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Russische Aktien: Darum sind sie eine verkannte Aktien-Chance!

Russische Aktien werden von vielen Investoren ignoriert. Aber welche Aktien-Indizes haben in den vergangenen 12 Monaten am besten abgeschnitten?

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Russische Aktien werden von vielen Investoren ignoriert. Aber welche Aktien-Indizes haben in den vergangenen 12 Monaten am besten abgeschnitten? Dax? Dow Jones? Nasdaq? Keineswegs. Auf Platz 1 steht Griechenlands Athens General Index, auf Platz 2 der rumänische BET, auf Platz 3 der mazedonische MBI 10, auf Platz 4 der Nasdaq 100 und auf Platz 5 der russische MOEX. Und nur gegen eines dieser fünf Länder werden von EU und vor allem den USA mit massiven Wirtschaftssanktionen vorgegangen: Russland. Schauen wir uns einmal an, warum der russische Aktienmarkt trotzdem so gut abschnitt und wie es 2020 weitergehen könnte!

Russische Aktien holen gerade die Entwicklung von zehn Jahren nach

Der Mix, der zu einer Performance von 30,5% in zwölf Monaten führte, ist vielfältig. Unterstützt haben den Index vermutlich ausgerechnet die Wirtschaftssanktionen des Westens. Denn die prügelten den Index in den Vorjahren in die Tiefe. Doch Wirtschaft, Bevölkerung und Staat hatten inzwischen Zeit, sich auf diese Sanktionen einzustellen und ausgehend von einem tieferen Niveau wieder zu wachsen. Gleichwohl ist die Konjunktur in Russland noch immer nicht stabil. In den vergangenen Quartalen schwankte das Wachstumstempo in Russland zwischen 0,5% im 1. Quartal 2019 und 2,7% im 4. Quartal 2018. Bis zum 3. Quartal 2019 erholte sich das Wachstum wieder auf 1,7%, was besser war als von Analysten erwartet. Für das 4. Quartal werden ebenfalls 1,7% erwartet. Für das Gesamtjahr 2019 werden jedoch nur magere 1% Wachstum erwartet.

Maßgeblich verantwortlich für das gute Abschneiden des MOEX dürfte also nicht das aktuelle Wachstum sein, sondern die Tatsache, dass sich die Anleger im Angesicht der Sanktionen seit 2014 stark zurückhielten mit Investitionen in russische Aktien. Erst im Juli 2017 erreichte der MOEX den gleichen Stand wie zum Hochpunkt vor der Finanzkrise 2008. Dabei erholte sich die russische Wirtschaft von der Krise sehr schnell. Inflationsadjustiert lag das Bruttoinlandsprodukt bereits im 2. Quartal 2010 höher als vor der Finanzkrise und stieg bis heute um 133%. Wohlgemerkt in Rubel gerechnet und die Inflation bereits berücksichtigend.

Im Westen ist dieses Wachstum nur wenigen bekannt. Denn das Bruttoinlandsprodukt wird gern in US-Dollar umgerechnet. Da der Rubel gegenüber dem US-Dollar sanktionsbedingt stark abwertete, ist das Bruttoinlandsprodukt in US-Dollar gerechnet heute auf einem Niveau wie 2008. Doch für den russischen Aktienmarkt spielt nicht die Wirtschaftsleistung in US-Dollar eine Rolle, sondern die in inflationsbereinigten Rubeln. Dass die Aktien bei 133% Wachstum seit 2008 erst um gute 50% stiegen, ist insofern ein Geschenk für Anleger, die sich dieses Missverhältnisses bewusst sind und einsteigen, solange die Unterbewertung russischer Aktien besteht. Die begannen gerade erst, die in den vergangenen Jahren verpasste Entwicklung nachzuholen.

Der Rubel wertet inzwischen gegenüber westlichen Währungen wieder auf

Für Anleger aus dem Westen spielt natürlich der Wechselkurs dann doch wieder eine große Rolle. Denn was bringt Ihnen der schönste Kursgewinn in Rubel, wenn Sie nicht vorhaben, nach Russland zu fahren und die Rubel dort auszugeben? Sie werden in Euro konvertieren wollen. Wertet der Rubel gegenüber dem Euro während Ihres Investitionszeitraums ab, wird das Ihre Rendite negativ beeinträchtigen. Umgekehrt kann eine Aufwertung des Rubels, wie sie derzeit stattfindet, die Rendite aber auch zusätzlich erhöhen. Anleger, die diese Wette lieber nicht eingehen wollen, müssen die Aktienmarktrendite also um die Kosten einer Währungsabsicherung reduzieren.

Deren Kosten sinken jedoch, da die russische Zentralbank schon seit geraumer Zeit die Zinsen senkt. Dank der für russische Verhältnisse niedrigen Inflationsrate von derzeit 3,8% sanken die Zinsen von 17% im Jahr 2014 auf derzeit 6,25%. Die niedrige Inflation und die sinkenden Zinsen stimulieren die Wirtschaft. Ebenso die zuletzt wieder gestiegenen Preise für Rohstoffe, die einen Großteil der russischen Exporte ausmachen. Im Herbst 2018 erreichten die Handelsüberschüsse Russlands wieder den Wert, der vor dem Einsetzen der westlichen Wirtschaftssanktionen erzielt werden konnte. Die seitdem im Schnitt gesunkenen Ölpreise haben auch den Handelsüberschuss wieder absinken lassen, der aber trotzdem noch signifikant über dem Niveau von 2016 und 2017 liegt.

3/4 aller russischen Aktien werden bereits von Ausländern gehalten! Gehören Sie dazu?

Die Sanktionen des Westens haben der Wirtschaft Russlands zwar einerseits geschadet, ihr andererseits aber auch geholfen. Denn sie zeigten Russland und den Unternehmen, dass sie sich unabhängiger vom Ausland machen müssen. Die Auslandsverschuldung sank, während die Währungsreserven nach einem kurzen Schock im Jahr 2014 wieder beständig zu steigen begannen. Inzwischen wertet auch der Rubel wieder gegenüber dem US-Dollar auf.

Während sich die Unternehmen im Ausland entschuldeten, wird ausgerechnet der Auftrieb des russischen Aktienmarktes von ausländischen Investoren befeuert. Die russische Sberbank rechnet damit, dass Dreiviertel aller russischen Aktien von Ausländern gehalten werden. Sollten sich die USA also neue Sanktionen überlegen, wie zum Beispiel ein Besitzverbot für russische Aktien, kann es mit dem Aufwärtstrend auch schnell wieder vorbei sein.

Übrigens: Der in US-Dollar notierte russische RTS-Index stieg in den vergangenen zwölf Monaten sogar um 40,6% und läge im internationalen Vergleich damit auf Platz 3.

Russische Aktien haben sich zuletzt sehr gut entwickelt

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Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

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Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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Anleger warten ungeduldig auf den Volks-Tesla – Werbung

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Lieber Börsianer,

vorgestern hatte Elon Musk im Rahmen einer weithin beachteten Präsentation (Battery Day) die neue Tesla-Batterie des Modells 4680 vorgestellt. Die Ingenieure waren begeistert von der neuen Rundzelle. Die Investoren hingegen waren eher ernüchtert und schickten die Aktie nach der Präsentation erst einmal südwärts.

Wer hat nun Recht, die Ingenieure oder die Investoren?

Ich meine, die Ingenieure. Denn die neue Batterie wird den Tesla-Autos eine um 16 % verbesserte Reichweite verschaffen und dies bei verringerten Produktionskosten (-14 %). Damit rückt der sogenannte Volks-Tesla in greifbare Nähe. Vor Steuern soll dieses E-Auto nicht mehr als 25.000 USD kosten und soll damit für breite Schichten erschwinglich sein.

Dabei wird der US-Autobauer den Anteil des Siliziums im Batteriekern weiter senken und durch billigeres Graphit ersetzen. Gleichzeitig werden die Batteriespeicher der neuen Generation weniger Kobalt enthalten und stattdessen mehr Nickel. Besonders unter Umweltaktivisten ist Kobalt aufgrund seines wenig umweltverträglichen Abbaus umstritten. Also von der Technikseite nur gute Nachrichten für Tesla und die Branche der E-Mobilität.

Tesla braucht noch Zeit

Warum war die Investorenseite dann enttäuscht? Nun, Elon Musk hatte keine Revolution verkündet. Der Fortschritt ist beträchtlich, aber er braucht Zeit. So wird der eingangs angesprochene Volks-Tesla erst in knapp 3 Jahren das Licht des Marktes erblicken. Vor allem die Umstellung des Produktionsprozesses der Akku-Batterien wird viele Monate in Anspruch nehmen. Derzeit arbeiten die Batteriehersteller in China und Japan, wie etwa Panasonic oder CATL, unter Volllast. Jetzt schon ist absehbar, dass dem Markt im kommenden Jahr erschwingliche Batterien fehlen werden. So haftet der neuen Tesla-Batterie zunächst etwas Theoretisches an.

Tech-Investoren sind heuer – zumindest nach dem März-Tief – bekanntlich sehr verwöhnt worden. Es war praktisch unmöglich für uns, Kursraketen zu vermeiden. Das haben wir sehr angenehm auch im NextGeneration-Depot der Premium-Chancen gespürt. Mit Titeln wie Zur Rose, Apple, Tomra oder auch…..

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Aktienmärkte: „Zeit, dass etwas Luft aus der Blase entweicht“

Markus Fugmann

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Es sei nun Zeit, dass etwas Luft aus der Blase der Aktienmärkte entweicht, sagt der Vermögensverwalter Hendrik Leber in einem Interview von money.de. Das einzige, was derzeit positiv sei, so Leber, sei, dass es genug Geld gäbe.

Ansonsten aber dominieren laut Leber schlechte Nachrichten für die Aktienmärkte:

  • die Unsicherheit vor der US-Wahl (Trump hat auf der Pressekonferenz gestern Nacht erneut offen gelassen, ob er das Ergebnis der Wahl akzeptieren wird)
  • der Stimulus durch die US-Politik kommt nicht mehr vor der Wahl
  • bei vielen Aktien wie etwa Tesla seien die Bewertungen viel zu hoch – ein Zeichen für eine Blase wie im Jahr 200

Hendrik Leber hält daher erst einmal sein Pulver trocken und wartet ab. Aber eine optimistische Botschaft für die Aktienmärkte hat der Vermögensverwalter dann doch: er glaubt, dass schon Ende des Jahres der Impfstoff kommen werde und sich damit das Corona-Problem erldigt habe (was wir jedoch für extrem unwahrscheinlich halten):

Die Aktienmärkte mit Anzeichen einer Blase

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