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Anleihen

Russland wieder zurück am internationalen Kapitalmarkt: Ausländer stürmen Anleihe-Emission

Europa, Japan, nirgendwo gibt es anständige Zinsen. Und wenn Moskau mit der Ausgabe von Anleihen in US-Dollar das Währungsrisiko ausschließt, ist das für Investoren doch umso bequemer. Jetzt hat man weitere 1,25 Milliarden Dollar…

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FMW-Redaktion

Sanktionen sowie der unausgesprochene Druck der USA auf internationale Clearinghäuser, Banken und Fonds hatten es Russland noch im Mai sehr schwierig gemacht bei internationalen Investoren frisches Geld einzusammeln. Nach zwei Jahren Pause hatte man es dennoch geschafft für 1,75 Milliarden Dollar Anleihen auszugeben. Da zögerten Abwicklungsbanken und Investoren noch – würden sie von den USA deshalb böse Folgen zu befürchten haben? Anscheinend nicht so richtig. Denn der Renditehunger treibt die ausgehungerte Herde der internationalen Anleiheinvestoren jetzt so richtig nach Moskau.

Europa, Japan, nirgendwo gibt es anständige Zinsen. Und wenn Moskau mit der Ausgabe von Anleihen in US-Dollar das Währungsrisiko ausschließt, ist das für Investoren doch umso bequemer. Jetzt hat man weitere 1,25 Milliarden Dollar platziert für eine Laufzeit von 10 Jahren, mit einer Rendite von 3,9%. Leute Leute Leute, 3,9% für 10 Jahre, ohne Währungsrisiko: Wenn man als Investor den US-Dollar als Hauptwährung benutzt, wer will da nicht gerne zuschlagen… und dass Russland in den nächsten Jahren pleite geht, ist Stand heute wenig wahrscheinlich. Das Land hat zwar jüngst seine Reservefonds angezapft um Haushaltslöcher zu stopfen, und steht wirtschaftlich nicht gerade rosig da, aber man hat in Relation zum Bruttoinlandsprodukt gerade mal eine Staatsverschuldung von 15%. Davon können Deutschland, Frankreich, ganz Europa, die USA und Japan nur träumen, wo man nur mit Prozentzahlen von 70, 80, 100, 130 und 200% arbeitet.

Lauf russischen Angaben hat die Nachfrage für diese 1,25 Milliarden Dollar-Emission bei einem Volumen von 7,5 Milliarden Dollar gelegen – was für eine drastische Überzeichnung! Da kann man fast schon von einer Erstürmung der Emission aufgrund von Renditehunger sprechen! Gut 200 internationale Investoren hätten für diese (lumpigen?) 1,25 Milliarden Dollar Emissionsvolumen geboten, darunter aus den USA, Europa, Asien und Russland. Die ganze Tranche sei ausschließlich ins Ausland gegangen. 53% des Volumens sei durch Amerikaner gekauft worden. Das bedeutet: Wenn selbst US-Investoren während laufender Wirtschaftssanktionen russische Anleihen kaufen, hat anscheinend niemand mehr am Kapitalmarkt Angst davor, durch die US-Regierung direkt oder indirekt sanktioniert zu werden!

Oder man hat zwar Angst vor negativen Reaktionen der US-Regierung, aber bei all den Negativzinsen ist die Geilheit auf 3,9% p.a. für 10 Jahre einfach zu groß! Wie man aus Bankenkreisen hört, plant Russland nächstes Jahr auch Anleihen in Yuan auszugeben. Das bedeutet: Man will chinesischen Anlegern den roten Teppich ausrollen, in dem man ihnen wie auch den westlichen Investoren das Währungsrisiko abnimmt. Fazit: Russland braucht dringend Geld aus dem Ausland, vergibt deswegen wohl auch absichtlich die komplette Tranche der aktuellen Emission an ausländische Bieter. Aber: Das Ausland scheint wohl noch gieriger auf russische Anleihen zu sein, als Russland auf das ausländische Geld!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    m.d

