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Sahra Wagenknecht – Milliardäre sind inakzeptabel!

„Wie kann man Demokratie so gestalten, dass sich die Interessen der Mehrheit wieder durchsetzen können“, fragt Sahra Wagenknecht

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Sahra Wagenknecht ist einer der Wenigen unter linken Politikern, die zumindest wissen, wovon sie sprechen – so schrieb sie unter anderen im Jahr 2008 das Buch „Wahnsinn mit Methode – Finanzcrash und Weltwirtschaft“, sowie dann 2016 „Reichtum ohne Gier. Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten“.

Sahra Wagenknecht hat sich also tief in die Materie eingearbeitet – insofern sind ihre Aussagen zum Kapitalismus und ihre Vorschläge für eine neue Wirtschaftsordnung durchaus ernst zu nehmen. Sie kritisiert dabei zu Recht die Exzesse des Finanzkapitalismus (Aktienrückkäufe etc.) – und fordert, dass Menschen nicht allein durch die Arbeit anderer Menschen konfortabel leben können, ohne selbst etwas zu tun.

Dementsprechend sei es nicht akzeptabel für eine Gesellschaft, wenn es Milliardäre gibt – und in der Tat stellt sich die Frage, ob es für den Zusammenhalt einer Gesellschaft förderlich ist, wenn manche Menschen so derartig viel mehr verdienen als die Durchschnitts-Bürger. Warum eigentlich nicht hier bestimme Grenzen ziehen, also etwa als Staat verfügen, dass ein Top-Manager nicht mehr als das 100-fache eines Durchschnitts-Einkommens bekommen darf?

Das gilt auch für Renten: so bekommt etwa eine Sekretärin, die 40 Jahre für ein Unternehmen gearbeitet hat, meist kaum mehr als 1000 Euro Rente im Monat, während ehemalige Führungskräfte desselben Unternehmens locker auf sechstellige, manchmal sogar siebenstellige Summen im Jahr an Rentenzahlungen kommen.

Ähnlich ungerecht geht es in Steuerfragen zu: die Sparer werden durch die EZB-Politik sukzessiv enteignet, während viele Unternehmen wie Amazon zwar in Deutschland großartige Geschäfte machen, aber praktisch dafür keine Steuern bezahlen aufgrund der allgegenwärtigen Steuer-Schlupflöcher. Das sei möglich, meint Sahra Wagenknecht, weil die Lobby-Gruppen ganze Arbeit leisteten. Oder die nun kommende Finanztransaktonssteuer mit der Besteurung für Aktien, während Derivate unbesteuert bleiben – an Absurditäten magelt es also nicht, die Wagenknecht benennt.

„Wie kann man Demokratie so gestalten, dass sich die Interessen der Mehrheit wieder durchsetzen können“, fragt Sahra Wagenknecht daher – und dieser Gedanke ist für den Fortbestand einer Demokratie absolut zentral! Sehen Sie dazu das spannende Interview von „Mission Money“ mit der Politikerin:

 

Sahra Wagenknecht über Kapitalismus und Demokratie

Von Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=70104316

7 Kommentare

7 Comments

  1. Hesterberg

    18. September 2019 11:59 at 11:59

    Wenn es nur mehr Politiker vom Format einer Sahra Wagenknecht geben würde. Ich halte sie für klug, sie hat hohen Sachverstand, sie scheint vor allem auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn zu besitzen und die Fähigkeit zur sachlichen Diskussion. Vor allem erscheint sie mir integer. Und wir lassen unser großartiges Land nun schon seit fast 14 Jahren von einer Person wie Angela Merkel regieren. Hilfe!

  2. Übelkeit

    18. September 2019 12:31 at 12:31

    Das Problem an der Globalisierung ist nicht der globale Wettbewerb der Industrie, sondern die Schlupflöcher, welche das Kapital hierbei nutzt.

    Ein Mindestlohn (soviel Geld das es zum Leben reicht) mag zwar durchsetzbar sein. Ein Maximallohn, welcher viel wichtiger wäre ist in unserer globalisierten Welt ein Ding der Unmöglichkeit. Es reicht ein Staat oder Insel, welche außen vor bleibt.

