Aktien

Rheinmetall, Renk, Hensoldt: Rüstungsaktien im Rausch

Noch viel stärker als US-Rüstungsaktien sind Rheinmetall, Renk und Hensoldt seit Tagen im Rausch. Trump offenbart die Hilflosigkeit Europas.

Rheinmetall-Stand auf einer Messe
Rheinmetall-Stand auf einer Messe. Foto: Jose Sarmento Matos/Bloomberg

Bewertungskriterien wie das KGV? Bitte nicht sowas Langweiliges (Kleiner Scherz am Rande). Im Augenblick zählt nur der Aufwärtsrausch bei Rüstungsaktien, egal ob in Europa oder in den USA. Donald Trump verkündete erst gestern auf Truth Social, das Militärbudget der USA solle für 2027 um 50 % ansteigen – das wäre ein Zuwachs von „schlappen“ 500 Milliarden Dollar. Trump will also massiv aufrüsten. Aber vor allem europäische Rüstungsaktien steigen kräftig an. Hierzulande sind Rheinmetall, Hensoldt und Renk im Rausch.

Donald Trump attackierte jüngst Venezuela, bedroht derzeit immer stärker Grönland, damit Dänemark und die Grundfesten von NATO und die Freundschaft zu Europa. Dazu noch die Begierde für den Panamakanal und die Drohungen gegen den Iran. Trumps jüngste Nationale Sicherheitsstrategie zeigt ganz klar: Der Westen, vor allem Nord- und Südamerika, gehören den USA, basta, fertig. Auch der Rest der Welt soll nicht aufmucken und nach der Pfeife der USA tanzen, so der Unterton. Für Rüstungskonzerne wie RTX, Lockheed, Northrop Grumman und andere verspricht das goldene Zeiten?

Im folgenden Chart sehen wir: Die Aktien von RTX und Lockheed sind seit Jahresanfang um 9,3 % und 4 % angestiegen. Aber noch stärker ist der Rausch in Europa: Hensoldt legt in dieser kurzen Zeit dramatisch zu um 18,2 %, Renk steigt 18,3 % und Rheinmetall um 18,5 %. Europa wird nun immer stärker klar: Auf die USA ist kein Verlass mehr. Die massive Drohung von Trump, sich Grönland – also einen Teil des Staates Dänemark – einfach zu nehmen, zeigt die Hilflosigkeit Europas. Käme es so, wäre es im Worst Case das Ende der NATO. Egal wie man es dreht und wendet – Europa wird durch Trumps Grönland-Begierde noch mehr klar, dass man auf sich alleine gestellt ist. Das bedeutet noch mehr Aufrüstung als ohnehin schon geplant für Europa, und damit auf lange Sicht wohl noch mehr Rüstungsaufträge.

Chart zeigt Kursverlauf bei Rheinmetall, Renk, Hensoldt, Lockheed Martin und RTX seit Jahresanfang



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Es hätte schon gut laufen können für deutsche Rüstungsfirmen, wenn man die Zeitenwende nicht verschlafen hätte. Die können nun nicht liefern was gebraucht wird. Deshalb ist Europa von USA abhängig und muss zu deren Bedingungen deren Waffen kaufen. Und die amerikanische Strategie sagt ganz klar, dass man die führende Militärmacht und der führende Waffenproduzent sein will. Europa soll amerikanische Waffen kaufen. Das ist leicht durchzusetzen, wenn sonst keiner liefern kann. Deshalb wird es dann doch eng für Konkurrenten, die nur Versprechungen verkaufen, irgendwann ab 2030 vielleicht liefern zu können, wenn der vermutete Krieg schon wieder vorbei ist – falls es die Firma dann noch gibt.
    Alles gewinnmaximieren, damit die Aktien rentabel sind, dann hat man keine Reserven, ist auf Lieferketten angewiesen und kann bei überdurchschnittlichem Bedarf nicht liefern. So macht man die Kunden von der Konkurrenz abhängig und macht sich selber überflüssig. So ist das, wenn der Erfolg des Managers am Aktienkurs gemessen wird, es läuft doch hervorragend.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage