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Richard David Precht über Geld und Zeit

Der Philosoph Richard David Precht über die revolutionäre Wirkung des Geldes, das alles miteinander vergleichbar machte – aber damit andere Werte „nichtet“, und warum Zeit zum größten Luxus von Wohlstandsgesellschaften wird..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Philosoph Richard David Precht über die revolutionäre Wirkung des Geldes, das alles miteinander vergleichbar machte – aber damit andere Werte „nichtet“, und warum Zeit zum größten Luxus von Wohlstandsgesellschaften wird:

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Richard David Precht
Foto: Jens Komossa – Eigenes Werk (Goldmann Verlag), CC BY-SA 3.0 de

27 Kommentare

27 Comments

  1. Avatar

    Dirk Steller

    13. Oktober 2017 13:45 at 13:45

    Lieber Markus Fugmann, Rüdiger Born, Milan Cutkovic und FMW-Redaktion,

    erst einmal vielen Dank, dass ihr das Video von Richard David Precht verlinkt habt.
    Ich arbeite zur Zeit an einer neuen Website bzw. Plattform, in der die Zeit und der damit verbundenen Nutzung ein wichtiger Bestandteil ist.
    Zeit ist und bleibt neben der Gesundheit das wertvollste Gut in unserer Gesellschaft.
    Ich hoffe, nach dem sehr schmerzhaften Finanzcrash, wird sich die Menschheit wieder auf die wesentlichen Dinge im Leben zurück besinnen. Liebe, Freundschaft und Vertrauen!

    • Avatar

      Matthias

      13. Oktober 2017 14:29 at 14:29

      Ich glaub da eher an hohe Inflationsraten und extrem kalter Progression.

      • Avatar

        Dirk Steller

        13. Oktober 2017 14:56 at 14:56

        Das kann auch sein. Vorübergehend zumindest, bis die schleichende Enteignung zum endgültigen Kollaps oder in die Rezession führt, weil die Menschen vor lauter Schulden nicht mehr aus den Augen schauen können.

    • Avatar

      PK

      13. Oktober 2017 15:17 at 15:17

      nur so interessehalber, wann kommt er denn nun, der Crash ?
      Und wie schmerzhaft wird er denn ?

      • Avatar

        GN

        13. Oktober 2017 15:44 at 15:44

        …..ich könnte es Dir sagen, aber das hat halt seinen Preis, wie wir es eben richtig aus dem Video erfuhren…….:-)

      • Avatar

        Dirk Steller

        13. Oktober 2017 15:56 at 15:56

        Nur so viel. Alles läuft nach Plan. Nichts geschieht zufällig. Nur wenige wissen, wann der Crash kommt. Lassen wir uns überraschen und sind hoffentlich vorbereitet. Mathematisch gesehen ist das Finanzsystem tot. Und eine Währung sind nur Zahlen ohne Wert. Es ist alles Vertrauen in die Gesellschaft bzw. Wirtschaft. Solange Sie einen Dummen finden, der Ihnen den „Schuldschein“ abnimmt, läuft das Finanzsystem wie geschmiert. Ein 50 € Schein kostet übrigens in der Produktion 15 Cent. Genialer Plan. Aber der Glaube versetzt ja manchmal Berge. Schauen wir mal wie lange das Theater noch so weiter geht. Vielleicht hilft ja irgendein Naturgesetz. Das wir immer stärker sein, als Gesetze, die von Menschen erfunden worden sind.

        • Avatar

          PK

          13. Oktober 2017 17:18 at 17:18

          „Mathematisch gesehen ist das Finanzsystem tot.“
          Vielleicht eignet sich die Mathematik nicht mit der Sie da hantieren um das Finanzsystem zu beschreiben ? Denn das Finanzsystem lebt, ich hab es erst heute wieder am Geldautomaten gemerkt.
          Wenn ein Arzt einen Patienten für tod erklärt der aber noch atmet, dann würde ich doch annehmen, daß dieser Arzt vielleicht ungeeignete Messmethoden anwendet.
          Was mich an den ganzen Crashscenarien so stört ist die Tatsache, daß man eine Zustandsbeschreibung als Crash-Ursache angibt, die so seit ungefähr 5 Jahren mehr oder weniger funktioniert.
          Wenn man aber einen Zustand beobachtet, über den man sonst keinerlei Informationen hat, dann kann man mit einer umso höheren Konfidenz annehmen, daß dieser Zustand stabil ist, je länger er anhält. Das ist ganz banale Statistik.

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            13. Oktober 2017 17:27 at 17:27

            @PK, herrlicher Kommentar!

          • Avatar

            Steve

            15. Oktober 2017 08:12 at 08:12

            PK es kommt kein crash . geht voll rein 110%!

