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Sahra Wagenknecht – Milliardäre sind inakzeptabel!

„Wie kann man Demokratie so gestalten, dass sich die Interessen der Mehrheit wieder durchsetzen können“, fragt Sahra Wagenknecht

Redaktion

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Sahra Wagenknecht ist einer der Wenigen unter linken Politikern, die zumindest wissen, wovon sie sprechen – so schrieb sie unter anderen im Jahr 2008 das Buch „Wahnsinn mit Methode – Finanzcrash und Weltwirtschaft“, sowie dann 2016 „Reichtum ohne Gier. Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten“.

Sahra Wagenknecht hat sich also tief in die Materie eingearbeitet – insofern sind ihre Aussagen zum Kapitalismus und ihre Vorschläge für eine neue Wirtschaftsordnung durchaus ernst zu nehmen. Sie kritisiert dabei zu Recht die Exzesse des Finanzkapitalismus (Aktienrückkäufe etc.) – und fordert, dass Menschen nicht allein durch die Arbeit anderer Menschen konfortabel leben können, ohne selbst etwas zu tun.

Dementsprechend sei es nicht akzeptabel für eine Gesellschaft, wenn es Milliardäre gibt – und in der Tat stellt sich die Frage, ob es für den Zusammenhalt einer Gesellschaft förderlich ist, wenn manche Menschen so derartig viel mehr verdienen als die Durchschnitts-Bürger. Warum eigentlich nicht hier bestimme Grenzen ziehen, also etwa als Staat verfügen, dass ein Top-Manager nicht mehr als das 100-fache eines Durchschnitts-Einkommens bekommen darf?

Das gilt auch für Renten: so bekommt etwa eine Sekretärin, die 40 Jahre für ein Unternehmen gearbeitet hat, meist kaum mehr als 1000 Euro Rente im Monat, während ehemalige Führungskräfte desselben Unternehmens locker auf sechstellige, manchmal sogar siebenstellige Summen im Jahr an Rentenzahlungen kommen.

Ähnlich ungerecht geht es in Steuerfragen zu: die Sparer werden durch die EZB-Politik sukzessiv enteignet, während viele Unternehmen wie Amazon zwar in Deutschland großartige Geschäfte machen, aber praktisch dafür keine Steuern bezahlen aufgrund der allgegenwärtigen Steuer-Schlupflöcher. Das sei möglich, meint Sahra Wagenknecht, weil die Lobby-Gruppen ganze Arbeit leisteten. Oder die nun kommende Finanztransaktonssteuer mit der Besteurung für Aktien, während Derivate unbesteuert bleiben – an Absurditäten magelt es also nicht, die Wagenknecht benennt.

„Wie kann man Demokratie so gestalten, dass sich die Interessen der Mehrheit wieder durchsetzen können“, fragt Sahra Wagenknecht daher – und dieser Gedanke ist für den Fortbestand einer Demokratie absolut zentral! Sehen Sie dazu das spannende Interview von „Mission Money“ mit der Politikerin:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

 

Sahra Wagenknecht über Kapitalismus und Demokratie

Von Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=70104316

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Hesterberg

    18. September 2019 11:59 at 11:59

    Wenn es nur mehr Politiker vom Format einer Sahra Wagenknecht geben würde. Ich halte sie für klug, sie hat hohen Sachverstand, sie scheint vor allem auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn zu besitzen und die Fähigkeit zur sachlichen Diskussion. Vor allem erscheint sie mir integer. Und wir lassen unser großartiges Land nun schon seit fast 14 Jahren von einer Person wie Angela Merkel regieren. Hilfe!

  2. Avatar

    Übelkeit

    18. September 2019 12:31 at 12:31

    Das Problem an der Globalisierung ist nicht der globale Wettbewerb der Industrie, sondern die Schlupflöcher, welche das Kapital hierbei nutzt.

    Ein Mindestlohn (soviel Geld das es zum Leben reicht) mag zwar durchsetzbar sein. Ein Maximallohn, welcher viel wichtiger wäre ist in unserer globalisierten Welt ein Ding der Unmöglichkeit. Es reicht ein Staat oder Insel, welche außen vor bleibt.

    Erst ein Crash wird das Problem lösen, wenn überhaupt. Bis dahin geht die Vermögenskonzentration im Zeitalter des Geldsozialismus für Superreiche weiter. Das bedeutet weiterer Wohlstandsverlust für breite Bevölkerungsschichten weltweit.

    Auf der anderen Seite konzentrieren die 8 reichsten Menschen soviel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Menschheit. Und die Bankenfamilie Warburgs fehlen gleich komplett in der Forbsliste.

    Schön das man solche Dinge immer anspricht. Beim Mietendeckel zeigt man aber, dass man nichts verstanden hat. Ursache / Symptom und so… Die Linke ist doch mittlerweile auch nur Teil des Systems. CDU/SPD/Grüne sitzen das mit Nebelkerzen aus. AfD reitet auf dem Zug der Symptome ohne die Ursache anzusprechen. Ohne Crash gibt’s keinen Neustart. Die Gelbweste ist nichts für den Michel. Für viele wird sich ihr Weltbild auflösen wie der Kontostand bzw ihr Scheinvermögen.

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    Shong09

    18. September 2019 14:39 at 14:39

    Sehe ich weitestgehend genauso. Allerdings ist ihr Konzept mit der Überführung von großen UN in StiftungsUN und ihre Aussage, diese aber nicht enteignen zu wollen, nicht koheränt. Ferner sagt sie irgendwann wäre das Gründungskapital doch plus Zinseszins zurückgezahlt, dies ist eben stark abhängig vom gewählten Zins und sehe ich dementsprechend ebenfalls ganz klar als Bauernfängerei oder sie versteht es eben selbst nicht. Wobei AM da sicherlich nicht besser wäre.
    Bin schon ganz froh, dass es private UN gibt, in bestimmten Bereichen bei natürlichen Monopolen wie z.B. Netzen und Leitungen bin ich ebenfalls ganz klar für staatliches Unternehmertun, aus dem Wohnungssektor hat sich der Staat unter den alten etablierten Parteien zurückgezogen. EnBW auch ein schönes Beispiel. Es hilft nur eins, Haftung bei Politikern und Mangaern. Sie streichen das Geld dafür ein (sie argumentieren immer damit, sie würden so viel Verantwortung tragen) nur komischerweise landet keiner im Bau oder muss nennenswerte Teile seines Vermögens oder Verdienstes wieder abgeben, wenn er nachweislich gegen seine Pflichten oder sogar Gesetze verstoßen hat. In der Regel wird sogar nicht einmal Klage erhoben -> Generalstaatsanwalt lässt grüßen

  4. Avatar

    Roberto

    18. September 2019 15:24 at 15:24

    an alle meine Vorschreiber hier: Das ist also der neue Kommunistische Treffpunkt hier oder was ?
    Wer dieser Frau nach dem mund redet und sie lobt, der wünscht sich auch den reinen kommunismus hier in Deutschland.
    Was für ewig gestrigen sind denn hier vertreten ???
    Wenn sich ein @Hesterberg wünscht das eine Frau wie Wagenknecht regieren sollte, dann hat er wohl die letzten 70 Jahre auf dem Mond gelebt und komplett ignoriert, welche tatsächliche Politik Deutschland bis heirher gebracht hat. Und die Länder die Wagenknechts Politik betrieben haben sind untergegangen. So etwas kann man sich doch nur dann wünschen, wenn man es denen die hart für ihr Geld gearbeitet haben und Risiken auf sich genommen haben nicht gönnt das sie heute mehr haben. Wenn Mut, Risikobereitschaft und Fleiß nicht belohnt werden, dann gute Nacht Deutschland.

    • Avatar

      Hesterberg

      18. September 2019 16:51 at 16:51

      @Roberto
      Sie stecken Frau Wagenknecht und Ihre Vorschreiber in eine Schublade, in die sie nicht hinein gehören. Sie haben sich das Video entweder gar nicht angesehen oder die Aussagen von Frau Wagenknecht nicht verstanden, denn sonst könnten Sie unmöglich solch unzutreffende Schlussfolgerungen ziehen. Sie scheinen auch noch nicht verstanden zu haben, dass die Regierung Merkel in hohem Maße dafür Verantwortung trägt, dass die fleißigen Bürger und Unternehmer unseres Landes immer mehr um ihren jahrzehntelang erarbeiteten Lohn gebracht werden.

