Folgen Sie uns
Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Allgemein

Rundfunkbeitrag: Staatliche Melderegister übergeben am 6. Mai alle Meldedaten an die nicht staatlichen Sender ARD & ZDF

Nicht mal annähernd hätte man etwas mit dem deutschen Staat zu tun. Denn wenn dies so wäre, könnte man ARD und ZDF (kassieren mit Werbung gut 9 Milliarden Euro im Jahr) ja auch ganz einfach und bequem über den Steuerhaushalt finanzieren, statt jetzt durch den Rundfunkbeitrag…

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Wenn Kritik an den Öffentlich Rechtlichen Sendern aufkommt in Sachen staatsnaher Berichterstattung, brüsten sich vor allem die Verantwortlichen der ARD damit, dass man nichts mit dem deutschen Staat zu tun habe, dass man unabhängig von der Regierung sei, kein Staatsfernsehen, keine staatliche Institution, so richtig unabhängig. Nicht mal annähernd hätte man etwas mit dem deutschen Staat zu tun. Denn wenn dies so wäre, könnte man ARD und ZDF (kassieren mit Werbung gut 9 Milliarden Euro im Jahr) ja auch ganz einfach und bequem über den Steuerhaushalt finanzieren, statt jetzt durch den Rundfunkbeitrag. Die offizielle Trennung des Öffentlichen Rundfunks hatte nach dem 2. Weltkrieg ja auch einen verdammt guten Grund, weil der Rundfunk nicht vom Staat (Gleichschaltung durch die Nazis) beeinflusst werden sollte.

Bitte Rundfunkbeitrag nachzahlen

Aber nein, sie haben mit dem deutschen Staat nichts zu tun? Dass die Rundfunkanstalten in ihren Mahnungen schreiben, dass sie selbst in Kürze Vollstreckungsmaßnahmen durchführen, was nur ein Gerichtsvollzieher darf – geschenkt! Aber jetzt kommt raus, dass die für die Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten letztlich zuständigen Bundesländer beschlossen haben, dass alle staatlichen Melderegister in Deutschland zum Stichtag 6. Mai 2018 alle vorliegenden Meldedaten auf einen Haufen packen (sinnbildlich gesprochen), und gesammelt an den Beitragsservice der Öffentlich Rechtlichen übersenden.

Großer Treue Bonus von FMW

Der kann dann sämtliche in Deutschland gemeldeten Haushalte mit der eigenen Datenbank abgleichen. Alle Haushalte, die in der eigenen Datenbank nicht auftauchen, aber in der Liste der Melderegister, werden folglich kurz darauf vom Beitragsservice eine saftige Nachbelastungs-Rechnung erhalten. Denn in den Meldedaten steht ja auch, seit wann eine Person an einer Adresse gemeldet ist. Und der Rundfunkbeitrag richtet sich seit 2013 nach der Wohnanschrift (also Haushalt). Wenn man also beispielsweise seit fünf Jahren an einem bestimmten Wohnort in einer bestimmten Wohnung gemeldet ist und bisher nicht gezahlt hat, weil man nicht in der Datenbank von ARD und ZDF auftaucht, wird das konkret bedeuten:

17,50 Euro pro Monat x 60 Monate = Zahlen Sie bitte 1050 Euro, bitte jetzt sofort!

Rundfunkbeitrag dank staatlicher Meldeämter

Formal und auch in der Realität darf man doch wohl fragen, wie es mit der Staatsferne der Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten aussieht, wenn sie sich in vollem Umfang bei staatlichen Meldedaten bedienen. Sie lesen auf einen Schlag sämtliche über die Bürger verfügbaren Adressdaten aus, vom Staat. Dazu muss man wissen, dass dieser Zugriff schon einmal von den Bundesländern erlaubt wurde, nämlich zur Umstellung der Gebühren pro Person auf die Gebührenbelastung pro Haushalt im Jahr 2013.

