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Märkte

Rohöl: Das globale Überangebot bringt die OPEC in die Bredouille

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Förderung von Rohöl - Pumpe Beispielbild

Mit Spannung erwartet der Markt für Rohöl das OPEC-Treffen an diesem Donnerstag und Freitag. Am Freitag soll zudem das Börsendebüt des Branchenriesen Saudi Aramco über die Bühne gehen.

Gegensätzliche Interessen beim Kartell für Rohöl

Am 5. Dezember findet in Wien die 177. Konferenz der OPEC-Mitglieder statt. Am Freitag folgt dann das 7. Ministertreffen der OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten, an dem auch Russland teilnimmt.

Die ölproduzierenden Länder werden entscheiden, ob sie die Produktionskürzungen, die sie in den letzten drei Jahren etabliert haben, beibehalten, lockern oder in Anbetracht der weltweit rückläufigen Nachfragedynamik sogar noch ausweiten.
Gleichzeitig soll am Freitag das bereits mehrfach verschobene und zurechtgestutzte Börsendebüt von Saudi Aramco über die Bühne gehen. Das aktuell relativ niedrige Preisniveau und die Schwemme von Fracking-Oil aus den USA kommen Saudi-Arabien dabei gerade sehr ungelegen. Das Land braucht dringend das Geld aus dem Verkauf der Anteile des profitabelsten Unternehmens der Welt, um den Transformationsprozess der heimischen Wirtschaft weg von der Abhängigkeit des Öls durch staatliche Investitionen, Subventionen und Steuererleichterungen zu finanzieren. Um eine möglichst hohe Bewertung am Markt durchzusetzen, braucht Saudi-Arabien für die Platzierung der ersten Tranche hohe Ölpreise und trägt daher aus taktischen Gründen bereits den größten Teil der aktuellen Produktionskürzungen der OPEC selbst.

Länder wie der Irak haben sich an die vereinbarten Produktionskürzungen nicht gehalten und mehr als ihre zugeteilte Menge produziert. Das Land hat sein Produktionslimit in diesem Jahr in jedem Monat übertroffen. Saudi-Arabien muss diese Überproduktion durch geringere Förderung kompensieren und das bedeutet den Verzicht auf dringend benötigte Öleinnahmen – auch zugunsten des größten Börsengangs aller Zeiten. Auch deshalb wollen die Saudis diese Mega-Transaktion jetzt so schnell wie möglich über die Bühne bringen.

Aufgrund der divergierenden Interessenlagen wird mit heftigen Diskussionen zwischen den OPEC-Nationen gerechnet. Für Länder wie den Irak haben die Steigerung der Ölexporte oberste Priorität, da diese in Bezug auf die Einnahmen des Landes, das von Unruhen und Krisen geschüttelt wird, kurzfristig einen viel höheren Hebel darstellt, als der Ölpreis selbst. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass andere OPEC-Mitglieder ihrerseits mehr Kürzungen übernehmen müssen.

Mindestens eine Verlängerung der Förderkürzungen bis Sommer 2020

Gegenwärtig haben die OPEC-Staaten vereinbart, die Produktion bis März 2020 um 1,2 Millionen Barrel (ca. 159 Liter) pro Tag zu senken. Die meisten Analysten gehen jedoch davon aus, dass die OPEC-Staaten diese Produktionskürzungen bis zum Sommer des nächsten Jahres verlängern werden.

Das Problem dabei ist, dass eine Beibehaltung der jetzigen Regelung nicht ausreicht, um dem globalen Überangebot Herr zu werden.

Daher ist es auch möglich, dass sich die OPEC-Staaten für eine weitere Produktionskürzung um 400.000 Barrel pro Tag entscheiden, um Angebot und Nachfrage in der ersten Hälfte des nächsten Jahres im Gleichgewicht zu halten. Vor allem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait sprechen sich dafür aus.

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Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born über den aktuellen Gold-Absturz – wie tief geht es noch runter?

Rüdiger Born

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Gold im Crash! Aktuell geht der Kurs durch alle Unterstützungen: zunächst die 1850er Marke aus dem September, nun auch die 1800 der letzten Tage. Und das auch noch beschleunigt! Gibt es kein Halten mehr? Auf was man sich einstellen muss und wie man als Marktteilnehmer hier möglichst frühzeitig den nächsten Schritt erkennen kann, zeige ich in diesem Beitrag.

