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Wirtschaftskollaps in Russland? „Verbündete in China, Afrika und Südostasien“

Moskau City in Russland

Russland habe viele zuverlässige Partner, nicht nur im postsowjetischen Raum, sondern auch in China, den Ländern Südostasiens und Afrikas. Das sei ein riesiger vielversprechender Markt, der nicht von solchen Widersprüchen wie Europa zerrissen sei, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates Dmitri Medwedew auf Telegram am 19. März. Die Früchte dieser Partnerschaft und Zusammenarbeit seien mehr als offensichtlich.

Große Welt Russland, Afrika und China

Dann schilderte Medwedew, wie ihm ein ironisches Bild ins Auge fiel, das ein Vertreter des chinesischen Außenministeriums in das soziale Netzwerk gepostet habe. Es zeige eine Landkarte der Weltgemeinschaft aus Sicht westlicher Politiker – ohne Russland, China, Afrika, Asien. „Winzige Inseln in einem grenzenlosen Ozean.“ Doch auf dem Globus sei die Bevölkerung um ein Vielfaches größer. Es gebe Metalle, die viel teurer als Gold seien. „Übrigens bauen wir sie auch ab. Und wer wen jetzt isoliert, ist eine große Frage“, fügte er hinzu.

Sieger und Opfer der Sanktionen

Dazu stellte Medwedew fest, dass zuvor verhängte Sanktionen in vielerlei Hinsicht nur zum Vorteil gereichten, da sie zwingen würden, die Importsubstitution in allen Branchen aktiv zu entwickeln. Er erinnerte auch daran, dass das Kabinett bereits operative Entscheidungen zur Unterstützung der Menschen und der Wirtschaft getroffen habe. „Im Allgemeinen wird es keinen Zusammenbruch der Wirtschaft geben“, bekräftigte Medwedew. Auch das russische Fernsehen informiert, wie die Produktion in verschiedenen Bereichen aufgebaut werden soll. „Hersteller von Arzneimitteln und medizinischen Geräten, Designer und Bauherren, Experten sind bereit, alle Bedürfnisse der russischen Bevölkerung zu erfüllen“, heißt es da.

„Die Situation mit den Energiepreisen in den USA und Europa ist extrem schlecht, und die lokalen Eliten versuchen, Russland die Schuld zu geben.“ Doch die Menschen in diesen Ländern seien nicht alt und senil wie ihre Russo phobische Führung. Sie würden bald verstehen, dass der Grund für die hohen Preise die antirussischen Sanktionen sind, die aus den Brieftaschen der Bürger bezahlt werden.

Keine Angst vor Zusammenbruch

Wie sein Präsident Wladimir Putin drückt Medwedew Überzeugung aus, dass der tiefgreifende wirtschaftliche Wandel im Land gelingt. Der Nachbar China scheint dabei ganz zentral zu sein, um der Welt Stärke und Durchhaltevermögen zu signalisieren. „Wir haben mehr als einmal Krisen, Sanktionen, Drohungen und politischen Druck erlebt: 2008, 2014, 2018. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass der UdSSR mehr als ein Dutzend Mal verschiedene Sanktionen auferlegt wurden. Wir haben schon lange keine Angst mehr.“ Sehr bald kämen die Gegner selbst und wollten verhandeln, so Medwedews Sicht. Den Zusammenbruch der Sowjetunion hat das nicht verhindert. Nur hat sich das leider über Jahrzehnte hingezogen. Alle Hoffnung in Russland ruht auf der Beschleunigung von Importersatz.

Was macht China?

Bislang hat China keine klare Position bezogen. Russland führt Medien zufolge Gespräche. In einem Video-Telefonat mit US-Präsident Joe Biden erklärte der chinesische Staatschef Xi Jinping: „Die Ukraine-Krise wollen wir nicht erleben.“ Seit Ausbruch der Krise fördere China aktiv Friedensgespräche, erklärte Vize-Außenminister Le Yucheng auf einem Forum für Strategie und Sicherheit am 19. März. Alle Parteien sollten gemeinsam den Dialog und die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unterstützen und die Ergebnisse und den Frieden aushandeln. Daraus spricht die Taktik: Abwarten und Tee trinken. Jedoch je länger der Krieg dauert mit wachsenden Opferzahlen, verschlechtert sich nicht nur die wirtschaftliche Lage in Russland, sondern auch die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft nehmen zu, so dass der Handlungsbedarf für China wächst.



