Märkte

Verschiebungen am globalen Ölmarkt Wie Russland neue Märkte für die Hälfte des Sanktions-Öls finden kann

Wie Russland neue Märkte für die Hälfte des Sanktions-Öls finden kann, beschreibt aktuell der Datenanbieter Kpler.

Öl-Tanker auf hoher See

Der Westen hat massive Sanktionen gegen Russland verhängt als Folge des Angriffskriegs gegen die Ukraine. Rohstoffeinkäufe sollen so schnell es möglich ist, reduziert werden, um Russlands Krieg nicht länger zu finanzieren. Aber seit Monaten fließen enorme Geldsummen von Europa nach Russland, weil die Lieferungen noch weiter laufen, und die Rohstoffpreise am Weltmarkt stark angestiegen sind. Ab Dezember wird es eine Reduzierung der Öllieferungen von Russland in die EU geben. Schafft es Russland große Mengen anderweitig abzusetzen? Seit Monaten sieht man immer wieder Berichte über höhere Verkäufe von Öl zum Beispiel Richtung Indien. Geht die Tendenz ab Dezember noch stärker Richtung Asien?

Bloomberg berichtet dazu aktuell: Russland könnte laut dem Energiedaten-Unternehmen Kpler neue Märkte für etwa die Hälfte der Rohölexporte finden, die ab Dezember nicht mehr in der EU verkauft werden dürfen. Indonesien, Pakistan, Brasilien, Südafrika, Sri Lanka und einige Länder des Nahen Ostens könnten im kommenden Winter zusammen bis zu 1 Million Barrel Rohöl pro Tag aus Russland beziehen, so Kpler in einer Research-Note.

Lieferziele für Öl aus Russland

Die russische Ölindustrie, auf die etwa 10 % der weltweiten Produktion entfallen und die eine wichtige Einnahmequelle für den Kreml darstellt, ist nach dem Einmarsch in die Ukraine bereits mit erheblichen Sanktionen belegt. Die EU-Mitglieder kaufen noch immer einen Teil des russischen Öls, werden aber im Dezember die meisten Importe der Rohölsorte Ural verbieten, gefolgt von einem Verbot für Ölprodukte im Februar.

Dies könnte nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur zu einem Rückgang der russischen Ölproduktion um fast 2 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zu den Werten vor der Invasion führen, sofern die Lieferströme nicht anderweitig verteilt werden. Russische Unternehmen haben ihre Ladungen laut Bloomberg bereits nach Asien, vor allem nach Indien und China, umgeleitet, da einige europäische Abnehmer freiwillig auf Öl aus Russland verzichten. Dies hat seinen Preis, denn das Ural-Öl wird mit starken Abschlägen gegenüber den globalen Referenzwerten gehandelt.

Eine Umverteilung der weltweiten Rohölströme könnte die Ausfuhren anderer OPEC+-Mitglieder teilweise verdrängen. In Indonesien “ist Nigeria einer der Hauptkandidaten, der verdrängt werden könnte”, während es “in Pakistan keine Überraschung wäre, wenn die Ausfuhren von Arab Light aus Saudi-Arabien zurückgehen würden”, so Kpler.

Der Nahe Osten, der in diesem Winter bis zu 500.000 Barrel pro Tag an russischem Rohöl abnehmen könnte, könnte laut Kpler Öl, das zuvor im Inland verwendet wurde, auf die Exportmärkte umlenken. “Die Versuchung könnte darin bestehen, Ural-Öl in die Raffinerien zu leiten und Arab Light frei nach Asien fließen zu lassen”, so Kpler.

FMW/Bloomberg



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

13 Kommentare

  1. Besser gesagt:
    Für die andere Hälfte von seinem Öl.

  2. Die ganze Bohrtechnik kommt aus dem Westen, solange die Anlagen funktionieren kann man fördern. 🤷‍♂️

    1. Was die Torstens unserer Welt in ihrer infantilen Begeisterung, es den Russen endlich richtig zeigen zu können, stets vergessen, ist die schlichte Tatsache, dass Ölförderung keine Raketenwissenschaft ist. Zudem stehen Russland u.a. mit China oder Iran Partner zur Seite, die etwaige Ausfälle kompensieren könnten.
      Am Ende wird Russland weiter Geld mit seinen Rohstoffen verdienen, wir schauen in die Röhre. Prost Torsten!

  3. Die Linken und die Rechten sollen schnellstmöglich eine „Putin-Partei“ gründen🙏
    …damit Öl und Gas wieder fließen können.

    1. PDS – Putins Soldaten Deutschland

  4. Indien verkauft doch schon russisches Öl weiter. Selbst Saudi Arabien hat schon Öl von Indien gekauft, wenn auch nur nicht so bedeutende Mengen (wie den Medien zu entnehmen ist).

  5. Das wird unserem „ich wünsche mir was“ Politikeliten bestimmt nicht gefallen.
    Nächste Woche ist eine Bundestagssitzung angesetzt bei der alle mal ganz bockig mit den Füßen stampfen dürfen.

    1. warum nicht gefallen? Wir wollen doch ab 2023 kein russisches Gas und Erdöl mehr abnehmen – Für IMMER

      Bis 2040 soll doch sowie Ol und Gas fast komplett ersetzt sein. Das bischen Rest liefert Norwegen, Libyen, Iran, USA etc.

  6. Also entweder, daß OPEC+-Mitgliedsland Russische Föderation findet entsprechend alternative Absatzmärkte zu Deutschland/EU, oder der Ölpreis steigt.

  7. Schon erstaunlich wie sich Länder ohne Rohstoffe und Energie Russlands Zukunft herunterreden.Erstens, Rohöl ist so wertvoll und vielseitig verwendbar,dass man es gar nicht verbrennen sollte. Zweitens, Russland hat fast alles was es zum Leben braucht , zudem das von vielen Ländern benötigte Uran, und sehr wichtig, sehr wichtige Metalle die die Klimawandler für die E- Autos brauchen.
    Gewisse Leute, die gerade daran sind das deutsche Erfolgsmodell zu zerstören, sollten sich um die eigene Zukunft Sorgen machen.
    Ein bekannter Ökonom hat’s kürzlich gesagt, nach der Gelddrucker- Periode kommt die Zeit der anfassbaren Dinge,und das wegen tiefem GDP belächelte Russland hat diese Dinger und sie werden immer rarer und wertvoller. Die mit Druckergeld aufgeblasenen Bilanzsummen und Scheinvermögen der Westler werden hingegen mächtig schrumpfen.

  8. Ja, die Russen gehen bald pleite.

    Russischer Energieriese Rosneft steigert Gewinn um 13,1 % auf 7,2 Mrd. $ trotz Sanktionen
    September 17, 2022

    https://blackout-news.de/

    1. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer!

      Die nächste Gwinnsteigerung fällt aus!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage