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Wie EU, Russland und China versuchen sich vom US-Finanzsystem zu lösen

Redaktion

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am

Das US-Finanzsystem ist letztlich gleichbedeutend mit dem globalen Finanzsystem. Die bedeutenden Kreditkartenfirmen sind alles US-Anbieter. Die US-Banken dominieren die Kapitalmärkte. Die US-Börsen sind die größten und liquidesten Marktplätze der Welt. Öl und andere Rohstoffe werden neben London hauptsächlich an US-Terminbörsen gehandelt, also wird dort auch der globale Preis festgesetzt. Und noch wichtiger: Die wichtigen Rohstoffe und Edelmetalle werden weltweit in US-Dollar gehandelt. Also hat sich die Welt quasi selbst in Umklammerung des US-Dollar und damit der USA begeben.

EU und Iran

Wie allumfassend die Abhängigkeit zum Beispiel Europas vom US-Finanzsystem ist, konnte man in den letzten Monaten eindrucksvoll beobachten. Die USA verhängten neue scharfe Sanktionen und verboten quasi dem Rest der Welt mit dem Iran Handel zu treiben und Geldgeschäfte zu tätigen. Unglaublich, aber wahr. Ja, es war und ist ein Verbot. Wer nicht nach der Pfeife der USA tanzt, wird vom US-Finanzsystem abgeschnitten. Banken in Europa, über die Iran-Transaktionen laufen, schweben ganz real in der Gefahr aus den USA rausgeschmissen zu werden, und können dann wohl auch keine US-Dollar-Geschäfte mehr tätigen. Für bestimmte international tätige Banken wäre das quasi das Ende ihrer Geschäftstätigkeit.

Und so taten Banken und Industrieunternehmen vor allem aus Deutschland, wie ihnen aus den USA aufgetragen wurde. Die Geschäftstätigkeit mit dem Iran ist im letzten Jahr fast ganz auf 0 eingebrochen. Aber die EU tut immer noch so, als wehre man sich mit voller Kraft gegen die US-Sanktionen gegen den Iran. Und so hat man relativ halbherzig vor zwei Monaten eine EU-eigene Zweckgesellschaft ins Leben gerufen, welche den europäischen Unternehmen dabei helfen soll trotz US-Sanktionen weiterhin mit dem Iran Geschäfte zu machen. Unsere Meinung auch heute: Dieses Vehikel der EU wird ein Rohrkrepierer. Denn es ist nicht so wichtig, ob ein Geschäft mit dem Iran verhindert werden kann oder zustande kommt. Wichtig ist (so meine wir), ob die USA (Geheimdienst-Infos etc) davon Wind bekommen, dass ein bestimmtes Unternehmen aus der EU mit dem Iran Geschäfte macht. Ist dies der Fall, ist die Wahrscheinlichkeit extrem groß, dass dieses Unternehmen in den USA keine Geschäfte mehr machen darf. Und genau DAS ist die große Gefahr – und nicht, dass keine Geschäfte mehr mit dem Iran möglich sind.

Russland

Russland ist seit geraumer Zeit dabei sich ganz real vom US-Finanzsystem zu „entkoppeln“. Dies ist für Russland wohl eine Art grundsätzliche Notwendigkeit aufgrund der westlichen Sanktionen gegen Moskau. Einerseits hat Russland seine Bestände an US-Staatsanleihen inzwischen fast auf 0 runtergefahren. Damit können die USA im worst case zum Beispiel nicht sagen, dass sie russische Forderungen gegen die USA einfach für wertlos erklären, bei Verwahrstellen hinterlegte Anleihen einfrieren oder Sonstiges. Und gleichzeitig hat Russland seine Bestände an physischem Gold auch zuletzt immer weiter aufgestockt. Damit ist man zunehmend unabhängig von zum Beispiel von vorhin bereits erwähnten Verwahreinrichtungen für Anleihen, die ebenfalls durch die USA bedrängt werden könnten (im worst case).

