Präsident Wladimir Putin pries gegenüber Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping Russland als zuverlässigen Energielieferanten an und sprach von einer Lokomotive der russisch-chinesischen Energiebeziehungen. Besonders stark legten in diesem Jahr unter dem Eindruck der Hormus-Blockade in China die Bezüge von Flüssigerdgas und Öl aus Russland zu.
Energie aus Russland: China greift zu
Nachdem China im letzten Jahr mit 100,7 Millionen Tonnen 7 Prozent weniger Öl aus Russland importierte, sind die Importe nach Daten der chinesischen Hauptzollamtes in diesem Jahr von Januar bis April gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 26 Prozent auf 40,8 Millionen Tonnen Öl kräftig gestiegen. Darüber berichtete Ria Novosti am 20. Mai.
Auch die LNG-Importe legten von Januar bis April um 16 Prozent auf 2 Millionen Tonnen kräftig zu. Gleichzeitig gingen sie in monetärer Hinsicht um 4,6 Prozent auf 992,77 Millionen US-Dollar zurück. Im letzten Jahr importierte China knapp 10 Millionen Tonnen LNG, rund 13,5 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland und somit 18 Prozent mehr als 2024. Die Gaslieferungen über Kraft Sibiriens 1 erreichten im letzten Jahr 38,8 Milliarden Kubikmeter Gas und erhöhten sich gegenüber 2024 um 25 Prozent.
Xi sieht Dynamik für Fünfjahresplan
Diese Kenndaten bestätigten den Wachstumstrend, auf den Xi in seiner Pressestellungnahme zu den Gesprächsergebnissen mit Putin verwies: „Trotz der längst nicht einfachen externen Bedingungen stieg das Handelsvolumen im Zeitraum von Januar bis April dieses Jahres um rund 20 Prozent.“ Dies sei ein Ergebnis, das nur unter erheblichen Anstrengungen erzielt werden konnte.
Daraus konstatierte Xi eine günstige Dynamik, um Chinas Fünfjahresplan 2026-2030 mit Russlands nationalen Entwicklungszielen abzustimmen und die stabilisierende Rolle der Kooperation im Energiesektor effektiv zur Geltung bringen. Im März hatte nach dem Beginn des Nahostkonflikts das Pipeline Projekt Kraft Sibiriens 2 unter dem Namen Erdgaspipeline China-Russland darin Eingang gefunden.
Putin betont Zuverlässigkeit
Putin selbst betonte gegenüber Xi die Zuverlässigkeit Russlands als Energielieferant für China: „Unser Land zählt zu den größten Exporteuren von Erdöl, Erdgas einschließlich LNG und Kohle in die Volksrepublik China. Wir sind selbstverständlich bereit, weiter zuverlässig die unterbrechungsfreie Versorgung des rasch wachsenden chinesischen Marktes mit all diesen Brennstoffarten sicherzustellen.“
Die russisch-chinesische Kooperation im Energiesektor nannte er die Lokomotive für die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Länder. „Vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten behält Russland nach wie vor seine Rolle als zuverlässiger Rohstofflieferant bei, während China ein verantwortungsbewusster Abnehmer dieser Ressourcen bleibt.“
Kein Abkommen für Kraft Sibiriens 2
Kremlsprecher Dmitrij Pesko ließ gegenüber russischen Medien zu Kraft Sibiriens verlauten, Russland und China hätten sich auf die wesentlichen Eckdaten des Projekts verständigt. Wenngleich „noch einige Nuancen zu klären sind“, gebe es zum Zeitplan noch keinen eindeutigen Konsens. Dies seien kommerzielle Informationen. „Doch ist es ein großer Erfolg“, so Peskow.
In der Liste der Dokumente, die im Anschluss an die Verhandlungen zwischen Putin und Xi Jinping unterzeichnet und verabschiedet wurden und auf der Website des Kremls jetzt veröffentlicht sind, ist das Gaspipeline-Projekt Kraft Sibiriens 2 nicht wähnt. Dessen Erörterung galt vor den Gesprächen als eines der zentralen Themen.
Finalisierung läuft
Vizepremier Alexander Nowak erklärte in einem Interview: „Die Arbeit läuft, und dementsprechend befinden sich die beteiligten Unternehmen bereits in der Endphase für abschließende Vereinbarungen zu konkreten Verträgen. Was die politischen Entscheidungen betrifft, so wurden entsprechende Einigungen auf der Ebene der Staatsführungen bereits früher erzielt, aber aktuell laufen technische Arbeiten, konkret die Finalisierung der Verträge selbst“, erklärte er.
Das soll offenbar den Eindruck von Geschäftigkeit vermitteln und die jahrelange Hängepartie überbücken. Die Projektidee, von Jamal Gas nach China zu liefern, geht laut Igor Juschkow von der Finanzuniversität der russischen Regierung ins Jahr 2006 zurück. Über die Jahre hinweg änderte sich die Trassenführung, die nun nicht mehr über das Altaigebirge, sondern über die Mongolei führen soll. Die Transportkapazität ist auf 50 Milliarden Kubikmeter im Jahr veranschlagt. Dafür müssten keine neuen Vorkommen erschlossen werden.
Mehr Chancen durch Hormus
Die Chancen auf einen Vertragsabschluss zu Kraft Sibiriens 2 hätten sich erhöht, da sich die globale Lage gewandelt habe, machte Juschkow gegenüber der Komsomolskaja Prawda am Vorabend der Gespräche zwischen Putin und Xi deutlich. „Öl aus Venezuela und dem Iran trifft nicht mehr in China an“, merkte Juschkow an. „Darüber hinaus könnten die USA die Lieferungen an China generell unterbinden, etwa durch eine Blockade der Straße von Malakka.“
China beziehe über 80 Prozent seiner gesamten Ölimporte über die Straße von Malakka. Jüngst hätten internationale Medien berichtet, dass die USA beabsichtigen, die Kontrolle über die Straße von Malakka zu übernehmen und dabei auch die Möglichkeit einer Blockade nicht ausschließen würden, um die Energieversorgung von China zu unterbinden. „Vor diesem Hintergrund erscheinen Öl- und Gaslieferungen aus dem Norden, also aus Russland, als die verlässlichere Option“, schlussfolgerte Jusckow.
Zugleich sprach er sich gegen Vorzugspreise aus: „Es ist ein Mythos, dass wir Gas an Europa oder China für fast nichts verkaufen. Wir verkaufen zu Marktpreisen, genau wie andere Anbieter auch.“ Dass die Finanzaufwendungen für erhöhte russische LNG-Bezüge von Januar bis April gesunken sind, gibt indes einen Hinweis, dass China vom LNG vom Projekt Arctic LNG 2 profitiert, weil es sich als einziger Abnehmer um die Sanktionen der USA nicht schert und Russland Preisabschläge abtrotzt.
China bleibt wachsam
Für China ist es eine Abwägung, ob es auf arktische Ressourcen in Russland per Schiff oder Pipeline zugreifen will. Abhängigkeit von Russland kann bedeuten, ins Hintertreffen zu geraten. Zu welchen Erpressungsmanövern Putin beim Pipeline-Betrieb greift, sieht Xi aktuell erneut am Transitstopp für kasachisches Öl über die Druschba-Pipeline nach Deutschland. Es mag für ihn eine Randnotiz sein, zeigt aber, wozu Putin bereit ist, wenn er sich in der Enge wähnt.
Kasachstan ist für China ein wichtiger Handelspartner, um Energiebezüge zu diversifizieren. Schließlich verbietet die Parteipolitik, dass ein einzelnes Land über 40 Prozent im chinesischen Energiemix ausmacht, berichtete Moskowskij Komsomolez am 19. Mai. Zudem nutze China Kohle und baue erneuerbare Energien aus. Auch wenn die Schließung von Hormus für die Chinesen einen Schock bedeutete, „fühlen sie sich zuversichtlicher als andere Akteure und können es sich sogar leisten, überschüssiges LNG weiterzuverkaufen und Ölkäufe zu drosseln, um einen weiteren Anstieg der Energiepreise einzudämmen.“
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Das verstehe nun wieder, wer will. Obwohl Staatspräsident Xi Jinping jüngst mit dem 47. US-Präsidenten Donald John Trump vereinbarte, mehr US-Texas-Öl zu importieren, erwägt Präsident Trump trotzdem, die Straße von Malakka zu blockieren. Ein Grund mehr für China, entsprechend russisches Öl zu importieren.
Genau das wollten die USA verhindern. Russland wird immer weiter in die Arme von China getrieben.
Aber so wirken eben Sanktionen.
Der Sanktionierte liefert seine Waren in andere Länder, und der Sanktionierer hat einen Kunden verloren.
Damit, sich zwischen die Stühle zu setzen, ist Europa ganz groß, mit dem Musterknaben Deutschland.
Die Wirtschafsdaten zeigen es.
Die USA haben nun freies Feld, Europa so Rrichtig über den Tisch zu ziehen.
Und die Welt beobachtet ganz genau, wie die Sanktionen umgangen werden können und gründen Alternativen.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut