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Saudi-Arabien: So schlecht steht es um das Land wirklich

Saudi-Arabien, das eigentlich unermesslich reiche Land mit gigantischen Öl-Reserven im Boden, startet morgen mit einer Roadshow um bei internationalen Investoren Geld für eine…

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FMW-Redaktion

Saudi-Arabien, das eigentlich unermesslich reiche Land mit gigantischen Öl-Reserven im Boden, startet morgen mit einer Roadshow um bei internationalen Investoren Geld für eine Anleihe-Emission einzuwerben. In Kürze will man so 10 Milliarden US-Dollar einnehmen. Dieses Geld wird momentan dringend benötigt um das aktuelle Haushaltsdefizit zu stopfen. Man hat zwar immer noch enorm hohe Öl-Einnahmen – die aber gehen komplett drauf und den gigantischen Staatshaushalt zu finanzieren, mit dem auch die Gehälter eines großen Teils der Bevölkerung finanziert werden, die bisher gut alimentiert im Staatsdienst „untergebracht“ sind.

Aus einem Verkaufsprospekt, der für die Anleihe-Emission benötigt wird, ist zu entnehmen, dass Saudi-Arabien plant nach 15% in 2015 für das Haushaltsjahr 2016 sein Haushaltsdefizit in Relation zum Bruttoinlandsprodukt auf 13,5% zu reduzieren, was 326 Milliarden saudischen Riyals entspricht (78 Milliarden Euro). Also selbst wenn man 10 Milliarden über diese Anleihe einnimmt, ist die verbleibende Lücke immer noch immens groß. 13,5% Defizit – dagegen sind die Defizite in westlichen Industriegesellschaften eine Lachnummer. Das ist der Haken an der Sache, wenn man als Staat seinen Haushalt nur auf Rohstoffexporten aufbaut.

Bleiben noch Einsparungen bei den Ausgaben, und der Verkauf von Vermögenswerten, mit denen man die Lücke im Haushalt weiter schließen könnte. Während man gerade dabei ist den 5%-Verkauf der staatlichen Ölgesellschaft Saudi-Aramco vorzubreiten (würde mehr als 200 Milliarden Dollar in die Kassen spülen), geht aus dem Anleihe-Prospekt auch hervor, dass Saudi-Arabien die staatlichen Investitionen massiv zurückfahren will. Ob in dieser Summe von „Investitionen“ in Wirklichkeit auch Kürzungen bei „normalen Staatsausgaben“ wie zum Beispiel Gehältern inkludiert sind, ist nicht bekannt. Nach 370 in 2014 und 263 in 2015 soll für 2016 die staatliche „Investitionssumme“ auf nur noch 75 Milliarden Riyals (18,5 Milliarden Euro) sinken – alleine von 2015 auf 2016 ein Rückgang von -71%.

Wenn man davon ausgeht, dass es sich beim Eindampfen der Investitionen zu guten Teilen um die Streichung von Investitionen in neue Öl-Felder handelt, ist es besser verständlich, warum die Saudis in den letzten Tagen plötzlich so kompromissfreudig waren und selbst dem Iran anboten, man könne sogar die saudische Fördermenge reduzieren – Hauptsache man bekommt endlich ein Agreement hin, durch das die Ölpreise steigen? Aus den saudischen Verkaufsunterlagen für die Anleihe geht auch hervor, dass das Land gemäß eigenen Angaben derzeit noch „geprüfte“ Öl-Reserven von 266,5 Milliarden Barrels Ende 2015 im Boden hatte. Man könne für die nächsten 70 Jahre noch pro Jahr im Schnitt 10,2 Millionen Barrels Öl fördern.

Der für nächstes Jahr anstehende Verkauf von den (ersten?) 5% Anteil an Saudi-Aramco (DAS Tafelsilber des Königs), die jetzt bevorstehende Anleihe, die massiven Investitionseinschnitte von -71% innerhalb eines Jahres, und die Rückgänge bei den Strom- und Benzin-Subventionen für die eigenen Bürger sind zusammen mit dem dramatischen Abschmelzen der Staatsvermögens alles Zeichen, dass man entweder in wenigen Jahren vor dem Nichts steht, oder jetzt mal so richtig für explodierende Ölpreise beten muss. Dann aber bitte auch gleichzeitig dafür beten, dass die Fracker in den USA ihre Förderanlagen bei Ölpreisen von 50, 55 oder 60 Dollar nicht wieder massiv hochfahren (dafür braucht man allerdings ein richtig gutes Gebet).

