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Russland läuft die Zeit davon

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Von Claudio Kummerfeld

Die jüngsten Daten zum Ölpreis, Rubel, Inflation und BIP zeigen: Russland läuft die Zeit davon. Die Devisenreserven schmelzen weiter. Und durch die Sanktionen wird die wirtschaftliche Lage nochmals verschärft.

Der Ölpreis steigt nicht

Der Ölpreis verharrt weiter bei 50 US-Dollar. Wie wir schon mehrmals geschrieben haben, gibt es am Weltmarkt schlicht und einfach ein viel zu großes Ölangebot. Somit hat Russland langfristig mit enormen Einnahmeausfällen zu kämpfen.

Der Rubel steigt viel zu langsam

Seit unserem Bericht von Anfang Februar ist der Rubel gegen den US-Dollar leicht gestiegen. Aber das ist nicht ausreichend. Die Devisenreserven gehen auch immer weiter zurück. US-Dollar wurde bereits massiv verkauft um den Rubel zu stützen.

Die Wirtschaft schrumpft

Laut Regierungsangaben erwartet man für 2015 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 3%. Die russische Wirtschaft ist schlicht und einfach nur auf Öl und Gas fixiert. Diese Fixierung macht das Land, wie man jetzt sieht, quasi zur Geisel der globalen Ölnachfrage. Bleibt man bei diesem Wirtschaftsmodell, ist man kaum noch der Herr des eigenen Staatsbudgets, sondern abhängig davon, wie viel Benzin die Menschen weltweit gerade verbrauchen.

Sanktionen

Die Sanktionen zeigen immer mehr Wirkung. Russische Banken haben keinen richtigen Zugang mehr zum westlichen Kapitalmarkt, und müssen teilweise bereits vom russischen Staat gestützt werden. Für den Verbraucher in Russland werden Lebensmittel immer teurer, vor allem Nahrungsmittel, die bisher auch zu guten Teilen aus Europa kamen. Die Inflation frisst aufgrund des schwachen Rubel und des Importstops aus Europa die Gehälter der Verbraucher auf. Sie liegt aktuell 15 % höher als vor einem Jahr.

Wie Putin die Lage Russlands verbessern kann

Geht Putin auf den Westen zu, z.B. in dem er verspricht mehr für eine Beendigung der Ukraine-Krise zu tun, kann er eventuell eine Aufhebung oder zumindest teilweise Aufhebung der Sanktionen erreichen. Geschieht dies, findet wieder ein freier Warenaustausch mit dem Westen statt, die Preise für ausländische Produkte sinken, die Inflation somit automatisch auch. Den Rubelpreis könnte er beeinflussen, in dem Russland Dollar-Bestände massiv dafür einsetzt Rubel zu kaufen. Auch dadurch würden ausländische Produkte weiter billiger werden. Er könnte auch versuchen neue Abnehmer für russisches Öl zu finden, um so einfach eine größere Menge Öl abzusetzen – aber das dürfte bei der gegenwärtigen globalen Ölschwemme schwierig sein.

Den Ölpreis und den Rubel kann Wladimir Putin gar nicht bzw. teilweise beeinflussen. Die Sanktionen und die daraus resultierende grassierende Inflation, vor allem bei Lebensmitteln, könnte er sehr wohl beeinflussen. Russland läuft die Zeit davon.




Quelle: Russisches Statistikamt / Russische Notenbank / Russisches Wirtschaftsministerium

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Tom

    4. März 2015 14:22 at 14:22

    Blödsinn, glaube viel eher, den US Imperium läuft die Zeit davon, von der EU ganz zu schweigen. Nehme jede Wette an, dass es Russland länger durchhält wie der schon Tote Westen!

  2. Avatar

    rolf900

    5. März 2015 09:39 at 09:39

    Absolut einseitige Betrachtungsweise. Die Strukturveränderungen kommen gerade auf Grund billigen Rubel in Fahrt, da dieser überbewertet War. Solch einen Kolloss wie die russischen. Wirtschaft zu drehen ist ein immens starkes Stück Arbeit. Im übrigen ist die totale Ausrichtung auf Öl//Gas ein gern benutztes Ammenmärchen. Putin wird Einen Teufel tun und auf den Westen zugehen. Wer sowie annimmt von Russland keine Ahnung.
    Die Europäer werden sich noch regelrecht schwarz ärgern den Asiaten und anderen Ländern den russischen Markt überlassen zu haben. „Merkel &o Co sei es gedankt“!

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Aktuell: Galeria Karstadt Kaufhof schützt sich vor Gläubigern – was sagt uns das?

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Galeria Kaufhof Karstadt ist noch nicht offiziell insolvent

Galeria Karstadt Kaufhof war auch vor der Coronakrise seit Jahren nicht gerade auf Rosen gebettet. Und nun machte man das, was H&M, Adidas und Co auch gemacht haben – nämlich erst mal die Mieten aussetzen. Und nun? Der nächste logische Schritt wäre es eine der Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung zu nutzen, um mit dieser bereitgestellten Liquidität durch die Krise zu kommen.

Aber wie Aussagen von Galeria Karstadt Kaufhof in aktuellen Berichten (siehe SPON) nahe legen, scheint es für das Unternehmen gar nicht so einfach zu sein an Staatskredite zu kommen. Zwar habe man sich in den vergangenen Wochen bereits um staatliche Hilfen bemüht. Doch habe sich eine Einigung mit den Banken schwieriger als erhofft erwiesen. Der Prozess, in dem die Banken eine entscheidende Rolle spielen (Ausfallgarantie nur zu 90% von KfW), sei bürokratisch und koste wertvolle Zeit. Nun habe man nicht mehr länger warten können, und hat jetzt beim Amtsgericht Essen ein sogenanntes „Schutzschirmverfahren“ beantragt, was auch genehmigt wurde.

