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Russland und Türkei: Ton wird immer schärfer, TurkStream offiziell auf Eis gelegt

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Würde man sagen, die Beziehungen zwischen Russland und der Türkei wären auf einem Tiefpunkt, wäre das eine glatte Untertreibung. Am heutigen Donnerstag hat sich die Tonlage noch einmal deutlich verschärft, Putin hat in einer Rede vor dem Parlament weitere Sanktionen gegen die Türkei angekündigt.

Heute Vormittag eröffnete Russlands Verteidigungsminister Anatoly Antonov den Schlagabtausch: man habe Belege für eine Kooperation zwischen dem IS und türkischen Eliten im Ölgeschäft – unter Einschluß von Präsident Erdogan und seiner Familie:

“According to our data, the political leadership of the country [Turkey], including President Erdogan and his family, is involved in this criminal business (..) A united team of criminals and Turkish elites, involved in stealing oil from its neighbors, is acting in the region. This oil in being supplied to Turkey on a large industrial scale via improvised pipelines composed of thousands of oil truck tankers,” (Übersetzung nach RT).

Kürzlich hatte Erdogan angekündigt, zurück zu treten, falls Russland Belege für die Verstrickung der Türkei in Ölgeschäfte mit dem IS vorlegen werde. Antonov griff heute Erdogan auch persönlich an:

“We know the true value of Erdogan’s word. He has already been caught lying by Turkish journalists, who uncovered supplies of arms and ammunition to the terrorists by Turkey under the guise of humanitarian convoys. For doing this, the journalists were jailed“.

Die Retourkutsche folgte wenig später durch den türkischen Ministerpräsidenten Davutoglu, der die Aussagen Russlands bei einer Pressekonferenz anläßlich seines Besuchs in Aserbaidschan als „Propgandamaschine im Sowjetstil“ bezeichnete:

„In the Cold War period there was a Soviet propaganda machine. Every day it created different lies. Firstly they would believe them and then expect the world to believe them. These were remembered as Pravda lies and nonsense. This was an old tradition but it has suddenly reared its head again. Nobody attaches any value to the lies of this Soviet-style propaganda machine“.

Wenig später, kurz vor der Rede Putins im russischen Parlament dann die offizielle Bestätigung, dass Russland die für die Türkei wichtige Gas-Pipeline TurkStream auf Eis gelegt hat:

Putin wiederum kündigte nach den bisherigen Sanktionen gegen die Türkei weitere verschärfende Maßnahmen an, nannte jedoch keine konkrete Bereiche. Erdogan wiederum bezeichnete die Haltung der russischen Führung vor wenigen Minuten als „ammoralisch“:

Es sieht also so aus, als würden die Dinge weiter eskalieren zwischen Russland und der Türkei. Mehr zu verlieren hat dabei die Türkei, weil der Wegfall russischer Touristen, die Exportbeschränkungen nach Russland sowie die auf Eislegung der Pipeline TurkStream duetliche Spuren in der Wirtschaft des Landes hinterlassen werden.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Chris

    3. Dezember 2015 12:17 at 12:17

    Bündnisfall ante Portas!Gutgemacht ihr Guten im Westen!In einigen Jahren floriert dann die Wirtschaft auch ohne halbjährliche Geldatombomben wieder!Der Wiederaufbau €uropas steht dann an! Meine Tochter als Trümmerfrau?Eigentlich hatte ich ihr was schöneres versprochen!Die alternativlosen Kriegstreiber haben da scheinbar was dagegen!Traurig!

