Die Sanktionen zeigen Wirkung: Russlands Finanzkraft schrumpft, Banken wanken, und die Kriegsmaschinerie gerät ins Stocken. Ein schleichender, aber gezielter Prozess.
Russlands Fähigkeit, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine aufrechtzuerhalten, wird durch internationale Sanktionen zunehmend ausgehöhlt. Schritt für Schritt verlieren Wirtschaft, Finanzsystem und Militär an Substanz. Während die EU mit ihrem 18. Sanktionspaket neue Maßnahmen auflegt, zeigen sich in Russland wachsende Verwerfungen – von steigenden Schulden bis zu bröckelnden Bankbilanzen
EU erweitert Sanktionen gegen Russland: Fokus auf Schattenflotte und Banken
Letzte Woche verabschiedete die EU das 18. Sanktionspaket gegen Russland, nachdem die Slowakei ihren Widerstand nach bilateralen Zusagen beim Öl- und Gasimport aufgab. Das Paket erweitert Handels- und Finanzsanktionen und gilt als eines der bisher umfassendsten der EU im Kontext des Krieges gegen die Ukraine.
Erstmals nehmen die Sanktionen auch chinesische Banken und indische Unternehmen ins Visier, die als wichtige Akteure bei der Sanktionsumgehung gelten. Zusätzlich wurden Exportverbote für Vorprodukte und Technologien beschlossen, die in der russischen Rüstungsindustrie verwendet werden könnten.
Im Zentrum steht die Schattenflotte: Die Zahl der sanktionierten Schiffe wurde um 105 auf jetzt 444 erhöht. Damit soll vor allem die Umgehung des Preisdeckels und der Transport von russischem Öl über Drittstaaten erschwert werden. Insgesamt wurden weitere 19 Unternehmen und zahlreiche Einzelpersonen, darunter erstmals auch Akteure aus Drittstaaten, auf die Sanktionslisten gesetzt.
Neu ist ein flexibler Ölpreisdeckel: Schiffe werden von westlichen Versicherungsunternehmen – insbesondere aus dem Club 12 P&I, der etwa 95 Prozent der weltweite Frachtschiffe versichert – künftig nur noch dann gedeckt, wenn russisches Rohöl mindestens 15 Prozent unter Marktpreis verkauft wird. Der Startwert liegt bei 47,60 US-Dollar pro Barrel und wird zweimal jährlich überprüft.
Zusätzlich werden Banken, insbesondere aus China, und eine indische Raffinerie sanktioniert, sofern sie am Handel mit russischen Rohstoffen beteiligt sind. Damit soll die Umgehung bestehender Sanktionen weiter erschwert und Russlands Einnahmebasis zusätzlich eingeschränkt werden.
Einschätzung von Experten: Sanktionen gegen Russland greifen – entscheidend ist Umsetzung
Laut CREA werden die tatsächlichen Auswirkungen dieser Sanktionen stark von einer strikten Durchsetzung und einer koordinierten internationalen Aufsicht abhängen. Ohne eine wirksame Überwachung – durch Versicherer, Hafenbehörden und Zollbehörden – könnte Russland immer noch große Teile seiner Öleinnahmen behalten.
Wenn es um Sekundärsanktionen geht, sehen die Experten von CREA einen zusätzlichen Hebel: Sanktionen gegen Banken und Raffinerien in Ländern wie Indien oder China könnten für erheblichen Druck sorgen. Ob die EU und ihre Partner politisch bereit sind, ihre wirtschaftlichen Beziehungen als Druckmittel einzusetzen, bleibt jedoch eine zentrale Frage.
Die Sanktionen, die die EU gegen die russische Schattentanker verhängt hat, hat die Fähigkeit der Schiffe, russisches Öl zu transportieren, um etwa ein Drittel verringert. Vorausgesetzt, westliche Länder, Versicherer und Regulierungsbehörden handeln in enger Abstimmung, wird diese Wirkung noch verstärkt.
Experteneinschätzung: Neue Sanktionsrunde entfaltet Wirkung
Mit Blick auf die sekundären Sanktionen sehen die Experten von CREA zusätzliche Hebel, um Russlands Einnahmebasis zu schwächen. Vor allem die Einbeziehung von Banken und Raffinerien in Ländern wie Indien oder China eröffnet neue Druckmöglichkeiten. Entscheidend sei, ob die EU und ihre Partner den politischen Willen aufbringen, wirtschaftliche Beziehungen gezielt zur Durchsetzung ihrer Vorgaben zu nutzen.
