es kracht, fällt am Ende alles: „Geht Butter, geht Käse“, oder „mitgefangen, mitgehangen“, um noch ein paar Platte Sprüche zum Besten zu geben. Außer Gold (in gewissen Phasen).
          Viele Grüße nach Südtirol

          • Avatar

            Shong09

            4. September 2019 12:40 at 12:40

            Der Spruch ist schon richtig, Sie möchten doch sicher nicht die -90% im Depot haben sondern lieber den -20% oder sogar trotz Baisse ein plus bei so mancher Aktie. Gabs in den letzten Krisen, wird s also wahrscheinlich wieder geben.
            Dass diese Herren, die am lautesten schreien, das auch können, d.h. es noch lange nicht.

            Bei dem Punkt mit den Mustrdepots habe ich nicht ganz verstanden, was Sie sagen möchten.
            Interessant ist der ein oder andere Fonds durchaus schon, wie z.B. der in der Euro am Sonntag vorgestellte Comgest Monde, klare Überrendite über mehrere Jahre, allerdings wird die mit der Zeit niedriger. Für mich interessant, sich dann einmal das Portfolio und die Anlagestrategie anzugucken

          • Avatar

            Columbo

            4. September 2019 14:14 at 14:14

            Bei Otte schätze ich nicht seine Fondsmanagerfähigkeit. In dieser Hinsicht sind in meinen Augen mehr oder weniger alle gleich schlecht, weil das Geschäftsmodell als solches überholt ist.
            Bei Otte schätze ich aber seine Analyse-und Prognosefähigkeit bezüglich der Systemrisiken an den Finanzmärkten. Er hat das schon einmal bewiesen, im Gegensatz zu den uns allen bekannten dauerschreienden Crashpropheten.

      • Avatar

        Hesterberg

        4. September 2019 11:30 at 11:30

        Ja, diesen Spagat bekommt Max Otte nicht hin. Wie auch? :-)

  2. Avatar

    Stina

    4. September 2019 10:46 at 10:46

    „Land unter“ wird auch wegen Klimawandel bald ein Thema an der Wall Street sein. Zum Glück haben die dort so viele Hochhäuser.

  3. Avatar

    Hesterberg

    4. September 2019 11:18 at 11:18

    Vielen Dank für diesen Artikel, Herr Müller. Die von Ihnen genannten Fakten verdeutlichen die Lage und machen so anschaulich, worauf wir zusteuern.

  4. Avatar

    Baissimist

    4. September 2019 16:22 at 16:22

    Ja nun wenn der Herr Otte 40% in Bargeld ist u.den Rest abgesichert hat , ist er bereit für eine Baisse, die er auch andeutet.

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Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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