  2. Avatar

    Demokrat

    3. Dezember 2015 14:31 at 14:31

    Russland schießt sich grade ins eigene Bein. Türkei hat Gestern und Heute Energieabkommen mit Katar und mit Aserbaidschan abgeschlossen. Tja 30 Milliarden Dollar, die die Russen mit Gasverkauf an die Türkei verdient haben, werden bald die beiden anderen Länder verdienen. Dem Gegenüber stehen 6 Milliarden Dollar Einkommen der Türken aus Tourismus, Lebensmittelverkauf, Bauprojekte aus Russland. Nicht zu vergessen sind die Projekte Turkstream und Atomkraftwerkbau, die Türkei mit Russen abgeschlossen haben…wenn das auch noch wegfällt, haben die Russen nicht nur jährlich 24 Milliarden Dollar Netto-Verlust, sondern erheblich höher! Wenn man auch noch die Ölpreise der kommenden Jahre unter 40 Dollar betrachtet, ist es ein Dolschstoss für die russische Wirtschaft! Das Ende der Putin-Ära wäre damit eingeläutet. Erdogan sitzt so fest im Sattel wie noch nie, egal wie man zu seiner Person steht…das türkische Volk steht nun mal hinter ihm (mittlerweile Rekordwerte an Zustimmung). Mit diesem Konflikt verliert Russland damit einer der wichtigsten Partner im Nahosten…Im Kriegsfall oder bei drohendem Krieg wird einfach Bosporus gesperrt… die Türkei hat nach den Verträgen von Lusan das Recht dazu. Wäre grad nicht förderlich für die russische Wirtschaft… ein ist sicher für die Zukunft in Russland: bei der drohenden Wirtschaftlichen Katastrophe wird der Vodka-Konsum in Russland stark steigen, also alle Vodka-Produkte „STRONG BUY“ :-)

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Donald Trump und die Deutsche Bank – hochinteressante Doku

Redaktion

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Von

Warum hat Donald Trump von der Deutschen Bank immer wieder Geld bekommen? Das ist vielleicht die interessanteste Frage, die in der folgenden Doku besprochen wird. US-Banken wollten Donald Trump offenbar kein Geld mehr leihen. Aber die Deutsche Bank tat es, und gab immer mehr Geld, für immer mehr Immobilienprojekte des heutigen US-Präsidenten. Und das, obwohl er vorher zahlreiche Projektpleiten hingelegt hatte. Gab es Sicherheiten aus Russland?

Die Doku beleuchtet im Detail die Beziehungen von Donald Trump nicht nur zur Deutschen Bank, sondern auch wie eng tatsächlich seine Verbindungen zu russischen Geschäftskreisen in New York und in Russland selbst waren. Bisher kam der Präsident selbst bei den Mueller-Ermittlungen in den USA ungeschoren davon. Der Schlüssel liegt wohl in den Geschäftsunterlagen der Deutschen Bank. Wer machte mit wem Geschäfte? Wer hat eventuell Geld gewaschen? Auffällig oft haben russische Käufer bei Trump-Projekten Wohnungen gekauft. Beispielhaft beleuchtet wird dieses Lizenz-System an einem Hochhaus in New York, für das er nur seinen Namen gab, und dafür 18 Prozent der Einnahmen kassierte.

Wusste Donald Trump, dass über seinen Namen und seine Projekte womöglich in gigantischem Umfang Geldwäsche zwielichtiger russischer Kreise abgewickelt wurde? Nachweisen lässt sich bis jetzt definitiv nichts, aber die Dokumentation der Geschäftsabläufe, wie es im folgenden Beitrag gezeigt wird, ist doch sehr aufschlussreich.

Donald Trump im Jahr 2020
Donald Trump

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Immobilienpreise steigen kräftig an – keine Spur von Corona!

Claudio Kummerfeld

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Hausbau

Bei Immobilien ist keinerlei Spur von der Coronakrise zu entdecken. Unfassbar. Die Immobilienpreise klettern weiter nach oben wie in den letzten Jahren auch. Im zweiten Quartal sind die Preise für Wohnimmobilien nämlich im Vergleich zum 2. Quartal 2019 um 6,6 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt heute meldet. Die folgende Grafik zeigt den Häuserpreisindex seit dem Jahr 2015. Es ist keinerlei Einbruch erkennbar in den letzten beiden Quartalen. Nochmal… unfassbar, dass bei 10 Millionen Kurzarbeitern im Höhepunkt der Krise kein Einbruch der Immobilienpreise erkennbar war. Die Statistiker melden aktuell auch, dass die Preise für Wohnungen sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber dem Vorquartal um 2 Prozent gestiegen sind. Damit verteuerten sich Wohnimmobilien trotz Corona-Krise weiterhin sowohl in der Stadt als auch auf dem Land.

