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Staatsausgaben nach Ukraine-Invasion massiv erhöht Russland: Kriegs-Wirtschaft dürfte stark abkühlen

Russland Kriegs-Wirtschaft dürfte sich abkühlen
Foto: Bloomberg

Trotz der westlichen Sanktionen blieb die Wirtschaft in Russland stark – aber das dürfte sich nun bald ändern, wie Bloomberg berichtet.

Russland: Überhitzte Wirtschaft dürfte stark abkühlen

Russlands überhitzte Wirtschaft, die durch die massiven Ausgaben des Kremls für die Invasion in der Ukraine angeheizt wurde, könnte sich angesichts der zunehmenden Beschränkungen in Schlüsselsektoren, die das Wachstum bisher gestützt haben, stark abkühlen.

Die Arbeitskräfteressourcen sind praktisch erschöpft, da das Militär und die Unternehmen in einem erbitterten Wettbewerb um Rekruten stehen, der auch die weitere Expansion der Rüstungsindustrie einschränken dürfte. Der Bau- und der Bankensektor sind nicht mehr vor den Auswirkungen der sehr hohen Zinsen geschützt, nachdem die meisten staatlich subventionierten Hypothekenprogramme im letzten Monat beendet wurden.

Während das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um mehr als 4% pro Jahr zulegen dürfte, wird sich das Wachstum nach Ansicht der von Bloomberg befragten Ökonomen im weiteren Jahresverlauf wahrscheinlich auf die Hälfte verlangsamen. Der Föderale Statistikdienst wird seine vorläufige Schätzung des BIP für das zweite Quartal im Laufe des Freitags veröffentlichen.

Die Schätzung „wird einen letzten Wachstumsschub zeigen, bevor sich die russische Wirtschaft merklich abkühlt“, sagte Alex Isakov, Russland-Ökonom bei Bloomberg Economics. Er geht davon aus, dass sich das russische Wachstum in der zweiten Jahreshälfte auf etwa 2% verlangsamen und im nächsten Jahr 0,5-1,5% erreichen wird.

Kriegswirtschaft führt zu Überhitzung in Russland

Nach der Invasion im Februar 2022 hat die Regierung ihre Ausgaben massiv erhöht, Geld in die Militär- und Verteidigungsindustrie gesteckt und versucht, die Auswirkungen der von den USA und der Europäischen Union verhängten Sanktionen auf die heimische Wirtschaft abzufedern.

Dies führte zu einer Überhitzung der Wirtschaft, die laut Elvira Nabiullina, Gouverneurin der Russischen Zentralbank, seit der globalen Finanzkrise 2008 nicht mehr aufgetreten ist.

„Die Reserven an Arbeitskräften und Produktionskapazitäten sind fast erschöpft“, sagte Nabiullina.

Die Zentralbank hatte im vergangenen Monat den Leitzins um 200 Basispunkte auf 18% und damit auf den höchsten Stand seit den ersten Kriegswochen angehoben, um angesichts des sich weiter beschleunigenden Preiswachstums den Risiken einer Stagflation entgegenzuwirken.

Die Arbeitslosigkeit, ein wichtiges Anzeichen für eine Überhitzung, ist in Russland auf einen historischen Tiefstand von 2,4% gesunken und liegt damit unter dem Wert aller Staaten der Gruppe der Sieben.

Nach Angaben des Föderalen Statistikdienstes fehlen den Unternehmen jetzt mehr als zwei Millionen Arbeitskräfte. Die Bank von Russland hat ihre eigene Flotte von gepanzerten Geldtransportern stillgelegt, weil so viele Mitarbeiter in die Rüstungsindustrie gewechselt sind, berichtete die Nachrichtenagentur RBC am Donnerstag.

Die Forderung des Militärs nach neuen Rekruten, die sich dem Krieg anschließen, erhöht den Druck auf die Arbeitskräfte weiter, zumal die Regierung die Rekrutierungsprämien für neue Freiwillige stark erhöht, um die Reihen der Armee aufzufüllen.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums zeigte die Wirtschaftstätigkeit im Juni in den meisten Sektoren Anzeichen einer Abkühlung, wobei das Wachstum im Baugewerbe den niedrigsten Stand in diesem Zeitraum seit 2020 erreichte.

1. Wirtschaftliche Aktivitäten in allen Branchen im Juni deutlich verlangsamt.

Die Expansion im verarbeitenden Gewerbe, die durch militärische Aufträge angetrieben wurde, war im Juni nur noch halb so groß wie im Mai. Der Großhandel einschließlich der Energieverkäufe verlangsamte sich auf weniger als 2% Wachstum von zweistelligen Zuwachsraten in den Vormonaten, zeigen die Daten des Wirtschaftsministeriums.

Die russischen Notenbanker hoffen, dass die Anzeichen für eine Verlangsamung im Juni und Juli auf eine Abkühlung der Inlandsnachfrage hindeuten, wie aus dem Protokoll der letzten Zinssitzung der Bank von Russland hervorgeht. Eine andere Erklärung – die zunehmende Einschränkung der Produktionskapazitäten – würde darauf hindeuten, dass der Inflationsdruck trotz der Bemühungen der Bank, ihn einzudämmen, weiterhin hoch ist.

