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Indizes

Rüdiger Born (VIDEO): Dax, FTSE 100 und Gold

An dieser Stelle möchte ich anhand mehrerer Zeitebenen die aktuelle Situation bei Dax und Gold ansprechen, sowie die sich bietenden Möglichkeiten für den Wochenstart ab Montag. Der britische FTSE 100-Index hat sich ganz anders verhalten als…

Redaktion

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Von Rüdiger Born

An dieser Stelle möchte ich anhand mehrerer Zeitebenen die aktuelle Situation bei Dax und Gold ansprechen, sowie die sich bietenden Möglichkeiten für den Wochenstart ab Montag. Der britische FTSE 100-Index hat sich ganz anders verhalten als alle anderen europäischen Indizes. Auch dazu mehr im Video…

https://youtube.com/watch?v=frLlc6Mc-vQ%3Frel%3D0

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    KARL MÜLLER

    9. September 2016 17:05 at 17:05

    Um es mal mit einer Abwandlung eines bekannten Spruches von H. Ford zu sagen: Die Indizes können sich verhalten wie sie wollen – hauptsache sie fallen. ;)

    Im ernst: danke für die lehrreichen Vidos und den tollen Einsatz hier! Ich find das wirklich Klasse.

    VG Karl

  2. Avatar

    Maik

    9. September 2016 17:33 at 17:33

    Sehr lehrreich , bei Ihnen kann man echt was lernen.

  3. Avatar

    dmsn

    10. September 2016 16:56 at 16:56

    Meine Meinung: Rüdiger Born ist einfach nur Klasse ! Locker, fluffig, humorvoll, aber ungeheuer lehrreich und auch den eigenen Grips fordernd.
    Bin froh, darauf gestoßen zu sein.

  4. Avatar

    Mimi1705

    11. September 2016 13:02 at 13:02

    Ich möchte mal eine weiblich intuitive These zu dem Marktverlauf in den kommenden drei Wochen aufstellen …

    Es kam ja von einem Fed-Sprecher die Äußerung auf, der Markt solle sich mal nicht zu sicher sein, dass die FED den Leitzins im September nicht anhebt. Der Markt sei schließlich bereits zu heiß gelaufen. Hiernach wurde der Markt (Dow, Dax, Gold) abverkauft. Gold läuft ja mittlerweile fast parallel zu den Indizes, wenngleich man glauben sollte, dass es von Aktien- und Anleihenabverkäufen ja profitieren müsste. Aber scheinbar ziehen die Anleger ihr Kapital bis zur Zinsentscheidung aus dem Markt, so dass ich Höchststände in den kommenden zwei Wochen sowieso nicht erwarte.

    Grund meiner These:
    Die Fed scheint eine Marktbereinigung herbeiführen zu wollen (das schließe ich aus der Bemerkung, der Markt sei zu heiß gelaufen). Alle drei Märkte (Gold, Dax, Dow) leiten gerade Korrekturen ein, wobei es sich um C-Korrekturen handelt, die bekanntlich ja weit reichen können.
    Gold: 61,8 Retracement nach der letzten Aufwärtsbewegung im Wochenchart = ca. 1266 Dollar. (Das möchte ich nicht glauben, aber 1290 sind drin … und wenn man sich im Falle einer Leitzinserhöhung den Dezemberchart aus dem vergangenen Jahr anschaut, wurde Gold nach der Leitzinsanhebung ca. um 30 Dollar an nur einem Tag abverkauft, was günstige Einstiege suggerierte und es begann die Gold-Rally.
    Dax: 61,8 Retracement = ca. 9779 (wobei bei ca. 9668 noch ein offenes Gap ist); der Dax würde damit einen Retest zur ehemaligen abwärtslaufenden Begrenzungslinie vornehmen
    Dow: 61,8 Retracemt = 17678, die bis 17000 laufen kann, da sie ja bis zum Ursprung der Aufwärtsbewegung zurückkommen kann.

    Diese Rücksetzer wären aus Wochenchartsicht durchaus plausibel, ohne dass sie den eigentlichen Aufwärtstrend gefährden. Nach diesen Rücksetzern würde es dann mit der Rally richtig los gehen können.

