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Devisen

Russland schmeißt ausländische Forex-Broker raus

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Die russische Zentralbank (Central Bank of Russia) hat als zuständiger Aufseher fünf ausländische Forex-Broker aufgefordert ihr Geschäft in Russland einzustellen beziehungsweise noch offene Geschäfte bis zum 27. Januar abzuwickeln. Bis dahin müssen alle Kundengelder zurückgezahlt sein, und die Geschäfte endgültig eingestellt werden.

Die Broker sind Alpari, TeleTrade, Instaforex, Trustforex und Forex Club. Es geht hier also durchaus um namhafte Retail-Broker, die in Russland Geschäft aufbauen wollten. Seit mehreren Jahren müssen Broker, die russischen Privatkunden ihre Dienstleistungen anbieten wollen, auch in Russland eine Niederlassung eröffnen. Bisher haben sich nur neun Broker an diese Vorschrift gehalten. Die Zentralbank veranlasste damals die Blockade von 130 Webseiten ausländischer Broker für Internetnutzer in Russland. Von diesen Brokern nahm man an, dass sie in Russland um Kunden werben, aber ohne Niederlassung in Russland.

Aber es ist ja bekannt. Man kann als Internet-Nutzer relativ einfach die Ländersperren umgehen, und als Russe weiterhin auf entsprechenden ausländischen Webseiten surfen. Branchenintern ist es bekannt, dass in solchen Fällen auch weiterhin der überwiegende Teil der Zocker bei ausländischen Brokern handelt, die keine Niederlassung in Russland haben. Von daher dürfte sich die Zentralbank in Moskau gerade eins eigene Knie schießen, wenn man mit so einem quasi Totalverbot ausländischer Angebote auch noch die letzten russischen Trader ins (aus russischer Sicht) unregulierte Offshore-Trading verjagt.

Offiziell wirft die Zentralbank den Brokern vor, dass man zum Beispiel nicht alle Anweisungen der Zentralbank umgesetzt habe, dass man Buchhaltungsanforderungen missachtet habe, oder falsche Daten an die Zentralbank übermittelt habe. Auch sei es um falsche Angaben auf den Webseiten der Forex-Broker gegangen, sowie Fehler in ihren Risikomanagement-Systemen. Laut russischen Medienberichten sei es den Aufsehern wohl vor allem darum gegangen, dass diese Forex-Broker aggressive Werbung machten, um die russischen Kunden zu veranlassen außerhalb Russlands bei den tatsächlichen Hauptstellen der Broker Konten zu eröffnen – außerhalb des Zugriffs der russischen Behörden.

Dies hat übrigens auch eine Direktorin der Notenbank so gesagt. Und man wolle Russen vor großen Risiken beschützen. Ja, ja, die Risiken. Davor wollen ja auch die Aufsher in der EU die Bürger immer mehr beschützen! Den Russen geht es wohl darum (unsere Meinung) Kontrolle zu haben über die Geldflüsse und Spekulationsgewohnheiten der Bürger. Wir meinen: Unterbinden kann man so eine Kundenflucht letztlich nur mit Kapitalverkehrskontrollen, also in dem man den eigenen Bürgern verbietet Geld ins Ausland zu überweisen. Dann landet man letztlich aber bei Zuständen a la Venezuela oder Argentinien, wenn man es wirklich konsequent durchzieht.

Zwar kann man es nicht 1:1 vergleichen. Aber mit ihren Maßnahmen bewirken die Russen letztlich das selbe wie die Regulierer der EU, die die Restriktionen für Privatkunden im CFD- und Forex-Handel immer weiter anheben. Die Gewinner sind die Offshore-Broker in der Karibik und an sonstigen sonnigen Orten auf der Welt, wo die Privatkunden frei drauf los traden können – natürlich mit entsprechend höherem Risiko von dubiosen Anbietern brutal abgezockt zu werden (höhere Spreads, unsaubere Ausführungen, Broker-Pleiten usw).

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Devisen

Schweizerische Nationalbank mit aktueller Zinsentscheidung

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat soeben entschieden den Einlagen-Zinssatz bei -0,75% zu belassen. Man belasse seine Geldpolitik unverändert expansiv, so die SNB im Wortlaut. Auch bleibe man bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv, wobei die gesamte Währungssituation berücksichtigt werde. Im Klartext: Weiterhin wird man Franken drucken und ihn hier und da im laufenden freien Interbankenhandel gegen den Euro verkaufen um den Franken-Kurs zu schwächen. Euro vs Schweizer Franken hat sich in den letzten 13 Minuten seit Verkündung er Entscheidung de facto gar nicht bewegt. Aber von 8:40 Uhr bis 9:30 Uhr war der Kurs um 18 Pips gefallen. Wusste da jemand schon vorher bescheid?

Die SNB aktuell auszugsweise im Wortlaut:

Seit der Lagebeurteilung im Dezember 2018 hat sich der Franken handelsgewichtet leicht abgewertet. Insgesamt ist der Franken jedoch immer noch hoch bewertet, und die Lage am Devisenmarkt bleibt fragil. Der Negativzins sowie die Bereitschaft der Nationalbank, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, sind damit unverändert notwendig. Sie halten die Attraktivität von Anlagen in Franken tief und reduzieren den Aufwertungsdruck auf die Währung.

