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Saudi-Arabien: Langsam wird es wirklich Zeit für das große IPO

Ja, so möchten wir es mal formulieren. Es eilt wohl mehr, als so mancher annehmen mag. Die Firma Saudi Aramco ist eine 100% staatliche saudische Firma, fördert und exportiert 100% des saudischen Öls. Damit ist sie die wertvollste Firma der Welt…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Ja, so möchten wir es mal formulieren. Es eilt wohl mehr, als so mancher annehmen mag. Die Firma Saudi Aramco ist eine 100% staatliche saudische Firma, fördert und exportiert 100% des saudischen Öls. Damit ist sie die wertvollste Firma der Welt, aber noch nicht börsennotiert. Das soll sich ändern. Aber erst kurz ein Blick auf Saudi-Arabien als Land. Im Land selbst und aus Sicht von ausländischen Investoren scheint sich die Nervosität aufgrund des Haushaltsdefizits und des nicht verlässlichen Ölpreises rasch anzusteigen.

Interessant ist für die Betrachtung der Nervosität des saudischen Finanzsektors ein Blick auf die größte Bank des Landes, die National Commercial Bank. Das ist ungefähr so, als würden wir in Deutschland die Deutsche Bank als Gradmesser für den deutschen Bankensektor betrachten. Aber in Saudi-Arabien gibt es parallel dazu keinen breit aufgestellten Sparkassen- und Genossenschaftssektor. Der Kurs der Bankaktie verlief bis Ende 2015 recht parallel mit dem Ölkurs, um von da an von 49 auf 35 saudische Rials zu verlieren, während der Ölpreis unterm Strich gut anziehen konnte.

Noch wichtiger: Die Investoren zweifeln zunehmend an der Solvenz des Landes, und damit auch an der Bank selbst. Deshalb sind die Preise für Kreditausfallversicherungen auf die Bank zuletzt kräftig angestiegen. Das hat aktuell auch damit zu tun, dass das Land in wenigen Tagen eine große Anleihe-Emission auf den internationalen Kapitalmärkten platzieren will. Wahrscheinlich wird es keine Probleme geben, aber doch ist bei vielen die Angst vorhanden: Was, wenn die Saudis ihre Anleihen nicht komplett verkauft bekommen? Das wäre zunächst einmal vor allem ein Image-Desaster für das Land!

Aber das sind nur Mutmaßungen. Wie auch immer, das aktuelle und wohl auch anhaltende massive Haushaltsloch wird durch Schuldenmachen zwar gestopft, aber nicht strukturell abgestellt. Die große Emission von Saudi-Aramco-Aktien könnte erstmal für geraume Zeit sämtliche Tränen durch einen Berg von Euros und Dollars ersticken. Nächstes Jahr soll die Firma an die Börse gehen. Dass es jetzt anscheinend rasch vorwärts geht mit diesem für das Land außergewöhnlichem Projekt (Tafelsilber Nummer 1 verkaufen), zeigt die vor einer Woche veröffentlichte Regeländerung durch die saudische „Capital Market Authority“. Demnach dürfen jetzt auch Ausländer saudische Aktien bei IPO´s (Aktienemissionen) kaufen.

Allgemein wird geschätzt, dass Saudi-Aramco einen Wert von mehr als 2 Billionen Dollar hat. Man möchte zunächst 5% verkaufen, was mindestens 100 Milliarden Dollar Cash in die saudische Staatskasse spült. Die Zeit scheint zu drängen. Wird das IPO vorgezogen? Für den internationalen Anleger wäre das eine Erweiterung seiner Möglichkeiten. Neben BP, Shell, Exxon und Co kann man dann auch bei Aramco einsteigen. Man darf erwarten, dass die Saudis ausländische Anleger mit anständigen Dividenden und verlässlichen Zahlen glücklich machen wollen. Denn es geht um Vertrauen in dieses bislang abgeschottete Land. Bisher ist es nur ein Gerücht, aber durchaus nachvollziehbar, dass die Saudis gerade jetzt ihre Ölproduktion Monat für Monat ausbauen, um den potenziellen Aramco-Investoren steigende Fördermengen im Börsenprospekt zeigen zu können. Aber ja, nur Gerüchte…

Fazit: Das Land braucht dringend einen großen Batzen Cash. Und der kann momentan nur durch eine externe Geldspritze kommen. Enweder das Königshaus geht den Weg aller westlichen Industrienationen, und fängt an die Schuldenspirale zu starten. Oder man verkauft Tafelsilber. Das hat man vor, und hat daher dieses Jahr damit begonnen erste Vorbereitungen zu treffen einen kleinen Teil von Saudi-Aramco an internationalen Börsenplätzen zu verkaufen.

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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