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17 Kommentare

  1. In den 70er wollte man Kohle durch Atomstrom ersetzen. Dann später wieder Atom durch Kohle. Dann die Kohle durch russisches Gas. Und alles zusammen durch die Zappelenergie Wind und Sonne. Und jetzt will man nicht einmal mehr russisches Gas.

    Wir werden von Verrückten regiert, die von den 80, 90, oder sogar 95% Blöden gewählt werden.

    Ist leider so.

    1. @Achim Wolfrum

      95% eines Volkes als „Blöde“ zu bezeichnen, klingt irgendwie … überheblich.
      Und erinnert an die antidemokratischen, antiliberalen Postulate identitärer Bewegungen, die das Wahlvolk bestenfalls als schwache, verweichlichte und nützliche Idioten betrachten.
      Würde aber auch heißen, dass die AfD hart an der 5%-Hürde dahinschrammt, was andererseits sehr erfreulich wäre.
      Aber Vorsicht mit solchen Zahlen: Vor nicht allzu langer Zeit wurde ein riesiger Shitstorm entfacht, nur weil jemand 95% der Kommentatoren als veränderungsunwillig und zu sicherheitsorientiert bezeichnet hatte.

    2. Naja. Wenn wir hier alles Idioten sind, dann wandere dich aus. China, Russland oder Nordkorea wird sich ja anbieten. Dort sitzen deiner Meinung nach keine Idioten.

  2. Guten Abend Frau Bollinger-Kanne,

    ist China nicht schon sehr in den Konflikt (Krieg) involviert? Eben sehr subtil. Durch die Corona-Schließungen, die, was ich so lese, nicht wirklich rational sind, schwächt China den Westen erheblich. Die Lieferketten fliegen uns förmlich um die. Auch habe ich nirgends gelesen, dass die Lieferketten zwischen Russland und China gestört sind.
    Kann es sein, dass wir die chinesischen Strategien nicht kapieren?

  3. Pingback: Aktuelle Meldungen & Nachrichten vom 21.03.2022 | das-bewegt-die-welt.de

  4. Alle reiche und mächtige Russen haben nicht nur Ihr Geld, Ärzte und Immobilien in dem verhassten Westen aber auch ihre Familien. In dem besserem Asien und Africa warten schon hunderte dass die Russen endlich mit ihrem Geld kommen, das wird für sie ganz schön teuer. Und der Rest der Bevölkerung wartet nur drauf, endlich ihr Geld fürs tanken und heizen auszugeben. Vielleicht soll der Medwedew noch die Araber und Iraner fragen, die werden auch Gas und Erdöl von den Russen kaufen wollen.

  5. Der Russe zeigt hier eine reine Trotzreaktion, denn Diktatur und Fortschritt sind nicht vereinbar. Zu denken, dass russische oder chinesische Investitionen einen Wert haben ist meiner Meinung ein irrer Trugschluss. Innovation, Fortschritt und Kapitel kommt aus dem Westen, der Chinese kopiert und der Russe konsumiert. Das der Russe nun versucht innovativ zu denken ist absolutes Neuland und wird schlichtweg scheitern. Der Chinese wird sich kaum vom Westen abwenden, das beweist er bereits durch seine unentschlossene Haltung zum Ukraine Krieg. Am Ende wird Russland der Verlierer sein. Die Bevölkerung in Russland erkennt noch nicht das Ausmaß des Handels. Lass ein paar Monate länger ins Land gehen. Wenn sie bemerkt, dass ihr gewohnter westlich orientierter Konsum nicht mehr möglich ist, werden sie schnell ihr Handeln bereuen.

    1. Future ist die Zukunft

      Genau, immer das Gerede von der neuen Epoche mit der Dominanz totalitären Staaten. Auch im überbevölkerten Südostasien. Das wird schiefgehen, erst recht in Russland, wo sich viele Intellektuelle aus dem Staub machen werden. Die ersten Informatiker verlassen schon das Land, wer glaubt, dass ein Rückschritt ins 19. Jahrhundert die Lösung sei, wird bald eines Besseren belehrt werden.

