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Devisen

Russland: Inflation wichtiger als Konjunktur – Leitzins unverändert – Rubel wertet weiter auf

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Die russische Zentralbank belässt den Leitzins unverändert bei 11%, schon das fünfte Meeting in Folge. Die Kernaussage der Zentralbankchefin Elvira Nabiullina lautet: Wir achten auf die Inflation, die darf nicht weiter angeheizt werden, deswegen können wir jetzt die Zinsen nicht senken. Dabei würde sich die Wirtschaft selbst wohl sehr über deutlich tiefere Zinssätze freuen – ein Dilemma für Russland!

USDRUB
USDRUB kurzfristig.

USDRUB 2
USDRUB seit September 2015.

Keine fallenden Zinsen bedeuten keine schwächere Währung. Dementsprechend wertet der Rubel heute weiter auf. Im Umkehrschluss stellt sich dies in einem fallenden Dollar gegenüber dem Rubel dar. USDRUB ist von Mittwoch auf Donnerstag schon kräftig gefallen im Zuge des massiven Ölpreisanstiegs zum selben Zeitpunkt. Jetzt legt der Rubel durch den stabilen Leitzins nach und wertet noch ein Stück weiter auf. Wie der Langfristchart zeigt, zeigen steigende Ölpreise + ein stabiler Leitzins auf Sicht mehrerer Wochen eine kräftige Wirkung pro Rubel. USDRUB fiel seit Mitte Februar von 77 auf 67.

Und die Äußerungen von Elvira Nabiullina lassen auch keinen Zweifel an einer weiter stabilen Politik. Zitat (auszugsweise):

We must ensure a steady path of reducing inflation to our target of 4% by end-2017. We are perfectly sure that only low inflation is a guarantee of stability and low interest rates in the economy. In order to keep interest rates steady and low, we should first ensure sustainably low growth rates in consumer prices and a decrease in high inflation expectations. Then, proceeding from this, we will have stable and low interest rates. This requires a consistent and gradual interest-rate policy of the central bank. That is why the Bank of Russia may pursue a moderately tight monetary policy for a longer period of time, then assumed earlier, to achieve the inflation target.

Inflation

The recent data of 14 March suggest that annual inflation is 7.9%. In the February to March period, it was decreasing somewhat quicker than we expected in January. We expected it to be at 8%-9% for the end of Q1. This takes me back to the 9% reading for March 2016 we forecast a year ago. Average daily price increment in March was at this year’s low. This performance is explained by several reasons.

Inflation risks

Importantly still, inflation risks, that is, the risks that inflation may cease to decline or decline slower on the way to the target, remain high. The core risk sources are as follows.

– First. Oil market instabilityI have covered this.

– Second. The risk that elevated inflation expectations would remain. They are currently resuming to decline, but they remain high. It is crucial that the trend towards reduced expectations remains and becomes more sustainable. In the first place, this must be prompted by slowing actual inflation; however, confidence in the Bank of Russia-implemented monetary policy is here of crucial importance, too. We are concerned about elevated inflation expectations expressed by professional analysts and economists.

– Third. Here we are faced with several uncertainties surrounding budget configuration, in particular, the prospects for extra indexation of pensions and wages. This risk source may be the most important. A balanced fiscal policy is essential for the economy. Given the change in external conditions, a ceiling on deficit and budget spending growth must be set down. Here we need a mid-term clear strategy to reach balanced budget so that all economic agents are fully knowledgeable about budget deficit over three years’ horizon and about the sources of its funding. A consistent and responsible policy is a precondition for stable economic development, as well as key prerequisite for lower inflation and financial stability risks. Analysis shows that, all other things being equal, more conservative fiscal policy allows for softer monetary policy, and vice versa.

– Fourth. The prospects for a turnaround in the global food prices. This would also have negative influence on annual and monthly inflation in Russia. As is usually the case for this time of the year, there remains uncertainty surrounding Russian crops, which would potentially have influence on 2016 prices.

We recognise all these risks as we make our key rate decisions.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Willi

    21. März 2016 09:14 at 09:14

    Lächerlich was die Nabiulina macht, aber brav ist die… Russische zentral Bank ist eine Tochtergesellschaft der FED, gibt’s noch Fragen….???

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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