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Russischer Rubel sogar höher als vor Ukraine-Krieg – was ist denn hier los?

Russischer Rubel

Der russische Rubel notiert aktuell sogar höher als vor dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Am 23. Februar, also am Tag vor dem Kriegsstart, lag der Wechselkurs von US-Dollar vs Rubel bei 80. Dank des Kriegs rauschte die russische Währung kräftig in den Keller, und bis zum 7. März musste man 160 Rubel für 1 Dollar auf den Tisch legen. Im Moskauer Devisenhandel sieht man heute aber wieder Kurse von aktuell 75,58. Also muss man aktuell deutlich weniger Rubel für den Dollar hinblättern als am Tag vor dem Kriegsbeginn.

Im TradingView Chart sieht man seit Januar den Verlauf von USDRUB. Man sieht also hier den spiegelverkehrten Verlauf des Rubel. Aktuell nimmt die Aufwertung der russischen Währung nochmal Tempo auf. Letzten Freitag hatten wir uns das Thema bereits angeschaut – wir sprachen da vom „Erfolg durch Zwang“. Und dieser Zwang scheint offenbar zu wirken, zusammen mit weiter laufenden Rohstoffverkäufen gen Westen.

Jüngste Zögerlichkeiten in der EU (siehe Ungarn) zeigen, dass die Front bröckelt, wenn es um einen Importstopp für Kohle aus Russland geht. Und so sieht man, wie weiterhin viele Euros aus Europa Richtung Russland fließen, wo sie in Rubel konvertiert werden. Dies sorgt logischerweise für Aufwertungsdruck bei der russischen Währung. Hinzu kommen die in den letzten Wochen eingeführten Kapitalverkehrskontrollen in Russland. Die wichtigste ist wohl der Zwang, dass man russische Exporteure dazu verpflichtet hat 80 Prozent ihrer Einnahmen aus dem Ausland (also Euro, Dollar etc) in russische Rubel zu konvertieren – dadurch entsteht logischerweise Aufwertungsdruck für die russische Währung.

Natürlich kann man es so sehen: Der Rubel steigt – Putins Maßnahmen wirken. Aber: Es ist eine künstlich herbeigeführte Aufwertung. Wo der Wechselkurs ohne diese Zwangsmaßnahmen stünde, ist schwer abzuschätzen – aber wohl kaum auf dem jetzigen  Niveau. Solange die Zentralbank in Moskau ihre Zwangsmaßnahmen aufrecht erhält, und solange Europa weiterhin Gas, Kohle und Öl in Russland einkauft und damit der Devisenfluss läuft, kann der Rubel Stärke zeigen. Aber es ist keine Stärke, auf die man sich verlassen kann. Denn ein frei von staatlicher Beeinflussung zustande gekommener Wechselkurs ist das nicht!

Chart zeigt US-Dollar gegen russischen Rubel seit Januar



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35 Kommentare

  1. Sanktionen waren immer positiv für Russland. Nur so konnten Russland größter Weizenexporteur werden, und die sanktionierten Produkte wurden dann im Inland hergestellt, bzw. eine Produktion aufgebaut.
    Selbst wenn Russland nun Kohle, Gas und Öl, zu Sonderpreisen nach Indien und China verkauft, verdienen sie immer noch weitaus mehr als vorher.
    Derweil richtet Deutschland seine Wirtschaft hin, aber das ist ein anderes Thema.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Die „Zwangsmaßnahmen“ sorgen dafür, das russische Unternehmer jetzt harte Rubel bekommen, die zum Goldpreis fix gemacht wurden, statt Fiatwestwährungsforderungen, die eingefroren werden können. Die umlaufenden Rubel sind mit 22% Gold gedeckt. Was wäre denn ihrer geschätzten Meinung nach ein fairer Preis für den Rubel?

  2. Weil nicht sein kann was nicht sein darf! Die Sanktionen sollen/dürfen vom Bürger nicht hinterfragt werden.

    Ein starker Rubel muss natürlich mit unlauteren Maßnahmen vom bösen Putin zu tun haben. Der Freedom-Dollar kann mit einer so bösartigen Währung einfach nicht mithalten.. :-p

    Den Artikel hätte man sich übrigens sparen können da er fast 1:1 von der Tagesschau abgelesen wirkt. Kein Wort zum Gold Ankaufprogramm der russischen Zentralbank etc.