    2. @Grafiker

      „Innovation, Fortschritt und Kapitel kommt aus dem Westen, der Chinese kopiert und der Russe konsumiert.“

      Ach?

      https://www.zeit.de/wissen/2020-04/china-patente-wipo-anmeldungen-antraege-usa-deutschland

      Was den gesellschaftlichen Fortschritt im Westen angeht, so ist der mittlerweile so unbeliebt, dass man seinetwegen in den USA einen „culture war“ führt. Die Schattenseiten treten einfach immer deutlicher zu Tage und auch der Westen wird autoritärer. Allein die Tatsache, dass es damit nicht so schlimm ist wie in China oder Russland, ist noch kein Grund zur Selbstbeweihräucherung.

    3. die Russen werden, können sicher nicht verlieren, hier geht es um sehr viel, eigentlich um alles, es geht um Russland all inclusive

  6. Wenn das Russland doch so schön ist warum Leben dann ca. 20 Millionen Russen im Westen Europas.
    Die sollen alle Ihre Sachen Packen und Wohnraum für die Ukraineflüchtlinge frei machen.

  7. Die ganze Krise hat einen Namen USA. Wenn die Amerikaner ihre militärischen Stützpunkte in Europa räumen würden und diese Politik gegenüber Russland den Europäern überlassen würden dann wäre wahrscheinlich kein Krieg in Europa wieso haben die USA Stützpunkte in Europa aber die Europäer nicht in den USA. Wenn auf der Welt geschossen wird ist die USA nicht weit ich möchte frei leben und nicht der USA hörig sondern unabhängig sein. Das wird aber nur funktionieren wenn Europa einig ist und die EU die Interessen Europas vertritt und nicht denen der USA?

  8. Ist denn auch ein Deutscher unter denen die hier ihre Kommentare abgeben? Die meisten tun ganz schlau und können sich dabei nicht einmal mit einer vernüftigen Grammatik und Rechtschreibung äussern. Eure Kommentare zu lesen tut ganz schön weh.

  9. Wie gut das klappt mit der „bedürfnisbefriedigung“ konnte man ja die letzten Jahrzehnte gut beobachten… Ausser wodka fällt mir spontan kein russisches produkt ein, das irgendjemand auf der welt tatsächlich „braucht“ und will. Soll sich Putin und seine bande gerne weiter in die eigene tasche lügen…

  10. Vor allem da Russland die Anwesenheit seiner Bürger in der Ukraine als Vorwand verwendet hier Gebietsgewinne zu realisieren. Also sind als nächstes die baltischen Staaten dran, in denen 30%einen russischen Pass haben. Und danach ?
    Viele Deutsche haben einen zweiten russischen Pass und geben Putin damit einen Anlass zu behaupten hier wurden Russen unterdrückt?

  11. Sie wollen ernsthaft alle Russen aus Westeuropa rauswerfen und sie durch ukrainische Flüchtlinge ersetzen? Sie denken aber nicht sehr ökonomisch! Die hier lebenden Russen sind größtenteils bestens integrierte, fleißige und sehr kompetente Arbeitnehmer mit sehr guten Deutschkenntnissen! Die ukrainischen Flüchtlinge können da sicher nicht konkurrieren!
    Mal davon abgesehen, ist Ihre Forderung auch auf zwischenmenschlicher Ebene ein Skandal! Glauben Sie denn etwa, die 20 Mio. Russen hier seien für Putins Handlungen verantwortlich?
    Ich kann Ihren lächerlichen Kommentar nicht ernst nehmen!

  12. Ich finde, hier wird recht oft Kreml- Sprech wiedergegeben. Was wäre denn die Alternative? Den Autokraten in den Arsch zu kriechen, wegen der Rohstoffe ,die sie haben? Frieden durch Handel hat ja nun auch gar nicht funktioniert. Sollen die Russen ruhig zu den Chinesen gehen, schneller als dort kommen sie nirgendwo unter die Knute.

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