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Rundfunkbeitrag: Staatliche Melderegister übergeben am 6. Mai alle Meldedaten an die nicht staatlichen Sender ARD & ZDF

Nicht mal annähernd hätte man etwas mit dem deutschen Staat zu tun. Denn wenn dies so wäre, könnte man ARD und ZDF (kassieren mit Werbung gut 9 Milliarden Euro im Jahr) ja auch ganz einfach und bequem über den Steuerhaushalt finanzieren, statt jetzt durch den Rundfunkbeitrag…

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FMW-Redaktion

Wenn Kritik an den Öffentlich Rechtlichen Sendern aufkommt in Sachen staatsnaher Berichterstattung, brüsten sich vor allem die Verantwortlichen der ARD damit, dass man nichts mit dem deutschen Staat zu tun habe, dass man unabhängig von der Regierung sei, kein Staatsfernsehen, keine staatliche Institution, so richtig unabhängig. Nicht mal annähernd hätte man etwas mit dem deutschen Staat zu tun. Denn wenn dies so wäre, könnte man ARD und ZDF (kassieren mit Werbung gut 9 Milliarden Euro im Jahr) ja auch ganz einfach und bequem über den Steuerhaushalt finanzieren, statt jetzt durch den Rundfunkbeitrag. Die offizielle Trennung des Öffentlichen Rundfunks hatte nach dem 2. Weltkrieg ja auch einen verdammt guten Grund, weil der Rundfunk nicht vom Staat (Gleichschaltung durch die Nazis) beeinflusst werden sollte.

Bitte Rundfunkbeitrag nachzahlen

Aber nein, sie haben mit dem deutschen Staat nichts zu tun? Dass die Rundfunkanstalten in ihren Mahnungen schreiben, dass sie selbst in Kürze Vollstreckungsmaßnahmen durchführen, was nur ein Gerichtsvollzieher darf – geschenkt! Aber jetzt kommt raus, dass die für die Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten letztlich zuständigen Bundesländer beschlossen haben, dass alle staatlichen Melderegister in Deutschland zum Stichtag 6. Mai 2018 alle vorliegenden Meldedaten auf einen Haufen packen (sinnbildlich gesprochen), und gesammelt an den Beitragsservice der Öffentlich Rechtlichen übersenden.

Großer Treue Bonus von FMW

Der kann dann sämtliche in Deutschland gemeldeten Haushalte mit der eigenen Datenbank abgleichen. Alle Haushalte, die in der eigenen Datenbank nicht auftauchen, aber in der Liste der Melderegister, werden folglich kurz darauf vom Beitragsservice eine saftige Nachbelastungs-Rechnung erhalten. Denn in den Meldedaten steht ja auch, seit wann eine Person an einer Adresse gemeldet ist. Und der Rundfunkbeitrag richtet sich seit 2013 nach der Wohnanschrift (also Haushalt). Wenn man also beispielsweise seit fünf Jahren an einem bestimmten Wohnort in einer bestimmten Wohnung gemeldet ist und bisher nicht gezahlt hat, weil man nicht in der Datenbank von ARD und ZDF auftaucht, wird das konkret bedeuten:

17,50 Euro pro Monat x 60 Monate = Zahlen Sie bitte 1050 Euro, bitte jetzt sofort!

Rundfunkbeitrag dank staatlicher Meldeämter

Formal und auch in der Realität darf man doch wohl fragen, wie es mit der Staatsferne der Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten aussieht, wenn sie sich in vollem Umfang bei staatlichen Meldedaten bedienen. Sie lesen auf einen Schlag sämtliche über die Bürger verfügbaren Adressdaten aus, vom Staat. Dazu muss man wissen, dass dieser Zugriff schon einmal von den Bundesländern erlaubt wurde, nämlich zur Umstellung der Gebühren pro Person auf die Gebührenbelastung pro Haushalt im Jahr 2013.