  3. Hallo Zusammen,
    ja was soll denn da los sein? Fragt sich hier langsam nicht jeder, was los ist?
    Herr Kummerfeld, sonst als scharftsinniger Schreiber bekannt, nun in der Analyse lapidar auf staatliche Beeeinflussung hinweisend, fehlen die Infos.(nicht böse gemeint!) Lachhaft! Sehe momentan keinen Markt der noch frei ist. Der feuchte Traum vom Staatsbankrott der Russischen Föderation zu reden, ist eindeutig amerikanische Gehirnwäsche. Klar die Russen haben viele innerstaatlichen Probleme, wie Alkohol, Klauerei und Ineffektivität in vielerlei Hinsicht. Das biegen aber die Asiaten gern in die Richtung, die dem Westen richtig weh tut und der Westen ist jetzt raus. Raus aus einem Land mit erbrechend vielen Rohstoffen, was Menge und Breite angeht und Agrarland ohne Ende. Der Westen mit seiner dekadenten Doppelmoral taugt nur noch als Absatzmarkt, der in Rubel zu bezahlen hat. Bisher war es in RUS doch so. Zu einer geschäftlichen Investition aus dem Westen kommt aus Europa auch immer ein Schwung NGO´s und Stiftungen, die erklären was „Demokratie und Menschenrechte“ sind. Das passt den Russen verständlicherweise nicht mehr. Vielen anderen Staaten ergeht es genauso. Das Blatt wendet sich und nicht nur weil diese ein Problem mit dem sehr diversen 3. Geschlecht haben.
    Über Afrika lacht die Sonne, über die BRD lacht die ganze Welt. Die Hoffnungen der Jahre Anfang 2000 sind dahin. Vergleichen Sie mal Berichte aus Spiegel, Focus und GEZ- Medien aus dieser Zeit mit dem Dünnschiss heutiger denkbehinderter Tagesberichterstattung. Ich könnte mich den ganzen Tag über unsere Politprominez kaputtlachen, wenn diese nicht mein Leben bestimmen würden. Hinnehmbar ist das alles nicht mehr.
    Vielen und auch leider Fugi, den ich sehr schätze, möchte ich folgendes zu bedenken geben, schaut auch mal in andere Medien, vorallem in die unterdrückten. Warum erfolgt eine Zensierung der Medienlandschaft?
    DDR 2.0 ist im vollen Gange und Ja, der Osten tickt anders, wir wollen das nicht, wir wissen was kommt!
    Weiterhin sollten Sie die Einschätzungen lassen, wie der sogenannte Ukraine-Krieg läuft. Jeder der MöchtegernmilitärGenerale, die sich jetzt zu Wort melden, sind m.E.nicht im Bilde und Selbstdarsteller. Wir selbst erkennen/wissen vieles enfach nicht und es ist sehr komlex. Fugi bitte in deinen Videos wieder mehr über Wirtschaftsthemen. Bitte tiefer in die Materie vordringen. Türkei, Immos in China oder auch Einzelwerte zum Beispiel.

    Im Großen und Ganzen, macht weiter so FMW und vielen Dank für Eure Arbeit.

    An alle Antworter: Laßt es einfach sein! Ich brauch Eure Kritik oder Lob nicht!

  4. Lost in Propaganda

    naja, warum „musste“ denn vorher alles in USD oder EUR bezahlt werden? klar, da gab es verträge. Aber weltweit betrachtet wird Öl und Gas hauptsächlich in USD gehandelt. Die FED druckt wie bekloppt seit eh und je immer mehr Geld und alle Welt muss alles mögliche in USD zahlen (auf den internationalen Märkten zumindest). So ist alle Welt dazu „gezwungen“ auch immer schön USD zu beschaffen. Also warum ist das kein staatlicher Zwang? USD ist nicht die Referenz Währung für alles mögiche, weil es alle so toll finden. Oder doch? Neutral ist auch dieser Bericht nicht, so wie viele andere. Und dazu muss man weder für, noch gegen Russland oder Putin sein. Unipolarität… Was ist denn damit? Was war bisher damit? Warum wird ein Land jetzt für seinen Egoismuss kritisiert, wenn doch alle anderen und vor allem ein bestimmtes diesen Egoismus bis in die Perversion ausgelebt hat?