    • Avatar

      Michael

      18. September 2019 19:06 at 19:06

      @Roberto
      Dann teilen Sie uns doch auch bitte mit, wie viele Milliardäre (nicht Millionäre) ihren völlig abgehobenen Reichtum durch Mut und Fleiß erworben haben. Und wie viele durch Erbschaft, künstlich aufgeblähte Aktienmärkte, Ausbeutung in Entwicklungs- und Schwellenländern inkl. Kinderarbeit oder dem glücklichen Umstand, dass sie zufällig auf Öl- und Gasressourcen sitzen.

      Warum wünscht sich jeder gleich den Kommunismus, der gewisse Ansichten einer in vielen ökonomischen und gesellschaftlichen Standpunkten durchaus kompetenten, demokratischen und sehr realistischen Frau Wagenknecht teilt? Weil sie in der falschen Partei beheimatet ist?

      Was ist falsch an einer gerechten Steuerpolitik, dem Stopfen von Steuerschlupflöchern und dem demokratischen Wunsch, den Interessen der Mehrheit wieder mehr Gewicht gegenüber einer übermächtigen Minderheiten-Lobby einzuräumen?

      Was haben Steuer-, Verantwortungs- und Straffreiheit und somit letztendlich Narrenfreiheit mit Mut, Risikobereitschaft und Fleiß zu tun? Hat nicht auch der Stahlarbeiter am Hochofen oder der Kumpel in der Zeche hart und fleißig für sein Geld gearbeitet und enorme Risiken auf sich genommen?

      Nach einem derart peinlichen Kommentar sollten Sie sich ernsthaft fragen, wer der „ewig Gestrige“ ist und neben dem Mann im Mond die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte verschlafen hat. Inhaltlich und auch im Hinblick auf die von Ihnen so gerne proklamierten Beleidigungen.

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    Übelkeit

    18. September 2019 17:02 at 17:02

    „Wenn Mut, Risikobereitschaft und Fleiß nicht belohnt werden, dann gute Nacht Deutschland.“

    Dagegen sagt ja auch keiner was. Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Der Kapitalismus in seiner jetzigen Form ist am Ende. Vermögen maximal konzentriert. Zinsen im negativen Bereich. Kreative Zerstörung der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt. Nicht weil die Notenbanken das wollen, sondern weil sie keine andere Wahl haben. Hier geht es um das nackte Überleben am Ende eines Zyklus.

    Nachdem WW2, dem größten Konjunkturprogramm des letzten Jahhunders haben alle vom Aufschwung profitiert. Die Zinsen waren noch entsprechen hoch. Das Schuldgeldsystem kommt an sein Ende. Zinsen müssen sinken. Nur irgendwann kommt die Mathematische 0. Durch den Geldsozialismus findet zudem eine Umschichtung statt. Globale Megakonzerne kommen noch oben drauf. Samsung mit 30% des BIP von Südkorea. Steuern zahlen die sowieso nicht. Bei Fabrikbau winken die Länder mit Milliarden.

    Das System ist am Ende. Große Bevölkerungsschichten werden vom Produktivitätszuwachs nicht mitgenommen, da das Finanzkasino schneller wächst als die Realwirtschaft. Den gigantischen Schuldenbergen stehen auch immer Vermögen und Menschen gegenüber.

    Selbst in den USA findet langsam ein Umdenken statt. Und das ist die Folge diese Prozesses der Vermögenskonzentration bzw das der Produktivitätszuwachs ganze Bevölkerungsschichten nicht mehr erreicht. (Sinkende Reallöhne)

    https://app.handelsblatt.com/unternehmen/us-topmanager-abschied-vom-shareholder-mantra-so-reagieren-deutsche-ceos-auf-den-brief-der-us-kollegen/24922396.html

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Banken halten bei EZB 3,3 Billionen Euro – Daten zu Strafzinsen und Freibeträgen

Claudio Kummerfeld

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Türme von Banken in Frankfurt

Die einfache Sichtweise der „großen“ Experten in den Türmen der Notenbanken lautet: Je tiefer wir die Zinsen setzen, desto weniger attraktiv wird es für die Menschen Geld auf Bank- und Sparkonten zu parken. Sie werden dann immer mehr Geld in den Konsum pumpen. Aber egal wie viel sehr man auch an so einer Theorie festhält – die Realität sieht oft ganz anders aus. Die Bürger (vor allem die Deutschen) wollen gerade in Krisenzeiten offenkundig weiterhin Monat für Monat von ihrem Ersparten anständig was auf die hohe Kante packen – Vorsorgen für die schlechten Zeiten, sozusagen.