Damals waren es nach dem Abgleich 3 Millionen zusätzlich zahlende Haushalte. Bis jetzt ist diese Zahl um 300.000 zurückgegangen. Diesem Trend will man wohl entgegenwirken, in dem man jetzt erneut alle staatliche gemeldeten Wohnungen abgleicht (Thema „Beitragsgerechtigkeit“… lach). Und warum nicht einfach ein dauerhafter konstanter Datenabgleich? Wäre die Staatsferne dann endgültig aufgehoben? Wo ist die Grenze? Streng genommen dürfte es gar keinen Abgleich geben, denn die Öffentlichen Rechtlichen haben ja nach eigener Aussage nicht mal entfernt etwas mit dem Staat zu tun!

Ein normales privates Unternehmen kann sich ja auch nicht mal eben vom Staat die Adressdaten von 80 Millionen Bürgern zusenden lassen. Dass jede Institution das Beste für sich selbst rausschlagen will, ist verständlich. So kann man auch das Ansinnen von ARD & ZDF verstehen, an möglichst viele Daten zu kommen. Denn mit den Horden von GEZ-Fahndern dem privaten Ankaufen von Daten bei Adressverkäufern war ab 2013 Schluss. Skandalös ist wohl eher die Genehmigung der Bundesländer, jetzt erneut diesen gigantischen Datenabgleich zuzulassen. Damit ist die Staatsferne in gewisser Weise futsch. Wäre man wirklich komplett unabhängig vom Staat, wäre es doch ehrlicher wieder die GEZ-Schnüffler loszuschicken und privat Adressen aufzukaufen.

Rundfunkbeitrag
Der deutsche Staat hat ja eigntlich rein gar nichts mit ARD & ZDF zu tun. Grafik: User:SKopp, User:Madden, and other users / Gemeinfrei

20 Kommentare

20 Comments

  1. Hermann

    8. März 2018 16:43 at 16:43

    So viel zum Datenschutz!

    • Götzv.Berlichingen

      9. März 2018 15:37 at 15:37

      Dass die Rundfunkanstalten in ihren Mahnungen schreiben, dass sie selbst in Kürze Vollstreckungsmaßnahmen durchführen, was nur ein Gerichtsvollzieher darf..
      FALSCH! Bzw.. die Steuereintreiber hier Gerüchtsvollabzieher genannt, sind privat unterwegs, haften persönlich, sind kleine „Un-ternehmer“, holen aber die Kavallerie(POLIZEI, übrigens registriert als Marke im Freistaat Bayern!).
      Das raffgierige Medienpack benutzt also hier die BRD_POLIZEI& Privat-„Gerichtes“-Vollzieher um Menschen in die Bredouille zu bringen, abzuzocken usw. Machen sich Handlager der POLIT-„Elite“ in Belrin und den Ländern.Da kommen dann die Drohschreiben ins Haus..
      Ganz abgesehen davon , das Länderfürsten im TV- und Rundfunkrat sitzen und Spesen für ihre „Sitzungen“ bekommen.

      Alles „Staats-Simulation“…und Raubrittertum.

    • Pudellosius

      9. März 2018 16:41 at 16:41

      Für Verbrecher gelten Gesetze nur wenn sie erwischt werden. Sonst setzt man sich einfach darüber hinweg, wie das Murksel es ja auch permanten tut. Ein gesetzesbrcherischer Jsutizministerdarsteller schlägt dem Faß die Krone ins Gesicht und ein nicht beschlußfähiges PArmlament beschließt ein Gesetz ? Im Kongo herrscht mehr Ordnung und Respekt vor eigenen Gesetzen.

  2. Jana

    8. März 2018 17:02 at 17:02

    Auf der einen Seite auch ein gutes Zeichen – die ANzahl der Verweigerer steigt scheinbar stark an und man muss etwas härter vorgehen beim Geldeintreiben ….

