Energie aus Russland verliert in China rasant an Wert: Rabatte steigen, Exportwege werden riskanter und Logistikkosten treiben Russland in eine immer stärkere Abhängigkeit vom chinesischen Markt.
Massiver Absturz russischer Energieträger in China: Russland immer stärker unter Druck
Russland gerät in China wegen rasant sinkender Energiepreise zunehmend unter Druck. Der größte asiatische Abnehmer zahlt deutlich weniger für Gas, Öl und Kohle aus Russland, während gleichzeitig Sanktionen, Angriffe auf Infrastruktur und eine bröckelnde Transportflotte die Kosten in die Höhe treiben. Immer mehr Exportströme verschieben sich, Marktanteile schmelzen ab und selbst strategische Großprojekte wie Arctic LNG 2 erreichen Käufer nur noch über harte Rabatte. Das Zusammenspiel aus fallenden Preisen und steigenden Risiken zeigt, wie eng der Handlungsspielraum geworden ist – und wie stark der China-Markt inzwischen über die Einnahmen Russlands entscheidet.
Arctic LNG 2 verkauft sich nur über massive Rabatt
Die russische Förder- und Verarbeitungsanlage Arctic LNG 2 hat nach über eineinhalb Jahren Produktionszeit erstmals stabile Abnehmer gefunden. Novatek, der Betreiber des 21-Milliarden-Dollar-Projekts, lieferte seit August vierzehn Ladungen Flüssiggas an das Beihai-Terminal von PipeChina in der chinesischen Provinz Guangxi. Der Marktzugang war nur über deutliche Preiszugeständnisse möglich. Nach Angaben aus dem chinesischen Handelsumfeld senkte Novatek seine Preise um dreißig bis vierzig Prozent, da die Sanktionen aus den USA und Großbritannien jede andere Absatzoption weitgehend ausschlossen.
PipeChina reagierte im Vorfeld der Lieferungen auf erwartete Strafmaßnahmen. Das Unternehmen sperrte sein Terminal zeitweise für andere Lieferanten und richtete die Infrastruktur so aus, dass alle Operationen auf die russischen Ladungen ausgerichtet waren. Großbritannien setzte das Terminal und PipeChina später tatsächlich auf die Sanktionsliste. Die praktische Wirkung fällt jedoch gering aus. Das Terminal fällt zwar für Geschäfte mit europäischen Firmen aus, arbeitet aber im asiatischen Markt normal weiter. PipeChina versorgt daher weiterhin Kunden in China sowie in anderen Ländern der Region, während Verbindungen in Richtung Europa blockiert bleiben.
Preissturz bei russischen Energieträgern im China-Markt
Die Sanktionen gegen Russland und die ukrainischen Angriffe auf Förder- und Verarbeitungsinfrastruktur zeigen dennoch Wirkung. Eine Auswertung der chinesischen Zolldatenbank legt offen, dass die Importpreise für russisches LNG, Rohöl, Ölprodukte und Kohle deutlich schneller sinken als die entsprechenden Importmengen. Pipelinegas bleibt in dieser Analyse außen vor, da der chinesische Zoll keine Mengenangaben für diese Lieferkategorie veröffentlicht. Insgesamt bezog China in den ersten zehn Monaten des Jahres drei Prozent weniger Kohlenwasserstoffe aus Russland, zahlte dafür aber zwölf Prozent weniger. Der Preisrutsch fällt damit viermal so stark aus wie der Rückgang der Mengen.
Das Gesamtbild weist auf einen strukturellen Preisverfall russischer Energieträger im chinesischen Markt hin. Dieser Trend ergibt sich aus zwei Faktoren. Erstens sinkt der Energiebedarf Chinas im Zuge einer schwächeren industriellen Entwicklung und einer höheren Einspeisung aus eigenen Kapazitäten im Bereich Stromerzeugung. Zweitens richtet sich Chinas Importstruktur neu aus. Die Gesamtimporte von Rohöl stiegen in den ersten zehn Monaten zwar um 3,1 Prozent, doch Gasimporte gingen um 6,2 Prozent zurück und Kohleeinfuhren um elf Prozent. Gleichzeitig entstehen neue Schwerpunkte bei den Lieferländern.
Russland verliert in mehreren Segmenten Marktanteile. Die Importe von russischem Rohöl sanken im gleichen Zeitraum um sechs Prozent. Die Gasimporte aus Russland gingen um neun Prozent zurück. Einzig bei Kohle gab es ein Plus. China führte drei Prozent mehr russische Kohle ein, was die gesunkenen Preise erklärt und zugleich den Versuch zeigt, möglichst günstig verfügbare Energieträger zur Stabilisierung der eigenen Stromproduktion zu nutzen.