  5. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Der russische Rubel wie auch russische Staatsanleihen sind sind im Wesentlichen eine Wette auf den Ölpreis, Inclusive Gas und andere Rohstoffe.

    Steigt alles dann steigt auch der Rubel. Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Wir schreiben das Jahr 1998.Der Ölpreis fällt im Zuge der Asienkrise von 97 auf unter 10.
    Das russische Öl hat aber Förderkosten von um die 10 US-Dollar. Der Staat geht pleite, der Rubel verfällt.
    Die Sanktionen wirken nicht. Sie würden nur wirken, wenn der Öl/ Gaspreis einbrechen würde, also wieder unter 10 geht. Das ist aber nicht in Sicht, aus verschiedenen Gründen, die ich hier nicht alle ausführlich erläutern kann.

    1. Young Global Leader

      Grundsätzlich stimmt was Sie sagen und es gibt auch die beobachtete Korrelation. Der Ölpreis hat aber ein Doppeltop gebildet und fällt seit 2 Wochen. Der Kurs des RUB steigt trotzdem.

      „Die Sanktionen wirken nicht.“

      Sie treffen nicht den Kern der Wirtschaft, aber selbst wenn, Sanktionen sind v.a. ein innenpolitisches Beruhigungsmittel des Westens. Wir ziehen nicht in den Krieg, aber seht her, wir tun was! Im Grunde ist das liberaler Populismus; eine Stufe über Lichterketten und Benefizkonzerten.

      1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

        Öl ist nicht sekundär. Es steigt Gas,Kohle, Platin und Palladium, Gold, Holz und Getreide, Diamanten alles das exportiert Russland.

  6. Lieber Helmut, wie lange und wie oft warst du in Russland, um die Situation aus Andalusien zu beurteilen? Sanktionen haben RU geholfen? So sehr, dass das russische BIP seit 2008 und noch mehr seit 2014 KEINEN Wachstum mehr gesehen hat. Ein Land ohne Wachstum seit 12 Jahren. Finde weitere solch „starke Länder“. Nordkorea, Venezuela und Argentinien.
    Russland hat 200 Millionen Hektar an landwirtschaftlicher Nutzfläche und da man nichts anderes kann, als Rohstoffe zu verkaufen, wird der Weizen seit eh her angebaut. Damit verkommt man immer mehr zu einer Rohstoffkolonie im 21 Jhd. Statt Technologien voranzutreiben um wohlhabender zu werden, bleibt man im 19 Jhd. mit einem BIP pro Kopf auf ca. Platz 60 in der Welt.
    Zu der Eigenproduktion bei den sanktionierten Produkten. Wenn du wenigstens einmal seit 2014 in Russland gewesen wärst, hättest du gesehen, dass der sanktionierte Lachs und Käse aus Weißrussland importiert wird. Zum doppelten Preis. So sieht russische Eigenproduktion aus.

    1. Hallo Andrej.

      Was ist das für ein Vergleich?
      Was ist den mit der so fortschrittlich gepriesen Ukraine, die, sollte sie nach dem Krieg noch existieren, in die EU aufgenommen werden soll.

      Im Jahr 2020 betrug das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in der Ukraine rund 3.741 US-Dollar. Für das Jahr 2021 wird das BIP pro Kopf in der Ukraine auf rund 4.384 US-Dollar prognostiziert.