Damals waren es nach dem Abgleich 3 Millionen zusätzlich zahlende Haushalte. Bis jetzt ist diese Zahl um 300.000 zurückgegangen. Diesem Trend will man wohl entgegenwirken, in dem man jetzt erneut alle staatliche gemeldeten Wohnungen abgleicht (Thema “Beitragsgerechtigkeit”… lach). Und warum nicht einfach ein dauerhafter konstanter Datenabgleich? Wäre die Staatsferne dann endgültig aufgehoben? Wo ist die Grenze? Streng genommen dürfte es gar keinen Abgleich geben, denn die Öffentlichen Rechtlichen haben ja nach eigener Aussage nicht mal entfernt etwas mit dem Staat zu tun!

Ein normales privates Unternehmen kann sich ja auch nicht mal eben vom Staat die Adressdaten von 80 Millionen Bürgern zusenden lassen. Dass jede Institution das Beste für sich selbst rausschlagen will, ist verständlich. So kann man auch das Ansinnen von ARD & ZDF verstehen, an möglichst viele Daten zu kommen. Denn mit den Horden von GEZ-Fahndern dem privaten Ankaufen von Daten bei Adressverkäufern war ab 2013 Schluss. Skandalös ist wohl eher die Genehmigung der Bundesländer, jetzt erneut diesen gigantischen Datenabgleich zuzulassen. Damit ist die Staatsferne in gewisser Weise futsch. Wäre man wirklich komplett unabhängig vom Staat, wäre es doch ehrlicher wieder die GEZ-Schnüffler loszuschicken und privat Adressen aufzukaufen.

Rundfunkbeitrag
Der deutsche Staat hat ja eigntlich rein gar nichts mit ARD & ZDF zu tun. Grafik: User:SKopp, User:Madden, and other users / Gemeinfrei

20 Kommentare

20 Comments

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    Hermann

    8. März 2018 16:43 at 16:43

    So viel zum Datenschutz!

    • Avatar

      Götzv.Berlichingen

      9. März 2018 15:37 at 15:37

      Dass die Rundfunkanstalten in ihren Mahnungen schreiben, dass sie selbst in Kürze Vollstreckungsmaßnahmen durchführen, was nur ein Gerichtsvollzieher darf..
      FALSCH! Bzw.. die Steuereintreiber hier Gerüchtsvollabzieher genannt, sind privat unterwegs, haften persönlich, sind kleine “Un-ternehmer”, holen aber die Kavallerie(POLIZEI, übrigens registriert als Marke im Freistaat Bayern!).
      Das raffgierige Medienpack benutzt also hier die BRD_POLIZEI& Privat-“Gerichtes”-Vollzieher um Menschen in die Bredouille zu bringen, abzuzocken usw. Machen sich Handlager der POLIT-“Elite” in Belrin und den Ländern.Da kommen dann die Drohschreiben ins Haus..
      Ganz abgesehen davon , das Länderfürsten im TV- und Rundfunkrat sitzen und Spesen für ihre “Sitzungen” bekommen.

      Alles „Staats-Simulation“…und Raubrittertum.

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      Pudellosius

      9. März 2018 16:41 at 16:41

      Für Verbrecher gelten Gesetze nur wenn sie erwischt werden. Sonst setzt man sich einfach darüber hinweg, wie das Murksel es ja auch permanten tut. Ein gesetzesbrcherischer Jsutizministerdarsteller schlägt dem Faß die Krone ins Gesicht und ein nicht beschlußfähiges PArmlament beschließt ein Gesetz ? Im Kongo herrscht mehr Ordnung und Respekt vor eigenen Gesetzen.

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    Jana

    8. März 2018 17:02 at 17:02

    Auf der einen Seite auch ein gutes Zeichen – die ANzahl der Verweigerer steigt scheinbar stark an und man muss etwas härter vorgehen beim Geldeintreiben ….

    In meiner Begründung warum ich nicht zahle habe ich auch reingeschrieben, dass per Gesetz eigentlich nur eine Behörde anderen Behörden AMtshilfe geben darf (also Daten weitergeben darf). Daher darf das Einwohnermeldeamt eigentlich Daten nur an andere Behörden weiterleiten und nicht an privete Firmen wie die Beitragsservice GmbH. Es gibt also keine gesetzliche Grundlage, dass diese Daten einfach rausgegeben wewrden. Bei meinem nächsten Umzug und anschließender Meldung beim Einwohnermeldeamt, werde ich das dort auch so sagen – die sollen meine Anschrift dort an keinen weiter rausgeben – ansonsten werde ich juristisch gegen dieses Amt dort vorgehen. Meine Adressdaten haben dort zu bleiben und nicht beliebig an Firmen verteilt zu werden.

    Verwaltungsverfahrensgesetz $ 4 Amtshilfepflicht:
    (1) Jede Behörde leistet anderen Behörden auf Ersuchen ergänzende Hilfe (Amtshilfe).

    (2) Amtshilfe liegt nicht vor, wenn
    1. Behörden einander innerhalb eines bestehenden Weisungsverhältnisses Hilfe leisten;
    2. die Hilfeleistung in Handlungen besteht, die der ersuchten Behörde als eigene Aufgabe obliegen.

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      Nicola

      8. März 2018 19:02 at 19:02

      hallo Jana, ich glaube, jeder in Deutschland darf beim Bürgeramt Datensätze wie Adresse/Name von Fremden erfahren, ohne die Anfrage begründen zu müssen und gegen Zahlung eines kleines Gebühr. Man kann, dagegen, seine Anmeldedaten schützen, gegen Abfragen von Privaten, kostenlos, für einen Monat, danach muss man es glaubhaft begründen (wieso man unauffindbar für Privaten werden möchte). Banken, weitere Behörden, usw, dürfen bei Bedarf an diese Daten trotzdem kommen.
      So hat es mir vor 1 Jahr eine Mitarbeiterin beim Bürgeramt erklärt.

      • Avatar

        Pudellosius

        9. März 2018 16:44 at 16:44

        Dann hat die ISche keine Ahnung.

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      micha

      9. März 2018 18:07 at 18:07

      hallo Jana, der Beitragsservice ist keine GmbH, die könnte man evtl. verklagen, bei denen steht: Nichtrechtfähige Gemeinschaftseinrichtung. Wer nicht rechtsfähig ist der ist auch nicht geschäftsfähig, somit eigentlich nur eine Sache, und die kann man nicht verklagen, da nicht haftbar, schau mal nach, steht oben bei denen im Anschreiben
      Unglaublich, oder

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    sadhu

    8. März 2018 17:32 at 17:32

    Als freiberuflicher Kommunikator nehme ich gerne Kontaktanfragen von den Sendeanstalten entgegen. Dabei ist es mir egal, ob eben jene Anstalten sich darüber informiert haben, was die Beantwortung einer Anfrage bei mir kostet.
    Mein Stundensatz beträgt 200€.
    Es steht sogar ganz kleingedruckt an meinem Briefkasten.
    Sollen sie sich mal melden.

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    jack lope

    8. März 2018 21:37 at 21:37

    Die Willkür in diesem Lande ist nicht mehr zu ertragen.
    Wo sind die Kräfte die dem Einhalt gebieten? Was ist mit den Bürgerrechten?
    Warum kein Aufschrei? Nirgendwo? Die Justiz, die Medien, die Politik, die Intelligenzia – alles schweigt. Und der vereinzelte +verarmte Michel kann vielleicht solange GEZ-verweigern, bis das Rollkommando erscheint. Dann zeigt der Staat die Zähne und wirft ihn sogar in den Knast. Was ist nur aus diesem Lande geworden?

    • Avatar

      oscar

      8. März 2018 22:34 at 22:34

      @jack, oh gott von welchem land redest du eigentlich?! meinst du diese rotgrün faschistische neokolonie, ala bananenrepublik? ein maßloser maas wird außenminister? hallooo gehts noch…diese kolonie bekommt was dem “bewohner” zusteht in seiner devoten feigheit…aber das wußte schon mr. robert willson. die angst vor armut macht uns zu feiglingen. was hat sich geändert? die willkür, die angst vor represalien, das brutale desinteresse einer vorgeführten blöck-masse und der glaube, der kelch möge an einem vorbeigehen. lol…eine kolonie die mit angst regiert wird ist wohl sehr zukunftsträchtig, demokratisch und ach so polit-schwätzig human….zu den zahlenden lemmingen etwa?…sry sollte besser gesagt werden “leistungsträgern”…bin da echt unsicher. gute nacht täuschland !!!

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    leftutti

    8. März 2018 23:39 at 23:39

    @oscar, der Kommentar ist echt oscar-verdächtig ;) Haben Sie eigentlich schon bemerkt, dass Rot-Grün vor 13 Jahren abgelöst wurde?
    Nachzulesen hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_2005
    Und wenn Sie diesen Lügenmedien nicht glauben, einfach googeln. Es ist wirklich so.

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      sabine

      9. März 2018 08:48 at 08:48

      Ich denk, Oscar weiß das und steckt Frau Merkel & Co in diesselbe Kiste.

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      luftlefti

      9. März 2018 09:18 at 09:18

      Leflufti, offenbar ist Dir entgangen, welche Agenda selbstverständlich auch weiterhin verfolgt wird, obgleich sie politisch in eine andere Farbe gekleidet sein mag. Höre doch endlich auf, in die irreführenden Unterscheidungen von Rechts oder Links, Rot, von Schwarz, Blau, Grün usw. zu denken!

      • Avatar

        sabine

        9. März 2018 11:22 at 11:22

        Ach ja, Hitler war Sozialist:
        – National”sozialismus”, und Sozialdarwinistisches Recht des Stärkeren
        – Auflösung der Familie, Staatskindergarten auch für Kleinkinder, kein Datenschutz
        – Enteignung des Privateigentums, alle Macht dem Staat, alle wichtigen Firmen als Eigentum dem Staat, kein Firmen-Datenschutz
        – KZ, Geheimpolizei,
        – Kriege als Selbstzweck, ohne Ende,
        – 99%-Wahlen mit Wahlzwang.
        – Bonzentum (“Funktionäre”) mit Parteibuch
        – Keine unabhängige Justiz wie Richter usw.
        Siehe China, Kuba, UDSSR, DDR, Venezuela…

  6. Avatar

    sabine

    9. März 2018 11:23 at 11:23

  7. Avatar

    Columbo

    9. März 2018 16:01 at 16:01

    Habt ihr wirklich keine anderen Sorgen als den Rundfunkbeitrag? Warum reden wir nicht über Hundesteuern oder streunende Katzen? Das wären doch Themen für ein Finanzforum.
    Tuts mir den Gefallen und beendet das Thema, bitte.

    • Avatar

      Markus Fugmann

      9. März 2018 16:19 at 16:19

      @Columbo, das ist das Symbol für einen Obrigkeitsstaat hier in Deutschland, der mit juristisch extrem fragwürdigen Methoden seine Vormundschaft gegenüber den Bürgern durchsetzt. Daher ist das wichtig, nicht wegegn den monatlich paar Euros, die wir für den Rundfunk monatlich berappen!

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Ölpreis vor Absturz? Überraschende Daten deuten Wende an!

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Beispielbild einer Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis steht womöglich davor abzustürzen. Und zwar aus zwei Gründen. Einer davon hat sich heute Nacht gezeigt. Der WTI-Ölpreis, der sich die ersten drei Tage der Woche recht stabil um die 34 Dollar halten konnte, begann gestern zu fallen, von 33,50 Dollar auf 31,16 Dollar heute Nacht im Tief. Aktuell notiert WTI bei 31,76 Dollar. Weitere Kursrückschläge sind heute und morgen möglich.

Ölpreis reagiert auf überraschende API-Daten – Achtung heute 17 Uhr

Gestern Abend um 22:30 Uhr deutscher Zeit wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Öl in den USA veröffentlicht. Sie wurden mit -2,5 Millionen Barrels Veränderung im Wochenvergleich erwartet. Vermeldet wurden sie aber mit einem Anstieg der Lager um 8,7 Millionen Barrels. Also überraschend mehr Angebot, welches nicht von den Raffinerien verarbeitet wurde, sondern in den Lagern gebunkert wird. Dies sorgte direkt ab 22:30 Uhr für den weiteren Abrutscher im Ölpreis von 32,73 auf 31,16 Dollar um 1 Uhr heute früh. Heute um 17 Uhr folgen in den USA die staatlich ermittelten Lagerbestände. Wird dieser plötzliche Anstieg der Lagerbestände bestätigt, könnte der Ölpreis weiter abrutschen.

Dazu zwei Anmerkungen: In der Vergangenheit waren die API-Bestände meistens ein guter Indikator für die am nächsten Tag gemeldeten offiziellen Daten. Manchmal aber lagen sie auch völlig daneben. Also, man wird sehen heute um 17 Uhr! Und wichtig ist auch: Wir erwähnten die letzten zwei Wochen mehrmals die zahlreichen saudischen Mega-Tanker, die nach mehreren Wochen auf See an der US-Golfküste ankamen, aber mangels freier Kapazität an kleinen Umlade-Schiffen ihre Öl-Flut nicht an Land bringen konnten. Ist es heute soweit? Wird die Saudi-Flut heute in den staatlichen Lagerdaten sichtbar? Oder lag API falsch, und die wiederbelebte Öl-Nachfrage in den USA sorgt für Entspannung in den Lagerdaten? Der Ölpreis könnte mit einem heftigen Ausschlag reagieren.

Chinas Sicherheitsgesetz und die Folgen

Der Volkskongress in Peking hat vor wenigen Minuten wie erwartet das “Sicherheitsgesetz” für Hongkong verabschiedet. Damit droht nun wie von Donald Trump bereits angekündigt heute oder morgen eine US-Reaktion. In Form von Sanktionen gegen China? Verschärfter Handelskrieg, neue Zölle? Alles ist denkbar. Kommt es so, könnte dies die Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebung und damit mehr Öl-Nachfrage abwürgen. Solche Nachrichten aus dem Weißen Haus könnten den Ölpreis noch heute, oder auch morgen weiter zum Abrutschen bringen. Also, Augen auf heute um 17 Uhr auf die Öl-Lager in den USA, und auf eine mögliche US-Reaktion auf das chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong!

Ölpreis Verlauf seit dem 1. April
WTI Ölpreis seit Anfang April. Korrektur angebracht nach dem kräftigen Anstieg?

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Aktuell: Sicherheitsgesetz für Hongkong verabschiedet!

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Volkskongress in China beschließt Sicherheitsgesetz für Hongkong

Soeben wurde das neue sogenannte “Sicherheitsgesetz” für Hongkong durch Chinas Volkskongress (de facto durch die KP) verabschiedet. Diese Entscheidung war quasi der Abschluss des diesjährigen Volkskongresses. Damit sollen beispielsweise Aufruhr und Separatismus in Hongkong verfolgt werden. De facto, so meinen Kritiker, kann nun jegliche demokratische Aktivität, welche die Macht der Zentralregierung aus Peking vor Ort in Hongkong in Frage stellt, unter Strafe gestellt werden. Ist dies nun das Ende des Sonderstatus von Hongkong, das Ende der freien Rede, von Demonstrationen auf der Straße? Man darf es annehmen (lesen Sie hier einen Erfahrungsbericht vor Ort in Hongkong).

Nun, was hat es mit uns hier in Europa zu tun, oder was hat es mit Ihrer Geldanlage zu tun liebe Leserinnen und Leser, wenn China ein Gesetz für Hongkong beschließt? Nun, eine Menge! Hongkong ist neben Singapur das Wirtschaftszentrum in Südostasien, und eine Art Drehkreuz für Waren, Geld, Dienstleistungen. Es war die chinesische Insel der Rechtssicherheit für Investoren. Noch wichtiger: Donald Trump lies die letzten Tage schon ganz klar durchblicken, dass er Maßnahmen gegen China einleiten wird, falls man dieses Sicherheitsgesetz für Hongkong verabschieden würde. US-Sanktionen gegen chinesische Unternehmen oder Politiker können womöglich heute Abend oder morgen von Donald Trump verabschiedet werden. Oder neue Importzölle auf chinesische Waren? China hat bereits angekündigt, dass man so eine US-Reaktion entsprechend beantworten wird. Also, stehen wir unmittelbar vor einer neuen Eskalation im Handelskrieg, was man nach den desaströsen wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise nun wirklich nirgendwo gebrauchen kann?

Diese wohl kurz bevorstehende Eskalation zwischen China und den USA kann heute, morgen, und die nächsten Tage Aktienkurse zum Absacken bringen, wie auch den Ölpreis. Und der Goldpreis könnte als “Hort der Sicherheit” (Risk Off Trade) profitieren. Also, Augen auf! Aktuell reagiert der Dax sogar mit einem Anstieg von 30 Punkten, der Goldpreis verliert 2 Dollar. Also ist diese schlechte Nachricht noch nicht verarbeitet, oder besser gesagt: Die Angst vor einer negativen Auswirkung ist noch nicht im Markt angekommen.

 

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ifo-Konjunkturprognose: So stark geht es runter und wieder rauf!

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Die deutsche Konjunktur wird im laufenden Jahr stark einbrechen, das ist klar. Laut ganz aktuell veröffentlichter Prognose des ifo-Instituts wird die Wirtschaftsleistung wahrscheinlich um 6,6 Prozent schrumpfen. Vom dann tieferen Niveau aus werde sie im nächsten Jahr um 10,2 Prozent wachsen. Laut der aktuellsten ifo-Umfrage bei Unternehmen halten sie im Schnitt eine Normalisierung ihrer eigenen Geschäftslage innerhalb von neun Monaten für den wahrscheinlichsten Fall. Nach einem kräftigen Einbruch im zweiten Quartal 2020 um 12,4 Prozent dürfte sich damit die Konjunktur bis Mitte nächsten Jahres erholen. Erst dann werden wieder so viele Waren und Dienstleistungen produziert wie in einer Situation ohne Coronakrise, so ifo. Hier weitere aktuelle Aussagen, auszugsweise im Wortlaut:

Am längsten dauern dürfte das Hochfahren in der Luftfahrt mit 16 Monaten. Aber auch Reisebüros und Reiseveranstalter, Unternehmen in der Beherbergungs- und Gastronomiebranche sowie die Automobilindustrie gehen von einer überdurchschnittlich langen Erholung aus. Neben der wahrscheinlichsten Dauer der Normalisierung machten die Unternehmen auch Angaben über die von ihnen erwartete Spannbreite. Demnach könnte sich die Dauer der Normalisierung im besten Fall auf durchschnittlich fünf Monate verkürzen, im schlechtesten Fall aber deutlich auf durchschnittlich 16 Monate steigen.

Während der Schließung dürfte die durchschnittliche Wirtschaftsleistung um etwa 17 Prozent geschrumpft sein. In die Schätzungen flossen die detaillierten Ergebnisse der Wirtschaftsleistung für das erste Quartal sowie die Produktions-, Umsatz- und Außenhandelsstatistik für den Monat März ein. Für die Prognose des konjunkturellen Verlaufs im Sommerhalbjahr berücksichtigte das ifo Institut den kräftigen Einbruch der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im März und die Ergebnisse der ifo Konjunkturumfrage aus dem Mai. Demnach haben sich zwar die Geschäftserwartungen der Unternehmen in allen Wirtschaftszweigen deutlich aufgehellt. Allerdings blieb die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage unverändert schlecht; im Verarbeitenden Gewerbe ging der entsprechende Indikator sogar ein weiteres Mal kräftig zurück.

Die neue Prognose wurde unter der Annahme erstellt, dass das Coronavirus in den kommenden Monaten zwar nicht besiegt, seine Ausbreitung aber eingedämmt und eine zweite Infektionswelle vermieden werden kann. Ausgeschlossen wurde zudem eine Insolvenzwelle, sowohl in Deutschland als auch in seinen Absatz- und Beschaffungsmärkten, die zu Verwerfungen im Finanzsystem führen und die eine Neuausrichtung globaler Wertschöpfungsketten erfordern könnte.

ifo-Konjunkturprognose

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