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    gerd

    11. Oktober 2016 18:13 at 18:13

    „….auf 13,5% zu reduzieren, was 326 Milliarden saudischen Riyals entspricht (78 Milliarden Euro). Also selbst wenn man 10 Milliarden über diese Anleihe einnimmt, ist die verbleibende Lücke immer noch immens groß.“

    Also zum einen, das ist schon wirklich gewaltig.

    Aber ich habe eine Verständnisfrage b.z.w Anmerkung.
    „…selbst wenn man 10Mrd ..einnimmt…“
    Die 13,5% bleiben doch 13,5%, egal ob über die Anleihe 10Mrd
    reinkommen oder nicht. Bzw. sogar im Gegenteil. Würde das Anleihegeld nicht einfließen, müssten doch an und für sich die Ausgaben zusammengestrichen gestrichen werden – und die 13,5% würden sinken.

    Analog, wenn Frau Merkel jetzt bei ihrem Besuch halb Afrika einladen würde, doch bitte nach Deutschland umzusiedeln, würde Herr Scheuble wahrscheinlich das Volumen der Bundesanleihen erhöhen müssen. Aber dadurch verringert sich nicht unser Haushaltsdefizit sondern es würde steigen.

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    admin

    11. Oktober 2016 18:26 at 18:26

    Hallo Gerd,

    es geht ja um die Frage, wie ein Haushaltsdefizit gedeckt wird. Wenn man annimmt, dass man im laufenden Haushaltsjahr x % mehr ausgibt als einnimmt, muss man sich jetzt schon mal umgucken, woher man das Geld nimmt (neue Schulden, Vermögen verkaufen etc). Tut man es nicht, hat man auf einmal im laufenden Haushaltsjahr kein Cash mehr in der Kasse, und die Ausgaben laufen weiter. Siehe USA, dort kam es ja mehrmals zu Ausgaben-Einfrierungen, weil keine neuen Schulden genehmigt wurden. Wie hat man das Problem dort gelöst? Man hat einfach die Schuldenobergrenze abgeschafft. Und seitdem macht an richtig schön exzessiv neue Schulden!

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    gerd

    11. Oktober 2016 18:36 at 18:36

    Ich hatte halt verstanden, dass es so wäre, Saudi Arabiens Haushaltsdefizit würde sich von 326Mrd auf 316Mrd verringern – durch den Anleiheerlös. Und da hätte ich meine Zweifel, weil ich denke, dass sich dass nur über reguläre Einnahmeerhöhungen verringern ließe. Sprich aus Öl, Steuern udgl. Oder Vermögensverkauf. Oder Ausgabenkürzungen.
    Aber ihr hattet das wohl auch anders gemeint, als ich es verstanden hatte.

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      stock2double

      12. Oktober 2016 10:01 at 10:01

      Hallo Gerd,

      ich geb dir einen guten rat: Lass die Finger von der Börse.

      1. Ja du hast es falsch verstanden, eine Anleihe dient zur finanzierung des Haushaltsdefizits, aber an der Tatsache des Defizits ändert sich nichts.
      (genau so verhält es sich übrigens auch im privaten Bereich, wenn ich Schulden mache habe ich auch kein höheres Einkommen, ich hab zwar mehr Geld, aber irgendwann muss ich das auch zurückzahlen – oder Insolvenz anmelden)
      2. 10 Mrd $ sind etwas mehr als 10 Mrd Riyals

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    Hinterfrager

    11. Oktober 2016 20:21 at 20:21

    Vielleicht kann Riad ja mal Manfred Krug anhauen für eine professionelle Verkaufs-PR von Saudi Aramco. Die Papiere gehen bestimmt weg wie geschnitten Brot. So wie damals bei der Telekom…

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    foxxly

    12. Oktober 2016 11:25 at 11:25

    .das große Problem mit unseren Schuldgeld/Geldsystem:…… wenn Wachstum ständig auf Verschuldung (weltweit gesehen) beruht, dann kommt später der Effekt des Kaputtsparens. Die breite Masse wird mangelds Geld nicht mehr in der Lage sein, den Konsum zu tätigen, der für das zwangsweise Wachsen notwendig ist. Das System vernichtet sich selbst, weil die Menschen nichts dazu lernen. Wir widerholen ständig die bittere Geschichte, – mit modernen Mitteln.

