Devisen

Rohstoffe: Wetten auf steigende Preise erreichen Allzeittief

FMW-Redaktion

Nach wie vor ist der Druck auf die Rohstoffpreise hoch – so verliert Kupfer den zehnten Handelstag in Folge, und auch der Anstieg des Ölpreises könnte von nicht allzu langer Dauer sein. Was jedoch für zeitnah steigende Rohstoffpreise spricht ist die Tatsache, dass fast niemand mehr auf steigende Presie wettet. Das zeigen die wöchentlichen COT-Daten (Commitment of Traders) der CFTC.

Demnach haben vor allem der starke US-Arbeitsmarktbericht Anfang des Monats und die „hawkishen“ Aussagen der Fed im Statement zur Oktober-Sitzung die Zahl von Long-Kontrakten auf Rohstoffe drastisch einbrechen lassen. Am stärksten betroffen sind die Metalle wie Gold und Silber, insgesamt sind die Wetten auf steigende Rohstoffpreise um 73% (!) auf nun nur noch 102.000 Long-Kontrakte zurück gegangen.

Besonders drastisch die Positionierungen beim Gold: dort war das Verhältnis Long-Kontrakte zu Short-Kontrakten kürzlich noch bei einem Verhältnis von 5:1, beim Silber sogar bei 6:1. Doch das hat sich nachhaltig geändert: alleine in der letzten Woche sind bei Gold über 25.000 Long-Kontrakte aufgelöst worden, während gleichzeitig über 25.000 neue Short-Kontrakte eröffnet worden sind. Damit beträgt der Überhang an Long-Kontrakten nur noch 21.000 Kontrakte (93.000 zu 72.000), so wenig wie seit langer Zeit nicht mehr. Die Zahl der Long-Kontrakte ist mit 93.000 beim Gold so gering wie seit dem Dezember 2008 nicht mehr.

Ein ähnliches Bild beim Silber: dort wurden gut 5000 Long-Kontrakte glatt gestellt, dagegen 16.000 neue Short-Kontrakte eröffnet. Damit beträgt das Long-Short-Verhältnis nur noch 2:1 (53.000 zu 27.000 Kontrakte).

Auffällig ist auch Kupfer: dort ist die Zahl der Short-Kontrakte deutlich gestiegen, währen die Long-Positionen weiter abgebaut wurden, sodass das Verhältnis Long-Short nun fast bei 1:2 liegt.

Im Gegenzug sind die Wetten auf einen steigenden Dollar stark gestiegen – innerhalb nur einer Woche beträgt der Anstieg der Long-Kontrakte 22%, innerhalb der letzten drei Wochen hat sich die Zahl der Long-Kontrakte sogar verdreifacht. Trotz dieser zunehmend einseitigen Positionierung liegt der Dollar-Index nun nahe der Höchststände vom März diesen Jahres.

Damit ist eines sicher: sollte es wieder Erwarten zu einer Rally an den Rohstoffmärkten kommen, wären nur ganz wenige Marktteilnehmer dabei. Aber bekanntlich passiert an der Börse ja meist das Gegenteil dessen, was die Mehrheit erwartet..



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