Hält man echtes Gold in seinem eigenen Tresor in der Zentralbank in Moskau, ist man definitiv unabhängig. Und da ist noch was. Die Russen haben schon 2014 eine Alternative zu SWIFT eingeführt. SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) ist eine in Belgien ansässige internationale Kommunikationseinrichtung, über die vor allem zwischen tausenden Banken weltweit Überweisungen abgewickelt werden. Im Großen und Ganzen ist SWIFT Monopolist im internationalen Zahlungsverkehr. SWIFT ist in der EU ansässig und gehört als Genossenschaft den teilnehmenden Banken. Aber vor allem in Übersee hat man den Eindruck, dass SWIFT wie eigentlich alles andere auch unter der Fuchtel der USA steht. Daher beschloss man wie gesagt im Jahr 2014 in Russland eine Alternative zu SWIFT zu etablieren mit der Abkürzung „SPFS“. Die Notwendigkeit zur Einführung so einer Alternative sah man in Moskau damals, weil es Drohungen aus den USA gab Russland vom SWIFT-System (also vom globalen Zahlungsverkehr) abzukoppeln. Vor allem russische Banken traten bei. Bislang bliebt der Erfolg auf globaler Ebene aus.

China

Und was macht China? Auch dort hat man schon 2015 eine Alternative zu SWIFT eingeführt, nämlich das „Cross-border Interbank Payment System“ (CIPS). Und weil das russische System international offenbar wenig Anklag fand, haben sich nach russischen Medienberichten mit Bezug auf die russische Zentralbank aktuell zahlreiche russische Banken beim CIPS angeschlossen. Im Gegenzug hoffe man, dass chinesische Banken sich auch beim SPFS anmelden. Das Problem beim CIPS könnte sein: Wie man hier lesen kann, soll damit vor allem die Internationalisierung des Yuan gefördert werden, und weniger eine internationale feste Konkurrenzgröße zu SWIFT. So kann man zumindest den Eindruck gewinnen!

Fazit

Wenn China und Russland mit Alternativen zum US-Finanzsystem auf der internationalen Bühne wirklich Erfolg haben wollen, dann ist vor allem eines von Nöten. Rechtssicherheit. Teilnehmende Banken und Unternehmen müssen sich sicher sein können, dass dauerhaft Rechtssicherheit herrscht, und natürlich muss auch die IT-Sicherheit dauerhaft gewährleistet sein. Ausländische Banken müssen das Gefühl haben, dass Moskau und Peking nicht jede Transaktion mitlesen oder sogar irgendeine Art von Manipulation vornehmen. Und ob und wie viele internationale Banken bei den Russen und Chinesen in deren Zahlungssystemen mitmachen, hängt auch davon ab, wie viel Angst diese Banken vor dem Zorn der USA haben. Denn die USA können verdammt viel Druck ausüben, solange quasi alles vom US-Finanzsystem abhängt. By the way… ob die Amerikaner nicht schon längst bei SWIFT mit lesen? Schließlich steht eines der SWIFT-Rechenzentren in den USA.

New York - US-Finanzsystem
Luftaufnahme von Lower Manhattan mit der Wall Street. Foto: Ibagli Public Domain

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Uwe

    1. April 2019 18:25 at 18:25

    Danke für diesen wichtigen Artikel

  2. Avatar

    Übelkeit

    3. April 2019 19:08 at 19:08

    Der Petro-Dollar ist für die USA die Waffe mit welcher sie jedes Land oder Unternehmen in die Knie zwingen können. Das Mitlitär ist nur der Schild der diese schützt.

    Nicht ohne Grund erzwingen die USA einen Putsch in Venezuela, da das Ölreichste Land der Erde das Öl nicht mehr in USD handelt, was zu einer direkten Schwächung des USD als Weltleitwährung führt. Man wird weiter versuchen die Ölproduktion zu sabotieren und unruhe stiften.

    Kurz bevor die USA militärisch aktiv werden konnten (natürlich immer alles zum Wohle der Demokratie/Bevölkerung) hat China und Russland Truppen stationiert.

    Ob unter diesen Bedingungen ein Handelsdeal zustande kommt? ;)

    Weshalb China dem Iran ebenso den Rücken kehrt, aber in Venezuela eine andere Strategie verfolgt ist mir ein Rätsel. Die Kehrtwende der Satelitenstaaten der USA aka Deutschland überrascht mich hingegen nicht.

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Aktien

Experte Andre Stagge über die Tech-Zahlen, US-Wahl und EZB

Claudio Kummerfeld

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Der Tradingexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden Video mehrere aktuelle Börsenthemen. Vermutlich wird die EZB ab Dezember aktiver werden in Sachen Rettungsmaßnahmen. Gestern Abend haben die vier großen Tech-Konzerne Apple, Google, Amazon und Facebook ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Andre Stagge weist darauf hin, dass alle vier zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen haben – und er geht auf die Gründe ein, warum die Aktien nachbörslich nicht entsprechend positiv reagierten. Auch wirft Andre Stagge einen Blick auf die große Wahrscheinlichkeit, dass Joe Biden die US-Wahl nächste Woche gewinnen könnte.