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Coronavirus: Wie lange kann es an der Luft überleben?

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Symbolbild für Coronavirus

Am 4.2.2020 schrieb ich das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin an. Ich bat das Institut meine Fragen bezüglich des Coronavirus zu beantworten. Man antwortete mir, und verwies mich auf das Bundesinstitut für Risikobewertung (BFR), da diese alle Antworten geben können! Am 26.02.2020 besuchte ich die Seite des Bundesinstituts. Auf dieser Seite sollte ich alle meine Fragen beantwortet bekommen. Vorsichtshalber rief ich, bevor ich mir die Fragen und Antworten durchlas, am 26.02.2020 beim BFR an. Man bestätigte mir, dass die Antworten absolut aktuell sind und sie erst am 24.02.2020 aktualisiert wurden. Gleich am Anfang stand dort die Antwort meiner Frage! Sind auch andere Übertragungswege möglich?

Antwort: Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch importiertes Spielzeug, mit dem neuartigen Coronavirus (offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2) infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.

Fragen zum Coronavirus an einen Experten

Ist das wirklich so? Hierzu setzte ich mich mit dem Experten für Hygiene und Umweltmedizin Herrn Prof. Dr. Kampf von der Universität Greifswald in Verbindung.

FMW: Herr Prof. Dr. Kampf, es gibt unterschiedliche Informationen über das Risiko der Übertragungswege des Coronavirus. Ist es denkbar, dass das Coronavirus zum Beispiel an einer Türklinke oder einem Haltegriff einer S-Bahn “überlebt“ und dadurch einen Menschen ansteckt?

Prof. Dr. Kampf: Zunächst einmal braucht es dafür Menschen, die mit diesem Virus infiziert sind und die das Virus über Tröpfchen (beim Niesen oder Husten) auf diese Flächen bringen. Das Virus muss dann in einer hohen Anzahl vorhanden sein. Es kann in dieser Situation bei Raumtemperatur durchaus 4-5 Tage an Oberflächen wie Glas, Kunststoff oder Metall überleben. Im Extremfall können es sogar bis zu 9 Tage sein, wobei die Anzahl nachweisbarer Coronaviren im Lauf dieser Zeit immer weiter abnimmt.

FMW: Das bedeutet, dass die Ansteckung zum Beispiel an der Türklinke am ersten Tag am höchsten ist, und zum Beispiel am 9. Tag am geringsten?

Prof. Dr. Kampf: Grundsätzlich ja. Doch gilt es zu beachten, dass wir noch nicht wissen, wie viele Viren es tatsächlich benötigt, um den Menschen zu infizieren. Es kann also durchaus sein, dass schon am 1. Tag das Risiko eher gering ist, denn für eine Übertragung von kontaminierten Flächen braucht es in der Regel die Hände. Nur ein Teil der Viren einer kontaminierten Fläche bleibt jedoch an den Händen haften. Und wiederum nur ein Teil davon kommt bei der Berührung mit dem eigenen Gesicht auf die Schleimhäute. Deshalb: regelmäßig Hände waschen, immer in die Ellen-beuge husten oder niesen, und nach Möglichkeit auf den Handschlag verzichten.

FMW: Ist es denkbar das dieser Coronavirus „künstlich“, also mit voller Absicht erschaffen wurde?

Prof. Dr. Kampf: Ich möchte diese Frage nicht beantworten und beteilige mich auch nicht an Spekulationen, denn es hilft momentan absolut niemandem!

