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Russland: Seit Putins Amtsantritt 2000 explodierten die Devisenreserven

Von Claudio Kummerfeld

Wie viel Devisenreserven hat Russland noch und wie haben sie sich historisch entwickelt? Finanzmarktwelt.de hat die Daten historisch aufgearbeitet von 2000 bis Mai 2015. Seit Putins Amtsantritt 2000 explodierten sie geradezu.

Russland Devisenreserven
Der rote Strich zeigt die Zeit von Wladimir Putins erster Amtszeit als Präsident 2000-2008.
Daten: Central Bank of Russia / Grafik: finanzmarktwelt.de

Aktuell liegen die russischen Devisenerserven bei 360,5 Milliarden US-Dollar. Darin enthalten sind Rohstoffbestände wie Gold und vor allem Anleihen in Fremdwährungen wie z.B. Euro und Dollar. Als Wladimir Putin sein Amt im Jahr 2000 antrat, war Russland fast blank. Nach und nach hat man von einen Level von 20 Milliarden Dollar Reserven aufgebaut, die bis zur 2008er-Krise auf 575 Milliarden anstiegen. Von da an hielt man sich auf dem Level um die 500 Milliarden Dollar bis Ende 2014 – seitdem geht es spürbar, aber nicht dramatisch bergab, denn man war gezwungen mit den Devisen den eigenen Rubel zu kaufen, da er einfach zu stark einbrach gegenüber Euro und Dollar.

Seine Reserven hält Russland vor allem in Anleihen aus anderen Währungsräumen, aber auch Gold (48 Mrd Dollar). Ein kleiner Teil (6 Mrd Dollar) schlummert als Reserve beim Internationalen Währungsfonds. (Grafik unten)

Russland Devisenreserven Aufteilung
Grafik: Central Bank of Russia

Nachdem sich u.a. durch die Stützung der „Central Bank of Russia“ der Rubel wieder festigen konnte (1. Quartal 2015), verbleiben natürlich neben dem Thema Ukraine die wirtschaftlichen Themen „Sanktionen“ und „Innere strukturelle Krise“.

Russland Dollar vs Rubel
US-Dollar gegen Rubel

Die Sanktionen des Westens wird Russland überleben, auch dank der hohen Devisenreserven – aber natürlich sind sie nicht gerade förderlich für die russische Wirtschaftsentwicklung. Wladimir Putin ist sich der strukturellen Schwäche der produzierenden Industrie in Russland durchaus bewusst und hat auch mehrfach betont, dass man sich darum kümmern muss. Nur bisher gab es keine groß angesetzte „Reformagenda“. Das Problem scheint zu sein, dass der Kreml Bürger und Wirtschaft zu fest im Griff hat. Unternehmertum und Innovationen, die auf dem Weltmarkt Bestand haben, sind derzeit (noch) nicht auf breiter Front erkennbar.



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2 Kommentare

  1. Genauso unrealistisch wie die USA dachten und denken die RF wirtschaftlich erdrosselt zu können, ist die russischen. Wirtschaft dabei sich seiner alten autarke Stärken wieder zu besinnen und zWar zum positiven. Die jetzige Wirtschaftspolitik läuft darauf hinaus.
    Mal noch davon abgesehen ob die Goldbestände überhaupt so stimmen. Auch die Russen lassen nicht mehr alle Informationen raus.
    Denke das sich der „Wind“ generell in den nächsten zwei Jahren radikal drehen wird zu Gunsten Eurasien.

  2. So klug ist weder der mit Komplexen beladener Putin, sondern auch die Russen haben insgesamt erkannt, dass sie für echte Rohstoffe fast nur wertlosen US Papier bekommen, als ob „Dollar“. Ohne eine echte Wertgrundlage, wie einst das Gold War. Das stinkt einem imperialen kolonialistischen Macht genauso, wie Verlust an Werten, die Russland vor Zerfallen der Sowjetunion in Osteuropa gehabt hat. Damals hat die Sowjetunion kaum Devisen, da diese Wie auch immer eine echte Deckung hatte.

    Wo liegt also das Problem mit dem s.g. „Westen“, wobei Russland mit China zusammen, regelrecht auf Devisenbergen sitzen? Auf Papier also, genannt „Dollar“, das nach Belieben nachgedruckt wird ohne tatsächlichen Gegenwert zu haben.

    So einen imperialen Kunststück schaffte die USA mit dem Petrodollars aus der Ölquellen Saudi Arabiens. Wer sich gegen den Petrodollars wendet,wird gestürzt, wie Saddam Hussein oder Muhammar Gaddafi. Die ihren Öl für eine echte Währung verkaufen wollten. Jetzt ist Syrien dran.

    Wenn die Sache nicht so stünde, wären die USA und Israel gezwungen, Saudi Arabien zu erobern. Das stinkt eben.

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