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Saudi-Arabien spielt das selbe Spiel wie beim ersten „Oil Freeze“

Allen voran Saudi-Arabien zeigte sich immer wieder verbal engagiert, dass man endlich zu einem Stopp der Produktionsmenge kommt, damit die geringere Nachfrage nach oben aufschließen kann. Ziel: Nachhaltig steigende Ölpreise…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der erste „Oil Freeze“ im April war grandios gescheitert. Immer wieder beteuerten diverse Öl-Förderländer innerhalb und außerhalb der OPEC man werde gemeinsam eine Einfrierung der Öl-Fördermenge erreichen. Allen voran Saudi-Arabien zeigte sich immer wieder verbal engagiert, dass man endlich zu einem Stopp der Produktionsmenge kommt, damit die geringere Nachfrage nach oben aufschließen kann. Ziel: Nachhaltig steigende Ölpreise. Schon damals schien diese öffentliche Äußerung ziemlich merkwürdig, da die Saudis doch diejenigen waren, die Ende 2014 den großen Ölkrieg gegen die US-Fracker gestartet hatten, um diese mit niedrigen Ölpreisen kaputtzumachen.

Saudi-Arabien
Khalid Al-Falih, Energieminister von Saudi-Arabien. Foto: World Economic Forum/Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Jetzt wird ein zweiter Anlauf für einen Oil Freeze genommen, was dem Ölpreis in den letzten Tagen geholfen hat. Im September will sich angeblich eine große Runde in Algerien treffen um über eine Einfrierung zu beraten. Und genau wie im April hat auch diesmal der Iran bisher noch keine Zusage für das Treffen gebeben – dort steigert man derweil weiter seine Fördermenge. Und Saudi-Arabien? Im Juni hieß es noch man habe kein Interesse den Weltmarkt noch stärker mit Öl zu fluten. Und letzte Woche sagte der neue Energieminister Khalid Al-Falih Saudi-Arabien werde jede Maßnahme ergreifen die notwendig sei um dem Ölmarkt bei seiner Ausbalancierung zu helfen. Dafür werde man sich beim Treffen in Algerien mit anderen Produzenten eng abstimmen.

Das sind nur Worte, genau wie im Februar und März vor dem ersten Oil Freeze-Treffen in Doha, das in einem peinlichen Desaster endete, wo man sich noch nicht mal auf eine gemeinsame Pressemitteilung einigen konnte. Aber welchen Beitrag leistet Saudi-Arabien denn selbst vor dem Algerien-Treffen? Einfrierung oder gar Senkung der Fördermenge, um als wichtigstes OPEC-Mitglied mit gutem Beispiel voranzugehen, um ein Zeichen zu setzen? Nein, ganz im Gegenteil. Im Mai förderte das Land insgesamt 10,27 Millionen Barrels Öl pro Tag, im Juni 10,55 Millionen – im Juli waren es dann 10,67 Millionen Barrels pro Tag, wie aktuelle Daten zeigen. Laut Energieminister ginge es bei der steigenden Produktion darum die steigende Konsumentennachfrage zu bedienen.

Ahhhh ja, es geht also nicht um einen Preiskrieg gegen die Fracker, den man nie wirklich beendet hat? Denn wie auch Russland fördert man damit auf Rekordniveau. Wie praktisch für Saudi-Arabien ist da die jüngste Nachricht, dass es dem Land zuletzt gelungen ist die inländische Stromproduktion durch Verfeuerung von Öl zurückzufahren. Dadurch war man in der Lage von der gesamten Ölproduktion einen noch größeren Teil für den Export auf den Weltmarkt zur Verfügung zu stellen als bisher. Im Juni stieg das Volumen auf 7,45 Millionen Barrels pro Tag von 7,3 Mio im Mai.

Ach ja, nochmal zu den Russen – die fördern wie gesagt auch auf Rekordhoch mit 10,85 Millionen Barrels, und sind als Nicht OPEC-Mitglied eh in keinster Weise an irgendwelche formalen Vereinbarungen mit anderen Förderländern gebunden. Man hat jüngst signalisiert nicht wirklich an einer Einigung für einen Oil Freeze interessiert zu sein. Und die Fracker in den USA? Was soll sich da schon groß tun – sie sind nicht staatlich, sondern dezentral als einzelne kleine Fracking-Buden organisiert, und schrauben ihre Fördermenge ab 50 Dollar Ölpreis weiter rauf, so wie sie es schon oft angekündigt hatten.