Russische Exportflotte kämpft mit Blockaden und Ausfällen
Der Fall Arctic LNG 2 zeigt, wie schwer es Russland inzwischen fällt, verlässliche Abnehmer für seine Rohstoffe zu finden. Die Sanktionen verzögerten zunächst den Bau und dämpfen nun die Verkaufspreise. Das Projekt war auf eine Flotte von 21 LNG-Tankern der höchsten Eisklasse ausgelegt. Russland setzt davon derzeit nur sieben ein. Die übrigen Schiffe sind nahezu fertig, dürfen aber wegen der Sanktionen nicht übergeben werden. Moskaus Versuch, diese Tanker über Umwege in die eigene Schattenflotte einzubinden, blieb erfolglos. Das unterstreicht, wie eng der Handlungsspielraum geworden ist.
Die gleiche Enge zeigt sich bei Rohöl. Nach den amerikanischen Sanktionen vom späten Oktober gegen Lukoil und Rosneft kehrten mehrere beladene Tanker um. Sie liegen nun vor der Malakkastraße bzw. der Küste Südkoreas. Beide Regionen sind Knotenpunkte für Schiff-zu-Schiff-Transfers in die Schattenflotte. Nach Berechnungen des Center for Research on Energy and Clean Air (CREA) ist der Einsatz dieser Schattenflotte seit Jahresbeginn deutlich gesunken. Dafür steigt der Anteil der Schiffe, die bereits direkt sanktioniert sind. Die Logistik wird damit teurer und riskanter. Wartezeiten verlängern sich, Umladungen verteuern die Fracht und die Versicherungsprämien steigen weiter. Die Demurrage-Kosten häufen sich. All dies drückt die ohnehin fallenden Exporterlöse zusätzlich.
Hinzu kommt ein strategisches Problem. Je mehr Russland auf sanktionierte oder halbgetarnte Flotten setzt, desto leichter lassen sich die Schiffe verfolgen und blockieren. Für Käufer, die Wert auf Diskretion oder sichere Lieferketten legen, steigt das Risiko. Damit wächst die Abhängigkeit von Abnehmern, die bereit sind, diese Unsicherheiten hinzunehmen. In der Praxis läuft das auf China und in geringerem Umfang Indien hinaus.
Gleichzeitig verschärft sich das Problem der Schattenflotte weiter. Neue Zahlen von CREA zeigen, dass Russland seine riskanten Ausweichstrukturen massiv ausbaut. In den ersten drei Quartalen 2025 fuhren 113 russische Tankschiffe unter falscher Flagge und transportierten Öl im Wert von 4,7 Milliarden Euro. Allein im September nutzten 90 aktive Schattenvessels falsche Flaggen, ein sechsmal so hoher Wert wie Ende 2024. Auffällig ist auch der Wandel der Registrierungen. Sechs Staaten ohne nennenswerte maritime Vorgeschichte führen inzwischen jeweils mehr als zehn dieser Schiffe in ihren Registern. Viele der Tanker sind alt, schlecht versichert und teilweise schon einmal ausgemustert worden. Durch die zunehmende Flaggenflucht und die Nutzung schwacher oder überforderter Register steigen die Risiken für Küstenstaaten. Zugleich wird die Logistik für Moskau unberechenbarer. Jeder festgesetzte oder blockierte falsche Flaggenfahrer sorgt für Verzögerungen, treibt Kosten und schwächt die Fähigkeit Russlands, Rohöl verlässlich auf den Markt zu bringen.
Die Einnahmenseite spiegelt diese Entwicklung wider. Nach der CREA-Auswertung sanken Russlands Energieeinnahmen im Oktober um weitere vier Prozent. Besonders stark fiel Rohöl ins Gewicht. Die Erlöse aus Rohölverkäufen gingen um sieben Prozent zurück. Der Rückgang liegt deutlich über dem allgemeinen Preisrutsch am Markt. Das zeigt, dass nicht der Preis allein, sondern die Strukturprobleme der russischen Lieferkette den Ausschlag geben. Angriffe auf Raffinerien, beschädigte Exportterminals und zunehmende Transporte über stark überlastete Routen treiben die Kosten nach oben und drücken die Marge nach unten.
