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Rohstoffe: die Öl-Kupfer-Divergenz

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Öl (Brent und WTI) steigt seit dem 11.Februar praktisch kontinuierlich an. Gestern gab es die API-Lagerbestände, die mit einem Rückgang von 1,1 Millionen Barrel jedoch geringer ausgefallen waren als erwartet. Eigentlich eine nicht wirklich gute Nachricht für Öl – der Preis fiel kurz, ist aber derzeit schon wieder höher als gestern:

Oilus180516

Das liegt auch an den Produktionsunterbrechungen in Kanada und Nigeria, die das Angebot etwas verknappen. Aber faktisch gibt es immer noch zu viel Angebot bei zu geringer Nachfrage – da ändern auch diese Produktionsunterbrechungen nichts. Heute um 16.30Uhr werden die Öl-Lagerbestände extrem wichtig (wie immer bei uns zeitnah, Prognose -2,4 Millionen Barrel), die den weiteren Verlauf des Ölpreises bestimmen werden.

Die 50er-Marke dürfte psycholgisch große Anziehungskraft besitzen – denkbar, dass der Preis bis dahin läuft. Damit würde sich eine 75%-Rally fortsetzen. Die Frage aber ist, wie lange diese Prosuktionsunterbrechungen dauern werden – und ob die Nachfrage anziehen kann. Zumindest letzteres ist eher unwahrscheinlich, weil China seit Anfang des Jahres massiv Öl eingekauft hat – aber nun die Lager fast voll sind. Die Nachfrage aus dem Reich der Mitte wird als nicht steigen, sondern tendentiell fallen – und das ist ein wichtiger Faktor beim Ölpreis.

Auffallend ist jedoch, dass Kupfer sich schlecht entwickelt – und Kupfer ist ähnlich wie Öl sehr Konjunktur-sensitiv:

Kupfer180516
(Kupfer, Continuous-Future)

Vergleicht man das mit der Entwicklung des Ölpreises, wird klar: entweder Kupfer ist zu billig – oder Öl eben zu teuer:

ÖlKupfer

Kupfer machte die Rohstoff-Erholung mit, ist aber seit einiger Zeit im Sinkflug und steht nun unmittelbar vor wichtigen Unterstützungen. Es gibt also eine Divergenz zwischen Kupfer und Öl, die sich vermutlich in absehbarer Zeit auflösen wird – in die eine oder andere Richtung..

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Marko

    18. Mai 2016 13:24 at 13:24

    Hallo,

    Öl ist nicht zu teuer, weil Öl vorher „künstlich runtergeballert“ wurde, aus bestimmten Gründen.

    Die Relation Kupfer/Öl gerade vom Februar-Tiefpunkt zu nehmen, würde ich auch machen (wenn ich „Shortie“ wäre, oder eben ein unverbesserlicher Öl-Pessimist… :D )

    Öl ist der entscheidende Konjunkturindikator, beim Öl gibts im Vergleich zum Kupfer ein Problem : Dort sind sehr viele „Zocker“ zugegen, die wiederum den Preis verfälschen – siehe oben : „kunstlich runtergeballert“.

    Deswegen ist der Ölpreis auch jetzt noch unberechenbar, aber der Trend geht nach oben, Kupfer interessiert nicht…

    Viele Grüße

  2. Avatar

    Steven

    18. Mai 2016 15:34 at 15:34

    Öl ist ein JETZTindikator
    Kupfer ein MORGEN Indikator .
    Ganz einfach weil Kupfer in der Produktionskette lange vor Öl gebraucht wird . Ganz einfach oder ?!
    Öl auf Kredit in Lager einkaufen hat nichts mit Konjunktur zutun .

    Öl wird fallen .
    Aber Kauft ruhig liebe Bullen . Was soll schon passieren !?

  3. Avatar

    Marko

    18. Mai 2016 18:03 at 18:03

    Hallo Steven,

    genau so mag ich das : „Öl wird fallen“ !

    Beim Öl kann man auf Kredit kaufen, auch wegen den „CFD-Eimerläden“, eben deswegen ist Öl unberechenbar, gut erkannt.

    Das heisst also, der Aktienmarkt wird fallen, die Konjunktur ist im „Eimer“ weil Kupfer den Weg vorgibt ?
    Was ist mit Deutschland ? Das ist eine Ausnahme, da größte Profiteur des EUR ?

    Die Lage derzeit ist kritisch, jetzt, im Mai könnte sich zeigen, wohin die Reise geht.

    Viele Grüße

    Marko

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Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

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