            Zum.Beispiel des Patienten

            Ein Körper der schwer verletzt ist, viel Blut verloren hat durch lange Hungerperioden auch kein fett mehr hat + einige weiter Krankheiten , dehydriert ist und immer noch stark blutet .
            Kein Helfer in der nähe , das nächste Krankenhaus wird gerade erst gebaut , in 100 km Entfernung.

            Dann atmet der Körper vielleicht noch. Aber der Arzt kann via ferndiagnose schon sagen

            „der ist tot“

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    madsoul

    13. Oktober 2017 17:44 at 17:44

    Wirklich schade, dass es seit Tagen nicht um sachliche Dinge geht. Ich vermisse diebsachluchen inputs und Einschätzungen von Lossless, segler und pk und einigen Anderen, um einfach Einschätzungen zu haben, ob ich mit der meinen richtig liege. Ich gehe aktuell davon aus, dass wir uns bis Ende des Monats bei Nas 100 zwischen 6050 und 6200 bewegen werden , und frühestens ab dann mit einem Rücksetzer auf ca 6000 rechnen können. S&P sehe ich um Max bei 2575-2580, und dow schafft die 23000 mit Überschiessen auf 23200 . Ist zwar alles andere als prickelnd bei meinem derzeitigen Setup, aber ich hab wenigstens in den lerzten Tagen mit ein paar intraday longs die Verluste eingrenzen können.
    Wie sieht das denn die Fachwelt? Auch wenn die Korrektur überfällig ist, wird sie m.E. nicht fundamental über 2-3% hinaus gehen, dafür sind einfach zu viele mit genügend Liqui Long und wollen am Liebsten noch 14000 im dax und 25000 im Dow sehen.
    Was mich aber besonders wundert, sind die Abberkäufe im Russell, die nach einer Stunde wieder weggekauft sind, aber dann kommt kein Schub, ist das nun Andeutung von Trendwende oder geht das bullisch aufgelöst noch auf 1600? Ich hab nur ein Gefühl, wer hat denn hier sinnvolle Setupmarken ?

  3. Avatar

    madsoul

    13. Oktober 2017 17:48 at 17:48

    sollte die sachlichen inputs heissen, sorry blöde handytastatur

    • Avatar

      Dirk Steller

      13. Oktober 2017 19:39 at 19:39

      Was hat Ihr Beitrag mit dem Video von Richard David Precht zu tun. Nichts. Das Geld und Gold der Zukunft wird Zeit sein. Nicht irgendwelche Zahlen. Der Dax kann bis 100000 Punkte, der Dow Jones bis 200000 Punkte und alle anderen Indices bis 1000000 Punkte steigen. Was bedeutet das für den Zustand unserer Gesellschaft? Genau. Nichts.
      Unsere Kinder, Neffen + Nichten und Enkelkinder werden später ihr Urteil über die Welt und das Finanzsystem von heute fällen. Und wenn ich Herrn Precht richtig verstanden habe, dann wird dieses Urteil vernichtend sein. Und einige Damen und Herren in den Kommentaren werden sich wünschen, ihre Kommentare nie geschrieben zu haben. Das Netz vergisst nicht. Nie. Machen sie sich der nachfolgenden Generation nicht zum Gespött. Bevor sie sich von diesem Planeten verabschieden, hinterlassen sie wenigstens ein guten Eindruck. Also bitte in Zukunft einen Kommentar, der zur Überschrift dieses Artikels passt. Danke!

      • Avatar

        Gerd

        14. Oktober 2017 09:36 at 09:36

        An und für sich haben Sie natürlich recht, Dirk Stiller – beim Thema bleiben.

        Bitte bedenken Sie aber auch, dass auf der FMW-Seite kein Forum existiert, bei dem unterschiedliche Themen aus zurückliegenden Tagen jederzeit wieder aufgreifbar sind bzw wo vom Leser ein neues eröffnet werden kann.
        Somit bleibt einem Teilnehmer manchmal nichts anderes übrig, als sein Anliegen unter einen Bericht zu stellen, der gerade aktuell auf dem Bildschirm ist und von vielen mitgelesen wird.

        Viele von den Lesern sind ursprünglich mal auf diese Seite gelangt, weil sie Geld verdienen wollten, nicht um über „Gott und die Welt“ zu diskutieren. Daher interessiert diese Leser auch die konkrete Meinung von Mitlesern. Und wenn es gerade vor dem Wochenschluss auch noch um „wichtige“ Marken bei den Indizes geht, kann ich das akute Informationsbedürfnis von Madsoul durchaus verstehen. Und auch nachvollziehen, dass er seinen Beitrag irgendwohin platzieren musste, in dem Fall – mangels anderer Plattform – zufällig unter diesen Bericht..

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          Columbo

          14. Oktober 2017 10:51 at 10:51

          @ Gerd, es hängt halt doch alles zusammen. Mit Charttechnik und „wichtigen Marken“ allein verdient man kein Geld. Die „Warren Buffets“ beziehen Gott und die Welt immer mit ein und werden reich. Die kleinkarierten Chart-Trader verlieren Geld.