Die gezielte Sanktionierung der Schattenflotte könnte laut CREA rund ein Drittel der russischen Transportkapazität für Öl lahmlegen – vorausgesetzt, westliche Länder, Versicherer und Hafenbehörden handeln entschlossen und abgestimmt. So ließe sich nicht nur Russlands Umgehungsstrategie schwächen, sondern auch ein wesentlicher Teil der Kriegsfinanzierung mittelfristig austrocknen.
Kreml beschwichtigt, doch Sanktionen schränken Spielräume ein
Russland reagierte auf das neue Sanktionspaket betont gelassen. Kremlsprecher Peskow erklärte, man habe eine gewisse Immunität gegenüber Sanktionen entwickelt. Diese Einschätzung spiegelt zwar Russlands Anpassung der Lieferketten und Geldströme in den letzten drei Jahren wider, lässt jedoch zentrale Probleme außer Acht. Die Einnahmen -nicht der Gewinn – aus Rohstoffexporten sind trotz neuer Wege und Partner um mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vorkriegsniveau eingebrochen. Primär- und Sekundärsanktionen engen den wirtschaftlichen Spielraum Russlands weiter ein.
Seit Februar vergangenen Jahres sinkt das Bruttoinlandsprodukt kontinuierlich. In diesem Jahr liegt das Wachstum im Schnitt nur noch bei 1,3 Prozent nach 4,3 Prozent im Jahr 2024. Die Inflation bleibt mit zuletzt 9,4 Prozent deutlich über dem Zielwert der russischen Zentralbank von 4 Prozent. Die Notenbank stemmt sich mit einem Leitzins von aktuell 19 Prozent gegen den Preisauftrieb, kann ihn aber bislang nur begrenzt eindämmen.
Zinsen hoch, Kredite faul: Bankenkrise in Russland verschärft sich
Hinzu kommt eine deutliche Verschlechterung der Lage im Bankensektor. Die Banken kämpfen mit einem rasch steigenden Anteil fauler Kredite. Zuletzt lag dieser Wert bei über fünf Prozent des gesamten Kreditportfolios. Intern gehen viele Institute sogar von deutlich höheren Quoten aus. Zum Teil werden Kreditausfälle durch Umschuldungen und Zahlungsaufschübe verschleiert. Besonders betroffen ist der Unternehmenssektor, der durch hohe Finanzierungskosten und schwache Nachfrage unter Druck steht. Auch private Verbraucher können angesichts der hohen Zinsen viele ihrer Kredite nicht mehr bedienen. Die Verschlechterung der Kreditqualität trifft auf ein Umfeld, in dem die Refinanzierungskosten außergewöhnlich hoch und die Kapitalpuffer vieler Kreditinstitute begrenzt sind. Die Folge ist zunehmender Druck auf die Bilanzen und erste Anzeichen einer systemischen Belastung.
Die Verschlechterung der Lage im Bankensektor liefert ein klares Indiz für den Zustand der russischen Unternehmen. Der Anstieg notleidender Kredite deutet darauf hin, dass viele Firmen unter einer Kombination aus sinkender Nachfrage, hohen Zinskosten und strukturellen Problemen leiden. Die Fähigkeit, laufende Verpflichtungen zu bedienen, ist vielfach eingeschränkt. Hinzu kommt, dass bei einem Teil der Unternehmen Umschuldungen und Stundungen erforderlich sind, um akute Liquiditätsprobleme zu überbrücken. Viele Kreditinstitute berichten von zunehmender Unsicherheit über die Bonität ihrer Kunden. Das weist auf eine verbreitete Schwäche der Unternehmensbilanzen hin. Diese Umschuldungen verschaffen zwar kurzfristig Luft, führen aber dazu, dass bestehende Schulden durch neue mit deutlich höheren Zinsen ersetzt werden und damit die finanzielle Belastung langfristig steigt.
Das stagnierende Geschäftsumfeld, die fortgesetzt hohe Inflation und die begrenzte Verfügbarkeit von Fremdkapital setzen die Firmen zusätzlich unter Druck. Investitionen werden zurückgestellt oder ganz gestrichen. Für einen Teil der Unternehmen geht es nicht mehr nur um Wachstum, sondern um die Sicherung des Überlebens im Tagesgeschäft. Die Schwierigkeiten im Bankensektor sind damit kein isoliertes Problem, sondern ein Spiegelbild der insgesamt angespannten realwirtschaftlichen Lage in Russland.
Refinanzierung über Staatsbanken: Risiko steigt rasant
Zwar liegt die Staatsverschuldung Russlands mit rund 21 Prozent des BIP weiterhin auf moderatem Niveau, was im internationalen Vergleich zunächst Raum für neue Finanzierungen vermuten lässt. Allerdings ist Russland durch die westlichen Sanktionen vollständig vom Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten abgeschnitten. Der Versuch, Anleihen in Fremdwährungen etwa in China zu platzieren, blieb erfolglos. Peking verweigerte Investitionen in klassische US-Dollar-Anleihen und bot stattdessen lediglich den Absatz sogenannter Panda-Bonds in Yuan an, für die es bislang kaum nennenswerte Nachfrage gibt.
Somit verbleibt faktisch nur der Binnenmarkt für die Refinanzierung des russischen Staatshaushalts. Hier sind die verfügbaren privaten und institutionellen Mittel jedoch weitgehend ausgeschöpft, da russische Banken, Versicherungen und Pensionsfonds bereits in erheblichem Umfang Staatsanleihen halten. Die Nachfrage auf dem freien Markt stagniert, weshalb der russische Staat zunehmend auf die großen Staatsbanken als Käufer zurückgreifen muss. Diese sind faktisch verpflichtet, große Teile der regelmäßig emittierten Staatsanleihen zu übernehmen.
Die großen Staatsbanken wie Sberbank, VTB und Gazprombank nehmen regelmäßig neu ausgegebene Staatsanleihen in ihre Bilanzen auf und stellen damit wesentliche Mittel für den russischen Staatshaushalt bereit. Diese Käufe erfolgen nicht aus rein wirtschaftlichem Interesse, sondern sind in der aktuellen russischen Wirtschaftslage häufig mit staatlichen Vorgaben, gezielten Liquiditätszuweisungen oder regulatorischen Anreizen verbunden. Teilweise berichten Marktbeobachter sogar von offenem politischem Druck auf die Institute. Damit entsteht ein geschlossenes Finanzierungssystem. Der Staat gibt Anleihen aus, die Staatsbanken übernehmen sie, und aus dem dadurch eingenommenen Kapital werden laufende Ausgaben finanziert. Zu diesen Ausgaben zählen Sozialleistungen, Infrastrukturprojekte und die Kosten des Krieges.
Je stärker der Staat sich auf diese Weise im Inland verschuldet, umso stärker steigt auch das Risiko im Bankensektor. Zwar gelten russische Staatsanleihen formal als solide, sie sind aber eng mit politischen und wirtschaftlichen Risiken verknüpft. Gerät die Zahlungsfähigkeit des Staates unter Druck oder verliert der Rubel an Wert, geraten auch die Banken in Schwierigkeiten. Die offiziell niedrige Staatsverschuldung täuscht daher über die tatsächliche Abhängigkeit zwischen Staat und Finanzsektor hinweg und erhöht das systemische Risiko.
Besonders ins Gewicht fällt, dass die Zinsbelastung trotz des moderaten Verschuldungsniveaus im Haushalt sehr hoch ist. In den Jahren 2024 und 2025 gibt Russland rund sechs bis acht Prozent seines Gesamthaushalts für Schuldzinsen aus. Im Vergleich dazu liegen die Zinslasten in Deutschland trotz eines höheren Schuldenstandes bei unter fünf Prozent des Haushalts. Der Grund dafür ist das deutlich höhere Zinsniveau, zu dem Russland sich finanzieren muss. Die effektiven Renditen bewegen sich seit Monaten zwischen 14 und 18 Prozent, abhängig von der jeweiligen Anleihelaufzeit. Das macht neue Schulden für Russland nicht nur schwerer verkäuflich, sondern erhöht dauerhaft die Kosten. Diese hohe Zinsbelastung schränkt die finanziellen Spielräume weiter ein und macht den russischen Staat noch abhängiger von den Anleihekäufen der staatlich gelenkten Banken.
Russland hat sich mit diesem System ein finanzielles Schulden-Perpetuum Mobile geschaffen. Die Staatsbanken kaufen regelmäßig neue Anleihen, der Staat nutzt diese Mittel für seine Ausgaben und sorgt durch politischen Druck dafür, dass die Banken weiter investieren. Kurzfristig funktioniert dieses System, doch langfristig steigt das Risiko für Haushalt, Banken und Währung erheblich an.