Und bei de facto Nullzinsen, die in den letzten Jahren in der Regel (nach Abzug der Inflation) reale Negativzinsen bedeuten, legen die Menschen einfach pro Monat noch mehr Geld auf die hohe Kante, sozusagen als Ausgleich für die fehlenden Zinsen. Und so steigen seit Jahren in der Eurozone die Bankguthaben immer weiter an. Das wird für die Banken immer mehr zu einem dramatischen Problem. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) wollte nicht nur, dass der (einfältige?) Bürger endlich sein Geld in den Konsum steckt. Nein, die EZB wollte auch erreichen, dass die (faulen?) Banken endlich mehr Geld als Kredit herausreichen an Privat- und Geschäftskunden, damit die Konjunktur angekurbelt wird – und dadurch letztlich die Inflation ansteigt – die letzten Jahre geschah aber letztlich das Gegenteil.

Banken vor immer größerem Problem

Aber egal wie fleißig die Banken auch sein mögen bei der Kreditvergabe – der Sparfleiß der Bürger ist stärker. Die Guthaben bei den Banken wachsen immer mehr. Und genau deswegen hatte sich die EZB eine Art Strafmechanismus ausgedacht, damit die Banken nun wirklich mal die Einlagen der Kunden vermehrt als Kredit rausreichen. Verrechnet man das von den Bankkunden eingezahlte Guthaben mit den ausgegebenen Krediten, dann haben praktisch alle Banken eine Überschussliquidität, die bei der EZB geparkt wird. Die EZB bestraft die Banken hierfür mit einem Negativzins von derzeit -0,5 Prozent (ab 2014 stufenweise eingeführt, damals noch bei -0,1 Prozent). Je mehr die Kunden sparen und je höher sich die Banken-Überschüsse auf ihren EZB-Konten auftürmten, desto mehr mussten sie als Strafzins an die EZB überweisen.

Dies wurde in den letzten Jahren immer mehr zu einem Problem für die Banken, die sowieso dank Nullzinsen ein ernsthaftes Problem mit ihrem wichtigsten Geschäft hatten, nämlich der Zinsmarge. Die EZB sah dieses Problem, und führte einen Freibetrag ein. Die Banken sollten für zu viel hinterlegte Einlagenüberschüsse also bestraft werden – aber nicht so sehr, dass sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Und so gibt es EZB-Strafzinsen für die Banken mit einem Freibetrag an Einlagen, der nicht mit einem Strafzins bedacht wird.

Gigantische Überschüsse, Strafzinsen und Freibetrag

Heute veröffentlichte Daten der Bundesbank zeigen die Dimension der Beträge. Demnach gab es im Dezember 2020 eine Überschussliquidität im Euroraum in Höhe von 3,35 Billionen Euro. Zwischen Einführung des Tiering-Systems (Freibeträge) im Oktober 2019 und Dezember 2020 betrug der Zinsaufwand der Banken im Euroraum für das Halten dieser Überschussliquidität bei der EZB 8,9 Milliarden Euro. Dieser Zinsaufwand (die Strafzinsen) fiel laut Bundesbank um 4,7 Milliarden Euro niedriger aus, als dies unter sonst gleichen Bedingungen ohne ein Tiering-System der Fall gewesen wäre. Gleichzeitig wurde mit zuletzt 2,498 Billionen Euro der größte Teil der Überschussliquidität weiterhin negativ verzinst.

Während die Überschussliquidität der Banken bei der EZB in den letzten Jahren immer weiter stieg (oberer Teil der Grafik), dachte die EZB wohl sie könnte dies verhindern, indem sie den Strafzins immer weiter anhebt. Es brachte aber nichts! Wer arg ins Detail gehen möchte, kann sich beim Klick an dieser Stelle in den Bundesbank-Bericht auf den Seiten 61-72 in das Thema vertiefen. Wer sich für die Rücklagen der Deutschen interessiert, der klicke bitte hier. Im Krisenjahr 2020 wurde von deutschen Haushalten 333,5 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt, nach 220,3 Milliarden Euro in 2019. Diese Summe steigerte sich in den letzten Jahren immer weiter, obwohl das Zinsniveau für die Sparer immer weiter abrutschte.