Prof. Dr. Kampf will wie alle seine Kollegen auch keine Panik auslösen, deshalb ist er sehr vorsichtig mit seinen Äußerungen. Eines wurde mir aber klar. Da man noch nicht weiß, wie viel Vieren es braucht um einen Menschen zu infizieren, kann sich auch noch nach fünf oder neun Tagen ein Mensch über einen kontaminierten Gegenstand infizieren, zum Beispiel an einer Türklinke oder an Haltegriffen in Zügen. Hier zwei interessante Links:

https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/wie-lang-coronaviren-auf-flaechen-ueberleben/

Im nächsten Link findet man Tabellen, wie lange das Virus überlebt:

https://www.journalofhospitalinfection.com/article/S0195-6701(20)30046-3/pdf

Was schrieb das Bundesinstitut für Risikobewertung noch gleich auf seiner Seite?: „Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich“. Ein kurzer Zeitraum sind 4-5 Tage mit Sicherheit nicht!

Bundesgesundheitsminister Spahn äußerte sich heute zum Coronavirus. Er machte klar, dass die beiden Fälle aus Baden-Württemberg, (ein Mann und seine Ehefrau) keine eindeutige Infektionskette vorweisen. Im gleichen Atemzug erwähnte Minister Spahn, dass aus Sicherheitsgründen das Europa League Spiel zwischen Inter Mailand und Ludogorets Rasgard (Donnerstag 21 Uhr) unter Ausschluss der Fans stattfindet. Das zeigt, wie ernst die Nachbarländer die Situation einschätzen – und wie man versucht eine Ausbreitung weitestgehend zu verhindern.

Ich vermute, gerade nach dem heutigen Telefonat mit Prof. Dr. Kampf, dass die Fakten der nicht vollständigen Infektionskette, die Bundesgesundheitsminister Spahn heute erwähnte, möglicherweise daraus resultieren, dass das Virus mehrere Tage an verschiedenen Oberflächen überleben kann! Durch ein Virus welches 4-5, oder sogar 9 Tage an Gegenständen schlummern kann, ist ein Bruch der nachvollziehbaren Infektionskette recht einleuchtend!

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Hongkong verteilt Helikoptergeld an alle Einwohner!

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Die Skyline von Hongkong - Helikoptergeld für alle Bürger

Und ja, was haben die sogenannten „Crash-Propheten“ wie Marc Friedrich und viele andere vorhergesagt? Dass Regierungen und Notenbanken immer heftigere Mittel ergreifen würden, um das „kaputte“ Finanzsystem noch länger am Laufen zu halten. Eine dieser Maßnahmen würde auch das Helikoptergeld sein. Würden normale Notenbank-Maßnahmen wie Negativzinsen oder Gelddrucken keinen Stimulus mehr bringen, würde man auch dazu übergehen Helikoptergeld an die Bürger zu verteilen (eine mehr als umstrittene Idee). Also einfach so Geld an die Bürger verschenken, ohne Gegenleistung, ohne Rückzahlungspflicht. Und da das Coronavirus aktuell vor allem China hart trifft, sieht man sich zum Beispiel in der Sonderverwaltungszone Hongkong aktuell dazu genötigt nun solch eine Maßnahme zu ergreifen.

Denn wie die „South China Morning Post“ heute berichtet, zeigt der Haushaltsplan der Regierung in Hongkong genau dies. Es soll Helikoptergeld in Höhe von ca 1.200 US-Dollar an jeden Einwohner von Hongkong ausgegeben werden, der mindestens 18 Jahre alt ist. Neben dem Coronavirus muss man gerade für Hongkong ja bedenken, dass es dort monatelange Proteste und Straßenschlachten gab, was natürlich auch negativ auf den Tourismus wirkte. Dadurch ist vor allem Hongkong nun wirtschaftlich richtig angeschlagen. Die Idee hinter dem Helikoptergeld ist denkbar einfach. Die Regierung oder die Notenbank verteilt Geld direkt an die Bürger, damit die sofort konsumieren können, was sofort die Wirtschaft beleben soll. Aber: Dies ist nun mal eine einmalige Maßnahme, eine einmalige Stimulus-Spritze. Und danach? Eine nachhaltige und strukturelle Maßnahme scheint Helikoptergeld nicht wirklich zu sein. Eher eine Verzweiflungstat? Oder will man nun regelmäßig Schulden machen und immer wieder Geld an die Bürger verschenken, und ständig wieder einen schnellen kurzen Konsum-Stimulus zu erzeugen? Sozusagen linke Tasche, rechte Tasche? Wir schenken euch jetzt Geld, und irgendwann in der Zukunft erhöhen wir drastisch die Steuern, um uns das Geld zurückzuholen?