Gerüchte von Öl-Tradern aus Chicago besagen jetzt schon, dass Saudi-Arabien vorhabe für August seine Fördermenge erneut anständig zu steigern, auf ein neues Rekordniveau. Ganz sicher hat das auch nur mit der sommerlich gestiegenen Nachfrage nach Öl zu tun!? Dass solche Steigerungen im krassen Widerspruch zu einer Einfrierung der globalen Fördermenge stehen – egal. Der Terminmarkt hat ja in den letzten Tagen die neue Hoffnung auf einen Oil Freeze angenommen, und ließ den Ölpreis ein paar Dollar steigen. Wir spekulieren mal ins Blaue hinein: Wünschen sich die Saudis vielleicht einen Ölpreis von 45, 46 oder 47 Dollar, weil das hoch genug ist, aber gleichzeitig nicht hoch genug für den Break Even der meisten Fracker?

Der Ölpreis (WTI) ist übrigens seit heute Mittag gut weitergestiegen auf jetzt 47,62 Dollar.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    18. August 2016 17:19 at 17:19

    Einen „Oil-Freeze“ wird es nicht geben. Sobald die Ölpreise über 50 Dollar hinaus ansteigen, wird sofort die Fracking – Industrie auf den Markt zurückkehren da sich dann das Fracking wieder lohnt und die Opec Produzenten Marktanteile verlieren werden.

    Bei Brent das die 50 Dollar erreicht hat, werden noch kurzfristig einige Spekulanten aufspringen da diese psychisch wichtige Marke überwunden ist.

  2. Avatar

    Wolfgang Koch

    18. August 2016 17:57 at 17:57

    Der Ölmarkt ist doch zur Zeit der einzige der den Begriff „Markt“ überhaupt noch verdient!Kein QE,keine alchimistische Ölvermehrung durch wahnsinnige „Öldruckprogramme“.Den weltweiten Nuttenbankern,stinkt er gewaltig,da er ihnen die gewünschte(extrem Bürgerfeindliche)Inflation zum Schuldenabbau per lau,verhagelt!Provokative Frage?:Bomben wir „Guten Wessies“deshalb den ölreichen Nahen Osten in Grund&Boden?Den Ex-Friedensnobelpreisträger kann ich erst dann fragen,wenn ich bei Edward in Moskau bin!

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Indizes

SDAX als Signalgeber für den Dax und die deutsche Aktienrally?

Andreas Wolf

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Der deutsche Nebenwerteindex SDAX wird in der Regel wenig beachtet. Deutsche Anleger werden vielmehr regelmäßig darauf getrimmt, sich auf die „großen“ Aktienindizes wie DAX, Dow Jones oder EuroStoxx 50 zu konzentrieren. Prinzipiell ist das nicht nachteilig, wenn es dort läuft und Trends nachhaltig gespielt werden können. Schwieriger wird es aber in aktuellen Phasen wie jetzt, wo sich in weniger schwankungsfreudigen Zeiten die Frage nach einer größeren Richtungsentscheidung stellt.

Der SDAX als Frühindikator für den Dax

Der SDAX als Frühindikator und Signalgeber

Ein guter Signalgeber und damit eine Entscheidungshilfe für die künftige Entwicklung größerer Indizes ist der Blick auf die kleineren, untergeordneten Indizes wie im Falle des DAX korrespondierend der SDAX und der MDAX.

Im oberen Bild des 30-Jahre-Chart des mit 70 Werten bestückten SDAX erkennt parallel verlaufende Phasen zum „großen“ DAX. Die dort enthaltenen Werte repräsentieren durchaus ein modernes, aktuelles Indexbild. Grund hierfür ist, dass der Auf- und Abstieg aus der „4. Liga“ der deutschen Aktienwerte einfacher und schneller von statten geht als bei den größer kapitalisierten Indizes. Damit bilden sie aktuelle Trends und Entwicklungen schneller ab. Es überrascht daher nicht, dass der SDAX in sich eintrübenden, weltwirtschaftlichen Situationen schneller nach unten wegkippte – und umgekehrt auch Rallyeabschnitte schneller begann als der DAX oder der TecDAX.