Grafik zeigt Bundesbank-Daten zu Strafzinsen und Überschussliquidität

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BlackRock, Wall Street – und China: Kampf der Giganten

Wolfgang Müller

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Wird BlackRock zu mächtig? Während BlackRock immer größer und wichtiger wird, scheinen die USA insgesamt abzusteigen (siehe hierzu das Interview mit der USA-Korrespondentin der „Zeit“, Heike Buchter).

Der Kampf der beiden Supermächte USA und China um die wirtschaftliche und technologische Vorherrschaft elektrisiert viele Marktbeobachter. Klar ist es fast unmöglich Chinas weiteren Aufstieg zu verhindern, schließlich hat China mit seiner riesigen Anzahl an Menschen – Vergleich zu den USA: 1439 Millionen zu 332 Millionen – einen Riesenvorteil. Aber die USA haben neben ihren großen Techfirmen auch noch weitere Riesen, einer davon ist der Finanzdienstleister BlackRock, der letzte Woche gigantische Zahlen abgeliefert hat.

BlackRock: Der schwarze Felsen wird immer größer

Der weltweite Aktienmarkt klettert, wie schon so oft dargestellt, auch infolge der Aktionen der Notenbanken nach oben, auf zuletzt 106 Billionen Dollar. Maßgeblich beteiligt daran ist die Wall Street, deren Aktienmärkte allein schon ein Gewicht von über 40 Billionen Dollar aufweisen. Angesichts des Anteils der USA an der Weltbevölkerung (4,3 Prozent) und der Wirtschaftsleistung (kaufkraftbeteinigt etwa 16 Prozent) eigentlich viel zu groß. Aber ebenso dominant ist der Anteil der Vermögensverwaltung in den USA, wie allein die letzten Donnerstag veröffentlichten Zahlen von BlackRock aufweisen.

BlackRock ist mit 8,68 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen (Stand: 31. Dezember 2020) der weltgrößte Vermögensverwalter. Die Kunden sind Privatanleger und Institutionen wie Banken, Pensionskassen, Stiftungen, Versicherer, Staatsfonds und Zentralbanken. So der zutreffende Eintrag bei Wikipedia.

Inmitten der Corona-Krise ist es der Firma von Larry Fink gelungen, einem sehr einflussreichen CEO, was demnächst auch die Regierung von Joe Biden erleben dürfte, das Volumen der verwalteten „Assets“ im Jahr 2020 um 17 Prozent oder 1,2 Billionen Dollar auf 8,68 Billionen Dollar zu steigern.

BlackRock profitierte nicht nur von der aktiven Fondsbranche, auch seine bekannte ETF-Sparte (iShares) ist um 185 Milliarden Dollar gewachsen.

Aus diesen ganzen Zahlen ergab sich ein Gewinn für das Jahr 2020 von 5,2 Milliarden Dollar, ein Anstieg von ebenfalls 17 Prozent. Dass die Fantasie der Investoren auch bei diesem Felsbrocken der Finanzwelt ins Kraut schießt, zeigt die Entwicklung der Aktie, die bis zur Veröffentlichung der Jahresbilanz um 44 Prozent gestiegen ist. Aufgrund der großen Marktmacht von BlackRock spürt der Gigant nicht einmal so sehr die Entwicklung in der Fondsbranche hin zu den kostengünstigen Exchange Traded Funds. Der Gewinn des Finanzdienstleisters war auch im vierten Quartal um 1,6 Milliarden Dollar angewachsen.

Noch ein paar Sätze zum Zweikampf zwischen den USA und China.

Liste der größten Firmen der Welt

Betrachtet man sich die aktuelle Liste der nach Marktkapitalisierung schwersten Unternehmen der Welt, so stellt man fest, dass sich unter den größten 20 Unternehmen allein 13 US-Unternehmen, unter ersten Zehn gleich deren sieben befinden. China ist mit Tencent, Alibaba vertreten.

Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Tesla, Facebook, Berkshire Hathaway, Visa, Walmart, Johnson &Johnson, JP Morgan, Procter&Gamble, MasterCard, von einem Finanzgiganten BlackRock ist dabei nichts zu sehen, nicht einmal unter den ersten Hundert.