Russland wirtschaftlich am Limit: Sanktionsdruck zeigt Wirkung
In den vergangenen Jahren hat Russland die Verteidigungsausgaben massiv ausgeweitet. Der Anteil der Militärausgaben am Gesamthaushalt liegt inzwischen bei über 40 Prozent und erreicht damit ein historisches Hoch. Für den aktuellen Haushalt 2025 sind mehr als 13 Billionen Rubel (etwa 120 Milliarden Euro) vorgesehen, was erneut mehr als 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Nach derzeitiger Planung soll dieses hohe Niveau ab 2026 wieder zurückgeführt werden. Damit liegt der Anteil der Militärausgaben am russischen Staatshaushalt inzwischen deutlich höher als zu Zeiten der Sowjetunion während des Afghanistan-Feldzuges, der damals bei etwa 16–22 Prozent Staatsausgaben lag.
Die geplanten Kürzungen im Verteidigungshaushalt sind kein strategischer Kurswechsel, sondern Ausdruck der finanziellen Engpässe. Durch die begrenzte Aufnahmefähigkeit des inländischen Marktes und die fehlenden Finanzierungsoptionen im Ausland ist der Spielraum für weitere expansive Ausgaben zunehmend eingeschränkt. Bereits jetzt sind die Zinszahlungen ein erheblicher Kostenfaktor. Sie beanspruchen rund sechs bis acht Prozent des Staatshaushalts und begrenzen damit weitere Ausgabendynamik.
Hinzu kommt die Verdrängung anderer politischer Prioritäten. Es werden bereits soziale Programme sowie Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Gesundheit für die Finanzierung des Militärs reduziert. Diese Verschiebung der Ausgabenschwerpunkte hat spürbare Auswirkungen auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Landes. Die mittelfristigen Einschnitte bei den Militärausgaben sind daher weniger eine bewusste strategische Korrektur, sondern Ausdruck der finanziellen Grenzen, die durch die hohe Verschuldung im Inland und den wachsenden Druck auf den Haushalt gesetzt werden.
Sanktionen gegen Russland wirken nicht abrupt
Die Sanktionen gegen Russland wirken nicht abrupt oder mit voller Kraft, sondern vergleichbar mit einem Fluss, der über die Zeit langsam austrocknet. Anfangs schien die Quelle unerschöpflich, doch nach und nach versiegt der Zufluss an Ressourcen. Die Möglichkeiten, den Krieg gegen die Ukraine fortzuführen, verengen sich somit stetig. Gleichzeitig steigen die Kosten der Kriegsführung, während andere Ausgabenbereiche wie soziale Programme und Infrastruktur zunehmend zurückgefahren werden müssen. Die russische Wirtschaft und ihr Finanzsystem sind an ihre Grenzen gelangt, der Handlungsspielraum im Haushalt schrumpft kontinuierlich.
Obwohl Russland derzeit noch über Mittel verfügt, um den Krieg aufrechtzuerhalten, werden diese Ressourcen zunehmend knapper und schwerer zugänglich. Die steigenden Zinslasten, die Verschärfung der Bankenkrise und der Verlust des Zugangs zu internationalen Kapitalmärkten belasten das wirtschaftliche Fundament spürbar. Technologische Engpässe und gezielte Maßnahmen gegen Umgehungswege verstärken diesen Effekt zusätzlich.
Kriege kosten Geld – und Russland gerät zunehmend in Zahlungsschwierigkeiten. Das Bild eines langsam austrocknenden Flusses beschreibt den aktuellen Zustand präzise: Die Kraft versiegt nicht über Nacht, aber unaufhaltsam.
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Moin, moin,
die entscheidende Frage aus Sicht der Börse bzw. eines Investors / Traders ist m.E. wie es nach einem Frieden oder Waffenstillstand weiter geht. Eines steht sicher fest, beide Länder müssen neu aufgebaut werden. Die Russen können mit Rohstoffen zahlen, die Ukrainer können über Know-How und ihre Arbeitsleistung zahlen.
Daraus folgt, dass der Maschinen- und Anlagenbau gut laufen sollte. Ferner Bauunternehmen.