          • Avatar

            Gerd

            14. Oktober 2017 12:43 at 12:43

            Sie haben ja recht, Columbo, ich wollte ja mit meinem kleinen Hinweis auch eigentlich nur eine kleine Lanze für Madsoul brechen. Weil ich mich heute vormittag so harmoniesüchtig fühle.

            Und jetzt verlasse ich gleich meine heiligen Hallen hier und werde mich radelnd unter Gottes blaues Himmelzelt begeben. Eigentlich müsste ich heute bis zu Ihnen schauen können, denn wir haben mal wieder freie Sicht bis zum Mittelmeer – wenn nicht die Alpen die Sicht versperren würden. Ich wünsche ihnen, dass Ihr Wochenende auch angenehm wird.

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        PK

        15. Oktober 2017 07:56 at 07:56

        also ich mach jetzt mal wieder die Gegenseite zu Precht auf und behaupte, daß es uns objektiv noch nie so gut gegangen ist wie heute.
        Wenn Precht da so verklärt auf die Zeit vor der Erfindung der Uhr zurück schaut, dann reden wir also über <1600 NC. Das, was er so schön als Leben nach dem Tagesrythmus der Sonne bezeichnet, bedeutete für die 99% nicht privilegierten morgens vor dem Sonnenaufgang aufstehen und dann schuften bis man abends ins Bett viel. Anschließend starb man statistisch mit 45 Jahren, der Körper war schon lange vorher kaputt.
        Zu behaupten, die Leute damals hatten im Vergleich zu uns unendlich viel Zeit ist schon sehr kühn.
        Vielleicht waren sie trotzdem zufriedener als heute.
        Das liegt aber meiner Ansicht nach am genauen Gegenteil von Prechts Aussage. Meines Erachtens haben die meisten Menschen in meinem Alter mit Midlife Crisis das Problem zu VIEL Zeit zu haben ohnd wirklich etwas damit anfangen zu können. Sie haben zu viel Zeit um nachzudenken und sie haben vor allem zu viele Optionen und Entscheidungen zu treffen, das viel früher alles weg. Man stand morgens auf und wusste sowieso, daß man wieder bis abends schuften muss damit die Familie nicht verhungert. Gab dem Leben einen gewissen Sinn und Rahmen.
        Ich weiss, daß es voll im Trend liegt was Precht da von sich gibt und trotzdem wiedert es mich irgendwie an. Denn wir haben so viel Freiheit wie nie zuvor mit unserem Leben und unserer Zeit zu machen was wir selber wollen.
        Gestern habe ich bei bestem Wetter einen wunderschönen Rundflug über Bayern gemacht und heute nehm ich mir die Zeit was zu diesem Thema zu schreiben. Uns gehts eigentlich saugut.

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          Wolfgang M.

          15. Oktober 2017 10:53 at 10:53

          Ja PK, ganz klar. Wenn ich mir die demographische Entwicklung in Deutschland und meine eigene Familie ansehe, komme ich ebenso zu einer anderen Sicht als D. Precht. Als Zahlenmensch nenne ich hierzu ein paar Argumente: Derzeit leben in Deutschland bereits 17 000 Einhundertjährige. 2000 waren es erst 5000, und die Zahl soll sich mit jedem Jahrzehnt verdoppeln. Jedes zweite nach 2000 geborene Baby könnte laut Forschung 100 Jahre alt werden.Wenn sich das Älterwerden der Menschen so fortsetzt wie in den letzten Jahrzehnten, relativiert sich das „Zeitproblem“ doch etwas. Meine eigene Mutter ist seit 23 Jahren im Ruhestand, sie reist gerne und war letztes Jahr erst in Südafrika und plant für nächstes Jahr weitere Fernreisen. Noch mehr hat mich meine Großmutter verblüfft, die mit knapp 90 noch Holzspäne für den Holzofen gemacht hat, zu unser aller Entsetzen. Einzelfälle, mögen manche sagen, aber die Fakten bestätigen doch Vieles. Wenn erst die geburtenstarken Jahrgänge 1963/64 mit jeweils 1,4 Mio Bürgern in den Ruhestand gehen (Geburtenzahl 2016 – 738 000), wird das Management der Freizeit so richtig interessant. Der berühmte Bevölkerungsbaum wird für die kommenden Politiker aus vielerlei Hinsicht dann nicht mehr zu ignorieren sein. Schönen Sonntag!

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    Dirk Steller

    13. Oktober 2017 18:34 at 18:34

    Aha Konfidenz, also Vertraulichkeit. Toll. Klingt sehr logisch, was sie sagen. Aber nicht wenn der Patient Krebs im Endstadium hat. Dann atmet er zwar noch, aber da der Krebs exponentiell wächst, wie unser Geldsystem, ist der Patient irgendwann (?) zu 100 % tot. Wenn der Aktien- und Bondmarkt durch die Zentralbanken am Leben gehalten werden, kann diese Situation noch eine ganze Weile so weitergehen. Da haben Sie vollkommen recht. Denn diese können unendlich Geld erzeugen. Deren aufgeblähte Bilanz ist dann sowieso egal. Es kann noch Jahre so weitergehen. Allerdings ist irgendwann Schluss und dann kommt nichts mehr aus dem Geldautomaten.

