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Rezession, Zinssenkungen – aber was könnte die Wall Street in die Knie zwingen?

Zinssenkungen und billiges Geld bringen nichts mehr, wenn die Unternehmensgewinne einbrechen

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Ein großes Verwirrspiel – Gedanken nach dem FOMC-Protokoll über Rezession und Zinssenkungen

26 Mal hatte Fed-Chef Powell gestern in seinen Ausführungen das Wort „uncertainties“, Unsicherheiten genannt, in der Beschreibung künftiger, geplanter, geldpolitischer Aktivitäten. Klar wollte er damit auch die hohe Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung begründen. Man reagiere auf die vorliegenden Daten und nicht auf den Befehl des US-Präsidenten, der auf dem Wege ist, es dem türkischen Präsidenten Erdogan nachzumachen, in punkto Notenbankunabhängigkeit.

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Rezession voraus? Die Lage an den Märkten

Die Weltwirtschaft hat sich auf breiter Front eingetrübt. Die Notenbanken der Industrieländer reagieren mit Zinssenkungen und mit Ankündigungen derselben. Da kann die Fed nicht untätig bleiben, das Argument des sich verteuernden US-Dollars ist ein schlagendes und nicht wegzudiskutieren.

Das Problem für die Federal Reserve ist nur die Kommunikation. Wie mache ich es den Märkten klar, dass man bei Indexständen auf Rekordniveau, bei einer Arbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Niveau seit 50 Jahren – dafür kam am Freitag noch die große Bestätigung mit 224 000 neu geschaffenen Stellen – und einer Inflation, die sich in der Nähe des Zielbereiches befindet, die Zinsen senken muss? Wo doch der gesetzliche Auftrag der Fed erfüllt ist, nämlich die Stabilisierung der Beschäftigung und ein stabiles Preisniveau in den USA. Wie also hier Zinssenkungen begründen, ohne die Märkte in Panik zu versetzen, im Sinne „was weiß die Fed, was wir noch nicht wissen“?

Die Fed weiß nicht mehr. Gestern antwortete Powell auf die konkrete Frage eines Kongressabgeordneten, worauf man künftig achte, „eben auf Indikatoren, wie Einzelhandelsumsätze, Auftragseingänge, Inflationszahlen“, also Daten auf die die ganze Finanzwelt blickt. Auch die 400, zum Großteil promovierten Volkswirte, die der Fed zuarbeiten, haben keine Glaskugel.

 

Die große Frage nach der Rezession

Ich habe erst vor Kurzem das Dilemma an den Märkten dargestellt. TINA oder das Zinsleck…, also das Problem des Ausstiegs aus den Aktienmärkten, wenn es keine Rezession gibt. Jetzt beginnt in wenigen Tagen die Berichtssaison und der Markt bekommt die Wirtschaftsdaten und die Ausblicke, die das Szenario einer Rezession untermauern oder widerlegen. Aber so einfach sollte es nicht werden. Wie gestern auf CNBC angemerkt wurde, waren 66 Prozent des Kursanstieges im S&P 500 im letzten Halbjahr auf folgende vier Werte zurückzuführen: Amazon, Facebook, Microsoft und Apple. Demzufolge spielen die Ergebnisse der restlichen 496 Werte im S&P nicht die entscheidende Rolle. We have to keep an eye on….!

 

Meine persönliche Schlussfolgerung

Die kommende Berichtssaison wird sehr interessant werden im Hinblick auf das Szenario einer Rezession. Zinssenkungen und billiges Geld bringen dann nichts mehr, wenn die Unternehmensgewinne einbrechen. Siehe 2000 und 2008.

Aber man muss immer wieder auf einen Faktor hinweisen. Die US-Wirtschaft hängt im großen Maße vom Konsum ihrer Bürger ab. Die Industrie hat nur einen Anteil von 20 Prozent am Bruttoinlandsprodukt der USA, der große Teil sind Dienstleistungen und ein klitzekleiner Anteil Landwirtschaft.

Die US-Wirtschaft wird dann einbrechen, wenn der Konsum und die Dienstleistungen zu schwächeln beginnen – und damit verbunden auch Amazon, Facebook und Co. Deshalb spielen nach meiner Einschätzung die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze und des Verbrauchervertrauens in nächster Zeit die große Rolle und damit wären wir wieder beim Thema Handelsstreit. Eine weitere Zolleskalation und vorbei wäre es mit dem Vertrauen der Verbraucher in die Zukunft, Stichwort: Wie teuer wird es bei Walmart?

 

Kann Jerome Powell mit Zinssenkungen eine Rezession verhindern?

Powell bei seiner Amtseinführung

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Ranzentier

    11. Juli 2019 14:39 at 14:39

    „Wie gestern auf CNBC angemerkt wurde, waren 66 Prozent des Kursanstieges im S&P 500 im letzten Halbjahr auf folgende vier Werte zurückzuführen: Amazon, Facebook, Microsoft und Apple.“
    Na da wissen die Europäer ja, welche Produkte jetzt für ein halbes Jahr mal zu meiden sind ;o) und die Bären sollten das jetzt auch beherzigen

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