Neben Helikoptergeld will die Regierung in Hongkong aktuell auch Steuern senken und andere Stimulus-Maßnahmen ergreifen. Insgesamt soll das Paket gut 15 Milliarden US-Dollar kosten. Frage: Wer zieht nach? Auch Festland-China mit der Peoples Bank of China? Die Bank of Japan wäre auch ein heißer Kandidat, denn dort kauft man ja auch schon so ziemlich alles auf durch die Notenbank. Helikoptergeld wäre auch langsam mal angesagt?

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Warum eine Stagflation sehr gefährlich wäre

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Containerterminal - Symbol für den Welthandel - eine Stagflation droht

Durch die Coronavirus-Epidemie droht den großen Volkswirtschaften eine Kombination aus stagnierender Wirtschaftsleistung und steigenden Preisen – die Stagflation. Warum sie so gefährlich ist und warum die Notenbanken in diesem Fall kaum Handlungsspielräume hätten.

Die Weltwirtschaft kühlt sich bereits merklich ab – eine Stagflation käme zur Unzeit

Belastet durch die teilweise Rückabwicklung der Globalisierung im Zuge der diversen Handelsstreitigkeiten sowie die globale Überschuldung hat sich das Weltwirtschaftswachstum bereits merklich abgekühlt. Nach noch 3,8 Prozent globalem Wachstum im Jahr 2017 waren es im Folgejahr, trotz massiver Steuerstimuli in den USA und ultralockerer Geldpolitik weltweit, nur noch 3,6 Prozent Wachstum. Im vergangenen Jahr brach die Expansionsrate dann auf 3,0 Prozent ein, vor allem wegen des Handelskriegs zwischen den USA und China sowie den Schuldenkrisen in diversen Schwellenländern (z. B. in Argentinien, der Türkei, Brasilien, Chile, Venezuela, etc.).

Für dieses Jahr hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen gemäß dem World Economic Outlook aus dem Februar bereits von 3,4 auf 3,0 Prozent abgesenkt. Doch der IWF behält sich weitere Revisionen vor und die Schätzungen diverser Bankenökonomen aus Nordamerika und Europa gehen mittlerweile nur noch von einer Wachstumsbandbreite zwischen 2,3 und 2,8 Prozent für das Gesamtjahr 2020 aus. Diese nochmalige Wachstumsabkühlung entspräche der geringsten Wirtschaftsdynamik seit der Finanzkrise. Bereits bei einer Wachstumsrate von global zwei Prozent spricht der IWF von einer „gefühlten weltweiten Rezession“.

Die größte Gefahr sieht der IWF in einer Unterbrechung der Lieferketten in Folge der Eindämmungsmaßnahmen der Coronavirus-Epidemie (sie verursacht aktuell auch Turbulenzen an den Börsen, siehe beispielsweise hier). Die betroffenen Unternehmen sind dadurch gezwungen, alternative aber auch teurere Quellen für Vorleistungsgüter und Zwischenprodukte zu nutzen, wenn es sie denn überhaupt in ausreichendem Maße gibt. Diese erzwungene Umorientierung in der Beschaffungskette führt zu steigenden Inputpreisen bei den verarbeitenden Unternehmen, die aber nicht durch eine höhere Nachfrage, sondern durch einen Angebotsschock verursacht werden.