Immobilienpreise klettern mitten in der Coronakrise immer weiter nach oben

Hier weitere Details von den Statistikern im Wortlaut:

Im 2. Quartal 2020 waren in den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) Ein- und Zweifamilienhäuser 6,5 % und Eigentumswohnungen 6,1 % teurer als im Vorjahresquartal. Damit setzte sich der Anstieg der Preise für Wohnimmobilien in Metropolen zwar fort, jedoch weiterhin mit einer abnehmenden Dynamik bei Wohnungen. Für Eigentumswohnungen hatte die Veränderungsrate zum Vorjahresquartal im 2. Quartal 2019 noch 7,9 % betragen, im 2. Quartal 2018 lag sie bei 11 %. In den anderen Großstädten ab 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern stiegen im 2. Quartal 2020 die Häuserpreise um 7,3 % und die Preise für Eigentumswohnungen um 8,2 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch in ländlichen Kreisen wurden Wohnimmobilien im Durchschnitt teurer. So erhöhten sich die Preise für Häuser in dichter besiedelten ländlichen Kreisen um 8,9 % und für Eigentumswohnungen um 5,9 %. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 4,8 %, Wohnungen verteuerten sich um 6,6 %.

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US-Wirtschaft: Warum es ohne KMUs keine Erholung gibt

Hannes Zipfel

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US-Wirtschaft ist angewiesen auf Arbeiter bei den KMUs

Die kleinen und mittleren Unternehmen sind für die US-Wirtschaft von besonderer Bedeutung. Sie stellen einen Großteil der Arbeitsplätze, stehen aber vor enormen Herausforderungen und viele sogar vor dem Aus. Ohne die KMUs wird es keine nachhaltige Erholung und erst recht keinen Wirtschaftsboom in den USA geben.

US-Wirtschaft braucht dringend neue Finanzhilfen

Als Steven Terner Mnuchin (Rep.), seit Februar 2017 US Finanzminister, am Dienstagnachmittag vor dem US-Repräsentantenhaus vom kommenden Boom der US-Wirtschaft im vierten Quartal schwärmte, muss dem ehemaligen Chef der Investmentbank Goldman Sachs die zuvor veröffentlichte Umfrage zum Paycheck Protection Program (PPP) seines früheren Arbeitgebers entgangen sein. Das Ergebnis der Umfrage kontrastiert die Jubelstimmung, die auch von seinem Amtskollegen Olaf Scholz (SPD) in Deutschland immer häufiger zu vernehmen ist.

Nüchterner war da schon die dringende Empfehlung des US-Notenbankchefs Jerome Powell an die Abgeordneten im US-Kongress, die kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) des Landes mit zusätzlichen fiskalischen Maßnahmen zu unterstützen, da ansonsten eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft nicht möglich sei.

Gemäß der jüngsten verfügbaren Daten gab es in den USA im Jahr 2019 gut 31 Millionen Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Diese sogenannten „Small Businesses“ repräsentieren 99,9 Prozent aller Unternehmen und sind größter Arbeitgeber im privaten Sektor der US-Wirtschaft. Die amerikanischen KMUs schufen im letzten Jahr mehr als 1,5 Millionen neue Arbeitsplätze. Daher ist das Schicksal der kleinen und mittleren Unternehmen bei der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Erholung von so großer Relevanz.

Weil das so ist, hat die Trump-Administration Ende April im Rahmen des CARES Act (Coronavirus Aid, Relief and Economic Security Act) das Paycheck Protection Program (PPP) über 659 Milliarden US-Dollar verabschiedet. Das ermöglichte es vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen, zinsgünstige Privatkredite zu beantragen, um ihren Gehaltsverpflichtungen trotz Coronakrise weiter nachzukommen.

Die Höhe eines PPP-Darlehens entsprach dabei ca. dem Zweieinhalbfachen der durchschnittlichen monatlichen Lohnkosten des Unternehmens. Die Darlehen können neben der Zahlung von Löhnen (Paychecks) auch für Mieten, Zinsen und Nebenkosten verwendet werden. Das Darlehen wurde aber nur dann gewährt, wenn das Unternehmen versprach, die Anzahl seiner Mitarbeiter und die Löhne stabil zu halten. Die ursprüngliche Frist für die Beantragung eines PPP-Darlehens war zunächst der 30. Juni dieses Jahres und wurde später bis zum 8. August 2020 verlängert.