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Märkte

Ölpreis – wird er trotz Coronakrise demnächst expodieren?

Philipp Hopf

Veröffentlicht

am

Öl Pumpe

Der Ölpreis hat am Donnerstag im frühen Handel erst einmal wieder etwas abgegeben, bewegen sich jedoch weiterhin in der Nähe seines höchsten Stände seit März, bevor die erste Corona-Welle einen drastischen Preissturz verursacht hatte.

Die Hoffnung auf einen zeitnah verfügbaren Corona-Impfstoff, von der sich eine konjunkturelle Erholung erhofft wird, bleibt einer der hauptsächlichen Antriebe für den Ölpreis. Exxon Mobil sorgte jedoch für eine Dämpfung der Stimmung, änderte seine Prognose für den Ölpreis in den nächsten zehn Jahren und versicherte, dass die negativen Auswirkungen der Pandemie zumindest in den kommenden sieben Jahren stark zu spüren sein werden.

Ölpreis: Brent Öl

Der Ölpreis der Sorte Brent läuft das anvisierte Ziel zwischen $48.61 – $50.79 an und zeigt eine erste deutliche Reaktion. Wir schrieben hierzu im gestrigen Update: „Wir gehen hier im Bereich von $48.61 – $50.79 von einem Zwischenhoch aus, in dessen Anschluss der Markt noch einmal nach Süden abdreht, um in Welle 4 in Grün noch einmal tiefere Notierungen im Bereich von $46.50 – $45.00 anzulaufen.“ Solange sich der Markt nun unter $49.06 hält, sehen wir diesen die laufende Gegenbewegung ausbauen. Das Idealziel hierfür liegt nun jedoch im Bereich von $45.34 – $44.19. Drehen die Bullen direkt wieder nach Norden, ohne eine Gegenbewegung in Welle 4 in Grün abzuarbeiten, betrachten wir dies lediglich als Ausdehnung des laufenden Impulses bis $50.79, bevor sich dann auch hier eine Abwärtsbewegung durchsetzt, und gehen nicht von einem direkten Anlaufen von $55 aus:

Der Ölpreis der Sorte Brent

Zusammengefasst hält sich Brent an das hinterlegte Szenario. Setzt sich dieses weiter durch, werden wir hier einen weiteren Zielbereich zum Trading hinterlegen und sehen Brent anschließend weiter in Richtung Norden durchstarten.

West Texas Intermediate (WTI)

Nachdem auch die Bullen in WTI den anvisierten Bereich von $46.23 – $48.81 anlaufen, bauen auch diese eine deutliche Reaktion aus und drehen wieder nach Süden ab. Solange sich der Markt nun unter $46.26 hält, gehen wir im nächsten Schritt von einer Gegenbewegung in Richtung $42.75 – $41.66 aus, um Welle 4 in Grün abzuarbeiten.

Wir werden hier noch einmal einen Zielbereich hinterlegen, der genutzt werden kann, um Longpositionierungen aufzubauen. Unter 40.06 sollte WTI in der anstehenden Abwärtsbewegung nicht mehr fallen, um nicht deutlich tiefere Notierungen für den Ölpreis der Sorte WTI freizuschalten. Nach der hinterlegten Abwärtsbewegung sehen wir WTI dann wieder die Triebwerke starten und den Bereich von $50 und höher anlaufen.

Der Ölpreis der Sorte WTI

Zusammengefasst hat WTI das anvisierte Zwischenziel im Bereich von $46.23 – $48.41 abgearbeitet und befindet sich nun in der Gegenbewegung. Wichtig bleibt, dass sich der Markt unter $46.26 hält, um hier nicht doch noch mal einen Umweg zu starten, bevor die Abwärtsbewegung sich weiter fortsetzt. Anschließend sehen wir den Index dann auf Sicht der nächsten Wochen neue Zwischenhochs im Bereich von $50 und höher anlaufen.

Mehr von Philli Hopf unter https://hkcmanagement.de/

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