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      Michael

      13. Oktober 2017 18:51 at 18:51

      @Dirk Steller, Konfidenz bzw. das Konfidenzniveau oder Konfidenzintervall ist ein Begriff aus der Statistik/Wahrscheinlichkeitsrechnung und wurde von @PK schon ganz richtig verwendet.

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      Columbo

      13. Oktober 2017 18:53 at 18:53

      Herr Prof.Dr.med.@Dirk Steller, als unfehlbarer Gott in Weiss haben Sie also Krebs im Endstadium diagnostiziert und Ihre Prognose lautet, der Patient sei „irgendwann“ zu 100% tot. Nicht zu 50 oder 90% tot, nein zu 100%, also so richtig tot. Lieber Herr Doktor, schade, daß es mit der Prognose nicht genauer geht, denn irgendwann sind wir alle zu 100% tot.

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        Dirk Steller

        13. Oktober 2017 19:56 at 19:56

        Glaube und Realität sind zwei Paar Schuhe. Natürlich gibt es Patienten, die den Krebs selbst geheilt haben. Vielleicht können die Zentralbanken Wunder vollbringen. Ich irre mich gerne. Aber leider sterben statistisch gesehen (Konfidenzniveau) mehr Patienten an Krebs als geheilt werden. Aber vielleicht haben die Finanzprofis den Stein der Weisen gefunden. Die Zeit wird es jedenfalls zeigen.
        Machen Sie sich alle einen schönen Abend und nutzen sie ihre begrenzte Zeit.

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      Lausi

      13. Oktober 2017 19:15 at 19:15

      Ganz richtig – alles beruht auf Vertrauen im Geldsystem. Die Frage ist, wann das mal flöten gehen wird. Wie man an Japan sehen kann, ist selbst bei 400% Verschuldung noch nicht Schluss. Ob das allerdings auch auf globaler Ebene gilt, ist die Frage. Ich rechne eher mit einem Crack-up Boom als mit einem Crash. Vielleicht sehen wir ja gerade die Anfänge davon. Also, kauft Aktien bis der Arzt kommt :-)

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      PK

      13. Oktober 2017 19:32 at 19:32

      Hallo Herr Steller,

      Ich war ja mal Experimentalphysiker bevor ich mich dem schnöden Mammon zugewandt habe. Zum theoretischen Physiker hatte es leider nicht gereicht.
      Als solcher durfte ich Experimente aufbauen und schauen was dabei rauskommt.

      Kennen Sie das kopernikanische antrophische Prinzip ?
      Es berechnet Wahrscheinlichkeiten für das Ende eines Zustandes von dem Sie sonst nichts wissen ausser der Zeitdauer dessen bisheriger Existenz.

      Wir z.B. existieren seit ungefähr 200.000 Jahren (Homo Sapiens).
      Sie nehmen nun 1/39 und x 39 dieses Zeitraumes und erhalten also als mit 95% Konfidenz ein Intervall in dem die menschliche Rasse weiter existieren wird von minimal 5000 Jahren und maximal 7.8 Millionen Jahren. Ich finde solche Überlegungen sehr interessant. Vielleicht sollte ich auch Philosoph werden.

      Zurück zum QE
      Ich denke, man kann die Ära nach QE durchaus als Experiment bezeichnen.
      Der Ausgang war völlig ungewiss – würden die Marktteilnehmer solche Eingriffe überhaupt tolerieren, die ja im Prinzip aufs Gelddrucken rauslaufen ?
      Ich würde mal behaupten, das höchste Risiko hatten wir am Anfang des Experimentes und nicht jetzt.
      Der Markt hat sich an Eingriffe seitens der Notenbanken gewöhnt, er braucht sie sogar. Ich vermute, die Drogen können noch wesentlich härter werden, momentan sind wir höchstens beim Hash.
      Zu 100% tod ist daher einfach nicht richtig.
      Denn das „Problem“ bei Ihrer Sichtweise ist nun, daß sie die Statistik verlassen, die Ihnen sagen würde, daß das System offenbar stabil ist, und jetzt eigene Interpretationen einbringen. Die können richtig sein oder falsch.
      Mit Sicherheit kann man aber sagen, daß Ihre Sichtweise sich nicht mit der Mehrheit der Marktteilnehmer deckt, die an unseren Märkten das Sagen haben.

      • Avatar

        Dirk Steller

        13. Oktober 2017 20:21 at 20:21

        Hallo PK,

        vielen für ihren ausführlichen Kommentar. Ich kann mit ihrer ausführlichen Analyse leider nicht mithalten. Aber, ich habe so einiges von Ihnen gelernt. Danke dafür. Respekt!
        Leider befasse ich mich mit der Zukunft und nicht mit der Gegenwart. Denn was heute an den Finanzmärkten passiert, wurde bereits von schlauen Köpfen in der Vergangenheit geplant und jetzt in die Tat umgesetzt. Aber alles hat seine Grenzen. Schauen wir mal, wie lange die Herrn Doktoren den Patienten Geld und Finanzsystem mit Medikamenten, Chemotherapie und Glauben noch am Leben halten können. Es bleibt spannend.

  5. Avatar

    Jan

    13. Oktober 2017 23:29 at 23:29

    „Aber Schwester!“
    „Schnautze! Doktor hat gesagt Leichenhalle“.

  6. Avatar

    Altarmer

    15. Oktober 2017 12:08 at 12:08

    Haben die so Positiven noch nicht gemerkt ,dass sie zu den Privilegierten gehören u.teilweise noch mit Erbschaften beglückt wurden.Zudem konnte man in den letzten 30- 40 Jahren mit den guten Zins u.Zinseszinsen ein Vernögen in kurzer Zeit verdoppeln.
    Mit den heutigen tiefen künstlichen Zinsen u.der Enteignung der Unter u.Mittelschicht ist die Altersarmut Realität ,wenn keine oder nur eine kleine Erbschaft vorliegt.Ich lebe nicht in DE aber ich habe schon etwa 1000Sendungen im deutschen TV gesehen ,was dieses Thema betrifft.Wo lebt ihr denn, bitte nur weiter schönreden bis die AFD 99 % Anteil hat.

    • Avatar

      PK

      15. Oktober 2017 16:27 at 16:27

      ich gebe zu, daß ich privilegiert bin, aber nenne mir doch mal bitte irgendeinen Zeitraum in der Deutschen Geschichte, wo es den unteren 10% objektiv besser ging als heute ?
      Es war ganz sicher nicht die Zeit vor Erfindung der Uhr oder des Geldes die Precht hier so verklärt und wo die Menschen wie die Fliegen verreckt sind.
      Und bitte nicht die Armutsstatistik zitieren, denn die bemisst sich an 50% des Medianeinkommens und ist relativ und nicht absolut.
      Es gibt einen guten Grund warum gerne soviele nach Deutschland wollen.

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Atemmasken: Deutschland produziert sie ab Mitte 2021

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Es klingt ein bisschen wie ein Scherz, dass man jetzt den ersten Förderbescheid für die Produktion von Atemmasken seitens der Regierung erteilt hat, eine Allzweckwaffe für die Eindämmung von Covid-19. Im Frühjahr hatte man schmerzlich die Abhängigkeit von China in Sachen medizinischer Schutzausrüstung erkennen müssen. Der kleine Schönheitsfehler dabei: Die Produktion von Atemmasken beginnt erst im Sommer des neuen Jahres.

Der unvorhergesehene Mangel bei Atemmasken

Es war im Frühjahr ein kleiner Schock für das Hochtechnologieland Deutschland: Wir haben hierzulande zwar einen der Weltmarktführer für Beatmungsgeräte (Drägerwerk in Lübeck – Nummer drei für Intensivstationen, Nummer eins für mobile Geräte), aber bei Atemmasken war man in großem Maße abhängig von China. Die weltweite Ausbreitung von Covid-19 sorgte rasch für Ausfuhrverbote medizinischer Schutzausrüstungen und der Bundesregierung wurde klar, dass man handeln musste. Es wurde im Frühjahr ein Förderprogramm für alle Arten von Schutzmasken aufgelegt – und jetzt wurde der erste Förderbescheid an ein deutsches Unternehmen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier übergeben. Vorher wurden notfallmäßig Mund-Nasen-Schutzmasken produziert. Unglaublich, wer sich dabei alles an der Produktion beteiligt hat.

Die erste Firma ist Skylotec aus dem rheinland-pfälzischen Neuwied, ein Unternehmen, welches vorher hauptsächlich Absturzsicherungen für Kletterer in der Industrie und im Freizeitbereich hergestellt hat.

Der Bund gab 3,2 Millionen Euro an Fördermitteln, zur Produktion von einer halben Milliarde Masken, ab Sommer diesen Jahres. Anschließend sollen auch die effektiveren FFP2- Masken hergestellt werden, 54 Millionen Stück. Skylotec bekommt damit ein Drittel der Investitionssumme vom Staat. Insgesamt liegen dem Wirtschaftsministerium 270 Anträge für eine staatliche Unterstützung in dieser Produktion vor. Wirtschaftsminister Peter Altmaier weiß natürlich, dass es kritische Fragen geben wird, warum es so lange dauert, bis ein so einfaches Produkt in die Massenfertigung geht. Seine Antwort:

„Man kann solche Programme nicht von heute auf morgen aus dem Boden stampfen. Wir wissen nicht, wie lange es dauert, bis wir alle, die geimpft werden wollen, auch impfen können.“ Die Atemmasken würden in jedem Fall gebraucht werden. „Ob Corona oder nicht, es wird auch künftig Pandemien geben“, so der Minister.