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Aktienmärkte und Wirtschaft 2020: Ein Jahr der Extreme

Wer es geschafft hat, die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2020 oder die der Aktienmärkte auch nur ein paar Wochen vorherzusagen, sollte Lotto spielen

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Wer es geschafft hat, die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2020 oder die der Aktienmärkte auch nur ein paar Wochen vorherzusagen, sollte mal Lotto spielen, bei diesem Glück. Denn das Coronajahr wird in die Geschichte eingehen mit all seinen Anomalien, die es gewiss noch nicht allzu häufig in dieser Form gegeben hat. Wirtschaft, Finanzen und Aktienmärkte lieferten (und liefern?) Ausschläge ungeahnten Ausmaßes.

Aktienmärkte: Die saisonalen Muster – Fehlanzeige

Viele Börsianer versuchen aus den statistisch gehäuften, jahreszeitlich bedingten Mustern, Profit zu erzielen. Aber 2020?

Das Jahr begann relativ stabil, am Ende des Januars hatten sich S&P 500 und Dax kaum bewegt, was nach der Statistik auf einen ruhigen Jahresverlauf hindeuten würde. Bis Ende Februar ging es aufwärts, dann kam Corona. Nach der fulminanten Aufholjagd von Ende März und durch den April hinweg hätte man doch erwarten können, dass ein „Sell in May, but remember to come back in September“ funktioniert, nur erreichten die US-Indizes just am 2. September ein Allzeithoch, um praktisch den ganzen Monat hindurch zu korrigieren. Im Wahljahr sollte es einen schwachen Monat Oktober geben, bis zur letzten Woche, in der eine Wahlrally einsetzt. Doch was haben wir in den letzten Tagen erlebt? Einen Einbruch des Dow Jones von 2000 Punkten und beim Dax von über 1000 Zählern. Nun steht nur noch die Jahresendrally im Schlussquartal, als eiegntlich sehr sicheres saisonales Muster der Aktienmärkte, zur Disposition.

Der Konjunkturverlauf – ohne historisches Vorbild

Die Pandemie um Covid-19 führte zu einem bisherigen Konjunkturverlauf, den wohl kein Ökonom auf der Rechnung hatte. Chinas Konjunktur stürzte im ersten Quartal um 6,8 Prozent in die Tiefe und erholte sich in Q2 bereits schon wieder um 4,9 Prozent. Im Westen erwischte es im zweiten Quartal Großbritannien am stärksten mit minus 20,4 Prozent, gefolgt von Spanien mit minus 18,5 Prozent, Deutschland kam mit minus 9,7 Prozent noch relativ glimpflich davon, so wie die USA mit minus 9,5 Prozent auf Quartalsbasis. Auf Jahressicht allerdings mit erschreckenden 31,4 Prozent und gestern kam die erste Schätzung für das dritte Quartal in den Staaten: Plus 33,1 Prozent im Jahresvergleich, was auf den ersten Blick wie nach einer totalen Erholung aussieht, aber es hätten über 45 Prozent Anstieg sein müssen, um diesen Quartalseinbruch zu egalisieren.

Im europäischen Verfahren gerechnet: Nach minus 9,5 Prozent (Q2), jetzt plus 7,4 Prozent.

Auf alle Fälle brachte 2020 bisher die schnellste und tiefste Kurzrezession aller Zeiten, mit einem Wirtschaftseinbruch, der fast überall einem unvollständigen V gleicht, eher einem spiegelverkehrten Wurzelzeichen, das eine Erholung um etwa 90 Prozent anzeigt. Jetzt erleben wir die zweite Coronawelle, die in manchen Ländern vermutlich eine Double-Dip-Recession im vierten Quartal des Jahres zur Folge haben wird. Wie reagiren nun die Aktienmärkte?

Die Entwicklungen der Aktienmärkte

Wenn es bisher eine so genannte V-förmige Erholung geben sollte, dann haben dies die Aktienmärkte vollzogen. Nach einem Absturz der Märkte ab dem 20. Februar, wie man ihn noch nie in einer solchen Geschwindigkeit beobachtet hat – es brauchte nur 16 Tage vom Allzeithoch bis in einen Bärenmarkt – stürzten S&P 500 und Dax innerhalb von nur 34 Tagen um 33,9 beziehungsweise 39,6 Prozent in die Tiefe: Beim US-Leitindex auf 2206 und beim Dax auf 8255 Punkte. Aber es folgte eine ebenso spektakulären Erholung innerhalb nur eines halben Jahres.