Sicher wird es demnächst durch Regulation bei den Monopolfirmen einiges an Korrekturen geben. Auch befinden sich die Kurse einiger Firmen in Höhen, die nicht aufrechterhalten werden können – auch wenn einige glauben, Aktien könnten sich dauerhaft den Fundamentaldaten entziehen.

Was das Vermögen von Kundengeldern angeht, haben die USA noch weit die Nase vorn. Denn neben dem 8-Billionen-Dollar-Koloss BlackRock gibt es noch die Riesen Vanguard Group, State Street Global Advisors und Fidelity Investments, jedes Unternehmen verwaltet mehrere Billionen Dollar.

China hat ein großes Problem in seinem Aufwärtsstreben und das ist sein totalitäres System. Es wird sicherlich nicht das Vertrauen von Investoren steigern, wenn eine Regierung so rigoros an eine Firma wie Alibaba herangeht, kürzlich noch achtwertvollstes Unternehmen der Welt, dessen Gründer Jack Ma schon seit Wochen von der Bildfläche verschwunden ist. Da vertraut die westliche Welt schon eher auf einen ETF der Firma BlackRock, Sparte iShares, wie die jüngsten Zahlen beweisen. Der Produktionsstandort China boomt – aber der Finanzstandort?

BlackRock und die Wall Street

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Wirtschaft kommt laut Bundesbank recht gut durch den Lockdown, aber…

Claudio Kummerfeld

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Lockdown Schriftzug

Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht für Januar veröffentlicht. Demnach kommt die deutsche Wirtschaft recht gut durch den Lockdown. Die Erholung der deutschen Wirtschaft ist laut Bundesbank im letzten Quartal 2020 durch das erhöhte Infektionsgeschehen und die wieder erheblich verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zwar ausgebremst worden. Aber es habe jedoch keinen größeren Rückschlag gegeben, da sich weniger durch die Maßnahmen betroffene Bereiche der Wirtschaft weiter erholten. Insbesondere die Industrie aber auch die Bauwirtschaft hätten nach den bis November vorliegenden Zahlen kräftig zugelegt.

Die Auftragseingänge in der Industrie hätten im November das Vorkrisenniveau vom Schlussquartal 2019 sogar deutlich überstiegen. Zudem seien die Einzelhandelsumsätze bis November noch erheblich gewachsen. Dies hätte ein Gegengewicht zu den Einbußen gebildet, die aufgrund der im Dezember angeordneten Schließungen im stationären Einzelhandel entstanden sein dürften. Die Unternehmensstimmung hellte sich im Dezember laut ifo Geschäftsklimaindex trotz des Wiederaufflammens der Pandemie auf. Diese ermutigenden Signale lassen laut aktueller Bundesbank-Aussage darauf hoffen, dass auch die zu Beginn des neuen Jahres verlängerten und weiter verschärften Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung nicht allzu weit zurückwerfen.

Aber die Bundesbank versieht diese rosigen Aussagen mit einer kleinen Warnung, wie es nicht anders zu erwarten wäre. Bei dieser Krise sind ja „Risiko-Disclaimer“ fast schon unverzichtbar, da niemand eine Glaskugel hat und unzählige Variablen vorhersehen kann. Sollte das Infektionsgeschehen jedoch nicht erheblich nachlassen und die gegenwärtigen Beschränkungen der Wirtschaftstätigkeit länger anhalten oder noch weiter verschärft werden, so könne es gleichwohl noch zu einem spürbaren Rückschlag (für die Wirtschaftsleistung) kommen, so die Bundesbank.

Auch beim Thema Arbeitslosigkeit sieht die Bundesbank offenbar keine ernsthaften Probleme. So blieb der Arbeitsmarkt laut Aussage der Bundesbank trotz der wieder strikteren Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung bemerkenswert stabil. Zwar seien im November und Dezember vermehrt Anmeldungen zur Kurzarbeit eingegangen, diese entsprächen jedoch nur einem Bruchteil der Anzeigen aus dem vergangenen Frühjahr. Die aktuellen Anzeigen würden sich vor allem auf den von den angeordneten Schließungen betroffenen Hotel- und Gaststättenbereich sowie Teile des Handels beschränken. Die registrierte Arbeitslosigkeit sei im Dezember wie schon in den beiden Monaten zuvor spürbar zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen sei um saisonbereinigt 37.000 gegenüber dem Vormonat gesunken, die entsprechende Arbeitslosenquote läge damit bei 6,1 Prozent.

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