FMW/Bloomberg



Markus Fugmann
Über den RedakteurMarkus Fugmann
Historische Analyse und gesellschaftspolitische Expertise mit Blick auf die Finanzmärkte in Wort (Artikel) und Videos – immer mit dem Fokus auf die Frage: „Warum geht uns das etwas an!“
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10 Kommentare

  1. …..Während das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um mehr als 4% pro Jahr zulegen dürfte, wird …

    Vorsicht, dass ist für Horst Schlemmer Russen-Propaganda.

    Russlands Wirtschaft bleibt trotz Krieg, trotz etwa 16.000 Santionen, und gegen die Nato als Waffenlieferant, erstaunlich stabil. Jetzt hat Russland etwa 3,5% mehr Wirtschaftswachstum als Deutschland.
    Ich vermute dass es am Ende des Jahres immer noch mind. 3,5% sein werden, wenn Deutschland mind. 1% ins Minis gerutscht ist.
    Obwohl: Wo sollte Russland denn noch weitere 2 oder 3% Wirtschaftswachstum herholen, wenn doch sowieso schon die Wirtschaft brummt und heiß läuft.
    Aber es dauert ja nicht mehr lange, dann wissen wir es.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      „erstaunlich stabil “ ein Einbruch von 52% ist also „erstaunlich stabil „?
      jaja.
      Und wie wir Ihnen oft genug erklärt haben:
      BIP +3.7%
      inflation ÷8%
      NWF: – 50%
      tolle Wirtschaft!

      1. Ja Horst Schlemmer, wer gegen die ganzen Waffenlieferungen der Nato produzieren muss, etwa 16.000 Sanktionen bewältigen muss, eine Staatsverschuldung von nur etwa 20% hat, immer noch drittgrößter Waffenlieferant der Welt ist (meinetwegen auch viertgrößter,
        dem etwa 300 Milliarden Vermögen eingefroren wurden, ein etwa 20 × höheres Wirtschaftswachstum hat als Deutschland, geht es wirtschaftlich aber sehr gut.
        Wenn es nach dem Gerede der deutschen Außenministerin geht, dann wäre die russische Wirtschaft schon vor 2 Jahren ruiniert worden.
        Die Frau ist genau so in ihrer Ideologie festgefahren wie Sie

        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

        1. @Nelmut
          Russland muss nicht gegen die NATO produzieren.
          Russland hat sich entschieden, die Ukraine anzugreifen. Das ändere Staaten dann Russland mit Sanktionen belegt, ist die Konsequenz. Sie versuchen hier wieder Ursache und Wirkung umzudrehen. Nun, die Verschuldung ist nur deswegen so niedrig, weil Russland erst den NWF plündert. Aber wir haben Ihnen das ja ex exivo erklärt. Nur, dass Sie immer wieder Ihre alte, längst widerlegte Leier auflegen.
          Was machen Sie denn, wenn das Wachstum sich erst hallbiert? Feiern Sie dann immer noch die tolle russische Wirtschaft?

        2. Schön zusammengefasst. Wenn man dazu bedenkt daß aus D gerade scharenweise die Industrie abwandert sieht es perspektivisch noch düsterer aus. Russland hat immerhin viele Rohstoffe die einen großen wirtschaftlichen Einbruch verhindern werden.

          Gruß aus dem Urlaub

    2. Kleiner Russenfreund aus Spanien, lies dir folgenden Artikel durch, falls du lesen kannst:
      Russlands Wirtschaft gerät ins Stocken.
      https://www.n-tv.de/wirtschaft/Ruestung-und-Sanktionen-bremsen-Russlands-Wirtschaft-aus-article26011015.html

      „Die neuesten Daten deuten darauf hin, dass sich die Wirtschaft schneller als erwartet abkühlt“, räumte Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax ein. Die Wachstumsprognose werde in Kürze nach unten korrigiert werden, heißt es weiter.
      Auch der Chef der größten russischen Bank Sberbank, German Gref, sieht die heimische Wirtschaft in einer Stagnation. Daten der Banken, die schneller verfügbar seien als staatliche Statistiken, zeigten eine starke Verlangsamung. Im Juli und August habe das Wachstum demnach nahe null gelegen.

      Die Schlinge zieht sich immer enger, die Luft für den kleinen Ork-Zaren wir immer dünner.
      Neben Benzin gehen den Orks auch die Kartoffeln aus. Ihr Lebenselixier für Wodka und vernebelte Birnen.

      1. Ras Putin
        Russland hat noch Wirtschaftswachstum.
        Und nur etwa 20 % Staatsverschuldung.

        Die Wirtschaft in Deutschland wird sich durch die Sanktionen nicht nur merklich abkühlen, sondern sie hat es schon seit Jahren. Genauer geagt: 3 Jahre Rezession
        Die Schlinge hat sich schon soweit zugezogen, dass jetzt in Deutschland Schulden in Bilionenhöhe gemacht werden müssen, und geht nun auf etwa 90% Staatsverschuldung zu.
        Wo sind die 250 Milliarden Rüstungsausgaben der letzten 3 Jahre in Deutschland geblieben?

