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Russland: Angriff auf die Dominanz des Westens im Ölmarkt

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Russland will offenkundig die Dominanz des Westens beim Ölhandel an den Börsen angreifen – und damit dem Future-Handel in New York und London Konkurrenz machen. Der Grund liegt auf der Hand: der Preis für Öl wird im Westen ermittelt, und Russland, für das der Ölpreis von entscheidender Bedeutung ist, hat hierauf keinerlei Einfluß. Offenkundig nimmt sich Russland dabei China als Vorbild, das an der Börse in Shanghai einen eigenen Future-Markt für Öl etablieren will.

Norwegen-Statoil-Bohrinsel
Bislang dominiert das in der Nordsee geförderte Brent den Weltmarkt – obwohl der Anteil von Brent am globalen Ölmarkt nur winzig ist
Foto: Jarvin Jarle Vines / Wikipedia / Gemeinfrei

Die Etablierung eines eigenen Future-Markts für die russischen Ölsorten Urals und ESPO (eine Crude-Sorte, die durch die ESPO-Pipeline transportiert wird) wäre dabei für Russland ein extrem wichtiger Schritt. Offenkundig plant Moskau, den Handel an der Börse in St- Petersburg einzuführen (St. Petersburg International Mercantile Exchange, SPIMEX). So sagt der Berater der SPIMEX, Segey Kvartalnov:

„Our goal is to take a place among the major indicators. Currently, the pricing for most of our oil exports which as well determines our budget, is in the hands of our partners” (zitiert nach RT).

Dabei ist die vermeintlich unverdächtige Bezeichnung „Partner“ meist ein Synonym für das gegenüber Russland wenig freundliche westliche Ausland – Putin etwa bezeichnet die USA meist als „unser Partner“, um dann häufig eben diesen vermeintlichen Partner scharf zu kritisieren. Fakt ist: Russland will weg von einem System, wo die Preise auch für russisches Öl in London oder Dubai gemacht werden. Daher sagt Kvartalnov:

„The price of Russian oil should stop being determined by Brent or Dubai”.

Sachlich gibt es dafür durchaus Gründe: während der Preis für das Nordseeöl Brent faktisch 70% des gesamten weltweiten Ölhandels bestimmt, ist der faktische Anteil des Nordseeöls Brent am Weltmarkt nur minimal. Da bringen die russischen Ölsorten Urals und ESPO deutlich mehr Gewicht auf die Waage.

So weit so nachvollziehbar. Um jedoch international anerkannt zu werden, müßte der geplante Handel in St. Petersburg drei Voraussetzungen erfüllen:

1. Der Handel müßte zu klaren und transparenten Preisen stattfinden, faktisch also ein Future-Markt sein, wo genau das garantiert ist

2. Die Lieferungen der Kontrakte müßte sichergestellt sein

3. Das gehandelte Volumen dürfte nicht weniger als drei Millionen Barrel pro Tag sein

All das ist zu bewerkstelligen. Für Russland wäre ein Angriff auf die Dominanz des Westens im Ölmarkt ein wichtiger strategischer Schritt, auch um die eigenen Ölmarken, die außerhalb des Fachpublikums kaum jemand kennt, bekannter zu machen. Ob sich dann die Börse in ST.Petersburg gegenüber London, Dubai oder New York wwird durchsetzen können, ist jedoch durchaus fraglich – zu etabliert ist vor allem London als Handelsort für Brent..

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Ralle

    12. Dezember 2015 17:50 at 17:50

    … was soll´s, die „alten“ Märkte sind doch eh hinüber – die Druckerei der FED hat sie zerstört, wer glaubt noch an die „green-backs“ – alles gequirlte, übelriechende Masse die die Weltwirtschaft zerstört – REAL ist dort doch nicht mal mehr das schwarze unterm Fingernagel! ;-(( vG Ralf

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