Fazit: Baue auf und reiße nieder, hast du Arbeit immer wieder
Ja, Sanktionen werden langfristig zerstörerisch auf RU wirken aber was nutzt es im Endeffekt, wenn Kiew über Nacht vom Erdboden verschwindet ? Wird Putin nicht machen ? Naja, wir werden sehen .
Schon wieder?
Jetzt noch einmal 50 oder 100 Milliarden an Waffenhilfe durch den Westen, dann kann die Ukraine den Krieg doch noch den Krieg gewinnen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Traurig dass das Bip dort trotzdem noch wächst. In De war Stagnation und dann ein Rückgang, bin gespannt ob man dieses Jahr wieder 0% schafft.
Ich bin aber schon gespannt wie viel teurer tanken/heizen wird wenn die Sanktionen verschärft werden.
„Frieden ernährt, Krieg verzehrt.“ alles richtig. Es ist nur so, dass die Sanktionen auch uns schaden, und speziell Deutschland ist am härtesten davon getroffen. Ich finde die bisherigen Sanktionen unintelligent. Der bessere Weg wäre gewesen, die russischen Sicherheitsinteressen zu berücksichtigen und die Ukraine anzuhalten, ihre russischen Bürger entsprechend unseren westlichen Werten korrekt zu behandeln.
Nachdem das nicht geschehen ist, war der Waffenstillstand April 2022 die nächste Chance uswusf.
Im Grunde ist die wette also, welches Land hält mehr aus, bevor es den Kurs ändert.
@Felix
„…Der bessere Weg wäre gewesen, die russischen Sicherheitsinteressen zu berücksichtigen“…
Stimmt, die Sicherheitsinteressen eines Nachbarn zu berücksichtigen ist immer eine sehr gute Idee.
Kommt halt immer darauf an, wo diese enden. Wenn die Sicherheitsinteressen meines Nachbarn und meine genau bis zum Gartenzaun reichen, ist alles ok.
Wenn der Nachbar aber plötzlich mein Gartenhäusl als Sicherheit braucht, oder ich seines, wird‘s problematisch. Wenn er dann noch mein Gartenhäusl besetzt oder ich seines, geht‘s richtig schief.
Deswegen: Nachbarn sollten am Gartenzaun regelmäßig miteinander reden, auch wenn‘s nur übers Wetter oder dem Oleander ist.
Und genau das hat der Westen nicht getan. Russland stand die ganzen Jahre über am Zaun und hat gerufen, dass von unserem Grundstück eine Gefahr ausgeht und er es nicht akzeptiert, wenn wir seine Bäume abernten. Unsere Politiker haben es einfach ignoriert und Obama hat noch sinngemäß gesagt, die Russen sollen die Klappe halten.
Und auf unserem Grundstück leben auch noch ein paar Vögel, die die ganze Zeit schon gesagt haben, das der Russe endlich kommen soll, dann wir einen Grund ihn fertig zu machen und uns sein Grundstück unter den Nagel zu reißen.
Ihr Gleichnis ist richtig gut.
Danke @Felix, finde mein Gleichnis auch gut.
Wenn sich zwei streiten, sagt man bei uns „Ein Scheit allein brennt nicht“.
Hab ich mir gedacht, dass ihm das jetzt gar nicht passt😆.
Dói Ennoson ist ja schließlich kein Kommentarschreiberling, sondern ein qualifizierter FMW-Redakteur.
Na dann hat die Taktik : „Alle gegen ein Land“ ja langsam Erfolg. Da kann sich jeder der, ach so friedenliebenden, Politiker stolz selber auf die Schulter klopfen. Top Leistung ! Besser als vor Jahren schon massiv in Friedensverhandlungen einzusteigen. Verlogen hoch zehn…
@Dói Ennoson
Ein sehr fundierter und gut recherchierter Artikel!
Chapeau und vielen Dank für Ihre interessanten und hochwertigen Beiträge, durch die Sie das vielfältige Spektrum der FMW-Artikel nochmals um eine weitere und leider viel zu seltene Perspektive bereichern 👍
@Kathie Worst
Danke für das Lob.
Als hochgelobter China Spezialist sollte man auch wissen, dass China auf der Seite von Russland steht im Krieg des Westens gegen Russland.Die Amis werden die EU alleine lassen und der Verlierer wird die EU sein, die finanziell vor Russland kollabiert. Sollte man endlich gelernt haben, die Amis gehen aus jeder von ihnen verursachten Krise als Gewinner hervor.