    In meiner Begründung warum ich nicht zahle habe ich auch reingeschrieben, dass per Gesetz eigentlich nur eine Behörde anderen Behörden AMtshilfe geben darf (also Daten weitergeben darf). Daher darf das Einwohnermeldeamt eigentlich Daten nur an andere Behörden weiterleiten und nicht an privete Firmen wie die Beitragsservice GmbH. Es gibt also keine gesetzliche Grundlage, dass diese Daten einfach rausgegeben wewrden. Bei meinem nächsten Umzug und anschließender Meldung beim Einwohnermeldeamt, werde ich das dort auch so sagen – die sollen meine Anschrift dort an keinen weiter rausgeben – ansonsten werde ich juristisch gegen dieses Amt dort vorgehen. Meine Adressdaten haben dort zu bleiben und nicht beliebig an Firmen verteilt zu werden.

    Verwaltungsverfahrensgesetz $ 4 Amtshilfepflicht:
    (1) Jede Behörde leistet anderen Behörden auf Ersuchen ergänzende Hilfe (Amtshilfe).

    (2) Amtshilfe liegt nicht vor, wenn
    1. Behörden einander innerhalb eines bestehenden Weisungsverhältnisses Hilfe leisten;
    2. die Hilfeleistung in Handlungen besteht, die der ersuchten Behörde als eigene Aufgabe obliegen.

    • Nicola

      8. März 2018 19:02 at 19:02

      hallo Jana, ich glaube, jeder in Deutschland darf beim Bürgeramt Datensätze wie Adresse/Name von Fremden erfahren, ohne die Anfrage begründen zu müssen und gegen Zahlung eines kleines Gebühr. Man kann, dagegen, seine Anmeldedaten schützen, gegen Abfragen von Privaten, kostenlos, für einen Monat, danach muss man es glaubhaft begründen (wieso man unauffindbar für Privaten werden möchte). Banken, weitere Behörden, usw, dürfen bei Bedarf an diese Daten trotzdem kommen.
      So hat es mir vor 1 Jahr eine Mitarbeiterin beim Bürgeramt erklärt.

      • Pudellosius

        9. März 2018 16:44 at 16:44

        Dann hat die ISche keine Ahnung.

    • micha

      9. März 2018 18:07 at 18:07

      hallo Jana, der Beitragsservice ist keine GmbH, die könnte man evtl. verklagen, bei denen steht: Nichtrechtfähige Gemeinschaftseinrichtung. Wer nicht rechtsfähig ist der ist auch nicht geschäftsfähig, somit eigentlich nur eine Sache, und die kann man nicht verklagen, da nicht haftbar, schau mal nach, steht oben bei denen im Anschreiben
      Unglaublich, oder

  3. sadhu

    8. März 2018 17:32 at 17:32

    Als freiberuflicher Kommunikator nehme ich gerne Kontaktanfragen von den Sendeanstalten entgegen. Dabei ist es mir egal, ob eben jene Anstalten sich darüber informiert haben, was die Beantwortung einer Anfrage bei mir kostet.
    Mein Stundensatz beträgt 200€.
    Es steht sogar ganz kleingedruckt an meinem Briefkasten.
    Sollen sie sich mal melden.

  4. jack lope

    8. März 2018 21:37 at 21:37

    Die Willkür in diesem Lande ist nicht mehr zu ertragen.
    Wo sind die Kräfte die dem Einhalt gebieten? Was ist mit den Bürgerrechten?
    Warum kein Aufschrei? Nirgendwo? Die Justiz, die Medien, die Politik, die Intelligenzia – alles schweigt. Und der vereinzelte +verarmte Michel kann vielleicht solange GEZ-verweigern, bis das Rollkommando erscheint. Dann zeigt der Staat die Zähne und wirft ihn sogar in den Knast. Was ist nur aus diesem Lande geworden?

    • oscar

      8. März 2018 22:34 at 22:34

      @jack, oh gott von welchem land redest du eigentlich?! meinst du diese rotgrün faschistische neokolonie, ala bananenrepublik? ein maßloser maas wird außenminister? hallooo gehts noch…diese kolonie bekommt was dem „bewohner“ zusteht in seiner devoten feigheit…aber das wußte schon mr. robert willson. die angst vor armut macht uns zu feiglingen. was hat sich geändert? die willkür, die angst vor represalien, das brutale desinteresse einer vorgeführten blöck-masse und der glaube, der kelch möge an einem vorbeigehen. lol…eine kolonie die mit angst regiert wird ist wohl sehr zukunftsträchtig, demokratisch und ach so polit-schwätzig human….zu den zahlenden lemmingen etwa?…sry sollte besser gesagt werden „leistungsträgern“…bin da echt unsicher. gute nacht täuschland !!!

