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Rheinmetall-Quartalszahlen: Erwartung verfehlt – aber gigantischer Auftragsberg

Zwar hat Rheinmetall heute die Markterwartungen an seinen Quartalszahlen verfehlt. Aber der Auftragsbestand ist gigantisch.

Rheinmetall-Panzer
Foto: Leon Neal/Getty Images

Rheinmetall hat heute seine Quartalszahlen gemeldet.

Der Umsatz liegt bei 2,43 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 2,23 / für heute erwartet 2,59).

Der Gewinn pro Aktie liegt bei 3,02 Euro (Vorjahresquartal 3,01 / für heute erwartet 3,92).

Wichtig: Im Vergleich zu Ende Juni 2024 mit 49 Milliarden Euro ist das Auftragsbuch bis Ende Juni 2025 auf 63 Milliarden Euro angestiegen!

Die Aktie notiert heute mit 5 % im Minus. Ab 10 Uhr dürfte für die Aktie wohl auch eine Rolle spielen, dass Donald Trump und Wladimir Putin sich in den nächsten Tagen treffen wollen. Ein Ende des Ukraine-Kriegs rückt in greifbare Nähe? Selbst wenn – die massive Aufrüstung in Europa dürfte weiter laufen.

Hier auszugsweise heutige Aussagen von Rheinmetall: Im Lichte der Beschlüsse des NATO-Gipfels im Juni und angesichts erheblich steigender Verteidigungsbudgets in zahlreichen Ländern bleibt die Nachfrage im militärischen Geschäft unverändert hoch. Kernmärkte bleiben Europa, Deutschland und die Ukraine. Durch die politische Konstellation nach den Neuwahlen im Frühjahr 2025 wird die Auftragsvergabe in Deutschland erst deutlich verspätet im zweiten Halbjahr anlaufen. Dennoch präsentieren sich die Auftragsbücher des Technologie­konzerns prall gefüllt auf Rekordniveau.

Ausblick: Jahresprognose bleibt unverändert

Zum Ausblick schreibt das Unternehmen: Rheinmetall bestätigt nach dem ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025 aufgrund der erwarteten Geschäftsentwicklung bis zum Jahresende mindestens die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2025 mit einem Wachstum beim Konzernumsatz von 25% bis 30% (Umsatz Vorjahr: 9.751 MioEUR). Ausgehend von dieser Umsatzprognose rechnet Rheinmetall für den Konzern inklusive Akquisitionen im laufenden Geschäftsjahr 2025 – unter Einrechnung der Holding-Kosten – mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses und einer operativen Ergebnismarge von rund 15,5% (Vorjahr: 15,2%).

Dieser Ausblick berücksichtigt noch nicht die Verbesserung des Marktpotenzials, die sich insbesondere in den für Rheinmetall besonders relevanten Märkten in Europa, Deutschland und der Ukraine aufgrund der geopolitischen Entwicklungen in den zurückliegenden Monaten voraussichtlich ergeben wird. Daher wird Rheinmetall korrespondierend mit einer zunehmenden Konkretisierung der jeweiligen Bedarfe der militärischen Kunden im weiteren Jahresverlauf gegebenenfalls Prognoseanpassungen vornehmen.

Rheinmetall hält Ausblick aufrecht, da zahlreiche neue Aufträge erwartet werden

Bloomberg berichtet wie folgt: Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat im ersten Halbjahr 2025 einen operativen Gewinn von 475 Millionen Euro erzielt und damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen verfehlt. Die Aktien des Unternehmens verloren bis zu 7,2 %, da die Aufträge aus den erhöhten Verteidigungsausgaben Deutschlands und anderer europäischer Länder noch nicht eingegangen sind.

Das Unternehmen behielt auch seinen Ausblick unverändert bei und rechnet für das Gesamtjahr 2025 mit einem Umsatzanstieg von 25 % bis 30 % und einer operativen Marge von etwa 15,5 %. Es kündigte an, seinen Ausblick zu aktualisieren, sobald sich die Auftragslage im Laufe des Jahres klarer abzeichnet.

Die Verzögerung bei der Verabschiedung des Bundeshaushalts nach der Wahl einer neuen Regierung in Deutschland sowie der NATO-Gipfel Ende Juni 2025 führten zu Verzögerungen bei der Vergabe von Aufträgen in Deutschland bis weit in die zweite Jahreshälfte hinein, teilte das Unternehmen in einer Erklärung zu seinen Halbjahresergebnissen mit.

Sobald Deutschland nach der parlamentarischen Sommerpause den Haushalt für 2025 verabschiedet hat, dürfte die Sicht auf künftige Aufträge besser werden. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Anfang des Jahres die Schuldenbremse gelockert und damit den Weg für potenziell unbegrenzte Investitionen in die Verteidigung frei gemacht.

Analysten von JP Morgan sagten, das insgesamt „schwache” Quartal sei „für die Investitionsentscheidung eher irrelevant” und sie gingen weiterhin davon aus, dass die Prognosen im Laufe des Jahres deutlich angehoben werden.

Deutschlands größtes Rüstungsunternehmen verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 dennoch einen Rekordauftragsbestand von 63 Milliarden Euro.
Analysten von Jefferies warten auf Details zur Anzahl der gepanzerten Fahrzeuge, die Deutschland kaufen will, nachdem Bloomberg zuvor berichtet hatte, dass das Land 5.000 Boxer-Kampffahrzeuge und mehrere hundert Leopard-2-Panzer kaufen werde.

Rheinmetall stellt Produkte her, die von gepanzerten Lastwagen und Drohnen bis hin zur 120-mm-Glattrohrkanone des Leopard 2 reichen. Die NATO-Mitglieder haben im Juni vereinbart, ihre Verteidigungsausgaben auf 5 % des BIP jedes Landes zu erhöhen, wodurch möglicherweise zusätzliche Ausgaben in Milliardenhöhe in ganz Europa freigesetzt werden.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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