@And the Winner is USA
Der hochgelobte China-Spezialist schaut nicht in die Glaskugel, sondern in die Zahlen – und sieht: Die „grenzenlose Freundschaft“ zwischen Peking und Moskau hat ziemlich definierte Grenzen. Der bilaterale Handel ist im ersten Halbjahr um rund 10 % gesunken, ins¬besondere bei chinesischen Importen fossiler Brennstoffe – mit Ausnahme von Pipeline-Gas. Während China davon rund 15 % mehr bezieht, kommen nur ca. 4% mehr aus Russland.
Der hochgelobte China-Spezialist erinnert sich auch an die historischen Hypotheken der sogenannten Partnerschaft – etwa an die „ungleichen Verträge“ und die nie ganz verheilten Grenzstreitigkeiten im Fernen Osten. Dass heute manche Kräfte in China offen revanchistische Töne anschlagen und über die Rückgabe „verlorener Gebiete“ spekulieren, ist nur schwer als Ausdruck echter Geschwisterliebe zu deuten.
Und der
Der hochgelobte China-Spezialist hört auch genau hin, wenn Wang Yi sagt, China könne sich eine russische Niederlage nicht leisten – nicht, weil man einen russischen Sieg anstrebt, sondern weil die Alternative für Chinas regionale Ambitionen noch schlechter wäre. Moskaus Schwäche kann man nutzen, ein zu starkes Russland braucht man nicht. Aber China braucht Russland als Puffer gegen den Westen.
Schliesslich wirft der hochgelobte China-Spezialist einen präzisen Blick auf die Fakten: Unter Biden stimmten sich USA und EU bei Sanktionen und Unterstützung für die Ukraine eng ab – ein Miteinander, das auch von anderen Partnern getragen wird. Und auch Trump hält sich nicht zurück: Er baut mit seinem 50-Tage-Ultimatum gegen Russland Druck auf, untermauert von neuen Waffenlieferungen. Wenn hier also jemand Europa im Stich lässt, dann bleibt der hochgelobte China-Spezialist ratlos, wer das denn sein sollte.
Dem beschworenen finanziellen „Kollaps“ Europas hingegen schenkt der hochgelobte China-Spezialist ein mildes Schmunzeln: Mit einer Wirtschaftsmacht von weit über 15 Billionen Euro sollte die finanzielle Belastung durch die Unterstützung der Ukraine eher ein kleiner Preis sein. Viel größer ist das Problem, das China mit seinem Preisdumping und der Überproduktion auf den Weltmärkten verursacht – das ist der wahre Stresstest für Europas Wirtschaft. Russland hingegen hat den Krieg schon an dem Tag verloren, an dem er ihn begonnen hat und wird die Kosten dafür mindestens ein Jahrzehnt lang tragen.
Und zum Schluss seufzt der hochgelobte China-Spezialist: Die USA mögen viele Konflikte zu ihrem Vorteil entschieden haben – die spannendere Frage ist heute allerdings eher, ob sie auch Trump überleben.
@ Columbo sie kennen anscheinend die Vorgeschichte und die Versprechungen wegen den NATO Stützpunkten nicht, aber kein Problem, nicht alle können studieren und alles wissen.
@Georg Kriegmann
wo genau? In der Youtube-Uni für Wahnwichtel?
@Kriegmann
„…nicht alle können studieren…“
Konnten Sie nicht studieren und hätten es gerne getan? Das tut mir leid.
Die Amis werden erstmal sauer sein.
…Schwerer Rückschlag für die Ukraine: Russland besetzt Europas grösstes Lithiumfeld…
…Gleich zwei der vier grössten Lithiumlagerstätten Europas sind inzwischen unter russischer Kontrolle…
https://weltwoche.ch/?post_type=daily&p=300076
…Der ukrainische Verteidigungsminister Denis Schmyhal gab bekannt, dass sein Land mindestens 120 Milliarden US-Dollar benötigt, um seine Militärausgaben im nächsten Jahr (2026) zu finanzieren, wobei angestrebt wird, 60 Milliarden US-Dollar davon durch die Unterstützung internationaler Partner zu sichern, insbesondere der NATO-Länder und der Europäischen Union..,
https://www.tesaaworld.com/de/news/ukraine-requests-60-billion-dollars-from-its-allies-to-finance-its-military-spending-for-2026
…Die russischen Truppen haben im Zuge des Krieges in der Ukraine mehrere Rohstofflagerstätten erobert, insbesondere im Donbas-Gebiet und in der Region Cherson. Diese umfassen große Kohle-, Erdgas- und Erdölvorkommen, sowie bedeutende Vorkommen von Lithium, Kobalt, Titan und seltenen Erden…
Da magert der Rohstoff-Deal zwischen der Ukraine und Trump aber langsam ab.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
@Helmut
hattest du nicht immer gesagt, die USA wollten ein Rohstoffabkommen mit Russland aushandeln? Komisch, dass man davon gar nix in den Zeitungen steht und auch von Trump dazu nichts kommt. Wahr wohl wieder nix mit deinen Vorraussagen. Jetzt bleibt dir nur, das wirkliche Rohstoffabkommen mit der Ukraine madig zu machen.