    30. September 2016 18:02 at 18:02

    Irgendwo haben wir doch ein Denkfehler, oder. Wir reden pessimistisch daher von wegen der Dax steht bald bei 9000 Punkten und heranziehen tun wir unsere demographischen Probleme. Aber die Weltbevölkerung wächst stetig. Und da wir ein Exportland sind müsste doch Global gesehen der Wirtschaft es blendend gehen.
    Bestimmt übersehe ich auch andere wichtige Punkte aber vieleicht kann mich jemand aufklären.
    Nein Bauer nicht du. :)? Ne war nur Spaß.

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    frank.trg

    30. September 2016 19:45 at 19:45

    Dank der Beiträge von finanzmarktwelt.de bin ich vor 2,5 Jahren auf Russische Staatsanleihen aufmerksam geworden. Die Spannungen zw. Westen und Russland waren wg. der Ukraine auf einem Höhepunkt. Die Russischen Staatsanleihen vielen daraufhin massiv. Ich hab natürlich gekauft. Man konnte Russische Anleihen für Kurse unter 70 kaufen, heute stehen sie bei über 100. Man konnte gleich doppelt gewinnen, zum einen durch die Kursgewinne, zum anderen durch die Währungsgewinne, sofern man Rubel-Anleihen gekauft hat. Die jährlichen Zinsen sind üppig.

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    Einzahler

    2. Oktober 2016 16:44 at 16:44

    Test

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Anleihen

Crash: Anleihen sind die Gefahr, weniger die Aktienmärkte!

Die Aktienmärkte haben mit Kursverlusten bis über 40 Prozent schon reagiert, aber ein großer Crash könnte bei den Anleihemärkten noch bevorstehen

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Börse extrem: Nach dem schnellsten Crash der Aktienmärkte in einen Bärenmarkt seit einem Jahrhundert in nur 16 Börsentagen – 1929 und 1987 dauerte dies deutlich länger -, gab es in der letzten Woche einen Anstieg des Dow Jones von 21 Prozent binnen drei Tagen. Eine Bärenmarktrally, wie es sie seit den 1930-er Jahren nicht mehr gegeben hat. Diesmal ist wirklich „alles anders“, der Einfluss von Covid-19 übersteigt alles, was es in Friedenszeiten für die globalisierte Wirtschaft in der modernen Wirtschaftsgeschichte gegeben hat.

Aber auch die Aussichten sind unsicherer denn je, denn niemand kann Dauer und Intensität der Krise seriös prognostizieren – und das gilt für beide Seiten. Die kommenden Wirtschaftsdaten werden im negativen Sinne alles toppen, was man in den letzten Rezessionen gesehen hat: Wirtschaftseinbrüche in einem Quartal, Anstieg der Arbeitslosigkeit, ein Niedergang aller Einkaufsmanagerindizes in Tiefen, die man noch nie gesehen hat, Verbrauchervertrauen, Konsum, und, und und! Gewissermaßen ein Crash an allen Fronten der Wirtschaft.

Deshalb sind Vergleiche mit der Vergangenheit relativ unsinnig, denn nicht einmal in Kriegszeiten wurde die Produktion von Gütern und das Wirtschaftsleben allgemein global so rasch nach unten gefahren.

Die Aktienmärkte haben mit Kursverlusten bis über 40 Prozent (Russel 2000) schon reagiert, aber ein großer Crash könnte bei den Anleihemärkten noch bevorstehen. Trotz heftigster Stützungsmaßnahmen der Notenbanken, in den USA wird das BBB-Risiko virulenter denn je.