Aber anscheinend hätte die Firma auch ohne Fördergelder mit der Investition begonnen, so der Geschäftsführer von Skylotec, Kai Rinklake.

Ob man im Spätherbst wirklich gleich noch Millionen an Atemmasken (zusätzlich) benötigen wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Fazit

Inmitten der Euphorie um die Impfstoffzulassungen, bereits mit ganz konkreten Zahlen – in Hamburg plant man anfangs mit 7000 Impfungen pro Tag, in Berlin mit 5000 -, kommt die Meldung über die ersten Subventionsbescheide der Regierung in Sachen Atemmasken. Irgendwie ein grotesker Widerspuch: Eine Impfstoffentwicklung in noch nie gesehener Geschwindigkeit und die planerische Vorbereitung eines „Hightech-Produktes“ mit Produktionsbeginn in ein paar Quartalen. Ein Gutes hat die Sache: Laut dem Countrymeter liegt die Weltbevölkerung aktuell bereits bei über 7,85 Milliarden Menschen, der Zuwachs 2020 beträgt schon fast 89 Millionen neue Erdenbürger. Da ist es nicht verkehrt, sich prophylaktisch mit Infektionsschutzgerät auszurüsten: nach dem Virus ist vor dem Virus.

Deutschland produziert Atemmasken ab Sommer 2021

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Autoindustrie: Alles Euphorie oder was? Nur Tesla boomt!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Autos auf Parkplatz

Tesla boomt, aber so richtig! Aber dazu später mehr in diesem Artikel. Haben wir uns geirrt? Was ist hier los? Nein, schauen wir genauer hin. Gestern berichteten wir über die Meldung des ifo-Instituts zu den Geschäftsaussichten (!) der Autoindustrie für die nächsten Monate. Und die haben sich übelst verschlechtert dank dem zweiten Corona-Lockdown. Sie werden von ifo in einem Punkte-Index gemessen. Die Geschäftserwartungen der Autoindustrie sanken demnach dramatisch von +16,3 im Oktober auf -4 Punkte im November (hier die Details).

Verband der Autoindustrie erwähnt bei Inlandsproduktion erstes Plus in diesem Jahr

Aber die stark verfinsterten Aussichten der Autoindustrie sind ja etwas anderes als der derzeitige Zustand der Branche. Und geht man danach, dann ist die Laune gerade heute am 3. Dezember ziemlich gut. Da wäre zunächst der Automobilverband VDA mit seiner ganz frischen Meldung zu nennen. Die deutsche Autoindustrie hat im November zum ersten Mal wieder mehr Autos produziert als vor der Krise. Im abgelaufenen Monat liefen – unterstützt durch einen zusätzlichen Arbeitstag – 7 Prozent mehr Pkw in Deutschland vom Band (449.900 Einheiten). Damit wurde erstmals in diesem Jahr das Produktionsniveau eines Vorjahresmonats übertroffen. Zwar erwartet der VDA für das Gesamtjahr 2020 ein Volumen von rund 2,9 Millionen Neuzulassungen. Das sei ein Rückgang von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aber für den Pkw-Inlandsmarkt erwartet man im kommenden Jahr ein Wachstum von 9 Prozent auf 3,1 Millionen Neuzulassungen. Damit sei das Vor-Krisenniveau allerdings noch in weiter Ferne.

Analysten mit aktuellem Kommentar

Die Analysten der Commerzbank sehen in ihrem aktuellen Kommentar die Lage für die Autoindustrie recht optimistisch. Die deutsche Automobilindustrie habe den Einbruch aus dem Frühjahr wettgemacht. Im November wurden in Deutschland zum ersten Mal wieder mehr Autos produziert als vor der Krise. Dies sei ein weiterer Hinweis darauf, dass zumindest die Industrie bisher durch die gestiegenen Infektionszahlen und die neuerlichen Corona-Einschränkungen nicht spürbar beeinträchtigt wurde, so der Analyst Dr. Ralph Solveen. Er erwähnt, dass auf Basis einer Saisonbereinigung fast 19 Prozent mehr Autos produziert worden seien als im Oktober. Damit seien die saisonbereinigten Produktionszahlen sogar etwas höher ausgefallen als im Durchschnitt des Jahres 2019, also vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Weiter sagt er, hier auszugsweise im Wortlaut: Zunächst einmal zeigen die heutigen Zahlen aber einmal mehr, dass die Industrie von den deutlich gestiegenen Infektionszahlen und den neuerlichen von der Politik verhängten Corona-Einschränkungen kaum beeinträchtigt wird.