    Erst ein Crash wird das Problem lösen, wenn überhaupt. Bis dahin geht die Vermögenskonzentration im Zeitalter des Geldsozialismus für Superreiche weiter. Das bedeutet weiterer Wohlstandsverlust für breite Bevölkerungsschichten weltweit.

    Auf der anderen Seite konzentrieren die 8 reichsten Menschen soviel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Menschheit. Und die Bankenfamilie Warburgs fehlen gleich komplett in der Forbsliste.

    Schön das man solche Dinge immer anspricht. Beim Mietendeckel zeigt man aber, dass man nichts verstanden hat. Ursache / Symptom und so… Die Linke ist doch mittlerweile auch nur Teil des Systems. CDU/SPD/Grüne sitzen das mit Nebelkerzen aus. AfD reitet auf dem Zug der Symptome ohne die Ursache anzusprechen. Ohne Crash gibt’s keinen Neustart. Die Gelbweste ist nichts für den Michel. Für viele wird sich ihr Weltbild auflösen wie der Kontostand bzw ihr Scheinvermögen.

  3. Shong09

    18. September 2019 14:39 at 14:39

    Sehe ich weitestgehend genauso. Allerdings ist ihr Konzept mit der Überführung von großen UN in StiftungsUN und ihre Aussage, diese aber nicht enteignen zu wollen, nicht koheränt. Ferner sagt sie irgendwann wäre das Gründungskapital doch plus Zinseszins zurückgezahlt, dies ist eben stark abhängig vom gewählten Zins und sehe ich dementsprechend ebenfalls ganz klar als Bauernfängerei oder sie versteht es eben selbst nicht. Wobei AM da sicherlich nicht besser wäre.
    Bin schon ganz froh, dass es private UN gibt, in bestimmten Bereichen bei natürlichen Monopolen wie z.B. Netzen und Leitungen bin ich ebenfalls ganz klar für staatliches Unternehmertun, aus dem Wohnungssektor hat sich der Staat unter den alten etablierten Parteien zurückgezogen. EnBW auch ein schönes Beispiel. Es hilft nur eins, Haftung bei Politikern und Mangaern. Sie streichen das Geld dafür ein (sie argumentieren immer damit, sie würden so viel Verantwortung tragen) nur komischerweise landet keiner im Bau oder muss nennenswerte Teile seines Vermögens oder Verdienstes wieder abgeben, wenn er nachweislich gegen seine Pflichten oder sogar Gesetze verstoßen hat. In der Regel wird sogar nicht einmal Klage erhoben -> Generalstaatsanwalt lässt grüßen

  4. Roberto

    18. September 2019 15:24 at 15:24

    an alle meine Vorschreiber hier: Das ist also der neue Kommunistische Treffpunkt hier oder was ?
    Wer dieser Frau nach dem mund redet und sie lobt, der wünscht sich auch den reinen kommunismus hier in Deutschland.
    Was für ewig gestrigen sind denn hier vertreten ???
    Wenn sich ein @Hesterberg wünscht das eine Frau wie Wagenknecht regieren sollte, dann hat er wohl die letzten 70 Jahre auf dem Mond gelebt und komplett ignoriert, welche tatsächliche Politik Deutschland bis heirher gebracht hat. Und die Länder die Wagenknechts Politik betrieben haben sind untergegangen. So etwas kann man sich doch nur dann wünschen, wenn man es denen die hart für ihr Geld gearbeitet haben und Risiken auf sich genommen haben nicht gönnt das sie heute mehr haben. Wenn Mut, Risikobereitschaft und Fleiß nicht belohnt werden, dann gute Nacht Deutschland.

    • Hesterberg

      18. September 2019 16:51 at 16:51

      @Roberto
      Sie stecken Frau Wagenknecht und Ihre Vorschreiber in eine Schublade, in die sie nicht hinein gehören. Sie haben sich das Video entweder gar nicht angesehen oder die Aussagen von Frau Wagenknecht nicht verstanden, denn sonst könnten Sie unmöglich solch unzutreffende Schlussfolgerungen ziehen. Sie scheinen auch noch nicht verstanden zu haben, dass die Regierung Merkel in hohem Maße dafür Verantwortung trägt, dass die fleißigen Bürger und Unternehmer unseres Landes immer mehr um ihren jahrzehntelang erarbeiteten Lohn gebracht werden.

