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Ryanair fliegt Flüchtlinge ohne Visa-Prüfung nach Deutschland? Schnell übernommene Falschmeldung!

FMW-Redaktion

U.a. Focus & Handelsblatt berichteten heute über die sensationelle Nachricht der Billigflieger Ryanair mit seinem für skurrile Aktionen berüchtigten Chef O´Leary würde Flüchtlinge von Griechenland aus u.a. zu deutschen Endzielen fliegen ohne Prüfung, ob sie für die EU ein Visa haben. Damit hätten sich zehntausende Flüchtlinge den brutalen Flüchtlingstreck über den Balkan sparen können. In der Meldung hieß es Ryanair werde voller Stolz die 3.000 Euro Strafgebühr für jeden illegal beförderten Flüchtling an die Behörden entrichten.

Das kam uns merkwürdig vor. So skurril, peinlich und auch halsabschneiderisch der Herr O´Leary auch ist, so einen dicken Verlust wird er wohl nicht machen wollen bei hunderttausenden Fällen, die wohl auf ihn zukommen würden. Der Mann macht sich regelmäßig zum Affen, weil er damit Geld verdienen will, und diese Aktion hätte ihn arm gemacht. Von daher war das schon mehr als ein merkwürdiger PR-Gag. Wie auch immer, die sogenannte Mainstream-Presse war schnell zur Stelle und kopierte (wie so oft) die Meldung der Presseagenturen und machte diese Verlautbarung somit offiziell.

Doch nur kurze Zeit später entpuppte sich diese Pressemitteilung als Fake, als Fälschung, die jemand an die Presseagenturen versandt hatte. Scherzbolde? Betrüger? Linke „Aufwiegler“, die ein Zeichen setzen wollten? Egal, für so manche Presseorgane mehr als peinlich. Niemand ist frei von Fehlern, aber man sollte bei so skurrilen Meldungen doch mal gucken, ob die betroffene Firma dazu z.B. eine eigene Pressemitteilung rausbringt. Aber bei Copy&Paste-Journalismus ist dazu keine Zeit!?


Zitat vom Focus von 14:29 Uhr:

„Diese Meldung der Deutschen Presseagentur basiert auf einer gefälschten Pressemitteilung. Sie wurde deshalb zurückgezogen.

Nachtrag: Die Deutsche Presse Agentur, von der die Nachricht ursprünglich stammte, hat die Meldung inzwischen zurückgezogen. Begründung: „Bitte verwenden Sie die Zusammenfassung: ‚Ryanair will Flüchtlinge ohne EU-Visa-Prüfung befördern‘ nicht. Laut Ryanair stammt die dem Text zugrundeliegende Pressemitteilung nicht von Ryanair, es handelt sich um eine Fälschung.“

Die ursprüngliche Meldung

Der irische Billigflieger Ryanair will Flüchtlinge ohne Visa-Prüfung in andere EU-Länder bringen. Vom 12. Oktober an will das Unternehmen auf Flügen von Kos in Griechenland, dem slowakischen Bratislava, Montenegro und Ungarns Hauptstadt Budapest Passagiere nicht mehr daraufhin überprüfen, ob sie das Recht zur Einreise haben. Die Flüge sollen nach Deutschland, Belgien, Dänemark, Frankreich sowie nach Italien und Spanien gehen.
3000 Euro Strafe pro Flüchtling – das nimmt Ryanair hin

Nach einer EU-Richtlinie zum Schengen-Abkommen dürfen Fluggesellschaften Passagiere ohne gültiges Visum nicht ins Land bringen. Tun die Airlines dies doch, müssen sie mit Geldstrafen von mindestens 3000 Euro pro Einzelfall rechnen. Ryanair will solche Geldstrafen im Zweifel tragen. „Wir werden die gesamten Kosten dieses Verstoßes mit Stolz tragen“, sagte Ryanairs Marketingchef Kenny Jacobs am Mittwoch…“

Das Handelsblatt schreibt dazu:

„In einer früheren Version dieses Artikels wurde berichtet, Ryanair will Flüchtlinge ohne Visa-Prüfung in andere EU-Länder bringen. Dabei handelte es sich nach Angaben des Unternehmens um eine Falschmeldung.“


Tja, nicht alles, was in der Zeitung steht, stimmt auch immer!

P.S.: Auch wir sind nicht frei von Fehlern, wir geben uns aber alle Mühe keine zu produzieren. Das Weglassen von stumpfem Copy&Paste ist schon mal eine gute Vorsichtsmaßnahme!



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1 Kommentar

  1. Praktisch alle Presseorgane der als solches betitelten Leitmedien sind mehr als peinlich und falsch: ohne ordentliche Filter im eigenen Kopf geht da gar nichts mehr.

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