        Ich bin kein spezieller Russlandfreund.
        Aber ich sehe die Lage realistisch.
        Genau wie seit Kriegsanfang:
        Die Ukraine wird niemals einen Krieg gegen Russland gewinnen können.
        Sondern immer mehr Gebiete verlieren, desto länger dauert der Krieg.
        Ggf. bis zum letzten Urainer und bis zur Kapitulation.

        Viele Grüße aus Andalusien
        Helmut

        1. @Helmut
          Da wit ja wissen, dass du sehr wohl zwischen nominell und realen Wachstum unterscheiden kannst: Das reale Wachstum Russlands liegt irgendwo bei-8%, wesentlich schlechter als Deutschland. Du verbreitest russische Propaganda.
          Und wie wir dir hier schon mehrfach bewiesen haben: Deutschland befindet sich nicht seit 3 Jahren in der Rezession. Eine AfD-Lüge
          Aber naha, Ideologe eben
          „Die Ukraine wird niemals einen Krieg gegen Russland gewinnen können“ komisch, dass du zu Beginn des Krieges genau das Ge Gegenteil geschrieben hast

        2. @Helmut
          Was interessiert mich die deutsche Wirtschaft, wenn ich von Russland schreibe?
          Und wenn Sie schon sinnlose Vergleiche ziehen, wäre es von Vorteil, sich an die Fakten zu halten. Von den letzten 12 Quartalen (3 Jahre) in Deutschland waren 7 im negativen Bereich. Klingt eher nach Stagnation und nicht nach drei Jahren kontinuierlicher Rezession.

          Da Sie angeblich die Lage in Russland realistisch sehen, sollten Sie dem Wirtschaftsminister und dem Chef der größten russischen Bank Glauben schenken. Noch einmal: „Die neuesten Daten deuten darauf hin, dass sich die Wirtschaft schneller als erwartet abkühlt. Im Juli und August habe das Wachstum demnach nahe null gelegen. Die minimalen Zuwächse sind vor allem auf Staatsaufträge, nicht zuletzt zur Aufrüstung, und auf höhere Transferzahlungen zurückzuführen, während die Exporte volumenmäßig stark zurückgegangen sind.“
          Woher beziehen Sie Ihre alternativen Zahlen? Direkt aus dem Kreml-TV? Aus irgendwelchen fragwürdigen YT-Kanälen?
          Und bitte keine Prognosen und Schätzungen, sondern harte, nachvollziehbare Fakten der letzten Monate liefern!

          Zu den Schulden: Nicht nur die Staatsschulden sind von Relevanz, wenn von der gesamten Volkwirtschaft die Rede ist. Ganz im Gegenteil. Informieren Sie sich einfach mal, bevor Sie hier die offizielle Propaganda posten.
          „Die russische Wirtschaft ist innerhalb ihres gegenwärtigen Modells nicht überlebensfähig. Russland stehe vor der Wahl, den Ukraine-Konflikt abzubrechen und sich wieder dem Westen und seinen Investitionen zu öffnen. Oder eine Plan- und Mobilisierungswirtschaft einzurichten, auf Kosten des Lebensstandards seiner Bürger:innen sowie der Eigentumsrechte seiner Unternehmer. Und nach dem Vorbild Stalins oder Nordkoreas.“
          https://www.fr.de/wirtschaft/vor-einer-schuldenkrise-russland-steht-93816568.html
          https://www.welt.de/wirtschaft/plus688612140ba0d7115107b772/Russland-Krise-der-Zahlungsausfaelle-Jetzt-warnen-Oekonomen-vor-der-grossen-Geld-Not.html

          Beachtenswert sind auch die ganzen Tricksereien, um die offizielle Lage zu beschönigen. Neben dem offiziellen Haushalt existiert eine hoch riskante Schattenfinanzierung durch Bankenkredite, die in etwa so umfangreich sein soll wie die des Verteidigungshaushalts:
          https://www.merkur.de/wirtschaft/in-russlands-wirtschaft-brodeln-toxische-schulden-zentralbank-unter-spannung-zr-93523010.html

          1. Ras Putin
            Natürlich kühlt eine Wirtschaft ab, die sich über 3 Jahre im Krieg befindet.
            Das ist eben Kriegswirtschaft.
            Nur- es wird Russland nicht wie erhofft ruinieren.
            Die Gesamtumstände führen nun dazu, dass viele Länder der Welt sich unter den BRICS immer mehr zusammen raufen.
            Würden nicht so viele Menschen sterben, dann wäre es auch nur Kino.
            Russland ist weder isoliert noch wirtschaftlich angeschlagen.
            Natürlich hätte man besser mit dem Geld, was der Krieg kostet, auf beiden Seiten etwas besseres anfangen können.
            Aber die eroberten Gebiete beinhalten ja für Russland auch viele Bodenschätze.
            Wie gesagt: Wenn das Elend mit den Menschen nicht wäre.

            Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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