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Das soll das große Zukunftsprogramm für Saudi-Arabien sein?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Saudi-Arabien will unabhängig werden vom Öl, will „in die Zukunft“ gehen usw. So hört man es ja überall auf dem Planeten. Aber vom großen industriellen Aufbruch kann bei dem, was nun erneut vorgestellt wurde, keine Rede sein. Eine Übersicht.

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König Salman ibn Abd al-Aziz von Saudi-Arabien. Foto: Gemeinfrei

Gegenüber Pressevertretern und saudischem TV wurde nun u.a. aus dem „National Transformation Program“ mitgeteilt, wie Saudi-Arabien so richtig in die Zukunft durchstarten soll. In Sachen Ölproduktion hüllt man sich immer noch in Unklarheit – aus taktischen Gründen? War die Fördermenge in Saudi-Arabien Anfang 2014 noch bei 9,5 Millionen Barrels pro Tag, ist sie jetzt bei 10,2 Millionen angekommen. Gestern sprach man aber nicht von der zukünftigen Fördermenge, sondern nur von der maximal vorgehaltenen Förderkapazität, also wie viel die Anlagen maximal hergeben, wenn man es denn will. Und so wie man in den letzten Monaten mehrmals ankündigte man könnte oder man wolle um 1-2 Millionen Barrels raufgehen mit der Fördermenge, lässt man sich auch aktuell diesen Spielraum offen. Denn bis 2020 soll die Kapazität bei täglich 12,5 Millionen Barrels bleiben. Also Luft nach oben für 2,3 Millionen Barrels zusätzlich pro Tag, wenn man es denn will. Am Ölmarkt zweifeln viele Beobachter, dass die Saudis wirklich mal eben so 2 Millionen Barrels pro Tag mehr fördern können, aber zumindest steht dieses „Drohpotenzial“ im Raum.

Saudi-Arabien soll bis 2020 4% seiner Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien erzeugen, so der Transformation Plan. Bis 2020 sollen die staatlichen Wasser- und Stromsubventionen für die eigenen Bürger um umgerechnet 47 Milliarden Euro gekürzt werden. Dazu hatte sich auch schon mal der IWF geäußert, der vor Kurzem sagte Saudi-Arabien könne u.a. mit solchen Sparmaßnahmen sein Haushaltsdefizit von 16% auf 13% senken. Aber naja… wir meinen durch den ständig schwankenden Ölpreis kann man sowieso erst im Nachhinein sagen, wie groß das Defizit wirklich ausfällt. Die Raffineriekapazitäten im Land sollen von bisher 3,1 auf 3,3 Millionen Barrels in 2020 ansteigen – also nur recht geringfügig.

Auch hat man jetzt den IPO-Termin für kleine Teile des staatlichen Ölkonzerns Saudi-Aramco festgelegt, der für 100% der saudischen Ölförderung steht. Nach übereinstimmenden Schätzungen weltweiter Ölmarktanalysten dürfte der Gesamtwert der Firma, wenn sie denn transparent an der Börse gelistet ist, bei über 2 Billionen US-Dollar liegen! Das IPO soll Ende 2018 stattfinden. Wenn die Saudis nur 10% der Firma an die Börse bringen, wären das locker mindestens 200 Milliarden Dollar Cash in die Staatskasse. Also kurzfristig wird im Königreich wohl niemand verhungern (im Königspalast).

Was in dem Plan fehlte? Der große industrielle Aufbruch! Aufbau von Industrieproduktion, die mit Öl nichts zu tun hat? Aufbau einer global wettbewerbsfähigen Dienstleistungsindustrie? Auch davon war nichts zu hören. Man scheint immer noch in alten Verhaltensmustern zu verharren. Irgendwie hat das meiste indirekt immer noch mit dem Öl zu tun. Vor Kurzem wurde ja auch der „große“ Plan veröffentlicht einen richtig großen Staatsfonds zu schaffen, so wie ihn z.B. Norwegen hat. Letztlich schichtet man hier aber nur optisch Staatsvermögen von der linken Tasche in die rechte Tasche um. Den Verkauf von einem Teil des staatlichen Ölkonzerns anzusehen als Teil eines Zukunftskonzepts, in wie weit macht das Sinn? Es bleibt ein Einmal-Effekt? Strukturreformen bzw. industrielle Entwicklungspolitik sehen anders aus.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    joah

    8. Juni 2016 09:08 at 09:08

    Die wissen es schon: sprichwörtlich auf Sand gebaut und dazu werden die auch wieder werden. Die Verantwotlichen werden sich wohl eher vorher abseilen.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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