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Sachverständigenrat senkt 2025 BIP-Aussicht von 0,9 % auf 0,4 %

Foto: romeo22-Freepik.com

Noch im Mai war der „Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“, der die Bundesregierung berät, davon ausgegangen, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hierzulande im nächsten Jahr um 0,9 % steigen wird. Heute nun die neue Prognose: Es sollen nur noch 0,4 % Wachstum sein, womit man sich in großen Schritten der Null-Linie nähert. Für 2024 erwarten die Experten 0,1 % Schrumpfung.

Sachverständigenrat mit Aussagen zum BIP

Hier zeigen wir ausgewählte Aussagen aus der aktuellen Meldung: Der Sachverständigenrat erwartet nach eigener aktueller Aussage, dass die deutsche Volkswirtschaft im Jahr 2024 stagnieren und sich erst im Verlauf des Jahres 2025 leicht erholen wird. Im laufenden Jahr sei die Produktion und Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe zurückgegangen. Die Investitionen seien ebenfalls rückläufig. Gleichzeitig führe die Erholung der Weltwirtschaft nicht im bisher üblichen Maße zu einer Steigerung der Exporte. Die privaten Haushalte hätten trotz deutlicher Reallohnzuwächse in den Jahren 2023 und 2024 ihren Konsum bisher nur wenig erhöht. Daher rechnet der Sachverständigenrat für das Jahr 2024 mit einem Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Deutschland um 0,1 Prozent. Pessimistische Erwartungen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung und eine Verlangsamung der Reallohnsteigerungen dürften laut dem Rat dazu führen, dass die privaten Konsumausgaben auch im Jahr 2025 nur wenig steigen werden. Auch das BIP dürfte im kommenden Jahr mit 0,4 Prozent nur leicht wachsen. Die deutsche Wirtschaftsleistung werde 2025 voraussichtlich auf einem ähnlichen Niveau wie vor der Corona-Krise liegen. Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zeige sich deutlich schwächer als in anderen fortgeschrittenen Volkswirtschaften. In den USA liegt das BIP bereits heute um mehr als zwölf Prozent über dem Vor-Corona-Niveau, im Euro-Raum um gut vier Prozent, so die Erläuterung des Rats.

Kommentar aus der Wirtschaft

Der Wirtschafts-Dachverband DIHK sagt dazu aktuell, im Wortlaut: „Der Ausblick für die deutsche Wirtschaft bleibt trübe. Mit dem ‚Ampel-Aus‘ erhöhen sich für die Unternehmen sogar noch die Unsicherheiten – zusätzlich zu den vielfältigen strukturellen Problemen und den ausbleibenden positiven Impulsen über die Außenwirtschaft. Ohne entschiedenes wirtschaftspolitisches Gegensteuern rückt eine wirtschaftliche Erholung in weite Ferne. Die DIHK rechnet im nächsten Jahr mit einer Stagnation. Auch der Sachverständigenrat hat seine Prognose nochmals deutlich auf nur noch 0,4 Prozent nach unten korrigiert. Auch die langfristigen Wachstumsperspektiven sehen die fünf Wirtschaftsweisen nur verhalten. Besonders hohe Kosten bei schwacher Produktivitätsentwicklung führen zu einem Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Diese Schwäche vor allem bei der Industrie strahlt auch auf andere Wirtschaftsbereiche aus und belastet die Investitionen.

Es wäre jetzt dringend geboten, die Energiekosten auf ein planbar niedrigeres Niveau zu senken, Steuern investitionsfreundlich auszugestalten, Bürokratie und Berichtspflichten zu reduzieren sowie Planungs- und Genehmigungsverfahren zu vereinfachen. Auch nach Einschätzung des Rates könnte die von der Ampelregierung geplante Wachstumsinitiative hierzu und damit zu einer Steigerung von Investitionen und Wachstum in Deutschland beitragen. Eine Umsetzung der dort enthaltenen Maßnahmen, wie insbesondere die Verbesserung bei der beschleunigten steuerlichen Abschreibung, wäre ein erster Schritt, um möglichst rasch wieder auf einen Wachstumspfad zurückzukehren.

Unabhängig von den einzelnen Empfehlungen im Gutachten braucht die Wirtschaft derzeit vor allem Vertrauen in einen wirtschaftspolitischen Kurs, der die Bedingungen für Investitionen und Wachstum endlich wieder deutlich verbessert. Dazu wäre eine handlungskräftige Bundesregierung, die bei den vielfältigen notwendigen wirtschaftspolitischen Fragen an einem Strang zieht, eine unabdingbare Voraussetzung.“



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1 Kommentar

  1. Vergleich D-USA:

    Vor- und während der Corona-Zeit regierte in Deutschland eine große Koalition. Seitdem herrschte effektiv Nullwachstum, trotz enormer Defizite. Im Februar 2025 werden die Wähler wieder eine große Koalition wählen.

    In den USA gab es seitdem 12% Wachstum, was ganz ordentlich ist. Trotzdem verjagen die Wähler die Regierung Biden in einem politischen Sturm, weil die Wirtschaft schlechter läuft als erhofft und die Defizite stark gestiegen sind.

    Was ist falsch mit uns?

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