Die weltweite Verschuldungssituation in Zeiten von Corona

Trotz der bereits avisierten Unterstützung der Weltwirtschaft mit circa 9 Billionen Dollar, bei einer Größe der globalen Ökonomie von zuletzt 86 Billionen Dollar, darf die Höhe der Gesamtschulden der Welt nicht außer Acht gelassen werden: 255 Billlionen Dollar, davon sind über 60 Billionen Schulden des Finanzsektors, über 66 Billionen Staatsschulden, über 75 Billionen Unternehmensschulden und mehr als 50 Billionen Privatschulden, so die Zahlen weit vor dem Ausbruch der Pandemie. Die Notenbanken haben ein Sicherheitskorsett aufgespannt, manche Regeln der Vergangenheit ausgehebelt (z.B. 33 Prozentregel der EZB für Anleihekäufe) und man steigt verstärkt in die Aufkäufe von Unternehmensanleihen ein. Aber reicht das aus?

In diesem Zusammenhang gibt es ein Risiko, welches noch einmal zu einem Einbruch an den Aktienmärkten führen könnte, dass vielzitierte BBB-Risiko.

Der taumelnde Markt für Unternehmensanleihen: Gefahr eines Crash

Die Verschuldung der US-Unternehmen ist zuletzt auf zehn Billionen Dollar gestiegen. Aus dem Finanzstabilisierungsbericht der Fed ging schon Ende 2018 hervor, dass bei dieser Verschuldung 6,2 Billionen Dollar auf Unternehmensanleihen entfielen und über 50 Prozent davon nur noch das letzte Investmentgrade-Rating von BBB besaßen. Die Weltfirma Ford wurde sogar auf Junk-Bond-Niveau herabgestuft. Damit tummelt man sich im Bereich der Ramschanleihen, die bereits über 1,25 Billionen Dollar ausmachen.

Ein nicht geringer Anteil der Anleihen, die noch mit BBB geratet sind, haben einen Verschuldungsgrad auf Junk-Bond-Niveau, was gerade im jetzigen Coronaumfeld dramatisch wird, sie müssten also eigentlich ihr Rating verlieren.

Es gibt bereits seit geraumer Zeit sehr viele Zombieunternehmen (> 12 Prozent). Unternehmen, für die es eigentlich keine allgemein gültige Definition gibt. Die häufigste lautet: Zombies sind Firmen, die über mindestens drei Jahre hinweg nicht in der Lage waren, ihre Zinslast aus dem Gewinn zu zahlen.

Papiere mit einer so geringen Qualität und so hoher Ausfallwahrscheinlichkeit, dass sie viele institutionelle Investoren aufgrund ihrer rechtlichen Vorschriften nicht kaufen dürfen. Oder, wenn Unternehmen aus dem BBB-Bereich absteigen, aus den Depots geworfen werden müssen. Wir werden also möglicherweise bald einen Crash bei diesen Unternehmensanleihen sehen.

In der letzten Woche zeigten es die Aufschläge der US-Untenehmensbonds deutlich: Trotz billionenschwerer Rettungspakete brodelt es am Markt für Unternehmensanleihen. Momentan haben wir bereits Zinsaufschläge im BBB-Bereich von 400 Basispunkten, im High-Yield- Bereich sind es bereits 1000 Basispunkte. Wer soll diese Papiere kaufen?

Dies betrifft gerade viele Unternehmensanleihen aus der hoch verschuldeten Schieferölindustrie. Damit ergibt sich folgende Fragestellung: Kann die US-Notenbank im taumelnden Junk-Bond-Bereich überhaupt unterstützend eingreifen? Wenn das nicht gelingt, sind das die Zutaten für einen weiteren Crash an den US-Aktienmärkten und aufgrund der Leitfunktion des S&P 500 der Anlass für globale Aktienmarktverluste.

Aber für die Entwicklung der Börsen gibt es ein noch wichtigeres Thema:

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Anleihen

EZB-Rettungsprogramm: Anleihe-Kauflimits gestrichen – das wird problematisch!