Autozulassungen

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat heute Mittag Daten für die Autozulassungen im November veröffentlicht. Die zeigen einen guten Ist-Zustand für die Autoindustrie. Im November wurden in Deutschland 290.150 Neuwagen zum Straßenverkehr zugelassen. Damit liegt man 3,0 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahresmonats. Die Anzahl privater Zulassungen nahm um +22,8 Prozent zu, ihr Anteil betrug 39,4 Prozent. Die gewerblichen Zulassungen gingen um -14,7 Prozent zurück. Die Autozulassungen bei Tesla explodieren mit +500 Prozent! Hier weitere Details des KBA, auszugsweise im Wortlaut:

Die deutschen Marken Opel (+17,1 %), Audi (+3,1 %) und Mercedes (+0,5 %) erzielten Zulassungssteigerungen. Bei den weiteren deutschen Marken zeigten sich Rückgänge, die bei Smart (-49,2 %), VW (-18,4 %) und Ford (-15,8 %) zweistellig ausfielen. Mit 17,6 Prozent erreichte VW erneut den größten Neuzulassungsanteil.

Bei den Importmarken fiel die Neuzulassungsbilanz im November überwiegend positiv aus. Zweistellige Zuwächse von mehr als 30 Prozent zeigten sich bei Tesla (+500,0 %), Fiat (+42,7 %) und Toyota (+33,1 %). Um mehr als 20 Prozent waren die Zulassungen bei Renault (+29,2 %) und Citroen (+28,6 %) gestiegen. Ein Zulassungsminus von mehr als 20 Prozent zeigte sich hingegen bei Ssangyong (-48,0 %), Jaguar (-34,8 %), Mitsubishi (-27,0 %), Alfa Romeo (-21,9 %) und Seat (-21,6 %). Den größten Neuzulassungsanteil verzeichnete hier Skoda mit 5,9 Prozent.

Neuzulassungen mit alternativen Antrieben erfuhren im November eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vergleichsmonat. Mit 28.965 Elektrofahrzeugen legte diese Antriebsart um +522,8 Prozent zu. 71.904 Hybridfahrzeuge bescherten ein Plus von +177,2 Prozent, darunter 30.621 Plug-in-Hybride, die einen Zuwachs von +383,4 Prozent erreichten. Flüssig- und Erdgasfahrzeuge erzielten zusammen ein Plus von +51,9 Prozent wobei der Anteil 0,5 Prozent betrug. Den größten Anteil bildeten dennoch mit 40,4 Prozent die Benziner, deren Neuzulassungsvolumen gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um -32,3 Prozent zurückging, gefolgt von den Diesel-Pkw, deren Anteil nach einem Minus von -25,2 Prozent 24,3 Prozent betrug.

Die folgende Grafik zeigt vor allem ganz rechts mit den roten Balken, wie alle Hersteller bei den Neuzulassungen (teils dramatisch) verlieren im Vergleich Januar-November 2020 zu Januar-November 2019. Nur Tesla boomt mit +37,2 Prozent!

Heute Statistik zeigt im Zulassungsrückgänge für die Autoindustrie

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Finanzaufseher reaktivieren den „legalen Bilanzbetrug“ bei Banken

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken in Frankfurt

Vom legalen Bilanzbetrug bei den Banken sprach schon vor Monaten Markus Krall. Ja und auch Nein, kann man dazu sagen. Wenn der Staat durch neue Gesetze oder Verordnungen eine Änderung vornimmt, wird eben aus einer Straftat oder einem Vergehen eine legale Vorgehensweise – so kann man es auch sehen. Werden Kreditforderungen bei Banken uneinbringbar, und der Kreditnehmer zahlt monatlich Tilgung und Zins nicht mehr, müssen die Banken die Forderung unter normalen Umständen eigentlich abschreiben.

Damit entsteht ein Verlust, der aus dem Eigenkapital der Bank ausgeglichen werden muss. Da die Finanzaufseher von BaFin und EBA (europäische Aufsichtsbehörde) aber richtigerweise annahmen, dass die Coronakrise massenweise Kreditausfälle und somit gigantische Verluste bei den Banken bescheren könnte, entschloss man sich im April dazu, den Banken europaweit eine kleine und unauffällige, aber extrem wichtige Erleichterung zuzugestehen. Sie waren von April bis Ende September nicht verpflichtet, bei gestundeten Krediten Abschreibungen vorzunehmen beziehungsweise Rückstellungen zu bilden.

Oder um es klarer auszudrücken: Schrottkredite mussten nicht länger als Verlust verbucht werden, womit die Bankbilanzen keine milliardenschweren Verluste ausweisen mussten. Und das, obwohl die Kreditforderungen in den Büchern Schrott waren. In welchem Umfang dies der Fall ist und war, wissen wir nicht. Denn wenn die Banken in ihren Büchern wertlose Forderungen weiter als werthaltig deklarieren, wie soll ein externer Beobachter dann wissen können, wie groß der Umfang des Schrotts ist?