      Im Jahr 2020 erwirtschaftete jeder russische Staatsbürger umgerechnet ungefähr 10.115 US-Dollar.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

      1. Wobei vermutlich 75% auf eine Handvoll Oligarchen und die Schattenwirtschaft entfallen…

        1. Dieses Wortspielchen ist mir noch gar nicht aufgefallen. Also ist ein Putin ein kastrierter Rasputin! Wer hätte das gedacht! ;-)

          1. Lost in Propaganda

            Wenn man schon von BIP spricht: wodurch wird denn das wunderbare westliche Wachstum finanziert?
            Wie kann man denn überhaupt wachsen?
            Konsum!
            Wie soll konsumiert werden? Möglichst durch verdientes Geld, nicht durch immer wieder neu gemachte Schulen.
            Sind die Löhne im gleichen Umfang gestiegenen (die Löhne aller, auch des kleinem Mannes)? Wie sieht es da im USD Land aus?
            Kein Wachstum der westlichen Welt ist wirklich stabil und durch realen schuldenfreien Konsum begründet. Die Menschen mössen Schulden machen um zu konsumieren. So wie die meisten Länder, sind viele verschuldet. Schulden klstem Zinsen. Man braucht alles mehr Geld, um die Schulden zurück zu zahlen. Länder klnmwn Geld drucken und durch die entstehende Inflation ihre Schulden entwerten. Was machen all die gutmenschlichen Experten? Auch Geld drucken?
            Zusatzfrage: Wie sieht die Situation in der Ukraine aus?
            Russland geht zurück zum Gold und hat haufenweise Bodenschätze + ist technologisch und ifrastrukturell auf dem Stand, diese auch zu fördern und zu verkaufen. Ukraine? Hoch verschuldet bei EU, IWF und anderen. Die machen in der Vergangenheit Druck, dass deren schwarze Erden und Wälder endlich mal exportiert (verkauft) werden. Ein Schelm, wer Böses denkt.
            Dieses bekloppte System ist immer wieder zum Scheitern verurteilt und jedes Mal muss irgendwer seinen Arsch dafür hinhalten.
            Wenn ich BIP schon höre, kommt mir die saure Galle hoch.
            Was ist mit den sogenannten PIGS? Seit Corona kein Thema mehr. Wahrscheinlich sind jetzt auch alle anderen aus den Fugen (und waren es vorher schon), man hat jetzt einfach zwei Möglichkeiten, das zu verschleiern. Und die Dummdödel glaubem es noch. Als wäre zuvlr alles gut gewesen und in zwei Jahren Corona plus paar Wochen Krieg entsteht plötzlich Inflation.
            BULLSHIT
            Die Basis braucht Jahre und das war hier der Fall.

      2. Hallo Helmut,

        was hat jetzt das ukrainische BIP mit den für Russland so hilfreichen Sanktionen zu tun? Vielleicht nehmen Sie noch Burundi, oder Eritrea als Beispiel für „Whataboutism“?
        Ihre Anmerkung, dass Russland von Sanktionen profitiert, belegen Sie mit dem BIP der Ukraine? Hört sich logisch an.

        Grüße

        Andrej

        1. @Lost in Propaganda: Russland geht zurück zum Goldstandard??? Man kann in Russland kein Gold einfach so erwerben. Genauso wenig wie den Dollar sich auszahlen lassen. In Russland gibt es einen Witz seit dem Kommunismus: Frage: „Sie verkaufen Dollar?“ Antwort: „Nein, wir zeigen nur den Kurs“ – Genauso ist es zur Zeit mit Devisenkursen und Gold.
          Rußland ist eine Rohstoffkolonie, die ihren Schatz für unter dem Weltmarktpreis (Gas $270 statt $1.200 auf dem Spotmarkt) in die wohlhabenden Länder verkauft. Die Förderung wird von 4 großen westlichen Unternehmen technologisch gewährleistet. Alle sind jetzt aus dem Markt raus. Wir werden sehen wie hoch die Förderungen in den nächsten Jahren ausfallen wird. Und wohin soll Russland die Rohstoffe verkaufen? Nach Afrika? Wenn der Westen wirtschaftlich Husten bekommt, liegt Russland wirtschaftlich auf der Intensivstation mit Lungenentzündung und Beatmungsgerät. Eigene Technologien sind Fehlanzeigen. Deshalb ist man wieder Weltmeister in der Weizenproduktion, Metallexport und Energieträger.
          Unser BIP ist nur zu Bruchteilen von der Energie abhängig. Russischer BIP bis zu 40%! Finde den Fehler!