Damit kann Galeria Karstadt Kaufhof sich vor dem Zugriff von Gläubigern schützen, muss aber offiziell noch keine Insolvenz anmelden. Aber es riecht doch verdammt stark nach einer dramatischen Situation. Die Geschäftsführung des Unternehmens kann weiter arbeiten und selbst versuchen zu sanieren. Ob die Banken nach der Eröffnung dieses Schutzschirmverfahrens eher geneigt sind Kredit zu geben? Natürlich nicht. Die Rettung könnte wohl darin bestehen, dass die KfW-Kredite von 90 Prozent Staatshaftung auf 100 Prozent Staatshaftung erhöht werden. Dann könnten die Banken natürlich zügig Gelder freimachen, so darf man es wohl annehmen.

Oder käme das Unternehmen für den neuen Staatsfonds von Olaf Scholz in Frage, wo der Bund sich nun vorübergehend in der Krise an Unternehmen beteiligen kann? Man wird sehen. Was sagt uns das? Galeria Karstadt Kaufhof könnte recht haben mit seiner Kritik am wohl problematischen Vergabeverfahren. Wir teilen diese Kritik, was wir in einigen Artikeln schon zum Ausdruck gebracht haben. Aber natürlich könnte man gerade in diesem Fall auch sagen: Bloß kein gutes frisches Geld dem schlechten Geld hinterher werfen, bloß keine Steuerzahlerkohle für ein quasi gescheitertes Unternehmen, dass schon vor der Krise seit Jahren in einer Dauerkrise war.

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China: Schnelle Erholung von der Coronakrise – hochinteressante Beobachtungen

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Shanghai als Finanzzentrum in China

Der anerkannte China-Kenner Frank Sieren, der auch aktuell in China lebt, beschreibt seine sehr interessanten Beobachtungen, wie aktuell die Lage in China aussieht. Wie geht das Land, wie gehen die Bürger mit der Coronakrise um? Laut Frank Sieren sei bei den Chinesen auch abgesehen von dieser Krise ein Grundvertrauen in den Staat vorhanden. Und, so führt er aus, das chinesische Zeichen für Krise bedeute „Gefahr und Chance“. An allen Ecken und Enden kehre China derzeit zur Normalität zurück.

In Sachen Coronavirus liege das Problem bei den Rückkehrern, die infiziert seien. Jeder nach China Einreisende werde auf das Coronavirus getestet. Frank Sieren geht davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage in China (kurzfristig starker Wirtschaftseinbruch) und in ganz Asien nun nach und nach normalisiere. Problematisch seien die Lieferketten. Die Nachfrage aus Europa und Amerika nach chinesischen Produkten sei natürlich in einigen Branchen erst einmal weggebrochen. Aber, und das ist wohl ein sehr wichtiger Aspekt: Frank Sieren erwähnt, dass die Exporte nach Amerika und Europa für China weit weniger wichtig seien, als man denken würde. Der Handel innerhalb Asiens nehme immer mehr zu, von daher sei man immer unabhängiger vom Westen.

Die Chinesen seien nach Krisen grundsätzlich bereit schnell umzuschalten und wieder zur Normalität zurückzukehren. Sieren erwähnt auch viele interessante Aspekte, die es den Asiaten und vor allem den Chinesen leichter machen würden aus dieser Krise schnell herauszukommen. Als da wären zum Beispiel die Angewohnheiten sich nie die Hände zu geben, oder das Küsschen auf die Wange wie zum Beispiel in Italien ebenfalls nicht zu praktizieren. Auch gäbe es viel Selbstdisziplin, und dazu noch die stringente Durchsetzung der Quarantäne-Maßnahmen, weil China halt eine Diktatur ist, und keine Demokratie.

Kann Europa von China lernen?

Und, kann Europa etwas etwas von China lernen in dieser Krise? Die Chinesen würden laut Frank Sieren viel experimenteller mit neuen Medikamenten umgehen, und daher schneller etwas erreichen. Im Westen sei man gründlicher und würde viel mehr auf Genehmigungen neuer Verfahren und Medikamente achten, was Zeit kosten würde. Schauen Sie sich das Video an, es ist sehenswert!

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Coronavirus: Trumps Management und das US-Gesundheitssystem

In den USA spitzt sich die Corona-Krise immer weiter zu, das Land ist zum Epizentrum des Coronavirus geworden. Katastrophaler als Trump kann man die Krise nicht managen, sagt Sandra Navidi

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In den USA spitzt sich die Corona-Krise immer weiter zu, das Land ist zum Epizentrum des Coronavirus geworden: Immer mehr Infizierte und Tote, die Arbeitslosenzahlen schnellen nach oben, die Aktienmärkte crashten – und Donald Trump versucht mit Milliarden-Hilfen seine Wiederwahl zu retten. „Das US-Gesundheitssystem ist hoffnungslos überfordert. Man baut schon Zelte für Leichen auf. Noch katastrophaler als Donald Trump kann man die Krise nicht managen“, so berichtet Sandra Navidi aus New York. Die Geschäftsführerin von BeyondGlobal erklärt mit Blick auf die Notenbank Fed: „Wir können kein Virus mit Geldpolitik bekämpfen.“

Das total auf Profit getrimmte US-Gesundheitssystem ist durch das Coronavirus total überfordert – die Lage dürfte sich weier zuspitzen, berichtet Sandra Navidi im Gespräch mit Manuel Koch:

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