„Legaler Bilanzbetrug“ bei Banken wieder erlaubt

Und nun lief diese Sonderregel bis Ende September. Von da an mussten auch diese wackligen Forderungen wieder wie früher sauber verbucht werden. Aber nun läuft ja die zweite Corona-Welle durch Europa. Viele neue Insolvenzen und damit ausgefallene Kredite drohen. Und was sehen wir da? Zack, EBA und BaFin veröffentlichten gestern die „Reaktivierung der Leitlinien zu allgemeinen Zahlungsmoratorien“. Dass es im Kern darum geht, dass Banken Schrott erneut nicht mehr als Schrott deklarieren müssen und daher auch keine Verluste ausweisen müssen, das wird so nicht direkt erwähnt. Man verweist nur auf die Reaktivierung einer alten Leitlinie (aber dort kann man es bei genauem Hinschauen nachlesen).

Zitat EBA aus April:

The aim of these Guidelines is to clarify the requirements for public and private moratoria, which if fulfilled, will help avoid the classification of exposures under the definition of forbearance or as defaulted under distressed restructuring.

Zitat BaFin im März:

So ist beispielsweise ein Schuldner nicht zwingend als ausgefallen einzustufen, wenn bei einem Kredit Kapitaldienst und Zinsen in Folge des Corona-Virus gestundet werden.

Das Gute an dem Zeitpunkt könnte auch sein, dass sie über den Jahreswechsel (Stichtag 31.12.) gültig sind. Könnten Banken so die Chance haben, für das Gesamtjahr 2020 massenweise Schrottkredite als vollwertige Forderung im Jahresabschluss auszuweisen, womit gigantische Verluste vermieden werden können, obwohl sie real vorhanden sind? Denn die von nun an erfolgte Reaktivierung bedeutet, dass die Banken bis März 2021 wieder so tun können, als würden Schrottkredite vollwertige Forderungen in ihren Büchern darstellen. Ohne diese Reaktivierung müssen Banken automatisch damit beginnen Rückstellungen zu bilden für ausgefallene Kredite, bei denen die Kunden mit ihren Zahlungen mehr als 90 Tage im Verzug sind. Laut EBA können auch Kredite, die bislang nicht in den Genuss dieser „Erleichterungen“ kamen, nun auch von Zahlungsaufschüben profitieren.

Die BaFin erwähnt dazu, dass problematische Kredite auch weiterhin als solche in den Büchern ausgewiesen werden sollen. Aber hey, wenn ich Problemkredite als saubere Kredite deklarieren darf, dann nutze ich diese Gelegenheit doch? Zitat BaFin:

Die Reaktivierung werde sicherstellen, dass Darlehen, die bisher nicht in Zahlungsmoratorien einbezogen waren, nun auch einbezogen werden können. Die EBA will erreichen, dass die Institute weiter Kredite an die Realwirtschaft vergeben. Problematische Engagements sollen sie aber sauber in ihren Bilanzen abbilden. Daher darf eine neue Zahlungsentlastung – einschließlich ggf. bereits schon gewährter Zahlungsentlastungen – nur innerhalb von insgesamt neun Monaten fällige Zahlungen betreffen.

Die EBA erlaubt den Banken neue Zahlungsziele ohne genaue Prüfung jeden Kredits zu akzeptieren. Die neue Regelung soll wie gesagt bis Ende März 2021 gelten. Wohl um so zu tun, als würde man die Zügel diesmal enger anziehen und die Lage genau im Griff haben, führt man zwei verschärfende Beschränkungen ein, die aber auch für bereits bestehende Moratorien schon gelten.

So sollen die Banken ihrer jeweiligen Aufsichtsbehörde (in Deutschland der BaFin) Pläne vorlegen, aus denen hervorgehen soll, wie man sicherstellen will, dass man rechtzeitig die Zahlungsunfähigkeit eines Kreditkunden in Bezug auf die dem Moratorium unterliegenden Kredite bemerkt. Klingt doch ziemlich nach Erstellung von ein paar schönen Seiten Papier, die abgeheftet werden. Wir denken uns einen Notfallplan aus, reichen den beim Amt ein, und hoffen das Beste. Die Aufsichtsbehörde hofft auch das beste, und ist froh, dass wie vorgeschrieben ein „Plan“ eingereicht wurde?

Und noch was. Wenn im Rahmen eines allgemeinen Zahlungsmoratoriums durch Banken neue Zahlungsziele vereinbart werden, dann dürfen sie nicht länger als neun Monate dauern. Damit wird die Dauer eines Moratoriums gegenüber einem Kreditnehmer ab 30. September insgesamt gekappt. Dabei sollen auch die vor dem 30. September bestehenden Moratorien mit einbezogen werden. Auch für sie gelten die neuen Regeln, selbst wenn dann die Spanne von neun Monaten überschritten werden sollte.

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