  5. leftutti

    8. März 2018 23:39 at 23:39

    @oscar, der Kommentar ist echt oscar-verdächtig 😉 Haben Sie eigentlich schon bemerkt, dass Rot-Grün vor 13 Jahren abgelöst wurde?
    Nachzulesen hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_2005
    Und wenn Sie diesen Lügenmedien nicht glauben, einfach googeln. Es ist wirklich so.

    • sabine

      9. März 2018 08:48 at 08:48

      Ich denk, Oscar weiß das und steckt Frau Merkel & Co in diesselbe Kiste.

    • luftlefti

      9. März 2018 09:18 at 09:18

      Leflufti, offenbar ist Dir entgangen, welche Agenda selbstverständlich auch weiterhin verfolgt wird, obgleich sie politisch in eine andere Farbe gekleidet sein mag. Höre doch endlich auf, in die irreführenden Unterscheidungen von Rechts oder Links, Rot, von Schwarz, Blau, Grün usw. zu denken!

      • sabine

        9. März 2018 11:22 at 11:22

        Ach ja, Hitler war Sozialist:
        – National“sozialismus“, und Sozialdarwinistisches Recht des Stärkeren
        – Auflösung der Familie, Staatskindergarten auch für Kleinkinder, kein Datenschutz
        – Enteignung des Privateigentums, alle Macht dem Staat, alle wichtigen Firmen als Eigentum dem Staat, kein Firmen-Datenschutz
        – KZ, Geheimpolizei,
        – Kriege als Selbstzweck, ohne Ende,
        – 99%-Wahlen mit Wahlzwang.
        – Bonzentum („Funktionäre“) mit Parteibuch
        – Keine unabhängige Justiz wie Richter usw.
        Siehe China, Kuba, UDSSR, DDR, Venezuela…

  6. sabine

    9. März 2018 11:23 at 11:23

  7. Columbo

    9. März 2018 16:01 at 16:01

    Habt ihr wirklich keine anderen Sorgen als den Rundfunkbeitrag? Warum reden wir nicht über Hundesteuern oder streunende Katzen? Das wären doch Themen für ein Finanzforum.
    Tuts mir den Gefallen und beendet das Thema, bitte.

    • Markus Fugmann

      9. März 2018 16:19 at 16:19

      @Columbo, das ist das Symbol für einen Obrigkeitsstaat hier in Deutschland, der mit juristisch extrem fragwürdigen Methoden seine Vormundschaft gegenüber den Bürgern durchsetzt. Daher ist das wichtig, nicht wegegn den monatlich paar Euros, die wir für den Rundfunk monatlich berappen!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

70 Jahre Bundesrepublik: Das große Bild bei Preisen, BIP, Bevölkerung

Veröffentlicht

am

Von

Zu 70 Jahren Bestehen der Bundesrepublik Deutschland hat das Statistische Bundesamt einen Überblick über das große Gesamtbild veröffentlicht. Wie haben sich Preise, Wirtschaftsleistung und Bevölkerung im Lauf von 70 Jahren entwickelt? Hier mit jeweils kurzer Besprechung unsererseits die wichtigsten Aussagen der Statistiker im Original-Wortlaut.