Der Dax brauchte nur gut zwei Monate, um bis Anfang Juni um 57 Prozent auf 12913 Punkte zu steigen und nur ein halbes Jahr um mit 13460 Punkten fast sein Allzeithoch von Ende Februar zu erreichen (13788 Punkte).

Was dem US-Leitindex S&P 500 am 2. September mit 3580 Punkten gelungen ist (Februar-ATH 3386 Punkte): Rekorde der Aktienmärkte inmitten des größten Wirtschaftseinbruchs seit dem Zweiten Weltkrieg. Wie konnte so etwas zustande kommen?

Notenbankbilanzen und Zinsniveau

Wer geglaubt hatte, dass das Jahr 2019 mit seinen über 100 Zinssenkungen durch die Notenbanken dieser Welt der Höhepunkt gewesen sein müsste, den belehrte spätestens der März 2020 eines Besseren. Die Federal Reserve folgte vielen westlichen Notenbanken und senkte die US-Leitzinsen auf 0 bis 0,25 Prozent. Begleitet von Anleihekäufen, die die Fed-Bilanz innerhalb von wenigen Monaten von vier auf 7,18 Billionen Dollar explodieren ließ. Die Europäische Zentralbank war vor Kurzem bei 6,74 Billionen Euro angelangt, zusammen mit der Bank of Japan erreicht man bereits über 20 Billionen Dollar. Die Bilanzsummen der Notenbanken marschieren in ungeahnte Höhen: In Japan auf 136 Prozent zum BIP, in Europa auf 66 Prozent und in den USA auf 37 Prozent.

Dies hat laut JP Morgan folgendes zur Folge (Stand Mitte Oktober):

Weltweit gibt es 17 Billionen Dollar an Anleihen, die keine oder sogar Minuszinsen abwerfen. Berücksichtigt man die jeweiligen Inflationsraten, so beträgt die Summe der Anleihen, die eine negative Realrendite abwerfen 32 Billionen Dollar, oder 76 Prozent aller Staatsanleihen von Industrieländern. Der Anlagenotstand für Kapitalsammelstellen (wie Staats- und Pensionsfonds) hat im Herbst des Jahres 2020 eine bisher noch nicht gesehene Dimension erreicht – und das erklärt die Kurse der Aktienmärkte.

Jetzt stehen die US-Wahlen an und der Sieger muss aus faktischen Gründen angesichts von über 11 Millionen Arbeitslosen und 50 Millionen Lebensmittelmarkenbeziehern in den USA zwangsläufig ein fünftes Rettungspaket auflegen. Außerdem ergab eine Umfrage im Sommer, dass 40 Prozent der Amerikaner keine 400 Dollar an Reserven besitzen, um sich zum Beispiel ein defektes Haushaltsgerät ersetzen zu können. Man kann sich immer nur wundern, wie die US-Regierung hier das Bild einer gesunden US-Wirtschaft zeichnen kann.

Bei einer weiteren Verschuldung stellt sich irgendwann die Frage: Wann wird sich dies bei den Kapitalmarktzinsen bemerkbar machen? In jeder Volkswirtschaft gibt es das Phänomen des Bruchs mit der Linearität, plötzliche Ausbrüche aus einer stabilen Entwicklung, davor sind auch die Vereinigten Staaten nicht gefeit.

Die Forschung für einen Impfstoff

Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurde mit solcher Intensität an einem Impfstoff gegen ein Virus geforscht – Sars-CoV-2. 160 bis 200 Projekte gibt es derzeit weltweit, einige Vakzine befinden sich bereits in der klinischen Phase 3 und die großen Staaten haben vorsorglich schon drei Milliarden Impfdosen bestellt, ohne zu wissen, welches Mittel sich überhaupt durchsetzen und welchen Effekt es überhaupt haben wird. Die Aktien von Moderna, CureVac oder Biontech explodieren an den Börsen um mehrere 100 Prozent, weil viele Investoren einen Milliardenmarkt wittern. Viele Projekte werden im Sande verkaufen, viele Millionen versickern, weil keiner weiß, was sich durchsetzt – und vor allen Dingen wann?

Die Entwicklung der Pandemie

Viele führende Virologen warnen, dass die Welt noch bis Ende des Jahres 2021 mit dem Virus leben müsse oder vielleicht sogar auf Dauer. Was bedeutet dies konkret? Derzeit gibt es weltweit über 45 Millionen bestätigte Infektionen, was angesichts von 7,6 Milliarden Menschen nur ein gutes halbes Prozent der Weltbevölkerung ausmachen würde. Aber sind das überhaupt realistische Zahlen? Wurden aus bestimmten Metropolen der Welt – New York, Neu-Dehli, Sao Paulo, Mexiko City – nicht schon Antikörpertests ausgewertet, die auf eine 20 bis 50 prozentige Durchseuchung von Teilen der Bevölkerung hinweisen?

In Ländern wie den USA, Brasilien, Spanien, Belgien u.a. werden offiziell Infektionsraten von 2,5 bis 3 Prozent der Bevölkerung gemeldet, aber der Chef der US-Seuchenbehörde CDC der USA, Redfield, hat sich in diesem Jahr geäußert, dass man mit einer Dunkelziffer von Faktor 10 bei den Infektionen rechnen könne. Die USA haben bereits über neun Millionen Coronainfizierte bei einer Bevölkerung von gut 330 Millionen. Wie viele Menschen werden bis Ende 2021 schon mit dem Virus infiziert worden sein? Selbst der deutsche Virologe, Professor Streeck, rechnet mit einer gewaltigen Durchseuchung bis dahin. Es sei auch bis jetzt nicht klar, welche Immunität ein Impfstoff zur Folge haben wird? Wie viele Menschen werden sich überhaupt impfen lassen (müssen)? Fragen über Fragen.

Aber bei Fortführung der Gedankengänge über die Infektion der Menschheit mit Covid-19 schleicht sich ein unangenehmes Gefühl ein: Deutschland hat im Vergleich zur Bevölkerungszahl eine sehr niedrige Infektionsrate (0.59 Prozent), auch wenn man eine Dunkelziffer mit einbezieht, die aber aufgrund unserer Maßnahmen nicht allzu hoch sein dürfte. Was aber nicht anderes heißt, dass für unser Land noch ein weiter Weg in Sachen Corona bevorsteht – außer der Impfstoff kommt rechtzeitig und mit hoher Wirksamkeit.

Ausblick

Doch zurück zur Wirtschaft und zur Börse. Was bedeutet die aktuelle Gemengelage für das Jahresende der Aktienmärkte? Der Ausgang der Wahlen, die Börsenentwicklung, die Pandemie? In Summa „not predictable“. Doch wird auf eines Verlass sein: Das Gelddrucken geht weiter – so hat Madame Lagarde erst gestern die weiteren Notenbankkäufe der EZB bestätigt: bis mindestens Mitte 2021 wolle man alles tun und den ganzen Instrumentenkasten nutzen, um die Erholung der Wirtschaft zu fördern.

Auch die Bundesregierung hat eine große Summe an Ausfallszahlungen für den Monat des Lockdowns, November, angekündigt, um die wirtschaftlichen Folgen des verordneten Stillstands (Lockdown light) abzumildern.

Die Geldflut wird nicht verebben. Und wenn man den Chart zwischen Notenbankbilanz und Entwicklung der Aktienmärkte (S&P 500) betrachtet, so könnte man eigentlich auf eine bestimmte Jahresendprognose kommen.

Und was die Pandemie und die mögliche Wirkung der gerade angekündigten Lockdown-Maßnahmen betrifft, so empfiehlt sich ein Blick auf Israels Infektionszahlen, dem Land, welches bereits vor einigen Wochen solche verhängt hat..

Aktienmärkte und Wirtschaft im Coronajahr 2020

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Aktien

Dax mit Crash? Mögliche Ausweitung der EZB-Maßnahmen, Ideen zu SAP und Allianz

Redaktion

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Gibt es im Dax einen neuen Crash? Diese Frage bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einer Expertin. Auch Thema seines Videos sind die ganz frisch verkündeten neuen Rettungsgelder für die Wirtschaft, damit der anstehende kleine Lockdown im November verkraftet werden kann. Wichtig ist auch die heute angedeutete Ausweitung der EZB-Maßnahmen im Dezember.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Die Aktien der Allianz seien eine Short-Chance per Stop-Sell-Order. Die Aktien von SAP seien ein Kauf per Stop-Buy-Order. Beide Ideen werden ausführlich begründet.

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