    • Michael

      18. September 2019 19:06 at 19:06

      @Roberto
      Dann teilen Sie uns doch auch bitte mit, wie viele Milliardäre (nicht Millionäre) ihren völlig abgehobenen Reichtum durch Mut und Fleiß erworben haben. Und wie viele durch Erbschaft, künstlich aufgeblähte Aktienmärkte, Ausbeutung in Entwicklungs- und Schwellenländern inkl. Kinderarbeit oder dem glücklichen Umstand, dass sie zufällig auf Öl- und Gasressourcen sitzen.

      Warum wünscht sich jeder gleich den Kommunismus, der gewisse Ansichten einer in vielen ökonomischen und gesellschaftlichen Standpunkten durchaus kompetenten, demokratischen und sehr realistischen Frau Wagenknecht teilt? Weil sie in der falschen Partei beheimatet ist?

      Was ist falsch an einer gerechten Steuerpolitik, dem Stopfen von Steuerschlupflöchern und dem demokratischen Wunsch, den Interessen der Mehrheit wieder mehr Gewicht gegenüber einer übermächtigen Minderheiten-Lobby einzuräumen?

      Was haben Steuer-, Verantwortungs- und Straffreiheit und somit letztendlich Narrenfreiheit mit Mut, Risikobereitschaft und Fleiß zu tun? Hat nicht auch der Stahlarbeiter am Hochofen oder der Kumpel in der Zeche hart und fleißig für sein Geld gearbeitet und enorme Risiken auf sich genommen?

      Nach einem derart peinlichen Kommentar sollten Sie sich ernsthaft fragen, wer der „ewig Gestrige“ ist und neben dem Mann im Mond die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte verschlafen hat. Inhaltlich und auch im Hinblick auf die von Ihnen so gerne proklamierten Beleidigungen.

  5. Übelkeit

    18. September 2019 17:02 at 17:02

    „Wenn Mut, Risikobereitschaft und Fleiß nicht belohnt werden, dann gute Nacht Deutschland.“

    Dagegen sagt ja auch keiner was. Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Der Kapitalismus in seiner jetzigen Form ist am Ende. Vermögen maximal konzentriert. Zinsen im negativen Bereich. Kreative Zerstörung der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt. Nicht weil die Notenbanken das wollen, sondern weil sie keine andere Wahl haben. Hier geht es um das nackte Überleben am Ende eines Zyklus.

    Nachdem WW2, dem größten Konjunkturprogramm des letzten Jahhunders haben alle vom Aufschwung profitiert. Die Zinsen waren noch entsprechen hoch. Das Schuldgeldsystem kommt an sein Ende. Zinsen müssen sinken. Nur irgendwann kommt die Mathematische 0. Durch den Geldsozialismus findet zudem eine Umschichtung statt. Globale Megakonzerne kommen noch oben drauf. Samsung mit 30% des BIP von Südkorea. Steuern zahlen die sowieso nicht. Bei Fabrikbau winken die Länder mit Milliarden.

    Das System ist am Ende. Große Bevölkerungsschichten werden vom Produktivitätszuwachs nicht mitgenommen, da das Finanzkasino schneller wächst als die Realwirtschaft. Den gigantischen Schuldenbergen stehen auch immer Vermögen und Menschen gegenüber.

    Selbst in den USA findet langsam ein Umdenken statt. Und das ist die Folge diese Prozesses der Vermögenskonzentration bzw das der Produktivitätszuwachs ganze Bevölkerungsschichten nicht mehr erreicht. (Sinkende Reallöhne)

    https://app.handelsblatt.com/unternehmen/us-topmanager-abschied-vom-shareholder-mantra-so-reagieren-deutsche-ceos-auf-den-brief-der-us-kollegen/24922396.html

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Fed – des einen Glück ist des anderen Leid

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Das Fed-Hauptgebäude

Mit ihren massiven Interventionen am Markt für kurzlaufende US-Staatsanleihen hat die US-Notenbank Fed eine künstliche Versteilerung der Zinsstrukturkurve bewirkt. Die Zinsen am langen Ende steigen nun an. Damit ist ein QE-Programm offizieller Definition noch zwingender geworden.