Bevölkerung

Gerade in den frühen Jahren der Bundesrepublik gab es ein starkes Bevölkerungswachstum. Dann kam der zweite Schub durch die Wiedervereinigung. Auffällig ist natürlich auch die Zunahme des Altersdurchschnitts in der Bevölkerung von 34,4 auf 44,4 Jahre! Zitat auszugsweise:

Ende 1950 lebten knapp 51 Millionen Menschen in der damaligen Bundesrepublik (früheres Bundesgebiet). Die Bevölkerungszahl stieg bis 1990 um 12,8 Millionen auf 63,7 Millionen und mit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 um weitere 16 Millionen Menschen aus den neuen Bundesländern und Berlin-Ost. Ende 1990 hatte das vereinigte Deutschland somit 79,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Danach ist die Bevölkerungszahl bis Ende 2017 weiter um 3 Millionen auf 82,8 Millionen Menschen gestiegen. Kurz nach der Gründung war die Bevölkerung der Bundesrepublik mit einem Durchschnittsalter von 34,8 Jahren sehr jung: 30,5 % der Bevölkerung waren Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren (15,5 Millionen) und nur 9,4 % der Menschen waren 65 Jahre und älter (4,8 Millionen). 2017 war die gesamtdeutsche Bevölkerung mit einem Durchschnittsalter von 44,4 Jahren deutlich älter. Kinder und Jugendliche haben nur noch einen Anteil von 18,4 % an der Gesamtbevölkerung (15,3 Millionen), während der Anteil der über 65-Jährigen mittlerweile 21,4 % beträgt (17,7 Millionen).

Wirtschaftswachstum

Das Wirtschaftswachstum (BIP) ist gekennzeichnet durch die Wirtschaftswunderjahre nach dem Krieg. Für die Rezessionen danach haben die Statistiker größtenteils konkrete Gründe genannt. Von 1950 bis 2018 lag das durchschnittliche Wachstum pro Jahr bei 3,4%. Zitat auszugsweise:

Nach einer Zeit ungebrochener Hochkonjunktur seit 1950 mit Wachstumsraten bis zu 12,1 % im Jahr 1955 endete 1967 das deutsche „Wirtschaftswunder“ im früheren Bundesgebiet mit der ersten Rezession. Die folgenden Wachstumsphasen bis zur deutschen Wiedervereinigung wurden nur durch die Rezessionen 1975 und 1982 unterbrochen, ausgelöst durch die beiden Ölkrisen. Nach dem Fall der Mauer erlebte das vereinigte Deutschland seine erste Rezession im Jahr 1993. Die Weltwirtschaft war infolge des ersten Golfkriegs in einen globalen Wirtschaftsabschwung gedrängt worden, der in Deutschland durch die Sondersituation der Vereinigung erst verzögert ankam. Eine weitere Rezession zeigte sich im Jahr 2003 nach dem Platzen der sogenannten Internetblase und durch die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September 2001. Der stärkste wirtschaftliche Einbruch seit der Gründung der Bundesrepublik war der massive Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 5,6 % im Jahr 2009 im Rahmen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Beginnend mit dem beachtlichen konjunkturellen Aufholprozess in den Jahren 2010 und 2011 ist die deutsche Wirtschaft in den letzten neun Jahren wieder stetig gewachsen. Im Jahr 2018 betrug das preisbereinigte Wirtschaftswachstum in Deutschland 1,4 %.

Preise

Insgesamt sind die Preise in Deutschland seit 1950 um 440% gestiegen. Im Jahresdurchschnitt waren es 2,5%. Für einzelne Phasen deutlich höherer Teuerungsraten nennen die Statistiker konkrete Gründe. Zitat auszugsweise:

Besonders hohe Inflationsraten von häufig über 5 % herrschten in den 1970er bis zu Beginn der 1980er Jahre während der ersten und zweiten Ölkrise vor. Auch Anfang bis Mitte der 1990er Jahre waren Verbraucherinnen und Verbraucher mit außergewöhnlich hohen Preissteigerungen von bis zu 5 % konfrontiert, als im Zuge der deutschen Wiedervereinigung die Wohnungsmieten in den neuen Bundesländern stark anzogen. Nach der Jahrtausendwende war die Entwicklung der Verbraucherpreise zunächst moderat. Insbesondere steigende Preise bei Mineralölprodukten sorgten dafür, dass die Inflationsrate in den Jahren 2007 und 2008 deutlich über 2 % angestiegen ist. Infolge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise gingen ab Mitte des Jahres 2008 die Rohstoffpreise deutlich zurück, woraufhin im Jahr 2009 eine für das vereinte Deutschland historisch niedrige Inflationsrate von 0,3 % gemessen wurde. Im Jahr 2011 lag die Inflationsrate aufgrund gestiegener Energiepreise wieder bei über 2 %. Seit dem wurde die für die europäische Geldpolitik wichtige 2%-Marke nicht mehr überschritten, zuletzt stieg der Verbraucherpreisindex im Jahr 2018 um 1,8 %.