Russland kämpft mit sinkenden Preisen und steigenden Kosten
In der Summe ergibt sich ein klares Bild. Russland verkauft weiter, doch zu immer schlechteren Konditionen. Die Exportrouten werden länger, riskanter und teurer. Die verfügbare Flotte schrumpft und altert. Wichtige Projekte wie Arctic LNG 2 erreichen zwar den Markt, aber nur über hohe Rabatte und mit begrenzter Transportkapazität. Gleichzeitig bleiben die großen Abnehmer nicht unbegrenzt aufnahmebereit. China kauft zwar viel, zahlt aber immer weniger pro Tonne.
Die Sanktionen wirken damit nicht als abruptes Exportverbot, sondern als stetige Aushöhlung – „slow bleed“, wie es in den Diskussionen der Diplomaten genannt wird – der russischen Energieeinnahmen. Genau dieser Effekt ist Teil der westlichen Strategie. Er mindert langfristig Russlands fiskalische Basis, ohne die globalen Märkte zu destabilisieren.
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Was ist mit der Aufwertung des Rubels um 40%, der jetzt ausgeglichen wurde?
Spielt das eine Rolle für den oben beschriebenen Vorgang?
Ja, sehr interessant. Anfang des Jahres 120-100 Rubel zu 1 Dollar. Langsam abfallend auf dato 77,78 Rubel.
Wahas soll das Behedeuten? Wahas könnte dahas sein?
Rohstoffe bleiben nach wie vor ein fester Wert.
Einige Länder versuchen es sich diese mit Waffengewalt oder fiskalisch zu holen.
Bei einer Großmacht gibt es immer Prioritäten. Bedrohlich wird es immer, wenn es sich um eine
militärische Großmacht handelt und es gibt unbestritten nicht nur (die)Eine.
Das Trump und Putin, wenn die Tinte unter einem Friedensvertrag zwischen Russland und der Ukraine noch nicht trocken ist, gigantische Handelsabkommen beschließen werden, war mir schon klar.
Aber, dass die Verhandlungen jetzt schon laufen, hätte ich nicht gedacht.
Da stehen die dummen Europäer (ganz vorne die Deutschen) mal wieder im Abseits.
Die Deutschen können ja weiter zig Milliarden an die korrupte Ukraine überweisen.
Die russischen Rohstoffe und das Gas können die Europäer dann ja (mit einem Preisaufschlag) von den Amis kaufen.
…Schau dir „EU-Geheimdienst deckt riesige Handels- und Wirtschaftsallianz zwischen Trump & Putin auf!“ auf YouTube an…
https://youtu.be/ojaj3UEh5E8?si=xHq53_0DuwaayFod
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
@Helmut
nach dem selben Autor ist Selenski schon seit zwei Wochen abgesetzt. Warum ist der Clown also immer noch im Fernsehen? Oder lebt man in Costa Rica etwa in einem Paralelluniversum.
Liess doch mal lieber den Original-Artikel. Da steht sauber, wie Trump plant, sich selber und seine Familie an dem Deal zu bereichern.
Fernsehgucker
Die Meldung kam vom Times, The Wall Street Journal.
Viele Grüße Grüße Andalusien Helmut
@Helmut
genau, und wenn du dir die Originalartikel durchgelesen hättest, dann wüsstest du, dass die originalstory darum geht, wie sich Trump plant, persönlich an den Deals zu bereichern.
Aber für solche Banalität bist natürlich viel zu schlau.
Bleib lieber bei deinem Schwurbler-Kanälen, die sind für deinem IQ besser geeignet.
So wird es kommen.
Dafür sind die Deutschen dumm genug.
Jetzt bleibt nur noch die Deindustrialisierung in Deutschland so schnell wie möglich vorantreiben, damit das russische Gas erst gar nicht benötigt wird.
…Schau dir „Trump, Gas und die imperiale Kontrolle Europas!“ auf YouTube an…
https://youtu.be/g8GxhWRGvG4?si=wBS-7syolQ5r4MOP
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Fernsehgucker
Egal wer reich wird.
Deutschland wird viel, viel ärmer werden.
Gut das ich weit weg bin.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
@Helmut
Wieder eines deiner Ablenkungsmanöver? Davon, dass du a) nicht in der Lage bist, seriöse Berichte zu lesen und stattdessen Schwurbel-TV guckst? Und nicht verkraften kannst, wenn jemand deine geliebten autokratischen Führer schlechtmacht und sie bei der Korruption erwischt?