Eine solche Situation gab es zuletzt in den 1970-er Jahren, als eine künstliche Verknappung der Angebotsmenge von Rohöl zu explodierenden Energiepreisen führte. Die wirtschaftliche Aktivität in den westlichen Ländern litt stark unter dem Ölpreisschock. Mit einer Kombination aus Zinsanhebungen und Lohnsteigerungen wurden damals die Inflationserwartungen eingedämmt und die reale Kaufkraft der Endverbraucher stabilisieret. Beides ist heute jedoch nicht möglich. Höhere Löhne zum Ausgleich gestiegener Preise würden die Margen der Unternehmen noch stärker belasten. Die Kapazitätsauslastung der US-Industrie befindet sich beispielsweise mit nur 76,8 Prozent bereits auf dem Niveau früherer Rezessionen. Zinsanhebungen zur Inflationsbekämpfung wären aufgrund des globalen Schuldenniveaus der „Sudden Death“ für den modernen Finanzkapitalismus. Eine Stagflation käme daher für die Weltwirtschaft zur Unzeit.

Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock

Dass die Preise wegen Lieferverzögerungen und dem Ausfall von Zulieferbetrieben bereits ansteigen, haben die jüngsten Daten von IHS Markit zu den Einkaufsmanager-Indizes für den Monat Februar gezeigt. So ist der für Deutschland erhobene Index für das verarbeitende Gewerbe im Wesentlichen nur deshalb angestiegen, weil sich die beiden Unterkomponenten für die Lieferzeit und die Inputpreise signifikant erhöht haben. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte an diesem Montag vor sich verstärkenden Lieferengpässen in den kommenden Wochen und Monaten, vor allem aus Fernost. BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang spricht sogar von „Schweren Auswirkungen auf die Konjunktur“ durch den Angebotsschock aus China.

Kommt es also nun zu steigenden Preisen, dann nicht aufgrund einer prosperierenden Wirtschaft, sondern wegen der Knappheit bestimmter Güter. Gleichzeitig leidet auch die Nachfrage unter der eingeschränkten Bewegungsfreiheit von zig Millionen Konsumenten in den von der Epidemie betroffenen Regionen. Ganz abgesehen von der eingetrübten Stimmung der Verbraucher, die in solchen Ausnahmesituationen andere Sorgen haben, als dem Konsum zu frönen. Der drastische Einbruch der Automobilabsätze in China in den letzten beiden Monaten von 20 Prozent im Januar und 92 Prozent im Februar gibt hier einen Vorgeschmack auf das, was bei einer globalen Pandemie, die nach wie vor nicht gebannt ist, zu erwarten wäre.

In der Folge von Knappheit bestimmter Güter und Lebensmittel stieg die Inflationsrate im Reich der Mitte bereits massiv an, auf 5,4 Prozent im Januar. Im Vorjahresmonat, also im Januar 2019, lag die offizielle Inflationsrate noch bei moderaten 1,7 Prozent. Die Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock kann in Kürze zu dem gefürchteten Phänomen der Stagflation führen. Dass die chinesische Wirtschaft im Auftaktquartal 2020 überhaupt gegenüber dem von Handelsstreitigkeiten weniger belasteten und vor allem virusfreien Vorjahresquartal 2019 wachsen kann, bleibt Wunschdenken des Regimes in Peking. Auch die westlichen Industriestaaten werden im ersten Quartal 2020 im besten Fall mit einer wirtschaftlichen Stagnation aufwarten können.

Den Notenbanken wären bei einer Stagflation die Hände gebunden

Die Bekämpfung einer Stagflation stellt die Fiskal- und Geldpolitiker in der heutigen Gemengelage vor besondere Herausforderungen. In China versucht die Notenbank auf Geheiß der Regierung, die Kreditvergabe massiv zu stimulieren, indem die Kreditkosten (Zinsen) sowie die Kreditanforderungen drastisch gesenkt werden. Andernfalls würden Millionen bereits angeschlagener Betriebe aus dem Markt ausschieden – ein Horrorszenario auch für den Westen. Bestimmte Vorprodukte werden nur noch in China produziert. Insofern offenbart die Coronavirus-Pandemie die enorme Abhängigkeit des Westens von China, was aus politischen Gründen in der Konsequenz ebenfalls zu einer Rückabwicklung der Globalisierung führen wird, um die Autarkie der westlichen Länder von essenziellen Produkten, wie zum Beispiel Arzneimitteln, sicherzustellen.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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