weiterlesen

Allgemein

Nach Bankfilialen verschwinden nun auch die Geldautomaten

Veröffentlicht

am

Von

Alle Statistiken und vor allem die Aussagen der Banken-Vereinigungen zeigen es. Die Banken (auch Sparkassen und Volksbanken) schließen seit Jahren in großem Umfang Filialen. Die Nullzinspolitik der EZB (geschrumpfte Zinsmarge), der allgemeine Kostendruck und das veränderte Konsumverhalten der jungen Generation (weniger bis gar keine Filialbesuche mehr) sorgen dafür, dass die Banken reihenweise Filialen schließen. Und gerade kleine Sparkassen und Volksbanken auf dem Lande fusionieren vermehrt um Kosten zu sparen, womit noch mehr Standorte dicht gemacht werden. Da verbleiben mancherorts nur  noch die Geldautomaten für die Nahversorgung.

Am Wichtigsten ist ja die Bargeld-Versorgung der Bevölkerung. Und dafür gibt es ja die Geldautomaten, richtig? Richtig! Aber auch dort geht es nun steil bergab. Natürlich verschwinden nicht alle Geldautomaten über Nacht. Aber auf dem Land, wo es in zahlreichen kleinen Ortschaften gar keine Bankfiliale mehr gibt, sondern als Ersatz nur noch Automaten – dort ist es mehr denn je ein Desaster, wenn nun auch noch diese Automaten verschwinden.

Eine aktuelle Statistik der Barkow Consulting bezieht sich auf Daten des Verbands BVR (Volks- und Raiffeisenbanken). Man betont aber, dass die Daten nur geringfügig von den offiziellen Daten der Bundesbank abweichen. In den letzten drei Jahren ist demnach bereits jeder 20. Geldautomat in Deutschland verschwunden. Seit drei Jahren in Folge ist die Zahl der Geldautomaten rückläufig. Das Minus betrug letztes Jahr 1,0%, davor 2,8%, und davor 1,8%.

Aber wie verdammt noch mal, wie soll das denn zukünftig funktionieren, ohne Bankfilialen und ohne Geldautomaten, wenn der Trend so weitergeht? Ja, die Finanzindustrie möchte noch weiter runter mit den Kosten. Und so soll der Konsument gefälligst zukünftig sein Barabhebungen und auch Einzahlungen (!) an der Supermarktkasse beim Bezahlen der alltäglichen Einkäufe erledigen. Das kann ja ein Spaß werden. Wenn das in großem Umfang zunimmt, kann das für alle Verbraucher durchaus (nett formuliert) zu längeren Wartezeiten an der Supermarktkasse führen?

Weniger Geldautomaten
Daten und Grafik: Barkow Consulting GmbH

weiterlesen

Allgemein

YouTube transparent: Ab sofort erkennen Sie, welche Inhalte tatsächlich alle von ARD und ZDF bezahlt werden

Veröffentlicht

am

Vor fünf Monaten hatten wir das Thema „FUNK“ besprochen. Lesen Sie den Artikel beim Klick an dieser Stelle gerne in voller Länge. Es ist nämlich bislang extrem schwer erkennbar, welche Inhalte, die man in deutscher Sprache auf YouTube anschauen kann, tatsächlich alle von ARD und ZDF bezahlt werden. Die Produzenten der Kanäle sind zwar offiziell unabhängig und können Inhalte herstellen und online stellen, wie und was sie wollen.