Die neue bedingte Inflationsprognose liegt tiefer als im Dezember. Der Hauptgrund sind gesunkene Wachstums- und Inflationsaussichten im Ausland und die damit verbundenen tieferen Erwartungen in Bezug auf die zukünftigen Leitzinsen in den wichtigsten Währungsräumen. Für das laufende Jahr liegt die Prognose mit 0,3% geringfügig tiefer als die im letzten Quartal prognostizierten 0,5%. Für 2020 sieht die Nationalbank nun eine Inflation von 0,6% voraus, verglichen mit 1,0% im Vorquartal. Für 2021 erwartet die Nationalbank eine Inflationsrate von 1,2%. Die bedingte Inflationsprognose beruht auf der Annahme, dass der Dreimonats-Libor über den gesamten Prognosezeitraum bei −0,75% bleibt.

Schweizerische Nationalbank
Die Schweizerische Nationalbank in Bern. Foto: CC BY-SA 3.0

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Brexit-Chaos immer abstruser: Ein Ausweg für May, Pfund im Wachkoma

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Bei dem Brexit-Chaos, da weiß man momentan gar nicht mehr wo oben und unten ist. Also: Am Donnerstag findet ein entscheidender EU-Gipfel in Brüssel statt. Dort könnte Theresa May (könnte) die 27 EU-Mitgliedsstaaten bitten, dass man den Brexit-Termin nach hinten verschiebt. Dafür müssten aber inhaltlich sinnvolle Gründe genannt werden. Einfach nur zu sagen „wir brauchen mehr Zeit“ würde nicht genügen.

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Und einen Tag vor Donnerstag, also am morgigen Mittwoch, da will sich Theresa May im Parlament in London eigentlich ihr OK für ihren „Brexit-Deal“ abholen. Und nur wenn sie morgen im Parlament ein JA bekommt, will sie übermorgen in Brüssel eine Verlängerung beantragen. Ihren Deal hatten die Abgeordneten aber schon zwei Mal abgeschmettert.

Parlamentssprecher vergrößert das Brexit-Chaos

Und nun tritt der Sprecher des alterwürdigen Parlaments (House of Commons) John Bercow in den Vordergrund. Er zaubert nämlich eine uralte Regularie aus dem 17. Jahrhundert aus dem Hut, dass die Regierung die Parlamentarier innerhalb einer Sitzungsperiode nicht mehrmals über den selben Gesetzentwurf abstimmen lassen darf. Er müsste sich inhaltlich schon unterscheiden. Aber so schnell eine Änderung, schafft May das noch? Damit wäre das morgige Vorhaben von Theresa May und damit ihr gesamter Plan gefährdet. Aber da gibt es eine Möglichkeit.

Denn mit „Sitzungsperiode“ ist nicht etwa ein Tag oder eine Woche im Parlament gemeint, sondern ein Sitzungsjahr. Die Regierung könnte das Ende der bisherigen Sitzungsperiode ausrufen und eine neue starten. Dem müsste aber die Queen zustimmen – und das alles bis morgen! Tja, es wird immer lustiger, spannender und verwirrender. Das Brexit-Chaos nimmt immer mehr zu. Auf jeden Fall befindet sich UK in einem Trichter, der immer schneller und enger zusammen läuft, bis unten kein Platz mehr zum Atmen ist.

Im Chart sieht man Pfund vs USD in schwarz und Euro vs Pfund in orange seit letztem Mittwoch. Ein klarer Seitwärtstrend. Wir hatten schon am Freitag darauf hingewiesen. Bis zum Mittwoch dieser Woche würde wohl kaum etwas passieren, weil alle Welt auf die neue Abstimmung im House of Commons wartet. Aber dass der Markt nach dieser Blockade des Parlamentssprechers so ruhig bleibt, ist mal wieder erstaunlich. Ja, mal wieder zeigt das Pfund, dass es unberechenbar ist. Ab morgen dürfte wohl mehr Action reinkommen, und dann am Donnerstag noch mehr.

Brexit-Chaos im Pfund nicht sichtbar

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Jens Weidmann stellt sich Fragen bei „jung und naiv“

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Eines scheint nun klar zu sein: Bundesbankchef Jens Weidmann wird nicht Nachfolger von Mario Draghi, der im Herbst aus dem Amt scheiden wird. Offenkundig hat die Bundesregierung einen Deal gemacht: ein Deutscher wird Chef der EU-Kommission in der Nachfolge des ebenfalls bald ausscheidenden Jean-Claude Juncker, dafür verzichtet man auf den Chefposten der EZB.

Und so kann sich Jens Weidmann also entspannt den Fragen eine jungen Publikums stellen – natürlich alles „per du“, was aber sowohl Weidmann als auch den Fragestellern sichtlich nicht ganz einfach fällt! Moderiert wird die Veranstaltung von Tilo Jung, der sich gerne in Bundespressekonferenzen setzt und dort vor allem Staatssekretäre mit nervigen und unangenehmen Fragen gelegentlich zur Weißglut bringt.

Jens Weidmann aber wirkt sehr entspannt und authentisch – aber sehen Sie selbst:


Jens Weidmann, Chef der Deutschen Bundesbank. Foto: Chatham House / Wikipedia (CC BY 2.0)

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