Fed – die Zinswippe ist am langen Ende schwerer

Aufgeschreckt durch die Erosion der Margen im klassischen Zinsgeschäft der Banken via Fristentransformation sowie durch akute Liquiditätsengpässe am US Repo-Markt tritt die US-Notenbank seit Mitte September als Käufer für kurzlaufende Staatsanleihen auf. Mit über 200 Mrd. US-Dollar Kaufvolumen hat die Fed in einem Monat zehnmal mehr Anleihen erworben, als die EZB dies ab November pro Monat plant. Das Ergebnis ist eine künstliche Versteilerung der Zinsstrukturkurve. Die Zinsen für dreimonatige US-Staatsanleihen, sogenannte T-Bills, sind im Zuge dessen auf 1,65 Prozent p. a. gefallen. Die Zinsen für länger laufende US-Staatsanleihen, sogenannte T-Notes oder T-Bonds, sind hingegen angestiegen. Im Fahrwasser der auf Kurzläufer fokussierten künstlichen Nachfrage durch die Fed haben die Rentenhändler die Langläufer abverkauft, sich an den Interventionszug der Fed angekoppelt und in Kurzläufer umgeschichtet.

Zinsen US-Staatsanleihen

Auf der einen Seite hat die Fed das Problem der schwindenden Zinsmargen der Kreditbanken durch eine Umkehrung der Zinsstrukturkurve etwas gemindert, gleichzeitig hat sie damit die Kreditkosten für Unternehmenskredite, Hypothekendarlehen, Konsumkredite und Kreditkartenschulden tendenziell erhöht. Gesamtwirtschaftlich wiegt die Steigerung des Benchmarkt-Zinses für längerfristige Verbindlichkeiten jedoch für ein so hoch verschuldetes Land wie die USA deutlich schwerer als eine geringfügige Verbesserung der Zinsmargen für die Banken.

Problem nur halb gelöst

Da die steigende Schuldenlast der US-Konsumenten sowie das Auslaufen der Steuerstimuli nun zunehmend den kreditgetriebenen Konsum in den USA belasten, kommen steigende Zinsen am langen Ende der Kurve zur Unzeit.#

Studenten Auto Kreditkarten USA mit Daten der Fed

Wie stark der Rückgang der Konsumdynamik in den nächsten Monaten ausfallen wird, kann man sehr gut anhand des Basiseffektes der Vorjahresperiode erahnen. Getrieben durch höhere Nettoeinkommen und Neuverschuldung stiegen die Konsumausgaben in den großen US-Einzelhandelsketten im vierten Quartal 2018 mit einer Jahresrate von in der Spitze 9,3 Prozent stark an. Da es keinen vergleichbaren Impuls in diesem Jahr gibt, sieht man bereits den Rückgang der Steigerungsraten, die noch nicht um die Teuerungsrate in Höhe von aktuell 1,7 Prozent bereinigt sind.

Umsatzentwicklung US-Einzelhändler

Sowohl die Bedeutung der Langfristzinsen für den US-Immobilienmarkt, als auch für die hoch verschuldeten Unternehmen und erst recht für den US-Konsumenten lassen eine einseitige Fokussierung der Intervention der US-Notenbank auf das kurze Ende der Zinsstrukturkurve dauerhaft nicht zu.

Die EZB hat das Problem in Europa so gelöst, dass man die Zinsen in allen Laufzeitbereichen weiter nach unten geschleust hat, nur am kurzen Ende etwas mehr. So existiert in der Eurozone eine leicht steile Zinsstrukturkurve – unter der Nulllinie. Dass heißt, die Zinsen am kurzen Ende sind tiefer im negativen Terrain als die Zinsen am längeren Ende.