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Die EZB hat mit ihrem neuen 750 Milliarden Euro schweren Anleihekaufprogramm namens „PEPP“ (Pandemic Emergency Purchase Programme) einiges an zusätzlichem Geld, was in den Markt gepumpt werden muss. Zur Nothilfe in der Coronavirus-Krise wird man also noch deutlich mehr am Anleihemarkt aufkaufen. Aber wie geht das? Denn die EZB hatte sich bislang selbst die Regel verpasst, dass man bei neuen Anleihe-Tranchen, die an den Markt kommen, maximal 33 Prozent selbst aufkauft. Und in manchen Fällen war man an die Nähe dieser Grenze gekommen. Mit dieser 33 Prozent-Grenze wollte man vermeiden, dass der Eindruck einer Staatsfinanzierung durch die EZB entsteht. Es sollte also pro Anleihe immer noch mehrheitlich private Besitzer geben, abseits der Notenbank. Aber nun hat die EZB laut aktuellen Berichten diese Begrenzung für das PEPP aufgehoben. Sie kann nun also deutlich mehr als 33 Prozent einer ausgegebenen Anleihe aufkaufen. Klar, irgendwie muss man ja das Geld unterbringen.

Also alles Eitel Sonnenschein? Nein, da entsteht ein ernsthaftes Problem! Denn es gibt ja vor allem in Deutschland massive Kritik an diesen Käufen der EZB. Hierzu gab es sogar Gerichtsverfahren am EuGH und beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Es ging um eine mutmaßliche Kompetenzüberschreitung der Notenbank. Der EuGH wies auf die Wichtigkeit der Kaufobergrenzen hin, und Karlsruhe wird noch ein Urteil fällen, ob die Käufe der EZB rechtens sind. Indem die EZB nun ihre eigenen Regeln aufweicht, sendet sie zwar ein erneutes „whatever it takes“-Signal an die Märkte. Aber den Kritikern der EZB schüttet man jetzt viel frisches Wasser auf die Mühlen. Handelt sie unkontrolliert, zügellos? Handelt es sich nun umso mehr um eine klare Staatsfinanzierung durch die Notenbank, was keinesfalls erlaubt ist? Aber hey, wen interessiert das derzeit schon? Werden auch die Gerichte alle drei Augen zudrücken, weil außer der EZB niemand den Laden am Laufen halten kann?

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Anleihen

Offiziell: Deutsche Anleihen-Agentur verkündet massive Schuldenausweitung

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Die Finanzagentur Deutschland GmbH ist das Vehikel, über welches der deutsche Staat die Ausgabe von Staatsanleihen aller Art abwickelt. Vor wenigen Minuten hat diese Agentur verkündet, dass die Schuldenaufnahme um 87 Milliarden Euro ausgeweitet wird. Aus heutiger Sicht werde sich das Emissionsvolumen der nominalverzinslichen Kapitalmarktinstrumente sowie der unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes im zweiten Halbjahr um ca. 87 Milliaden Euro erhöhen. In diesem Volumen seien Mittel enthalten, die der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zur Finanzierung ihres Sonderprogramms im Rahmen des Maßnahmenpakets des Bundes zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie zur Verfügung gestellt werden können. Hier weitere Ausführungen im Wortlaut von der Agentur:

Der Finanzierungsbedarf des Bundes wird sich im Jahr 2020 gegenüber der im Dezember 2019 veröffentlichten Jahresvorausschau erhöhen. Grund hierfür ist das weitreichende Maßnahmenpaket, das die Bundesregierung zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie heute auf den Weg gebracht hat. Der Bund passt daher seine Emissionsplanung für das Jahr 2020 an. Zudem werden ausstehende Bundesanleihen in den Eigenbestand des Bundes aufgestockt. Dies dient insbesondere der kurzfristigen Refinanzierung des Bundes über Repo-Geschäfte.

Die im zweiten Quartal beginnenden monatlichen Emissionen von Unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes (Bubills) mit 12-monatiger Laufzeit sollen im zweiten Halbjahr fortgesetzt werden.

Zudem sind weitere Aufstockungen in den Eigenbestand des Bundes zwecks kurzfristiger und flexibler Kapitalaufnahme insbesondere über Repo-Geschäfte möglich.

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