          Grüße an alle Russlandversteher
          Andrej

        2. Hallo Andrej,
          weil mir vorgehalten wurde, dass ich ja mal das BIP der sozialistischen Mangelstaaten wie Venezuela ansehen sollte, und somit auch das BIP von Russland.
          Da kann man sicherlich besser das BIP der ach so westlich ausgerichteten Ukraine im Vergleich zu Russland heranziehen.
          Russlands BIP ist fasst 3 x so hoch. Dabei soll die Ukraine nun (sollte es sie nach dem Krieg noch geben) Mitglied der EU werden.
          Sanktionen mobilisieren immer die eigenen Kräfte. Und ich denke, ein Land das so hochtechnologische Waffen bauen kann, von denen der Westen nicht weiß wie sie funktionieren, wird sich auch technisch selbst versorgen können.

          Viele Grüße aus Andalusien Helmut

          1. Hallo Helmut,
            der Vergleich mit Venezuela bezog sich auf mangelndes Wachstum seit 2008. Nur wenige Länder haben die Meisterleistung vollbracht und wie du schon selbst anmerkst, war Venezuela eins davon. Aus diesem Grund zu behaupten, dass Russland von Sanktionen profitiert, ist sehr verwegen und einfach nicht zu belegen. Es ist noch schlimmer! Russland kann Waffen bauen, aber seine Bürger nicht versorgen. Die Russen haben 1957 den Sputnik ins Weltall geschossen, aber keine Kühlschränke zu Hause gehabt. Das Klopapier wurde in Russland erst in den 1970er Jahren produziert. Davor hat man Zeitungen benutzt! Das ist kein Witz. Wir haben noch in den 1990er bei meiner Oma Zeitungspapier nicht nur gelesen.
            Aktuelles Beispiel aus Russland und Sanktionen: es gibt hunderte Videos wie Russen die Geschäfte stürmen für Zucker. Es gibt keine Hygieneartikel für Frauen mehr, keine Babynahrung etc.etc. Russland kann sich mit Weizen und Bodenrohstoffen versorgen. Rest ist importiert, oder quasi-importiert. Nur Atomsprengköpfe hat man genug.
            Grüße Andrej

      3. @Helmut & Konsorten
        Auch wenn eine Querfront aus Putin-Sympathisanten, Nato-Gegnern, EU- und Amerika-Kritikern die Foren überrollt und in Geblubber ersäuft: Die traurige Wahrheit ändert sich dadurch nicht. Das russische BIP dümpelt jedenfalls auf dem Niveau von 2007, von vor 15 Jahren herum, Inflation nicht eingerechnet. Dieses Land ist eindeutig nicht fähig, sich weiter zu entwickeln, und das trotz leistungsfrei stetig sprudelnder Einnahmestoffquellen, auf denen man zufällig sitzt.

        https://de.statista.com/statistik/daten/studie/19373/umfrage/bruttoinlandsprodukt-in-russland/
        https://de.statista.com/statistik/daten/studie/19415/umfrage/bruttoinlandsprodukt-pro-kopf-in-russland/

        Die Ukraine wird seit vielen Jahren in der Entwicklung blockiert, indem Russland den Donbass wirtschaftlich und innenpolitisch abgeschnitten hat. Das führte langfristig natürlich zur Bindung und Verschwendung großer menschlicher und wirtschaftlicher Ressourcen der Ukraine. Pro-russische „Rebellen und Helden“ aus der ukrainischen Bevölkerung durften erst einmal zu Zehntausenden als Kanonenfutter dienen, bevor der kastrierte Zar seinen imperialen Allmachtsfantasien freien Lauf ließ.

        Nun hat er es mutmaßlich geschafft, die Welt in ein erneutes Chaos zu stürzen. Klasse Leistung, nachdem der Globus durch die Schockwellen von Corona und Klima am Taumeln ist. Es ist höchste Zeit nach jahrzehntelangen Warnungen für eine Wende in allen Bereichen, auch wenn die teuer und für eine gewisse Zeit schmerzhaft wird. Rückblickend wird man die Schmerzen und Kosten auch libertären „Ökonomen“ und Opportunisten wie Ihnen zuschreiben, die vom „sicheren“ Ausland aus die Welt in gut-schlau und bös-grün aufteilen.

  7. An alle Ukraine ja,Russland nein-Fetischisten gerichtet.
    Ich stehe schon sehr lange auf „Kriegsfuss“ mit Robert Halver(zur Not kauft die EZB auch rostige Fahrräder!) und Folker Hellmeyer Ich war total baff,als ich das Interview Folker Hellmeyers mit Mission Money unter dem Titel :So zerstört Europa sich selbst!,gehört habe.Es kann sein,dass so manchem danach leichte Zweifel kommen ob der medialen Darstellung der durch und durch blutrünstigen Russen.

    1. Nein, Russland ist sehr nett. Ist bestimmt vom Westen in den Krieg gezwungen worden. Deshalb diskutiert man seit Wochen dort, wer als nächstes dran ist. Zur Zeit führt Polen in allen Umfrage der staatlichen Sender. Ich spreche hier aus erster Quelle, da ich mich hier nicht auf westliche Medien verlassen muss.
      Ich hoffe Sie leben nicht im Osten, denn man diskutiert nicht über eine Spezialoperation mit 200.000 Soldaten, sondern über einen taktischen Nuklearschlag. Tschechien rückt auch schnell vor und ist kurz davor die baltischen Staaten zu überholen. Also hoffe ich, dass Sie auch nicht in Bayern leben…

      Grüße an Russlandversteher

      1. @ Andrej

        Sie haben mit vielem sicher recht. Mir fehlt nur ein bißchen der Kompaß bei Ihnen. Ich habe auch viel russische Kontakte. Ausnahmslos friedliche, angenehme Menschen.
        Wenn in den russ. Medien tatsächlich so geredet wird (?), dann würde ich mich daher auch nach Gründen dafür fragen.
        Wie steht es mit Ihnen, da Sie doch so einen gute Einblick haben?

        1. @Felix, ausgerechnet dir fehlt der Kompass bei anderen? Echt jetzt?! Verwechselst du vielleicht Kompass mit Donbass?
          https://www.n-tv.de/panorama/Podcast-Wieder-was-gelernt-Wie-Russland-in-den-sozialen-Medien-Krieg-fuehrt-article23260911.html

        2. @Felix: von welchem Kompass sprechen Sie eigentlich? Oder würden Sie gerne sehen, dass ich diejenigen verstehe, die anderen Ländern mit Atomwaffen bedrohen? Kommt jetzt die alte Leier mit der NATO-Erweiterung und russischen Sicherheitsinteressen? Es gab kein Problem mit der NATO seit Jahren, bis Kiew sich entschieden hat Richtung Westen zu gehen, statt immer nur Russland in den Totalitarismus.

          Lassen Sie sich doch mal von Ihren Freunden paar Artikel (z.B. RIA) aus dem russischen übersetzen. Oder paar Sendungen von Solowjew. Und fragen Sie Ihre Freunde, wie sie darüber denken und ermitteln Sie ihre Kompassposition.

          In dem besagten RIA Artikel geht es um „Reinigung“ und „Säuberung“ der Ukrainer, aller Ukrainer, es geht um Umerziehungslager und Bestrafung aller Ukrainer. Man hat nämlich in Russland festgestellt, dass alle Ukrainer Nazis sind und nicht wie vermutet nur die „drogenabhängige Naziregierung“ (Originalzitat Putin). –> tippen Sie das in Google Suche ein: Ukraine-Auslöschung? Russland-Agentur spricht offen brutalen Plan an. Dann finden Sie deutsche Zusammenfassung. Ich stelle für Ihre Freunde auch gerne die Originalversion zur Verfügung!

          Fazit: Mein Kompass ist relativ gut tariert in Richtung Demokratie. Bei Ihrem habe ich so meine Zweifel…

      2. @Andrej

        @Helmut scheint sich in seiner Finca bei Malaga sehr sicher zu fühlen.
        Nuklearmäßig könnte die Gegend aber recht interessant sein…Malaga…Straße von Gibraltar…Mittelmeer-Atlantik usw.

      3. @Andrej – Danke für Ihre Einblicke aus erster Hand. Frau Marina Weisband berichtet von ähnlichen Erfahrungen, die sich ebenfalls viel die russischen Medien ansieht. Hier ein Interview mit ihr:

        https://www.n-tv.de/politik/In-Talkshows-wird-diskutiert-wie-ein-Atomkrieg-ablaufen-koennte-article23258563.html

  8. Hallo Andrej,
    ja, da werden Sie sich ( mit Kenntnissen vor Ort) sicherlich besser auskennen.
    Leere Regale gibt es aber in Deutschland auch. Meine Tochter hat mir ein Foto von LIDL zugesandt, auf den zu sehen ist, dass Pflanzenöl nun in der abgeschlossenen Vitrine steht, wo die teuren Alkoholflaschen stehen.
    Kein Mehl und keine Nudeln.
    Mal sehen wie es in den nächsten Jahren in Deutschland aussehen wird, wenn die Lebensmittelpreise sich auf einen hohen Niveau eingependelt haben.
    Wie weit dann der Abstand zu den wirtschaftlichen Verhältnissen in Russland ist.
    Den kurzfristigen Zustand einer Wirtschaft spiegelt ja auch die Währungen wieder, und da hat sich der Rubel gut erholt.
    Was ist eigentlich wenn Putin den Krieg politisch nicht überlebt?
    Wie sieht dann der Frieden aus.
    Vietnam und die USA sind heute z. B. schon lange solide Handelspartner.
    Ich bin dann mal gespannt, ob dann die Gasrechnung etwa 4x so hoch akzeptiert wird, wenn das russische Gas weiter beukotiert wird.
    Es wird spannend werden.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut. Freuen sie sich über Ihr Leben im Paradies, aber verschonen sie uns endlich mit ihrem ständigen Deutschland-Bashing. Einfach nur lachhaft. Ausgerechnet aus Spanien, das am Tropf der EU hängt.

      1. Ja, deshalb geht es uns hier ja auch so gut.
        Renten wovon man leben kann, gesicherte Energieen und Nahrung. Ein sehr gutes Gesundheitssystem. Und die Sozialabgaben für Rente und Krankenkasse betragen für den Arbeitnehmer nur 5,7% *zusammen*.
        Notfalls kann man Sterbehilfe verlangen.
        Natürlich muss das bezahlt werden.
        Deshalb führt Spanien versuchsweise die 4 Tagewoche ein, und in Deutschland soll die Wochen-Arbeitszeit erhöht werden, und auch das Renteneintritsalter.
        Usw., usw.

        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

      2. @Columbo-Fan, was erwartest du denn? Sollen sich die ganzen Parasiten in die Länder verpissen, die sie so glorifizieren? Nach Visegrad-Europa oder in die Türkei, wo das Narrativ der Staatsmedien bereits grausame Realität ist? Wo Meinungsfreiheit im Knast enden kann? Paradiesisch lästern lässt es sich von dort, wo Gelder fließen und Maulhelden von denen profitieren, die sie am meisten kritisieren.

    2. Hey Helmut, ich war heute Abend einkaufen, es gibt tonnenweise Pflanzenöl, Mehl und Nudeln.
      Knapp sind nur die 29-Cent-Nudeln und Sonnenblumenöl. Wie schrecklich! Wir müssen hungern! Wie soll man nun das Billigfleisch frittieren? Etwa in Rapsöl oder Butter braten? Sollen wir Bio-Nudeln für 79 Cent dazu runterwürgen? Gemüse fressen? Salat mit Olivenöl anmachen?

      Mann oh mann, Helmut! Es gibt auch andere Läden außer Billigst-Lidl. Und bessere Quellen, als Smartphone-Bilder deiner Tochter. Genieße dein Leben in Andalusien und krieg dich mal wieder ein in deiner Dauerkritik gegen ein Land, von dem du keine Ahnung hast.

    3. Hallo Helmut,

      Ich kann Ihnen gerne die Bilder aus Russland zukommen lassen. Dort sind die Ladendiebstähle explodiert. Man hat jetzt die Babynahrung und viele Alltagsprodukte mit Diebstahlalarm versehen.
      machen Sie sich keine Sorgen, auch wenn man in D die Preise für Lebensmittel um 50% anhebt, wären wir nicht mal auf einem durchschnittlichen EU-Niveau. Über den Abstand zwischen Russland und D ist einfach nur unseriös. Der Mindestlohn in RU liegt bei ca. 150€ im Monat. Die Maximalrente bei ca. 300€. Die Durchschnittsrente bei 200€. Die Nebenkosten für eine 3-Zimmerwohnung bei ca. 80€. Es gibt kein Wohngeld, kein Bafög, Kindergeld ist ca. 10€ im Monat. Brauchen Sie mehr Vergleiche? Ich will nicht unhöflich sein, aber Sie haben einfach keine Ahnung von russischen Lebensverhältnissen.
      Und nochmal: es gibt zur Zeit keine Dollars zu kaufen. Der Witz in Russland geht so: „Sie verkaufen Dollar?“ Oh nein, wir zeigen nur den Währungskurs an“. Der Rubel ist keine freikonvertierbare Währung. Der Kurs ist nur fürs Fernsehen da. Der echte Kurs bei der Bank ist ca. 30-40% höher und kann nur virtuell in Dollar umgetauscht werden. Auszahlung geht nicht.
      Wenn Putler den Krieg nicht überlebt, dann hoffe ich, dass der Westen Russland seine 20-jahre verfehlte Politik verzeiht und das Land wieder unterstützt. Ich hoffe, dass EU mehr in finanzierbare grüne Energie investiert und einfach diversifiziert (endlich mal ein Bezug zu Finanzmarktwelt :-)…Momentan sollten wir um die Freiheit unserer Kinder alles dafür tun, dass Russland diesen Krieg verliert und auch für die Freiheit von Russen.
      Grüße Andrej

  9. Hallo Columbo,
    gegen einen Atomkrieg, kann sich kein Mensch absichern.
    Eben möglichst nur gegen den Währungsverfall, Nahrungsmittel- Medikamenten- und Ernergiemangel.
    Ob es mir gelungen ist wird sich hoffentlich nie zeigen müssen.
    Wenn es aber zu einem 3. Weltkrieg mit Atomwaffen kommt, dann wünsche ich mir eine Bombe in den Garten.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut

      Sich gegen Medikamentenmangel absichern, ist in schweren Krisen unter Umständen gar nicht so einfach.
      Es gibt leider Patienten, für die gewisse Medikamente lebenslang lebensnotwendig sind.
      Einige davon lassen sich nicht für längere Zeit bevorraten, was zu Tragödien führen kann(Beispiel Ukraine).
      Vereinzelt gab‘s diesbezüglich auch bei uns schon in der Coronakrise einen Vorgeschmack.
      In schweren Krisen ist Gesundheit noch wichtiger als in normalen Zeiten.

      1. Hallo Columbo,
        ja, wenn die Medikamentenlieferungen komplett ausfallen, dann wird es natürlich bitter.
        Aber es gibt ja auch zeitlich begrenzte Engpässe, die dann mit vorhandenen Medikamenten ausgeglichen werden können.
        Wie mit Lebensmittel und Treibstoffen auch. Ohne Diesel z. B. sind wir hier „am Ende der Welt“ aufgeschmissen.
        Wir haben für 3 Jahre Diesel am Lager und verfahren jetzt erst einmal die Hälfte. Mail sehen was dann in 18 Monaten ist. Es ist ja auch so, dass gerade die Vorräte an Lebensmittel und Treibstoff, damals noch zu normalen Preisen eingekauf werden konnte. In der Krise anfangen Vorräte aufzubauen verschlimmert nur die Krise und es ist teuer und unsozial.
        Das ist mit Gold ja auch so.
        Alleine in den ersten Monaten dieses Jahres sind die Preise um etwa 12 % gestiegen, und das legal steuerfrei.
        Da kann man mit solchen Inflationsraten noch leben.
        Kritik kommt dann meistens von den Menschen, die eben nicht vorsorgen.
        Aber das ist ja in allen Dingen so.

        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  10. Krisen und Versorgung ist immer ein Thema.
    Mathematisch haben wir aber Glück ,weil eine Situation wie Corona extrem selten ist . Soll heißen ,zu unseren Lebzeiten wird sich so etwas auf natürlichem Weg nicht mehr abspielen . Kann man empirisch sogar beweisen.Sollte es doch nochmal so sein,
    dann kann man mit Sicherheit davon ausgehen ,daß menschengemachte Risikoerhöhungsfaktoren im Spiel sind.

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