Fazit

Der erneute Einstieg in den Bilanzaufbau der US-Bundesbank Fed durch den Ankauf kurzfristiger T-Bills ist nach offizieller Lesart noch kein QE-Programm. Doch es ist nur der Beginn einer breiteren Marktintervention auch zugunsten der Zinsen am langen Ende der Laufzeit. Die Fed muss schon deshalb so agieren, weil sie sonst dem Rentenmarkt falsche Signale liefert und die Spekulanten zu einem Arbitragegeschäft verleitet, bei dem diese Langfristanleihen verkaufen und Kurzfristanleihen erwerben. Das würde die Zinswippe weiter am langen Ende nach oben bewegen – entgegen der ökonomischen Notwendigkeit, die Zinsen auch dort weiter zu reduzieren, um die Schuldentragfähigkeit von Konsumenten und Unternehmen aufrecht zu erhalten.

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Sind Elektro-Autos wirklich sauber? Nein, sagt der Professor für Leichtbau an der TH Ingolstadt Jörg Wellnitz. Aber die „Generation Greta“ und der inzwischen grüne Mainstream will einfach ein reines Gewissen haben – und daher wird an den Fakten gerne vorbei gesehen!

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Eurozone: Diese sinkenden Staatsschulden, die in Wirklichkeit immer weiter steigen

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Ja, ja, das ist schon ne schöne Sache. Die Staatsschulden in Euroland, die sinken aufgrund der jahrelang brummenden Konjunktur, und immer noch guten Steuereinnahmen. Richtig? Falsch. Schaut man auf die aktuelle Headline der offiziellen EU-Statistiker von Eurostat, dann liest man dort wortwörtlich „Rückgang des öffentlichen Schuldenstands im Euroraum auf 86,4% des BIP“. Wow, Rückgang. Da sinkt also etwas, da geht etwas zurück, richtig? Ja, wenn man die Sache nur aus prozentualer Sicht betrachtet.

Staatsschulden steigen weiter an

Schaut man sich die Tabelle in der Statistik-Veröffentlichung aber genauer an, dann sieht man: Die tatsächliche Schuldenlast der Regierungen in der Eurozone ist von Mitte 2018 zu Mitte 2019 gestiegen von 9,94 auf 10,1 Billionen Euro! Die Schuldenquote in Relation zum BIP sank tatsächlich von 87,3% auf 86,4%. Das liegt aber nur daran, dass in diesen zwölf Monaten auch das BIP (Wirtschaftsleistung) angestiegen ist. Also wurde die Bezugsgrößte für die prozentuale Berechnung größer. Somit konnte trotz Schuldenanstieg die Prozentquote sinken.

Auch die Staatsschulden in der Gesamt-EU (also alle EU-Mitglieder, die noch ihre eigene Währung haben) sind gestiegen binnen Jahresfrist von 12,76 auf 12,99 Billionen Euro. Auch hier sinkt die Quote gleichzeitig, nämlich von 81,5% auf 80,5%. Die höchsten Verschuldungsquoten im Verhältnis zum BIP am Ende des zweiten Quartals 2019 wurden laut Eurostat in Griechenland (180,2%), Italien (138,0%), Portugal (121,2%), Zypern (107,2%) und Belgien (104,7%) verzeichnet, und die niedrigsten Quoten in Estland (9,3%), Luxemburg (20,3%) und Bulgarien (20,4%).

Staatsschulden in Europa steigen weiter an

Grafik Schuldenquoten

Immer nur Defizite

Trotz jahrelang brummender Konjunktur in Euroland sind die Staatsschulden immer weiter gestiegen. In der folgenden aktuellen Grafik sieht man zurück bis zum 2. Quartal 2017. Quartal für Quartal immer nur Defizite im Gesamtschnitt der Eurozone und Gesamt-EU. Die Ausgaben der Mitgliedsstaaten lagen also ständig über den Einnahmen. Und das in diesen konjunkturell so guten Zeiten. Wie soll es dann erst werden, wenn die aktuelle Rezession der Industrie die Volkswirtschaften ganz runterziehen sollte? Dann geht der große Kampf um die 3% Hürde aus Maastricht wieder los?

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