    These:
    Der Chart gibt uns alle Informationen, auf die eigentlichen fundamentalen Daten kommt es nicht an, denn sie beeinflussen ja das Chartbild mit.
    Läuft der Markt in den nächsten zwei Wochen diese Retracements an aus Unsicherheit in Bezug auf die Leitzinserhöhung, liegt die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es zu keiner Leitzinserhöhung kommt (mit der Begründung dann wahrscheinlich, man wolle den Markt nicht gefährden).
    Läuft der Markt in den nächsten zwei Wochen diese Retracements nicht an, wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass es eine Leitzinserhöhung im September tatsächlich noch geben kann. Wir haben in allen drei Märkten die C-Korrektur eingeleitet, insoweit halte ich meine weiblich intuitive These gar nicht mal für unlogisch …

    Das heißt, dass je nachdem, wie sich das Chartbild in den kommenden zwei Wochen zeigt, man eigentlich schon vor der Verkündung weiß, ob es eine Leitzinserhöhung im September geben wird oder nicht …

    Zugleich könnte man darüber nachdenken, sich in diesen drei Märkten nach Erholung des Abverkaufs am Freitag short zu positionieren für zumindest die nächsten zwei Wochen …

    Meine These scheint im Übrigen auch im Hinblick auf den US-Index nicht ganz unwahrscheinlich zu sein. Der befindet sich auf Wochenchart-Basis seit Mai 2016 in einem Aufwärtstrend. Welle 1 und 2 einschließlich Korrekturwelle C dürften abgeschlossen sein, d. h. Welle 5 steht bevor und könnte bis 99,62 (161,8 Expansionsevel ausgehend von der ersten Welle laufen). Also es wird was kommen, ist nur die Frage, ob dies in den nächsten beiden Wochen oder mit der Leitzinsentscheidung selbst passiert.

    Nicht zu vergessen, dass der JPY durch einen steigenden Dollar entlastet wird … die Notenbanken stecken hier ja auch unter einer Decke …

    Tja, viele logische Gründe, die dafür sprechen, dass was im Busch ist (sei es die Zurückhaltung bzw. der Abverkauf vor Sorge einer anstehenden Leitzinserhöhung oder die Leitzinserhöhung selbst … aber es kommt was …

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Indizes

Aktienmärkte: Bringt der dreifache Hexensabbat eine Wende?

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Das Geschäft mit Optionen wird für die Aktienmärkte immer bedeutsamer, speziell in den USA, wo in der jetzigen Euphoriephase die Umsätze bei Call-Optionen geradezu explodieren. Ungeachtet dessen blickt man stets gespannt auf den viermal in einem Jahr, jeweils am dritten Freitag im Montag stattfindenden großen Hexensabbat entgegen. Der Verfall von Terminkontrakte, wie Futures und Optionen sorgt oft im Vorfeld für große Kursschwankungen, weil Marktteilnehmer die Kurse durch Käufe und Verkäufe von Assets so zu bewegen versuchen, dass die Termimkontrakte Gewinne abwerfen. Was wird im Vorfeld zum 18. Dezember an den Märkten geschehen, zu Zeiten größter Call-Euphorie bei gleichzeitig geringen Depotabsicherungen?

Aktienmärkte: Die große Call-Spekulation

Der November des Jahres 2020 hatte es in sich. Der Ausgang der US-Wahlen, der nicht zu einem befürchteten Chaos geführt hat und die Impfstoffentwicklung, beginnend mit der BioNTech/Pfizer-Meldung am 9. November und dem darauffolgenden Wettlauf um den Termin einer Notzulassung.

Das alles führte zu einem Game Changer für die Aktienmärkte mit zahlreichen Konsequenzen: Verkaufoptionen und Leerverkäufe auf Corona-geschädigte Titel wurden in Windeseile eingedeckt (Stichwort Short Squeeze), Nebenwerte und Value-Titel hingegen in großem Umfang gekauft. Obwohl sich die Käufe nach der Monatsmitte wieder beruhigten (bis auf einige Titel wie Tesla oder Impfstofffirmen) schnellte eines gewaltig in die Höhe – der Optimismus der Anleger (FMW berichtete laufend über die heißgelaufenen Indikationen).

Ob ein Angstbarometer wie der Fear&Greed-Index, das ständig im Bereich extremer Gier um die 90 Punkte notiert, US-Aktienindizes weit oberhalb ihrer Aufwärtstrends, oder ein Dow Jones oberhalb der psychologischen Marke von 30.000 Punkten. Die Hausse nährt die Hausse, wieder einmal, und die Gier sorgt im Optionshandel für außergewöhnliche Konstellationen.

Wie Markus Fugmann in einem seiner letzten Videos festgestellt hat, wurden in der letzten Woche in den USA viermal so viele Calloptionen gekauft, wie es im Durchschnitt der Fall ist. 40 Prozent der Umsätze an der New York Stock Exchange waren Optionen. Hierunter aber kaum Put-Optionen, also sichert man sich nicht ab – im Bewusstsein von Rettungsschirmen durch die Notenbanken (Sitzungen am 10. und 16. November vor dem Hexensabbat) und den Stakkato-artig eintrudelnden Meldungen von der Impfstofffront: Wirksamkeitsstudien, Zulassungsanträge und Hinweise auf den Start der Impfungen. Eine selten positive Konstellation von „Good News“ – und dies in der guten saisonale Phase der Aktienmärkte zu Jahresende. Aber was passiert mit den vielen Call-Optionen (35 Millionen allein vor Thanksgiving) in den nächsten Tagen?