Armer Helmut. Immer an der Wirklichkeit vorbei
Kino mit Poppkorn
Das kann doch Trump jetzt nicht machen.
Man würde ihm doch unterstellen, dass er den Krieg gegen die Ukraine finanziert,
Sobald ein Frieden geschlossen ist, werden Russland und die USA Rohstoffabkommen treffen.
Was bleibt Trump auch anders übrig?
Einfach mal nachdenken.
Helmut,
die Frage ist nicht, was Trump machen soll, sondern was er tatsächlich tut. Und das ist – Überraschung! – genau das Gegenteil von deinem apokalyptischen Telegram-Geflüster:
Er hat ein Rohstoffabkommen mit der Ukraine abgeschlossen. Nicht mit Russland. Nicht mit dem Donbas. Nicht mit deinem feuchten Eurasien-Traum. Mit der Ukraine.
Aber gut, wer seit Monaten das russische Friedensmärchen predigt, während Moskaus Armee sich weiter durch besetztes Gebiet wühlt, für den ist Logik vermutlich nur eine NATO-Erfindung.
Dein Trump ist übrigens gerade dabei, der Ukraine Waffen zu liefern – schweres Gerät, nicht warme Worte. Und er droht Russland, den Rohstoffhahn endgültig zuzudrehen.
Und er hat Selenskyj gefragt, ob er nicht auch eine „big beautiful bomb“ auf Moskau schmeißen könne. Nun gut, danach können wir gerne ein Rohstoffabkommen abschließen: Wir bekommen russisches Gas – und Russland darf zumindest weiter existieren.
Helmut, es ist jedes Mal großes Kino, deine geistigen Totalschäden zu lesen. Ich sitze gebannt mit einer Tüte Popcorn da und frage mich, welchen großen Denker aus der YouTube-Uni du diesmal aus dem Hut – äh, Verzeihung: unter deinem Aluhut – hervorzauberst.
Träum weiter vom russischen Endsieg.
Die Kriegskosten des grossen Europas zu verniedlichen finde ich absurd, wird doch die total verschuldete EU gezwungen sich durch Aufrüstung noch mehr zu verschulden. Die Sowjetunion wurde durch die Amis auch im Aufrüstungswettlauf ruiniert. Bei der Griechenlandkrise hat man auch gesagt, dass die grosse EU
die Rettung aus der Portokasse bezahlen könne.Der Schmetterlingseffekt hat schon manche Überraschung
hervorgebracht. Russland vorzeitig als Verlierer zu bezeichnen ist gewagt, dieser Krieg mit allen Sanktionen hat auf jeden Fall die Brics gestärkt.
@ Sommervogel
So ist dass.
In den letzten 3 Jahren hat alleine Deutschland etwa 250 Milliarden für die Bundeswehr ausgegeben.
100 Milliarden Sonderschulden und etwa 150 Milliarden aus dem laufenden Bundeshaushalt.
In was sind die etwa 250 Milliarden investiert worden?
Wieviel ist davon in die Ukraine geflossen?
Gut- im Grundgesetz steht nun, dass völkerrechtswidrig angegriffene Staaten unterstütz werden müssen.
Wieviel hat denn jetzt der Iran von Deutschland bekommen, weil er von den USA völkerrechtswidrig bombardiert wurde?
Als ich hier schon bei Kriegsbeginn geschrieben habe, dass die Ukraine diesen Krieg niemals gewinnen kann, haben die Narren wie immer gelacht.
Russlands Waffenlager seien schon leer und die russischen Soldaten würden nur noch mit Klappspaten kämfen.