So geschah es 2007/08 bei dem Beginn der Finanzkrise, die der SDAX bereits Mitte 2007 antizipierte, während der DAX erst Anfang 2008 den Druck spürte. Und auch die Rallys startete der Index in vergangenen Phasen, wie 2002 oder 2013, früher als sein großer Bruder.

Aktuell befindet sich der SDAX wieder in einer neuen Rallyephase, die er erst in der vergangenen Woche mit dem Überschreiten des Allzeithochs vom 17.2.2020 bei 13066 Punkten einleitete. Bestätigt wurde dieser neue Rallyeabschnitt mit einem mehr als 2 Prozent liegenden Wochenschlusskurs zum Freitag, dem 20.11.2020. Mit den Zugewinnen vom Wochenstart nimmt der SDAX nun Kurs auf sein erstes Ausbruchsziel bei 14300 /14450 Punkten.

In der Folge der kommenden Wochen werden zunächst der MDAX und danach der DAX diesen neuen Rallyeabschnitt ebenfalls beginnen und neue Allzeithochs erreichen, die jeweils in der ersten Phase rund 10 Prozent über den bisherigen Allzeithochs liegen werden.

Der SDAX findet im Vergleich zum Dax kaum Beachtung

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Kennen Sie die verborgene Macht der Allzeithochs? – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern wurde Ihnen irrtümlich ein Text – Besprechung der SAP-Zahlen – zugeschickt, den Sie in der Vorwoche bereits erhalten hatten. Leider ist mir das Versehen nicht rechtzeitig aufgefallen, sodass ich die Aussendung nicht mehr zurückholen konnte. Bitte entschuldigen Sie mein Versehen! Im Folgenden lesen Sie nun, warum Rekordhochs für uns als Börsianer so reizvoll sind, weil sie weitere Kursanstiege andeuten.

Haben Sie es auch schon erlebt, dass manche Aktien einfach immer weiter steigen? Es kommt einem manchmal beinahe unheimlich vor, wie wenn eine verborgene Kraft den Kurs immer weiter nach oben hievt. Gerade wenn eine Aktie einen neuen Höchststand erreicht hat, ist das häufig ein Signal für weiter steigende Kurse. Eigentlich ist diese Entwicklung paradox, denn wenn etwas immer teurer wird, dann müssten sich eigentlich weniger Menschen dafür interessieren. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Allzeithochs haben oft eine unterschätzte Wirkung auf die Entwicklung von Aktienkursen. Es ist häufig zu beobachten, dass ein Allzeithoch neue Kräfte freiwerden lässt und die Kurse immer weiter nach oben treibt. Für unerfahrene Börsianer wirkt das Treiben manchmal wie Magie. Denn warum sollte ein Kurs, der eigentlich ständig schwankt, gerade vom Hochpunkt aus noch weiter steigen? Nun, dafür gibt es gleich mehrere Erklärungen. Wenn Sie die Entwicklungen richtig einschätzen können, dann können auch Sie ab sofort von der verborgenen Macht der Allzeithochs profitieren.

Die fundamentale Erklärung

Neue Allzeithochs werden in der Regel nur erreicht, wenn es den betreffenden Unternehmen wirtschaftlich gut geht. Denn nur dann investieren viele Anleger in die Aktie und führen diese auf neue Höchststände. Einem gut laufenden Unternehmen ist meist für längere Zeit Erfolg beschieden. Ein lukratives Geschäftsmodell bleibt in der Regel über einen längeren Zeitraum ertragreich. Und der unternehmerische Erfolg führt dann wiederum zu steigenden Kursen und weiteren Allzeithochs.

Zudem berichten die Medien über Allzeithochs und die Bekanntheit des Unternehmens steigt. Dies führt vor allem bei kleineren Technologie-Unternehmen, die bisher unter dem Radar vieler Anleger waren, zu steigenden Kursen. Diese Unternehmen werden erst nach dem Erreichen neuer Höchststände und den…..

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