Die ungewöhnliche Anzahl an Calls hat die Market Maker gezwungen, über ihr Delta Hedging immer mehr die zugrunde liegenden Titel zu kaufen. Manchmal öffneten die Märkte mit einem Gap, so dass man ständig gezwungen war, Aktien am Markt nachzukaufen. Desto stärker die Hebelwirkung (größeres Delta) bei den Calls, desto größer das Hedging der Gegenseite.

Was passiert aber, wenn die Kurse einen Rücksetzer machen, oder viele Kontrakte am Verfallstag auslaufen? Die Market Maker werden die Werte verkaufen, die sie zum Zwecke der Absicherung gekauft haben und den Abwärtstrend verstärken. Ein Thema, welches noch bedeutsam werden könnte, denn Put-Optionen gibt es kaum, die beim Schließen der Position zum kursstabilisierenden Kauf des Basiswertes führen würden, der bekannten Short Squeeze.

Was werden die Inhaber der Call-Optionen in der letzten Woche vor dem großen Verfall tun? Die Kontrakte verlängern über das Jahresende und die sehr häufig positive Aktienphase hinaus, hinein in einen Monat Januar, der sehr häufig mit Rückschlägen endete?

Übersicht: Keiner hat bald mehr Puts

Dire Aktienmärkte euphorisch, kaum Put-Absicherungen

Grafik: northmantrader.com

Fazit

Der Optimismus der Aktienmärkte ist übergroß und schreit nach einer Korrektur. Eine riesige Herde an Zockern, die mit Kaufoptionen schnell reich werden wollen und die Gegenseite, die Stillhalter, die in die Basiswerte getrieben werden.

Das wird zu Reaktionen führen müssen, Optionen haben ein Verfallsdatum und reagieren auf die implizite Volatilität.

Was mir aber nicht einleuchtet ist, dass die jetzige Situation immer wieder mit historischen Zyklen verglichen wird. Corona hat eine absolute Sondersituation geschaffen und ein Impfstoff in großer Verfügbarkeit ändert vieles in dem für die Aktienmärkte relevanten Zeitraum. Wie sagte der Chef einer französischen Großbank? Wir haben eine Gesundheitskrise, keine Wirtschaftskrise – sehr optimistisch, aber da ist etwas dran. Für die Aktienmärkte zählen nicht die nächsten vier Wochen oder das neue Quartal. Das Kommende wird immer dann interessant, wenn Fakten präsentiert werden, die die lange Sicht ändern – das Delta zwischen eingepreister und veränderter Erwartung.

Tourismus und Luftfahrt liegen stärker im Minus als in Kriegssituationen, die Maschinen, Hotels und Einrichtungen sind aber nicht zerstört und wenn es in einem halben Jahr eine Impfung der Bevölkerung geben hat, so werden manche Industrien wie Phoenix aus der Asche auftauchen. Die Messung eines aktuellen KGVs ist nicht so bedeutsam, wenn die Aktienmärkte mindestens sechs bis neun Monate in die Zukunft blicken.

Der zweite Fakt ist der monetäre: Wieso sieht man nicht die 35 Billionen Dollar an Anleihen, die real negativ verzinst sind oder die Durchschnittsrendite der 7 bis 10-jährigen Staasanleihen, die noch vor ein paar Wochen 0,18 Prozent Rendite abwarf? Das Dilemma für die Finanzbranche schlechthin. Wieso soll es angesichts weiterer zugesicherter Notenbankkäufe größere Umschichtungen von Aktien in Anleihen geben, auch bei leichten Zinsanstiegen?

Und wieso vergleicht man das KGV der Aktienmärkte von 2020 mit dem KGV von 2000, bei der Dotcom-Bubble? Damals lagen die Zinsen bei über 6 Prozent, das KGV der lang laufenden Anleihen bei 15 – und heute? Jeder spricht über die Euphorie infolge der Impfstoffentwicklung, die eine Pandemie in Monaten beenden kann, mit all den Folgewirkungen. Klar, die Call-Positionierung ist zu hoch und wird abgebaut werden. Wieso aber immer die Geschichte von den überteuren Aktienmärkten? Anleihen sind superteuer dagegen.

Natürlich kann sich die Konstellation Anleihen – Aktien ändern und sie wird sich auch, wenn das billionenschwere Stimulusprogramm der Demokraten in die Tat umgesetzt würde. Aber in der jetzigen Situation? In der „Endphase“ von Corona mit einem nochmaligen Anschwellen der Infektionszahlen und mit den großen Notenbankentscheidungen.

Ein Anspringen der Wirtschaft, ein Anstieg der Inflation und neue Schuldenpakete, das wäre der Stoff für eine Neubewertung der Aktienmärkte.

Bringt der Hexensabbat eine Wnede für die Aktienmärkte?

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