In wenigen Monaten sei die russische Wirtschaft ruiniert. Russland sei in der Welt isoliert. Russland sei nur eine Regionalmacht.
Usw., usw.
Die Realität wurde und wird immer noch vollkommen ignoriert.
Wenn ist damit geholfen?
Oder geht es nach dem Motto:
Halte sie dumm und arm?
Jetzt muss Deutschland für den 3. Weltkrieg gegen Russland kriegstauglig gemacht werden.
Es soll pro Jahr 250 Milliarden alleine den Deutschen kosten.
Aber nur um die vergammelte Infrastruktur vor dem Einsturz zu bewahren, werden weitere Billionen benötigt.
Weitere Billionen für die völlig irren Klimaziele.
2019 hatte ich hier geschrieben:
„Wir sind in volle Deckung gegangen“.
Gott sei Dank hat das alles für mich in Spanien so gut wie keine Auswirkungen.
Aber alleine die Sanktionen gegen Russland haben viele Staaten dazu veranlasst, ihre Goldbestände aufzustocken.
Das hat mir geschätzt einige Hunderttausende an steuerfreien Kursgewinnen zusätzlich eingebracht.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Die neuen Waffenlieferungen die von derEU bezahlt werden und von Trump als Geschäft bezeichnet werden sollen als Unterstützung der Amis gelten ? ?
China und Russland müssen sich nicht lieben aber zusammen bilden sie eine sehr grosse unabhängige Zweckgemeinschaft mit Energiereserven und Rohstoffen.Ein bekannter Botschafter hat gesagt, in der Politik gibt es keine Freunde nur Interessengemeinschaften. Russland und De waren doch auch kein Liebespaar aber sie haben sich mit Technik und billigen Rohstoffen zum ungeliebten Amifeind gemacht und gut ergänzt.
Die Amis haben diese Zweckehe bewusst gespalten.Auch mit dem menschenfreundlichen Erdowahn kann man es gut weil er einen Trumpf mit der Steuerung der Migration in der Hand hat.
Ein ausgewiesener China Kenner einer bekannten Radiostation sieht auch überhaupt keine Feindschaft zwischen Russland und China, im Gegenteil, China unterstützt die Russen im grossen Stil mit Technik genauso wie der Westen die Ukraine. China hat kein Interesse an einer Schwächung Russlands, eher Beschäftigung des Hauptgegners Amerika. China ist der einzige Akteur, der Druck auf Russland machen könnte. Die Leyer Uschi möchte nun China nötigen dies zu tun, welch eine Naivität !
@ David droht dem Goliath
So ist es.
China wird bei der „Wiedervereinigung“ mit Taiwan gerne auch auf russlands Unterstützung zurückgreifen.
Bei Rohstoffe und Waffen ist eine gemeinsame Grenze sehr von Vorteil.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
@Helmut,
was für ein Plot! China „vereint“ Taiwan mit ein bisschen russischem Beistand – vermutlich unterstützt durch Gazprom-WLAN und taktische Ratschläge aus dem russischen Telegram-Channel „Invasions für Anfänger“.
Der Gedanke, dass China sich für einen Hochrisikokrieg auf eine kriegserschöpfte, international sanktionierte Rohstoffwirtschaft stützen würde, ist ungefähr so plausibel, wie wenn du dich bei deinen Andalusien-Ausflügen auf einen Lada ohne Bremsen verlässt. Aber ja – eine gemeinsame Grenze haben sie. Nur leider rund 4.200 Kilometer voller Misstrauen, historischer Feindseligkeit und gelegentlichem Truppenaufmarsch. Ein echtes Dreamteam.
China kauft russische Rohstoffe – aber zu chinesischen Bedingungen. Waffen? Lieber nicht. Selbst Nordkorea hat mehr geliefert.
Und was die „Wiedervereinigung“ betrifft: Wenn Peking etwas nicht will, dann ist es ein Flächenbrand, der seine Handelswege zerschießt, seine Chipversorgung killt und gleichzeitig seine Währung ins Bodenlose schickt.
Aber hey – solange du in Andalusien bei 26 Grad sitzt und Putin als „strategischen Partner“ für alles von Taiwan bis zum Mond siehst, läuft’s ja.
Mach dir einen Wodka auf und träum weiter von der neuen Weltordnung. Die Realität klopft eh nicht bei dir an.
China kritisiert das 18. EU-Sanktionspaket gegen Russland.