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Rubel: wieder auf dem Weg zu den Paniktiefs – die Wirtschaftsdaten zeigen warum!

FMW-Redaktion

Der russische Rubel kommt sukzessive weiter unter Druck. Seit Tagen geht es langsam, aber kontinuierlich nach unten – und damit nähert sich die russische Währung wieder dem Panik-Tief aus dem Dezember 2014:

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Und die Aussichten sind schlecht: Öl (WTI) fällt auf ein neues Verlaufstief:

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Wir nähern uns jetzt den Finanzkrisen-Tiefs aus Ende 2008 und Anfang 2009:

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Gestern versuchte Putin auf der Pressekonferenz Zuversicht zu verbreiten – die Talsohle der russischen Wirtschaft sei durchschritten, die Wirtschaft ziehe wieder an. Aber das wird durch die Fakten nicht belegt. So fiel etwa die heute veröffentlichte Industrieproduktion mit -3,5% zum Vorjahresmonat stärker als erwartet (Prognose war -2,8%). Im Vergleich zum Vormonat Oktober fiel die Industrieproduktion um 0,6% – also eben keine Erholung! Die Industrieproduktion macht ca. ein Viertel des russischen BIPs aus. Leicht rückläufig – erstmals seit Juni – auch der Minensektor, der von der Öl- und Gasförderung dominiert wird.

Im Dezember dürften die Zahlen zur Industrieproduktion noch schlechter werden, da der Dezember 2014 sehr stark ausgefallen war (damals +3,9% zum Vorjahresmonat) – die Latte liegt also sehr hoch.

Und dann noch das Hauptproblem Russlands (so auch gestern von Putin bezeichnet): alleine in den ersten beiden Dezember-Wochen ist die Inflation um 0,4% gestiegen, der Anstieg zum Vorjahresmonat beträgt 12,4%. Zwar stiegen die Einkommen der Russen um 5,1%, aber diese Einkommenssteigerungen wurden von der Inflation mehr als aufgefressen: real verloren die Russen damit in den ersten elf Monaten des Jahres 9,2% an Kaufkraft.

Und in näherer Zukunft kommen mit den Sanktionen gegen die Türkei weitere Belastungsfaktoren hinzu. So importieren etwa deutsche Autohersteller, die Fahrzeuge in Russland verkaufen, Zulieferteile aus der Türkei. Der Handel mit der Türkei aber ist faktisch auf Eis gelegt, Waren aus der Türkei brauchen Tage, wenn nicht Wochen, bis sie durch den Zoll gelassen werden. Das wird sich für die russische Wirtschaft vermutlich bereits dann schon in den Dezember-Zahlen niederschlagen. Laut Informationen von Komersant plant Moskau darüber hinaus, dass in Zukunft jedes Geschäft zwischen einer russischen und türkischen Firma genehmigungspflichtig werden müsse – das wäre dann eine weitere Verschärfung der Sanktionen.



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