Der PPP-Stimulus läuft aus

Nachdem das Gesetz seit fünf Monaten in Kraft ist, läuft die Hilfe nun aus und kann wegen der Blockade im US-Kongress für ein fünftes Konjunkturpaket nicht aufgestockt und verlängert werden. Das bringt viele KMUs an den Rand des Ruins – ein enormes Problem für die US-Wirtschaft!. Gemäß einer aktuellen Umfrage von Goldman Sachs unter US-KMUs haben 88 Prozent ihre PPP-Kredite bereits vollständig ausgeschöpft. Ein Drittel der befragten Unternehmen sah sich bereits gezwungen, die Löhne zu kürzen oder Entlassungen vorzunehmen. Weitere ca. 30 Prozent gaben an, dass ihnen ohne weitere Finanzhilfen bis zum Ende des Jahres das Geld ausgeht.

Anders als Großkonzerne können sich kleine Unternehmen nicht direkt über den Kapitalmarkt refinanzieren und kommen somit auch nicht in den Genuss der Unternehmensanleihekäufe durch die US-Notenbank (Fed), die in diesem Jahr ein neues Rekordvolumen erreicht haben.

Die auf Banken zur Refinanzierung angewiesenen KMUs haben ein weiteres, sich verschärfendes Problem: Wegen der anhaltend schlechten geschäftlichen Situation, aufgebrauchter Rücklagen und ausgeschöpfter Kreditlinien sind die Perspektiven für viele potenzielle Kreditnehmer so schlecht, dass die Banken sie als zu risikoreich einstufen und weitere Kredite verweigern. Schattenbanken, v. a. Hedgefonds, die in diese Lücke springen, verlangen dem Risiko angemessene hohe Zinsen, die für die in Not geratenen KMUs nicht zu stemmen sind.

Da gleichzeitig die im Sommer vom US-Finanzministerium an US-Bürger mit geringen und mittleren Einkommen verteilten Schecks in Höhe von 1.200 US-Dollar pro Person zunehmend eingelöst und aufgebraucht sind, haben viele Kleinunternehmer, Soloselbstständige und Freiberufler auch immer stärker eingeschränkte private Finanzspielräume.

US-Wirtschaft mit Entlassungswelle ab 1. Oktober

Ohne neue Fiskalstimuli droht der US-Wirtschaft im Abschlussquartal eine sich wieder verstärkende Entlassungswelle. Zumal ab 1. Oktober auch die US-Fluggesellschaften trotz vorheriger finanzieller Unterstützung aus dem PPP wieder Massenentlassungen vornehmen dürfen und dies auch bereits für Anfang Oktober angekündigt haben. Allein die größte US-Fluggesellschaft American Airlines will ab diesem Stichtag 20 Prozent ihrer Belegschaft abbauen – also jeden fünften Mitarbeiter. Ähnliche Ankündigungen gibt es von der zweitgrößten US-Fluggesellschaft Delta Airlines und kleineren Fluggesellschaften. Damit wird in den USA das nachgeholt, was bei deutschen und europäischen Airlines wie Lufthansa oder Ryanair bereits Realität ist.

Besonders betroffen von dem Auslaufen des PPP sind neben den Branchen Verkehr und Touristik vor allem Gastronomen, Konzert-Veranstalter, Kreuzfahrt Reedereien, stationäre Einzelhändler, Unterhaltungskünstler, Wedding Planner und andere Event-Manager. Besonders in der US-Gastronomie sind viele KMUs tätig. Generell wird der Dienstleistungssektor von KMUs dominiert. Für die US-Wirtschaft hat dieser Sektor eine besondere Bedeutung: 79,4 Prozent aller Erwerbstätigen ist hier angestellt, davon über 90 Prozent bei KMUs (Daten von 2019, Quelle: Statista).

Fazit

Die Indizien verdichten sich, dass es im vierten Quartal entgegen der Beschwichtigungsrhetorik mancher Politiker statt eines Booms einen Pleite-Tsunami und Massenentlassungen in der US-Wirtschaft geben könnte. Das Erschreckende dabei ist, dass diese Entwicklung noch keine zweite Pandemie-Welle berücksichtigt, die den Schaden in der US-Wirtschaft nochmals maximieren würde. Es bleibt für die KMUs Amerikas zu hoffen, wenn aus heutiger Sicht auch unwahrscheinlich, dass sich der US-Kongress nach dem Wahltermin Anfang November schnell auf ein neues, billionenschweres Hilfspaket einigen kann.

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