YouTube schafft Transparenz

Aber die Macher der FUNK-Kanäle auf YouTube mussten sich vor dem Start ihrer Formate ja bei FUNK, einer Tochter von ARD & ZDF mit einem inhaltlichen Grundsatzkonzept bewerben, von dem sie wohl kaum abweichen dürfen. Und so droht (darf man das vermuten?) der Entzug der Beitragszahler-Gelder, wenn ein FUNK-Kanal vom Konzept abweicht? Natürlich wollen wir an dieser Stelle kein Fass aller Verschwörungstheorie aufmachen. Bestimmt nicht immer derjenige die Musik, der auch das Geld in die Jukebox wirft? Aber nein, nochmal… dass die „böse Kanzlerin“ oder der ARD-Intendant anruft und dem YouTuber nun wortwörtlich ins Ohr flüstert, welche Vidoes er/sie zu produzieren hat, ist natürlich Quatsch.

Aber grundsätzlich wäre es schon gut zu wissen, wer auf YouTube frei nach Schnauze Videos postet, und wer innerhalb eines festgelegten Konzepts Videos hochlädt. Es war bisher fast unmögich zu bemerken, welche Kanäle auf YouTube aus Rundfunkbeiträgen finanziert wurden, wo sich die Kanalbetreiber letztlich an ein von ihnen einmal eingereichtes Format-Grundkonzept halten müssen. Nur wer die Videos wirklich bis zur allerletzten Sekunde durchschaut und jede Sekunde mit offenen Augen auf den Schirm guckt, konnte bislang ganz am Ende der Videos einen kurzen Hinweis auf FUNK finden, und dass dies ein Format von ARD und ZDF ist. So wissen bis heute wohl die allermeisten Follower zahlreicher „hipper“ Formate gar nicht, dass hier ein Channel-Betreiber mit festen Drehkonzept zu ihren spricht, und kein unabhängiger YouTuber, der einfach so frei drauf los dreht, was ihm/ihr gerade in den Sinn kommt.

Hier eine Übersicht aller FUNK-Kanäle auf YouTube.

Seit Tagen und Wochen vor allem im Zuge der anstehenden Wahl zum EU-Parlament versprechen die großen Plattform-Betreiber für mehr Transparenz zu sorgen, damit der Wähler über Social Media-Kanäle möglichst nicht durch böse ausländische Mächte etc beeinflusst werden kann. Und YouTube hat nun eine einfache Maßnahme umgesetzt, die aber wirklich grundsätzlich für Transparenz sorgt. Das erste große „Opfer“ dieser Maßnahme ist FUNK, also die Channels von FUNK auf YouTube. Unter den Videos steht nun ein gut sichtbarer grauer Balken mit dem Text „Funk ist Teil des deutschen Öffentlich Rechtlichen Rundfunks“. Schauen Sie zum Beispiel hier das Video von Rayk Anders (bitte anklicken und neuen Browser nur mit dem Video öffnen).

Aber die neue Transparenz bei YouTube beschränkt sich natürlich nicht auf die Öffentlich Rechtlichen Medien in Deutschland. Auch beim Sender „RT Deutsch“ und seinen Videos auf YouTube verweist man mit einem Hinweis unter den Videos darauf, dass RT Zitat „ganz oder teilweise von der Regierung Russlands finanziert wird“. Sehen kann man den Hinweis wie gesagt erst, wenn man die Videos anklickt und es im Browser direkt auf YouTube schaut. Direkt unter den Videos sind die Hinweise nicht übersehbar. Ein guter Beitrag in Sachen Transparenz, so finden wir!

Aber auch diese ganz neue Hinweis-Funktion von YouTube ist wohl noch nicht perfekt umgesetzt. Denn einige FUNK-Kanäle wie zum Beispiel das extrem hochwertige (Scherz) FUNK-Format namens „Auf Klo“ wurden noch nicht mit diesem Hinweis versehen. Oder unterlässt YouTube den Hinweis bei solchen mit dem Rundfunkbeitrag finanzierten Trash-Formaten, weil sie politisch in keinster Weise relevant sind? Das ist durchaus möglich.

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen