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Russland: „USA wollen nicht für Ukraine-Schulden haften“

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wird die Staatspleite der Ukraine in Kürze offiziell? Das ist die große finanzpolitische Frage zwischen Russland und der Ukraine. Am 20. Dezember muss die Ukraine die viel besprochene 3 Milliarden Dollar-Anleihe an Russland zurückzahlen. Nach kuriosen Gründen angeführt durch die Ukraine warum man nicht zahlen kann oder will, hatte Russland zuletzt ein Angebot gemacht, dass die Ukraine die 3 Milliarden Dollar in 3 Raten zurückzahlen kann, jeweils eine Milliarde pro Jahr von 2016 bis 2018.

Die einzige Bedingung Russlands war, dass der Westen die Rückzahlung garantiert, also EU, USA oder der IWF. Laut übereinstimmenden russischen Medienberichten vom Wochenende sagte das russische Finanzministerium man habe von der US-Regierung eine ablehnende Antwort erhalten – die USA wollten nicht für die Rückzahlung der ukrainischen Schulden bei Russland haften.

Wenn das stimmt, wird die Luft für Kiew deutlich dünner. Da der IWF ein extrem schwerfälliger politischer Tanker ist, wäre dann nur noch die EU kurzfristig als letzter Rettungsanker zu haben. Im gigantischen EU-Haushalt ist immer irgendwo ein Milliarden-Sümmchen aus einem Strukturfonds o.ä. zu finden, den man notfalls anzapfen könnte. Lehnen die USA wirklich ab, hängt alles am politischen Willen der EU. Man wird (vermutlich) aufgrund seines großen politischen Interesses an der Ukraine eine Garantie aussprechen – das wäre ein denkbarer Kompromiss. Russland hätte eine Bestätigung, dass man an sein Geld kommt, die Ukraine hätte ihre Staatspleite verhindert (hinausgezögert), und die EU-Kommission könnte wie bei anderen Krisen auch hier auf der Tatsache pochen, dass es sich ja „nur“ um eine Garantie, und keine reale Geldzahlung handelt.

Aber selbst wenn das Geld fließen sollte: Was sind in den heutigen Zeiten schon 3 Milliarden Euro?

Das russische Finanzministerium lies auch verlauten man brauche nichts weiter zu tun als die Ukraine zu verklagen, sollte sie am 20. Dezember die 3 Milliarden Dollar nicht überweisen – dies wäre dann automatisch die Staatspleite für die Ukraine. Und in der Tat, darauf würde es hinauslaufen. Das russische Finanzministerium erklärte auch der Haushalt der Ukraine für 2016 sei durch den IWF noch nicht gebilligt worden, was für weitere IWF-Hilfen eine Rolle spiele. Westliche Staaten würden jetzt noch deutlicher merken, dass die Ukraine auf die Staatspleite zusteuert. Die EU würde in Kürze eine ähnlich ablehnende Haltung wie die USA einnehmen. USA und EU seien wohl nicht bereit für die Schulden der Ukraine geradezustehen, da sie in die Pleite abrutsche.

Politisches Kalkül seitens Russland im angeheizten Krim- und Donbass-Konflikt? Es klingt danach. Oder will man mit diesen klaren provokanten Worten z.B. die EU endlich dazu drängen Farbe zu bekennen und doch noch eine Garantie für die ukrainische Anleihe auszusprechen? Will man die EU moralisch in die Ecke drängen, weil sie dann Schuld an der Staatspleite der Ukraine war, da sie keine lausigen 3 Milliarden Dollar garantieren wollte? Das kann jeder sehen wie er will. Der Fakt bleibt – zahlt die Ukraine nicht, und springt auch sonst niemand für sie ein, wäre man am 21. Dezember kapitalmarkttechnisch bankrott und kein Fonds- oder Bankmanager könnte dann gegenüber seinen Kunden rechtfertigen, warum er  einem offiziell zahlungsunfähigen Staat Geld leiht.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    T2015

    7. Dezember 2015 13:55 at 13:55

    Natürlich lehnt USA die Zahlung ab, dafür ist doch der dumme Europäer da.

  2. Avatar

    Jason

    7. Dezember 2015 15:43 at 15:43

    erstmal wird Russland klagen, dann irgendwann wird ein Urteil gesprochen und ob es überhaupt dem Grundtenor des Artikels entspricht ist nicht wirklich sicher…..

    • Avatar

      joah

      7. Dezember 2015 16:58 at 16:58

      „sicher“ ist es (noch) nicht, aber „quasi sicher“, denn der Gangweg wäre definitiv klar: im Recht gibt es klare Regeln, sonst würde Recht gar nicht funktionieren – hier sitzt Russland definitiv am längeren Hebel und der Bankrott der Ukraine wäre unumstößlich besiegelt.

  3. Avatar

    Christiana

    7. Dezember 2015 16:16 at 16:16

    Die Ukraine ist ein Fass ohne Boden!
    Wieso soll die EU zahlen?
    Poroschenko versprach, sich aus alllen seinen Rüstungsfirmen nach seiner Wahl zurückzuziehen: er hat seine Gewinne verneunfacht!
    Die Ukraine willl einseitig die Kreditrückzahlung an Russland stornieren… geht´s noch??? Und mit diesen unsoliden Machthabern will die EU gemeinsame Sache machen?? PFUI!
    Ständig -getürkte??- Meldungen aus Kiew, dass russ.Separatisten brave Ukrainer erschosse haben: Wer glaubt denn, dass diese unbewaffnet waren?
    Wir wollen die Ukraine nicht in der EU haben und schon garnicht in der NATO

  4. Avatar

    Werner

    7. Dezember 2015 16:51 at 16:51

    Wie war das noch mal? Da gab’s doch vor einiger Zeit die Rede der US-Vize-Aussenministerin oder so ähnlich Victoria Nuland, dass die US soundsoviele Millionen Dollar bezahlt hätten, um „to subvert the Ukraine“, die Ukraine zu umzustürzen… — und nu?

    Immer diese Verschwörungstheoretiker, also wirklich!!!

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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